Mittwoch, 2. November 2011

Nebenkostenabrechnung

Soooo... auch das gehört dazu:

Grundlegend ist zu Bedenken, dass eine plastische Operation, die nicht medizinisch indiziert ist und nicht von den Krankenkassen finanziert wird (wie meine Bauchdeckenplastik) eine Reihe von Zusatzkosten, neben denen der Operation an sich, mit sich bringt.

Eine solche Operation fällt unter "reines Privatvergnügen"!

Und darüber sollte man sich im Vorfeld auch im Klaren sein.

Und abgesehen davon, dass man die Operationskosten komplett selbst trägt, fällt noch der ein oder andere Zusatzeuro an. 

„Indirekte Kosten“ sind zum einen die Tage, die man Urlaub nehmen muss.

Man wird natürlich nicht krank geschrieben. Weder für die OP und die Tage im Krankenhaus, noch für die Zeit, die man braucht, um hinterher wieder fit zu werden.

Da ich nur halbtags arbeite und auch nur etwa 5 Minuten Anfahrtszeit zur Arbeit habe, habe ich für mich zwei Wochen Urlaub kalkuliert plus der Tag der Operation und (Luxus) auch noch den Tag vor der Operation, um in Ruhe meine Vorbereitungen treffen zu können.

Nächste Woche geht es wieder zur Arbeit und ich kann euch  flüstern, dass ich froh darüber bin, nur halbtags zu arbeiten und nur einen kurzen Anfahrtsweg zu haben. Ich glaube nicht, dass ich so recht in der Lage wäre, Vollzeit nach zwei Wochen auf dem Bürostuhl zu sitzen. Obwohl ich zu den eheren fitteren nach einer solchen OP gehöre!

Plus dass  ich in einem sehr netten und familiären Betrieb arbeite und mir sicher bin, dass ich jederzeit abbrechen und heim fahren darf, wenn ich nicht mehr kann.

Eine Freundin von mir, die Vollzeit arbeitet und nicht "umme Ecke" zur Arbeit wohnt, hat daher direkt mal vier Wochen Urlaub eingespart.

Wenn man eher körperlich arbeitet oder viel stehen muss, sind zwei Wochen Urlaub aus meiner Sicht definitiv zu wenig!

Hinzu kommen die Urlaubstage, bzw. im günstigsten Fall abzufeiernde Überstunden, die man schlussendlich dafür benötigt, um die Nachsorgetermine wahrnehmen zu können. So wurde ich am 21.10. operiert und habe/hatte Nachsorgetermine 26.10. und am 04.11.. Diese Termine fallen noch in meinen generellen "Post-OP-Urlaub" und mit dem nächsten rechne ich einen Monat Post-OP. Aber das weiß ich noch nicht so genau und das gilt natürlich auch immer nur dann, wenn keine Komplikationen auftreten.

Trotzdem... mir wäre das alle Urlaubstage der Welt wert. Und ich würde es jederzeit wieder tun. Will nur, dass ihr - solltet ihr über eine solche Operation nachdenken, die nicht von der Krankenkasse getragen wird - das mit einkalkuliert.


Zu Bedenken ist auch, dass man in den ersten zwei Wochen selbst nicht so richtig in der Lage ist, selbst ein Auto zu steuern. Ich denke, dass das auch versicherungstechnisch ein Problem sein könnte, denn wenn was passiert und hinterher festgestellt wird, dass man relativ frisch operiert war (also nicht 100%ig fit war)... Hmmm... Ob man da nicht automatisch mit am Fliegenfänger klebt?

Gleiches gilt Zuhause. Man ist in den ersten Tagen zu nichts in der Lage, was Haushalt angeht. So langsam geht es bei mir wieder. Aber wenn ich zum Beispiel den Mann nur zum Einkaufen begleite, nichts trage, einfach nur mit dabei bin, bin ich nach den etwa 1,5 Stunden wirklich platt. Man ermüdet deutlich schneller, auch wenn man sich eigentlich bombig fühlt.

Alleine einkaufen? Sofort vergessen.

Ihr braucht also Hilfe. Genauso sollte am Anfang immer jemand bei euch sein, falls irgendetwas passiert. Die ersten Tage sind es so banale Dinge wie der helfende Arm, der einem gereicht wird, um überhaupt aus dem Bett hoch zu kommen!

Ich persönlich denke auch nicht, dass es gut funktioniert, wenn man gleichzeitig noch sehr kleine Kinder zu versorgen hat, die eigentlich noch relativ viel gehoben werden müssen.

Zusammengefasst:
Urlaub, Haushalt, Fahrten, Hilfe... muss sehr gut geplant sein.

Weiter...

Es empfiehlt sich für die OP eine Folgekostenversicherung abzuschließen. Denn die Krankenkasse trägt eventuelle Folgekosten nicht. Darf sie nicht.

Und im schlimmsten Fall eine Weile wegen Thrombose auf der Intensivstation zu liegen, kann schon mal bis zu 50.000 € kosten.

Dagegen sind die 120 € für die Zusatzversicherung, die ein Jahr lang gültig ist (im Falle einer Brustvergrößerung kann man auf drei Jahre verlängern - ich nehme an wegen der Gefahr von Verkapselungen - aber fragt mich nicht nach dem Preis) wirklich Peanuts.

Aber zur Zusatzversicherung schreibe ich noch ein anderes Mal ausführlicher.

Jedes Mal, wenn ich in der Apotheke stehe, treibt es mir fast die Tränen in die Augen...

Wobenzym plus, Traumeel Tabletten, Vitamin C, Zink, Arnika Salbe (gegen Schwellungen), ggf. Ibuprofen, Kompressen und so weiter werden mich locker bis zum Ende 100 € kosten, wenn ich damit mal hinkomme.

Man kann das natürlich günstiger online bestellen, aber ich steh auf die sehr gute, persönliche Beratung in der Apotheke.

Später möchte ich mir Silikonpflaster kaufen, damit die Narbe besser abheilt. Die Dinger kosten pro Stück zwischen 60 und 90 €. Man kann sie auswaschen (Tipp: Mit Spüli) und trocknen lassen. Aber wenn eins trocknet, braucht man ja noch ein weiteres. Also brauche ich davon direkt mal zwei!

Und es gibt natürlich noch Salbe zur Narbenpflege und und und... Da muss jeder seine eigene Philosophie entwickeln, was er braucht und was nicht. Muss... muss nicht. Aber Ziel ist es doch, ein wirklich gutes Ergebnis zu erzielen. 

Gleiches gilt natürlich auch für die ganzen Nahrungsergänzungsmittel (Wobenzym, Traumeel, etc). Muss nicht. Aber ich denke, mir hilft das sehr gut.

Ich habe diesen einen Bauchgurt. Leider bin ich  perfekt darin, mir das Viech nachts im Schlaf auszuziehen. Und... lecker sieht der nach fast 14 Tagen dann auch nicht mehr aus. Ich müsste ihn waschen. Aber da ich ihn gleichzeitig die ganze Zeit tragen muss, geht das nicht.

Also bräuchte man einen zweiten Bauchgurt.
Oder ein Kompressionsmieder.

Ich habe mir jetzt eines bestellt. Schon weil ich das wohl nicht nachts im Schlaf ausziehen kann. Hoffe ich. Und ich kann dann den zwischendurch mal waschen und so lange nur das eine anziehen.

Ein Kompressionsmieder schlägt mit 100 bis 200 € zu Buche.
Ein weiterer Gurt bis 100 €.

Wie gesagt, alles Faktoren, die zu berücksichtigen sind.

Wollte ich nur mal gesagt haben.






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Kommentare:

  1. Für die Narbenpflege kann ich dir übrignes Bi Oil www.bi-oil.com und auch das Bio Öl von Kneipp sehr empfehlen - wirkt sogar bei meinen alten Narben an en Händen noch und ist mit einem Preis von 8,-- bis 11 € je Flasche wirklich günstig - gemessen an den Kosten so einer OP.

    Aber wahrscheinlich kennst du beides schon...


    Übrigens habe ich bei Nebenkosten zunächst an die nun anfallenden Kosten für Kleidung, Schuhe, Handtaschen und Accessoires gedacht... ;-)

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  2. *heul* ich dachte man wird ganz normal krank geschrieben ... ok, nicht ganz so logisch weil man ja auf "Wunsch" das über sich ergehen lässt ... trotzdem krass ... "mal eben" ca. 4 Wochen Urlaub nehmen *seufz* Da rückt der Traum immer mehr in die Ferne ^^
    Hast du irgendwo schon mal geschrieben gehabt wie hoch die Gesamtkosten einer solchen OP sind? Habe im Blog-Archiv gestöbert aber nichts gefunden... Ich hatte mir mal Unterlagen von der mang Medical One in Dortmund angefordert aber die nennen (wohl absichtlich ?!) keine Preise sondern weisen nur auf die Möglichkeiten der ratenweisen Finanzierung über die Partnerbank hin :))))

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  3. Die kommen noch dazu und sind natürlich leiderleider an dieser Stelle noch nicht abschätzbar.... *hihi*

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  4. Liebe Frau Sudda,

    stille Mitleserin, die ich bin, habe ich mir gerade Ihre Gewichtstabelle angeguckt:

    125,9-84,5=41,4 kg und nicht 36,7 kg.
    Aber vllt rechnen Sie auch nur anders oder Sie möchten diese 4,7 kg für besondere Zwecke behalten?

    Sry, ich kam gerade drauf.
    Weiter gute Genesung und herzliche Grüße!

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  5. @tingilya

    Nein, darüber habe ich noch nie geschrieben, weil das ja total davon abhängt, "wie viel" zu tun ist. Pauschalpreise gibt es da wohl kaum. Es gibt große und kleine Bauchdeckenplastiken (mit oder ohne Nabelversetzung), mit oder ohne Ankerschnitt, mit oder ohne Fett absaugen.

    Aber der niedrigste Preis, den ich je gehört habe, war knapp 3000. Aber das war dann im Ausland - hätte ich mich nie getraut. Nach oben hin unterscheiden sich die guten und bekannten plastischen Chirurgen nicht so sehr, denke ich.

    Höchstes Gebot von dem ich gehört habe übrigens rund 8000 Euro. Die meisten lagen wohl zwischen 6500 und 7500 Euro.

    Aber wie gesagt... das ist per Ferndiagnose nicht zu sagen.

    Aufpassen wenn sehr niedrige Preise in Deutschland angeboten werden. Entweder fehlen bei dem Angebot mal eben Krankenhausaufenthalt, Anästhesie, Mieder, Nachsorge, etc. Von denen erfährst du dann erst, wenn du beim Gespräch bist. Oder aber das sind keine plastischen Chirurgen.

    Lies mal hier:
    http://www.schoenheitswelt.de/allgemein/schoenheitschirurg-problematischer-begriff-und-sehr-vages-berufsbild/

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  6. @Anonym

    Gut gesehen. Als ich damals diesen Blog begann, sollte er nur eine Art Tagebuch für meinen Mann sein. Das wollte ich ihm zu Weihnachten schenken, inklusive der abgenommenen Kilos eben.

    Ich wog 125,9 Kilo.

    Mein Mann hatte öfters getippt, dass ich so schwer sei, aber ich hatte das GELEUGNET. Habe immer behauptet, ich sei leichter (wie wohl sehr viele Frauen es gegenüber ihren Männern tun).

    Also hätte ich mir lieber die Zunge abgebissen, als es dann im Blog zuzugeben.

    Darum begann meine Rechnung damals bei 120,9 kg.

    Und es ärgert mich nach wie vor grün-beige-orange.

    Die Differenzkilos habe ich nach und nach über die Wochen "abgearbeitet". Wenn ich also zum Beispiel in einer Woche 1,7 Kilo abgenommen hatte, schrieb ich beim Wiegetag nur 1,3 kg auf.

    Klingt superhohl, ich weiß, aber wie so viele stark Übergewichtige war ich sehr gut im Vertuschen. Dachte ich jedenfalls. Denn ehrlich gesagt hätten die 5 Kilo den Braten im wahrsten Sinne des Wortes auch nicht mehr fett gemacht, oder?

    Hat mich im Nachhinein so gefuchst, dass ich es zumindest in meiner Wiegeliste ganz oben notieren wollte. Wenn schon nicht mit eingerechnet in das Ganze, dann doch zumindest sichtbar für mich und mein Ego...

    Fakt ist: Abgenommen habe ich über 40 Kilo.


    Liebe Grüße!

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  7. hallo Sudda
    Weshalb benötigst du ein Silikon-Pflaster? Wer hat dir das geraten?
    carlos02

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  8. das letzte Update ist aber vom 4.9. mitm Finger draufzeig ;)

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  9. @carlos

    Ich habe viel Gutes darüber gelesen und gehört (auch von Patienten, die das ausprobiert haben). Schau mal hier zum Beispiel

    http://www.medizinfo.de/hautundhaar/narben/silikon.shtml


    @Luisa

    Jaha... Ich weiheiß... Aber im Moment ist es nicht fair, weil ich noch geschwollen bin. ABER... liegt unter der letzten Angabe. *grins*

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  10. Na da heb die Belege mal gut auf - kannste meiner Meinung nach alles bei der Steuererklärung ansetzen.... ;-)

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