Dienstag, 22. Juni 2010

LCHF? Was soll ich bloß heute essen?

Kann man sich bisweilen echt fragen. Wie finde ich die richtige Kombination für mich heraus?

Also ich mach das so:

1. Ich wähle mein Essen losgelöst von der Familie.

Außer am Wochenende, denn da will ich definitiv mit ihnen gemeinsam essen. Denn es gibt einige Faktoren, die mein Essen bestimmen. Ich achte darauf, auf

- meinen eigenen Hunger zu reagieren.

Das heißt, dass ich dann esse, wenn ich mich danach fühle und nicht nach Uhrzeit. Nach Uhrzeit essen ist ein angelerntes Verhalten (gerade in Deutschland gibt es doch gerne Mittagessen um 1 und Kuchen um halb 4...) und so VERLERNT man, auf die innere Stimme und die eigene Sättigung zu hören.

- unkompliziert zu bleiben

Klar, ich koch schon gerne. Aber nicht immer. Und am liebsten sind mir Dinge, die schnell funktionieren, unkompliziert sind. Denn wenn ich Hunger habe, habe ich Hunger. Dann hab ich keine Lust zu blanchieren, filetieren, blabla...

- meinen Vorlieben zu folgen

Ich bestehe darauf, dass ich das esse, worauf ich Lust habe. Ich denke, dass das ein Erfolgsgarant ist. Denn tu ich das nicht, bin ich hinterher nicht zufrieden. Und das kann dazu führen, dass ich auf die Suche gehe. Daraus resultiert dann gerne, dass ich viel zu viel esse.


2. Wann brauche ich die Mahlzeiten?

Ist man der große Frühstücker, braucht man Mittags ne ordentliche Dosis oder tendiert dazu, wie ich abends die größte Mahlzeit zu benötigen? Ich kann es nämlich nicht leiden, abends hungrig ins Bett zu gehen. Da brauch ich die größte Dosis des Tages. Dafür mag ich kein Frühstück (was ja nicht soooo merkwürdig ist, denn am Vorabend gab es ja erst reichlich). Darüber sollte man sich echt im Vorfeld mal ein Köpfchen machen. Und den eigenen Bedürfnissen unbedingt nachgehen.


3. KEINE ZWISCHENMAHLZEITEN

Zwischenmahlzeiten sind für mich purer Blödsinn, wenn man gesund ist (ich kenn mich nicht mit allen Krankheiten aus, mag sein, dass es in manchen Fällen anders ist).

Man soll essen, wenn man hungrig ist. Punkt und Ende.

Eine Zwischenmahlzeit ist ja nur eine Kleinigkeit (sonst wäre es keine Zwischenmahlzeit). Bedeutet gleichzeitig, dass man eigentlich gar nicht echten Hunger hatte, sonst würde man richtig essen, bis man satt ist und dann wäre es doch ein Hauptmahlzeit, oder? Und wie soll man lernen, das eigene Sättigungsgefühl wieder zu spüren, wenn man einfach so was isst? Also werft die Zwischenmahlzeiten aus dem System. Sie verwirren nur.

Wenn wir bis hierher gegrübelt, gedacht und beschlossen haben, geht es weiter.


4. Prinzipieller Vorrat

In meinen Vorräten findet sich in der Regel Folgendes (frisch oder TK):
Fleisch, Fisch, Geflügel, Eier, Gemüse (Tomate, Gurke, Brokkoli, Blumenkohl, was man mag), Bacon, Käse (Mozzarella, Weichkäse, Gouda), Olivenöl, Sahne, Creme Fraiche, Sahnequark, Nüsse, Würstchen, Blattsalate, Beeren, Zitrone, Essig, Senf, Mayonnaise, Tomatenkonserven, gekochter Schinken...

So habe ich immer einiges auf Lager, um spontan auf meine Vorlieben zu reagieren.


5. Auswahl der größten Mahlzeit

Jetzt mach ich mir Gedanken, um meine größte Mahlzeit. Was will ich essen? Worauf hab ich Lust? Wenn ich das herausgefunden hab, mach ich idealer Weise die Seite http://www.fddb.de/ auf. Hier kann ich meine Mahlzeit eingeben, solange ich mir unsicher bin. Nach der Eingabe verschaffe ich mir einen Überblick darüber, wieviele KHs und Kalorien ich schon verbraucht habe, wie das Verhältnis von Fett zu KH+Eiweiß (Skaldeman Ratio) steht. Vielleicht feile ich noch ein wenig daran herum, bis es passt (eventuell mit Fett ein wenig aufmotzen oder einige KHs streichen...). Das braucht man aber nur am Anfang oder zwischendurch. Irgendwie wiederholt sich doch gerne das, was man isst.

Eine typische Hauptmahlzeit besteht bei mir aus...

Wahlweise Fisch/Fleisch/Ei/Geflügel mit entweder einem Salat oder gekochtem Gemüse.

Ich mach mir gerne einen Gemüseauflauf! Dazu schmeiß ich TK-Gemüse in eine Auflaufform, mische Sahne und Creme Fraiche mit Salz, Pfeffer und ein bisschen Muskat und gieße es über das Gemüse. Ab in den Ofen bei 180° bis das Gemüse pieksgar ist und kurz vor Schluss schmeiß ich noch ne Schicht Käse darüber. Sensationell einfach und lecker.


6. Die anderen Mahlzeiten

Ich überlege mir dann, was mir noch bleibt. Wieviele KHs sind noch "drin", wieviele Kalorien? Entsprechend bastele ich die anderen Mahlzeiten drumherum. Hab ich in der Hauptmahlzeit viele KHs, gibt es eben weniger in den anderen Mahlzeiten und anders herum.


7. Iss dich unhungrig

Das nenn ich bewusst so. Man sollte nach einer Mahlzeit zufrieden und unhungrig sein. Aber nicht gerade vollgestopft. Hör auf deine innere Stimme. Wann ist es genug? Hör dann auf. Auch wenn noch was übrig ist. Kann man ja auch später noch essen, oder?


Ist doch gar nicht so kompliziert, oder?

Denn hat man Schritt 1-4 erstmal durchdacht, kann man die ad acta legen. Es geht täglich jeweils nur um Schritt 5-7.

In unserem "LCHF-Headquarter NRW Süd-West" (Lady S. und meine Wenigkeit *lach*) laufen morgens die Denkmaschinen heiß. Und zappzarapp ist der Tag geplant.

Versucht es mal.

Ist einfacher als man meint!
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Kommentare:

  1. Ich habe Dich in meinem Posting verlinkt. Ich hoffe, das durfte ich? Liebe Grüsse! :)

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  2. ich habe jetzt so fast genau das eingekuaft, was du hier aufgeschrieben hast ;-)Heute gibts bei mir Schweinefilet mit Bacon umwickelt, im Ofen geschmort mit Sahne und Blumenkohl ;-) mein Vorrat ist jetzt wieder aufgefüllt und ich freu mich schon auf den ersten Sahnequark (den gabs im Urlaub nicht und ich habe ihn vermisst)
    Liebe Grüsse
    Bernadette

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  3. @nicole
    klar darfste! danke dafür.

    @bernadette
    schweinefilet mit bacon? *sabba* das klingt sehr, sehr gut!

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  4. Ja LCHF ist so einfach, wenn man's erstmal verstanden hat. Ich hab ja auch ein wenig gebraucht, aber mittlerweil klappt es auch Dank Dir richtig gut :o)

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  5. Bin noch ganz erschöpft vom Lesen deines Posts... ;-)...du machst dir echt soooo viele Gedanken wie das Verhältnis von KH/F/Prot ist? Nee, das wär mir zu anstrengend, dafür hab ich auch gar keine Zeit. Seitdem ich LCHF esse, ist mein Kühlschrank entsprechend gefüllt (Liste wie deine), sodass man da hoc beliebig kombinieren kann, das gefällt mir ungemein und ich überlege -im Gegensatz zu VORHER- eigentlich nur noch gaaaanz selten! FDDB füttere ich in der Regel erst abends, da isses dann geschehen (das mit den Erdbeeren gestern wusste ich aber schon vorher *lach*). Kann aber gut verstehen, dass du das anders handhabst/handhaben musst -wenn du möglicherweise eine andere Herangehensweise hast mit Familie- selbst, wenn ihr nicht täglich essenskonform seid. Liebe, sonnige Grüße, SOLEILrouge :-)

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  6. Irgendwie wurde man ja sein "Diätleben" lang auf total andere Sachen trainiert. Für mich liest es sich immernoch total seltsam, was Du so ißt. Das soll jetzt keine Kritik sein, nur ein Hinweis auf falsch antrainiertes Denken.
    Mein Ding wäre das ja nicht, vor allen Dingen, da das viele Fleisch derzeit wohl das Budget sprengen würde ;-)
    Aber ansonsten gebe ich Dir in allen Punkten recht (vor allen Dingen mit diesen unsinnigen Zwischenmahlzeiten).
    Ich habe GsD das Glück, dass mein Mann alles mit ißt solange es ihm schmeckt. Daher wird die Hauptmahlzeit meist einen Tag vorher oder beim Frühstück geplant.

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  7. kann man bei headquater auch die fetige mahlzeiten als fei haus lieferung bestellen ;-)

    frühstück mach ich mir selber und keine bockwurst bitte *ggg*

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  8. Kaum mach ich mir Gedanken über das ein oder andere Thema - gestern z.B."Ich hätte am liebsten jemanden, der für mich einfach alle richtigen LCHF-Sachen kocht und zubereitet. Wie schaffen die Anderen das bloß?" - schon greift Sudda dieses Thema auf.
    Ich kann nur immer wieder sagen: Diese Frau ist einfach unglaublich!!!

    DANKE DAFÜR!

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  9. @tisi

    Vielleicht sind wir ja seelenverwandt.. wer weiß das schon. Die Frittenklöpplerin kann MEINE Gedanken lesen, das fand ich auch schon recht strange!

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