Samstag, 19. Juli 2014

Der Mann in Schweden-Bingo

Gestern ist mir spontan ein geniales Spiel für den gesamten Urlaub eingefallen:

"Der Mann in Schweden-Bingo!"

Jaha, es gibt nämlich einfach Sätze, die sagt er JEDES Jahr. Also haben wir uns hingesetzt und eine klitzekleine Liste mit den Sätzen notiert, die auf JEDEN FALL im Laufe des Urlaubs fallen werden. Da stehen nur rund 220 Sätze drauf.

;o)

Die drucke ich aus und streiche die Sätze durch, die "gelaufen" sind. Sehr amüsant. Schon beim Schreiben der Liste haben wir Tränen gelacht, auch der Mann. Ich hoffe nur, dass er sich nicht allzu viele Sätze im Vorfeld gemerkt hat, nachher sagt er die dieses Jahr gar nicht...

Es folgt ein kleiner Auszug. Ich werde nach und nach auch hier die streichen, die er bereits gesagt hat. Das Spiel startet schon am Vorabend der Abreise...

Mach mal hinne, ich will das Auto fertig packen! CHECK!
Damit fängt natürlich alles an...

Alles muss man alleine machen. CHECK!
Während er das Auto belädt.

Hast du alles dabei?
Bei der Abfahrt.

Ich habe nichts vergessen, ich habe ja auch eine Liste zum Abhaken.
Der Satz fällt, wenn mir auffällt, dass ich etwas vergessen habe.

Du kannst ruhig schlafen, dann habe ich auch meine Ruhe.
Während der Fahrt. Und das mache ich auch. Ich schlafe immer mindestens von Köln bis Hamburg. Gelernt ist gelernt.

Da sind wir aber gut durchgekommen.
Am Fähranleger Puttgarden.

In Schweden frisch angekommen, wir fahren durch Helsingborg:

Hier hast du gewohnt als ich dich kennengelernt habe.
Stimmt!

Tempomat ist in Schweden super. Echt.
Wir sind auf der schwedischen Autobahn. Kaum ein Auto in Sicht, jedenfalls relativ gesehen.

Da bin ich schon gewandert. Den Weg rein.
Immer an der gleichen Stelle.

Hier ist so viel Platz, warum müssen die ausgerechnet neben uns parken?
Wir sind am Supermarkt. Das ist tatsächlich ein Phänomen! Hunderte freie Parkplätze um uns herum und die parken wirklich direkt ganz eng neben einem ein.

Guck mal auf der Quittung, ob das so richtig ist. Ich habe meine Lesebrille nicht mit.
Ist alles in bester Ordnung, Mann.

Ich rufe mal zuhause an, ob alles okay ist.
Das mache wohl besser ich.

Knall die Autotür nicht so.
Jaja, ist ja schon gut.

Sind die Fenster zu?
Und obwohl ich JA sage, geht er zwei Minuten später kontrollieren.

Ich spüle nicht, ich bin der Fahrer.
TÄGLICH. Wirklich TÄGLICH!

Ich habe so Nackenschmerzen. Kannst du mich massieren? Ich bin schließlich der Fahrer.
Jepp, wissen wir bereits.

Du kannst doch nicht die ganze Zeit lesen. Kauf nicht noch mehr Bücher.
Als Nichtleser hat er dafür wirklich wenig Verständnis. Dabei freue ich mich jedes Jahr auf neue schwedische LCHF-Bücher. Okay, ich gebe auch jede Menge Geld dafür aus.

Das bezahle ich aber nicht.
Also die Bücher.

Ich mache die besten Fotos, findest du nicht? Sag doch mal. Du kannst das nicht. Und das ist die Tochter eines Fotografen. Mach auch mal ein Foto von mir, aber lass die Kamera nicht fallen.
Diese Sätze sind einzeln notiert, kommen mehrfach vor, aber sie gehören doch zusammen...

Frag mal nach, ich kann das nicht! Wozu habe ich eine Schwedin geheiratet.
Dieser Satz taucht mehrfach auf. Jedes Mal, wenn er mehr Details zu etwas braucht und selbst nicht fragen möchte.

Haben wir das gut, Frau! Härligt!
Auch immer wieder. Im Urlaub entspannt der Mann komplett und sieht so richtig glücklich aus.

Prost, Mutti. Auf den Urlaub.
Jaaaaa...

Eigentlich bin ich schwedischer als du. Oder nicht?
Kann sein. Ich habe da schon einige Abweichungen, die er nicht hat, obwohl er kein Schwede ist. Und ja, es gibt Unterschiede zwischen Deutschen und Schweden - also wenn man den Durchschnitt zieht. Wir erinnern uns vielleicht noch an die Supermarktkasse? (klickediklick)

Ich glaub, wir fallen hier gar nicht als Ausländer auf. Die da hat mich auf Schwedisch angesprochen.
Nööööööö, gar nicht. Siehe Punkt oben drüber.

Wir können auch essen gehen, du brauchst nicht kochen.
Aber gerade im Urlaub habe ich Spaß daran, weil es in Schweden eben andere Produkte gibt.

Da sind Deutsche!
Auch täglich mehrfach. Denn es sind wirklich sehr viele Deutsche in Schweden.

Snabba, snabba.
Wenn ich mich beeilen soll.

An welchem Tag will Nicole noch mal kommen? CHECK!
Dienstag. Hab ich ihm zwar schon mehrfach gesagt, egal.

Du Kalkleiste blendest! Wer von uns hat am meisten Farbe?
Ich habe eben einen "sensitiven" Teint. Tse.

Von dem Restgeld tanke ich.
Macht er kurz vor der Rückfahrt... jedes Jahr.

Ich gehe JEDE Wette ein, dass jeder einzelne Satz gesprochen werden wird.
Jede.

Hihi.
Ich geh dann mal packen.
Ohne Liste zum Abhaken.


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Freitag, 18. Juli 2014

Im Schweinsgalopp


Es gibt so Tage, da weißt du morgens schon, dass du bis zum Abend durchgehetzt sein wirst. Einfach, weil enorm viel zu tun ist. So sah bislang meine ganze Woche aus - mit Ausnahme einer wundervollen Oase, als ich einfach bei einer Freundin auf dem Balkon saß, wir endlich Zeit für einander hatten und ich obendrein noch sensationelle Tapas serviert bekam.

Ich finde es anstrengend, wenn so viele Sachen zu erledigen und alle circa gleich dringend sind, dann verliere ich nicht selten die Übersicht und weiß am Ende gar nicht mehr, in welche Richtung ich zuerst loslaufen soll. Das führt mich regelmäßig vorübergehend in ein sensationelles Chaos, aber zum Glück pflegt es sich doch irgendwann zu lichten und zu lösen.

Dennoch... anstrengend!

Aber ist ja für einen guten Zweck. Urlaub steht vor der Tür und daher möchte ich im Vorfeld alles "vom Tisch" haben. Heute Abend noch Großeinkauf für die, die nicht mitfahren und Haus und Hund hüten. Soll ja niemand verhungern, ist klar.

Ich wollte euch das nur schnell sagen, damit ihr nicht glaubt, ich sei zwischenzeitlich irgendwo verschütt gegangen oder in der Sonne zerschmolzen.

Jetzt könntet ihr mir noch ein paar Gehirnzellen ausleihen, damit ich nicht so unfassbar essentielles Gepäck vergesse wie Laptop, Ladekabel... Halt alles, was eine Sudda braucht - sonst kann ich aus Schweden nicht posten.

Und dann...






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Dienstag, 15. Juli 2014

Fotos machen - wie ich es hasse!

Ich saß heute über einer knobeligen Aufgabe. Ein Interview. Ich ging Frage für Frage durch und am Ende blieb mein Blick erstarrt auf dem "P.S." hängen:


"P.S. Bekomme ich ein aktuelles Foto von Dir? #selfie oder so???"


Och nöööö, bitte nicht. 

Menno.

Meine Unterlippe bebt angestrengt.


Ich mag das nicht.
Ich mag mich immer noch nicht fotografieren lassen, schon gar nicht aus der Nähe. 
Das ist jedesmal SO ein Krampf für mich. 

Bin ich zu anspruchsvoll?

Ich seziere jedes Bild von mir und aus ca. 165 Stück gefällt mir maximal eines.
Unerträglich.

Besonders schlimm war es übrigens zu dicken Zeiten. Ich konnte rekordverdächtig vor Kameras fliehen. Gelang es doch einmal jemandem, ein Foto von mir zu machen, war ich nervlich am Ende. Ich hätte alles dafür gegeben, wenn ich eine Chance gehabt hätte, die so geschossenen Fotos zu vernichten. 

Fotografiert werden ist pestig.

Warum?

Weiß nicht.
Eigentlich wurde ich von klein auf sehr viel fotografiert, schon weil mein Vater Werbefotograf war. Es gibt Zillionen wundervolle Kinderfotos von mir. Es gibt mich dank Papa auch vorne auf einem Post-Spiel drauf und auf weiteren Werbungen.

Gut, es gibt auch ein Foto auf dem ich als 8-jährige angetan in türkis-grünen Blümchenwickelrock, einer gelb-blauen Strickjacke und einer 1. FC-Köln-Mütze ein Schwein im Zoo kraule, aber okay.. DAS Foto ist wirklich ein Brüller. Müsste ich eigentlich mal raussuchen. Hm.


Ich kratze meine juckende Augenbraue.


Foto. 

Scheiße.  
Wisst ihr, was mir nämlich ganz schwer fällt? 
Mein Mund will nicht.
Ich mag nicht lächeln, ich kann nicht lächeln, das fühlt sich total "verkehrt" an, wenn ich für ein Foto lächeln soll.
Dabei lache ich in echt sowohl viel als auch gerne. 

Fotos mit grimmigen oder blöden Gesichtsausdrücken kann ich dagegen wirklich super. 


Ich finde es übrigens total unfair, dass alle anderen Menschen auf Fotos so wie in echt aussehen. Nur ich nicht. Oder meine ich das nur, weil ich kritisch ins Detail schaue. *gnah*


Ach, Menno!
Aber ist ja für einen guten Zweck quasi.

Tiefes Seufzen macht die Sache nicht besser, stelle ich nach vier gründlichen Stoßatmern fest. 


Und jetzt?
Soll ich den Mann zwingen, mich stundenlang zu fotografieren, auf dass er sich hinterher stundenlang mein frustriertes Zetern anhören kann? 

Kann man fotografiert werden trainieren? Wenn man sich wieder und wieder knipsen lässt, ist es einem dann irgendwann egal?

SELFIE... ich mag das Wort schon nicht. Hab ich noch nie gemacht. Das ist bestimmt noch doofer, sich selbst zu fotografieren, oder? 


Schlückchen Kaffee.


Das krieg ich bestimmt nicht hin.






Stunden später... Ich war mit den Dienstagsmädelz laufen. 


Jaha, 5,5 km! Wisst ihr Bescheid. Ging aber heute höchst... zäh. Dennoch, getan ist getan, während andere lediglich ihr Sofa belümmelt haben, trommelten meine Füße über den dumpfen Waldboden des lokalen Naherholungsgebiets.


Als alle weg waren, zog ich still und heimlich auf dem Parkplatz mein Handy aus der Tasche.

Und BÄM! Mein erstes Selfie. 

Gut, immer noch mit Sonnenbrille und das Lächeln.. na ja. Aber es ist eben mein allererstes. 







Herrjehchen ist das ein doofes Gefühl, nur damit ihr es wisst. 


Wenn man genau hinsieht, erkennt man in den Gläsern der Sonnenbrille meine verkrampften Pfoten, die den Auslöser suchen. Und gedreht krieg ich das auch nicht bzw. gespeichert ist es in gedrehter Version, aber das interessiert Blogger mal gar nicht.


Eben sah meine Tochter mein erstes Selfie an.

Und schwieg.
Und schwieg noch ein bisschen.

Und sagte dann:

"Mama, das geht aber besser. Ich mach das am Donnerstag mit dir. Aber ohne Sonnenbrille und mit offenen Haaren. Keine Angst, es gibt hoffnungslosere Fälle!"

Bin ich froh, dass ich Kinder habe.

Puh!









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Sonntag, 13. Juli 2014

Unwiedergutmachbar?!?!


Eeeeehhh...

Was krieg ich eigentlich dafür, wenn ich gleich so ein legendäres, angehend historisches Fußballspiel NICHT gucke, damit Deutschland gewinnt? Nur für Uneingeweihte... Wenn ich gucke, steht die Wahrscheinlichkeit für Deutschland EXTREM hoch, dass sie verlieren werden! Kein Scherz.

Die Familie hat mittlerweile allerdings schon so viel Mitleid, dass sie mir - zumindest bis zum ersten Tor für Argentinien vermutlich - erlauben würde, im Wohnzimmer das Spiel zu schauen.

Wie wäre es mit einem Angebot für ewigen Ruhm und Anerkennung?
Die Zeit läuft... ihr habt nicht mehr lange, mich zu überzeugen.

;o)




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Süßigkeiten-Dingens-Platz


Neulich kamen meine Tochter und ich auf "Süßigkeitenverwahrstellen" zu sprechen. In den anderen Familien rund um uns herum gibt es meistens irgendeine davon. Es gibt sie in Form von:

* Süßecken im Regal
* Süßigkeitenschubladen in der Küche
* Bonbonieren auf der Anrichte
* Süße Schüsseln auf dem Couchtisch
* etc.

Das gibt es in unserem Haus nicht. Gab es noch nie. Das gab es nämlich auch nicht in meiner Kindheit und manche Dinge übernimmt man eben.

Wobei es bei uns wohl darüber hinaus kaum möglich wäre, ein solches Aufbewahrungseck einzurichten, denn meine Familie ist darauf spezialisiert, alles umgehend zu vernichten, was an Süßem über die Schwelle gerät. Eine entsprechende Schüssel oder eine Schublade wäre demnach sowieso immer leer oder ich müsste ständig nachfüllen, damit es repräsentativ aussähe.

Jaja, ihr könnt jetzt natürlich sagen, dass das daran liegt, dass meine Familie den natürlichen Umgang mit Süßaufbewahrungsstellen nicht gewöhnt ist und deshalb einkassiert, was zu haben ist. Das kann aber nicht sein, denn es ist definitiv nicht so, dass Süßes in meinen vier Wänden verboten ist. Ich will nur nicht so einen "Süß-SCHREIN" haben.

Jedenfalls haben Tochter und ich überlegt und überlegt und uns fiel kein Haushalt in unserem Umfeld ein (halt außer uns), die kein Süßigkeiten-Dingens-Platz haben. Und wir fragen uns, ob das Zufall oder regionaler Brauch ist oder ob das bei euch auch so ist.

Und?
Gibt es bei euch ein Süßigkeiten-Dingens-Platz?
Warum?
Und wenn ja, könnt ihr damit umgehen?





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Freitag, 11. Juli 2014

Ich bin ein Tiefkühlschlampi


Ja, ich bekenne.
Ich habe weltmeisterliches Chaos im Tiefkühlschrank.
Wobei..  falsch.
Ich habe weltmeisterliches Chaos in den Tiefkühlschränken, denn oben verwüste ich drei Schubladen und im Keller einen kleinefraushohen Schrank.

Kluge Menschen beschriften ihr Gefriergut, Suddas nicht.
Kluge Menschen haben eine Übersicht über die Waren, ich nur ungefähr.
Kluge Menschen halten ihre tiefgekühlten Vorräte so, dass sie zwischendrin mal leer werden und sie den Tiefkühlschrank abtauen können, ich auch, aber anders:

Bei Suddas sind TIKÜRE-Wochen angebrochen!
Jaha, es wird quasi aufgegessen, die TIefhlREste.
Leider hat das manchmal etwas von "Russisch Roulette", nämlich dann, wenn ich raten muss, was ich da eingefroren habe.

Für mein Abendessen habe ich ein Behältnis aus dem Tiefkühlschrank gefischt.
Ich HOFFE auf Fischfiletstückchen in Zitronensahnesauce.
Hm.

Und ich schwöre:
Wenn am Ende der TIKÜRE-Wochen die Geräte abgetaut und gereinigt sind, wird beschriftet.
Echt jetzt.



© Ig0rZh - Fotolia.com



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