Montag, 8. November 2010

67. Wiegetag nach 1 Jahr 3 Monaten und 5 Tagen

Pomm… schon wieder ist eine Woche durch. Menschmensch, es geht harsch auf Weihnachten zu. Habe schon den Termin für die Weihnachtsfeier bekommen. Dabei war doch „eben“ noch Sommer.

Wo ist die ganze Zeit bloß hin?

Aber zurück zu den kalten Fakten des Montags. Wiegetag war erstaunlich entspannt und das obwohl ich gestern Abend noch mit dem Mann im Brauhaus essen war und es Hämmchen mit viel Sauerkraut gab. Ist an und für sich zwar schon LC (low carb), aber eben nicht so richtig HF (high fat). Aber es gab halt nur Senf dazu, hätte besser eine handliche Portion Creme Fraiche in den Tiefen meiner Handtasche mitgeführt…

Aber ist halt so. Irgendwas ist immer. Gehört zum alltäglichen Leben dazu. Und man will/soll/muss ja ein weitestgehend normales Leben auch mit der neuen Ernährung leben.

Genug gelabert.

Die Waage meldete heute Morgen ein zufriedenes

85,5 kg

400 g weniger als in der vergangenen Woche und in Summe eine Abnahme von 35,4 kg.


Also heiter weiter.

Für die Weihnachtschallenge fehlen mir noch 5,6 Kilo. Dazu hab ich 7 Wochen und 4 Tage Zeit. Das wird eng. Verdammt eng.



P.s.:
Hab ich eigentlich schon mal damit angegeben, dass ich immer noch über die gesamte Zeit einen Schnitt von über 500 g die Woche halte? *harrharr*
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Mein Arm gehört mir!!!

Gestern war Sonntag. Gerne ein sterbenslangweiliger Tag. Aber der nicht.
Und weil so viel passiert ist, gehe ich einfach chronologisch vor.
Da müsst ihr jetzt durch.

Manchmal beschleicht mich der Eindruck, dass derjenige, der für das Schreiben meines Lebensdrehbuchs inklusive dazugehöriger Regieanweisungen zuständig ist, extrem Phantasie hat.

Anders kann ich das nicht erklären.

Warum?

Darum:

Gestern machte ich mich auf zur Bahn. Wollte ja Schmitt's endlich mal treffen.

Parkte mein Auto und ging zum Bahnsteig.

Auf dem Weg dorthin begegnete mir ein junger Mann auf seinem Fahrrad. Angetan mit orangefarbener Warnweste und Helm. Ein Blick in sein Gesicht machte eindeutig klar, dass er eine geistige Behinderung hat.

Er zirkelte mit seinem Rädchen und kam vor mir zum Stehen.

"Du hast aber einen schönen roten Schal!"

"Nein,", sagte ich, "der ist schwarz."

"Stimmt. Darf ich den mal kurz anfassen?", fragte er und nahm ihn einfach in die Hand.

Ich wurde verlegen. Fühle mich in solchen Situationen oft unsicher.

"Wo fährst du denn hin?", fragte ich ihn.

"Nach Düren. Das ist zwar sehr weit, aber ich bin ja schon groß. Ich darf das schon!"

"Oh!", sagte ich. "Das ist wirklich weit!"

Er nahm meine Hand, als wolle er sie schütteln, es ging alles so schnell und doch irgendwie Slowmotion, versuchte den Ärmel meines Mantels hochzuschieben.

Er strahlte mich warm an.

"Darf ich deinen Arm ablecken?", fragte er mich.

"Nein, das möchte ich nicht!", sagte ich.

"Das ist aber richtig schade,", entgegnete er mir traurig.

"Ja, aber so ist das eben. Ich muss jetzt zur Bahn."

Wir verabschiedeten uns und ich stieg in die Bahn.

Von meinem Platz aus konnte ich sehen, wie er noch eine Weile mit seinem Rädchen um die Parkplätze zirkelte, bis die Bahn ruckelnd anfuhr.
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