Freitag, 14. Oktober 2011

Sudda und der "Low Carb-Anästhesist"

Menschmensch...

Gestern war ich so beschäftigt, dass ich zu nichts gekommen bin (Klassenarbeitsphase im vollen Gange *narf*), dabei will ich doch in Ruhe von meinen Operationsvorgesprächen erzählen.

Donnerstag um 10 Uhr hatte ich Termin in der Uniklinik. Zwei Gespräche standen an, eines mit der Anästhesie und das andere mit Dr. Walgenbach und damit der Text nicht unerträglich lang wird, fang ich hier mit dem Anästhesiegespräch an und schreibe über das mit Dr. Walgenbach später. Ich will eure Augen nicht zu sehr stressen (ist das nicht nett?).

Das Anästhesiegespräch hat mich im Vorfeld etwas nervös gemacht.

Alles Betäubende - na gut, außer Wein - finde ich ein wenig unheimlich. Aber der Arzt war sehr sympathisch. Kam mir wohl zunächst was jung vor - man fragt sich doch direkt, ob der das denn richtig kann - aber das verflog schnell. Außerdem bin ich eh schlecht darin, das Alter anderer Menschen einzuschätzen.

Exkurs:


Legendär als ich zur komplizierteren Geburt meines Sohnes am WOCHENENDE morgens um HALB VIER eine Rückenmarksbetäubung brauchte, weil es nicht mehr anders ging. Man telefonierte nach dem Anästhesisten und herein kam ein junger Kerl, der sich heftig den Schlaf aus den Augen rieb und herzhaft gähnte, weil er gerade ein wenig in der Bereitschaft geschlafen hatte. 


PANIK!


Am Tag nach der Entbindung tauchte der junge Anästhesist wieder an meinem Bett auf und wollte das Baby sehen, denn es war das ALLERERSTE BABY, bei dem er an der Anästhesie beteiligt war. Richtig stolz war er. Man hätte fast meinen können, es wäre sein Kind!


Zum Glück hatte er mir das nicht vorher gesagt!! 
Sonst wäre ich von der Liege gehopst. 
Ich schwör.


Zurück zum aktuellen Anästhesisten.

Wie gesagt, sehr sympathisch.

Bevor er die Chance hatte loszulegen, bin ich erst einmal meine dringlichste Frage losgeworden:

Kann es nachteilig sein, dass ich nur minimal Kohlenhydrate zu mir nehme? Also für die Narkose oder in Notfällen?

Er grinste und sagte: "Ah, Low Carb. Ich esse auch Low Carb!"

Und wieder war mir der Bursche noch eine Unze sympathischer. Jetzt glaubte ich ihm sogar, dass er Ahnung hat!

Und NEIN... es macht nichts. Ich soll einfach so weiter essen wie bisher. Die während der Narkose verwendeten Lösungen, und was weiß ich was die sonst noch benutzen, sind alle zuckerfrei! Das heißt, dass mein Blutzuckerspiegel da gar nicht in Stress gerät. Allerdings hat er sich notiert, dass man im Zweifel mit Glucose vorsichtig vorgehen sollte.

Das hat mich sehr beruhigt, denn ich weiß ja nicht, wie mein Körper reagieren würde, wenn er nach über 2 Jahren Fast-Abstinenz auf einmal mit einer Zuckerdröhnung konfrontiert werden würde. Tief ausgeatmet! Super.

Dann las er sich in Ruhe die Formulare durch, die ich vorher noch schnell ausgefüllt hatte (Vorerkrankungen, Allergien, Medikamente, akute Beschwerden, schon überlebte OPs und wann die waren, Gewicht, Größe, Alkohol- und anderer Konsum, Alter, etc.), stellte Fragen dazu, ließ mich meine stellen und erläuterte sehr ausführlich, machte Notizen.

Wesentlich für mich war:

a) Ich hatte mal eine Vollnarkose, die höllisch gebrannt hat, nachdem man mir sie verabreicht hatte. Man spürte wie es die Ader hochkroch und ich geriet in Panik, weil ich dachte, da läuft jetzt was richtig schief. Die Ärzte damals sagten nur "Ist gleich vorbei!". Ich hatte Angst um mein Leben bis ich "weg" war. 

Der Anästhesist erklärte mir, dass es sich dabei um ein Narkosemittel handelt, was sehr gut ist (und besonders schöne Träume macht). Nur brennt es. Und bei manchen eben mehr. Bei mir war das kein Brennen, das waren SCHMERZEN. Und vor allem... hätten die Ärzte mir das damals nicht VORHER sagen können? Warum mussten die mich so in Panik einschlafen lassen? Hätte ich gewusst, dass das normal ist, wäre es doch okay gewesen. Verdammt.


b) Nach Vollnarkosen friere ich unglaublich und zittere, dass das ganze Bett wackelt.

Das - so erklärte er mir - sind auch Nebenwirkungen von bestimmten Mitteln. Aha! Und ich dachte das käme daher, dass der Körper irgendwie vielleicht durch die OP gestresst wäre oder so.

Jedenfalls notierte er sich das alles und ich hoffe, dass ich jetzt ein besonders tolles Mittel bekomme.

Und dann kam der Punkt an dem ich ihn fast adoptiert hätte vor Freude...

Er fragte mich nach meinem Sportpensum. Was ich so mache und wie oft.

Und dann schrieb er in sein Notizenfeld:

Sehr sportliche Frau

Ist das nicht süß??
*hachmach*

Da bin ich nicht so schnell drüber hinweg gekommen. Und hätte er mir danach erzählt,. dass er mir die Narkose durch die Schädeldecke einfüllen will.. wär mir alles egal gewesen. *lächel*

Natürlich habe ich auch alles über Nebenwirkungen und Gefahren bei der Narkose erfahren.

Und... ich darf bis etwa Mitternacht am Vortag essen und trinken (klare Flüssigkeiten - keine Milch/Zucker im Kaffee - aber mag ich eh nicht) bis etwa drei Stunden vor der OP.

Ich habe auch die hochoffizielle Erlaubnis am Vorabend noch ein Glas Wein zu genießen!

So war das.

Ich hatte noch nie so ein umfassendes und ausführliches Anästhesiegespräch. Alle Fragen sind beantwortet und das hat mich wirklich entspannt.



Schalten Sie wieder rein, wenn ich später verrate, um wie viel Uhr ich operiert werde, was man in einem OP-Vorgespräch vom plastischen Chirurgen so alles erfährt, wovor ich ihn im Zusammenhang mit mir gewarnt habe und wie Dr. Walgenbach mich als Ausrede verwenden wollte.

;o)


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Kommentare:

  1. dann kannst du ja beruhigt einschlafen! *drück*

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  2. Alle Fragen sin' beantwortet! Nur dat find' ich soooo voll kuhl, datt jez wenigslich DU mir ma' erklär'n kanns', wie dat mit die Blume un' die Biene funkzjeniert un' wer dabei nu' schwanger wörd'! Weil alle andern mein' immer, da wär' ich no' zu klein für! Nur stell' dir ma' vor, wenn ich dat nich' enklich ma' weiß und riech fröhlich an 'ner Blume ........... muss ich ja felleich' 'ne Nasenklammer bei aufzieh'n ......

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  3. Schön, dass du so gut aufgehoben bist!

    Aber bei "Narkose durch die Schädeldecke einfüllen" musste ich lachen, obwohl das extrem gruselig klingt.

    G.S.D. bekommst du trost "Steinzeiternährung" auch keine "steinzeitnarkose" ... so mit dem Knüppel auf ...!!!!
    2011 gibt es bereits, junge, freundliche, gescheite, erfahrene und knuddelige Narkoseärzte!
    *lach*

    Liebe Grüße
    Martina

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  4. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  5. nee, Pieps, nen Ostfriesennerz.....

    Prima, nu zappeln wir heir rum bis später...

    Ich hatte nach der Entbindung meines Erstlings Probleme, die Plazenta loszuwerden. Nach einigen schmerzhaften ! Rumdrückaktionen rief man nach der Anästhesie - und herein kam ein zwei Meter Weib von geschätzten 150 Kilo (ich darf das sagen!). Anästhesie unnötig - ich hab denen das Ding vor Panik auf den Boden geschossen.....

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  6. Wie schön,dass wir dich nun in guten Händen wissen.

    (Ich hab' mal noch ein W spendiert *schäm*)

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  7. Hach, wie cool.Der klingt ja mal sehr sympathisch, der Mann!
    Es gibt sie also doch noch, die guten Ärzte! ;)

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  8. Ach ja das ist auch mein scghönstes Kompliment, wenn mich jemand als sportlich bezeichnet <33

    Fragen:


    Hast du/Isst du nie nie nie Süßigkeiten?! (gegessen)

    Kommt noch mal ein Fragen-Antworten Teil von Dr. W.?

    An welchem Tag ist deine Op nächste Woche?

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  9. sehr sportliche Frau - find ich die Aussage überhaupt....

    hast das mit dem Sport erst mit lchf begonnen bei dir?

    LG Susanna

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