Freitag, 10. Juni 2011

Gestrippt

Erst ist es ein eher leises Gefühl.

Hunger!

Piepst still vor sich hin.

Noch interessiert es mich nicht besonders. Es gibt so viele leise Gefühle in mir über den Tag verteilt. Sie kommen und gehen, sind mal lauter und mal leiser.

Nach und nach wird es lauter.

Hunger!

Oh, ja, stimmt. Da ist doch was. Und nun lässt es sich nicht mehr so einfach ignorieren. Was hab ich denn bisher heute gegessen? Kann das denn sein?

Hunger!

O.k. Klingt schon relativ eindeutig. Will sich bemerkbar machen. Fordert sein Recht ein.

Ich grübele ein wenig.

Was ist im Kühlschrank und was will ich überhaupt haben?

Hunger!

So langsam wird es wirklich penetrant.

Nicht mehr anklopfend, sondern fordernd.
Nicht mehr leise, sondern schon fast laut.

Aber warum weiß ich dann nicht, was ich essen möchte?
Warum ist da kein Gelüst?
Keine Vision?

Wenn ich doch auf nichts wirklich Hunger habe, ist es denn dann überhaupt wirklich Hunger?

Ich seufze, greife mir ein Glas aus dem Schrank, lasse kühles Leitungswasser hineinlaufen, lehne mich an die Küchenzeile und trinke es in einem Zug aus. Horche in mich hinein.

Und auf einmal ist alles so klar.


Wie oft habe ich die Tarnung in den letzten Jahren missverstanden? Bin auf die Verkleidung hereingefallen? Wieviele Kilos verdanke ich meiner eigenen Blindheit?

Auf einmal weiß ich, was ich brauche.

Und zwar ganz viel davon.

Ich strippe das Wort "Hunger", reiße ihm sozusagen Maske und Zorromantel runter.

Und da steht es.

Klar und deutlich.

Nackt.

Verständlich und sofort erfüllbar.

Das, was es wirklich ist.
 


















DURST!


Und nichts anderes.




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Kommentare:

  1. Hm, wenn ich Hunger habe, ist dass ein nagendes, schmerzhaftes Gefühl im Magen, dass sich bis zum Hals hochkämpft. Es krampft, es reibt, es quält.
    trinken bringt ein wenig Erleichterung, aber keine Minute später geht es wieder los...

    Durst ist Sand im Hals, Kratzen in der Stimme, lähmendes Gefühl um den Mund bis in den Rachen, aber es berührt den Magen nicht.

    Ich freu mich riesig für Dich, aber was ich mich jetzt frgae ist: hast du dann jemals wirklich Hunger gehabt?

    DD

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  2. Wenn mir spontan Dinge einfallen, auf die ich in dem Moment Hunger habe, dann ist es Hunger. Ansonsten unterstelle ich ab sofort Betrug!!

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  3. *Zustimmendnickt* So ähnlich ist das auch bei mir.

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  4. Hey Sudda,
    man das wäre ja was, wenn ich zur Sportskanone werden könnte. Pfff .. glaub ich nicht mal im Traum dran. Ich glaub, selbst wenn ich schlank wäre, hätte ich damit zu kämpfen *lach*

    Ich habe mir von dir Rezepte geklaut und sie sind sooooooo toll *lieb hab* Lecker lecker lecker.

    Ich hab dich auch schon längst verlinkt :)
    Vielen Dank

    Grüß dich ganz lieb!

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  5. Hach, ich wollt ja noch was dazu schreiben:

    Das ist nie und nimmer Durst bei mir -.- Das versuch ich dem Körper auch immer einzutrichtern. Aber sobald der Schoki oder anderes sieht, will der nur noch .. der Arsch!!!

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  6. Gibt es dem noch ein Wort hinzuzufügen?

    Nein!

    Das mit Durst und Hunger ist manchmal bei Reden und Schweigen genauso...

    Tausend Dank!!!
    Anke

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  7. lol!. Aber recht hast du, geht mir auch öfter mal so!

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  8. grins* so kann nur unsere Sudda schreiben Punkt :-)

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  9. Huhu Sudda,
    das mit der Betrugsunterstellung finde ich so cool von Dir. Ich mußte laut vor dem Lappi lachen....

    ABER du hast Recht. Anfangs ist es mir genauso ergangen. Seit ich darauf achte, ist mein Gewicht im Griff zu halten.

    Ich wünsche dir und deinen Lieben,
    ein schönes & knackiges Pfingst W ende.

    Beste Grüße aus Frankfurt.
    Brooke

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  10. das Erkennen des Durstgefühls ist seit LCHF viel besser geworden. aber auch mir geht es hie und da noch so, dass ich denke, Hunger zu haben.

    so ein Glas frisches, kaltes Wasser hilft dann ungemein :)

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  11. Genau, dieses Erkunden was man wirklich will und nicht bei leisem Piep von Hunger gleich anfangen was rein zu stopfen, damit bloß endlich wieder Ruhe. Denn diese Ruhe kann gefährlich sein.

    Ich lerne auch noch. Und das hört wohl nie auf. Aber wir kommen weiter. In kleinen Schritten. Aber stetig.

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