Samstag, 2. April 2011

WANTED: Die Leichtigkeit des Seins

Wisst ihr, wie ihr mal richtig auf euren persönlichen "Zahn der Zeit" fühlen könnt?

Ich weiß es jetzt.
Meiner ist spitz und rau wie Schmirgelpapier.
Äußerst effektives Abbruchwerkzeug!
Kleiner Bulldozer.

Wie ich ihn fand?

Ganz einfach:
Man nehme ein handelsübliches Springseil zur Hand und nutze es... springe...

Hatte ich nach den ersten Sekunden den Kampf gegen die Koordinationsstörungen gewonnen, durfte ich diesen kleinen Sieg nur etwa ein halbe Minute rauschähnlich genießen. Dieses "Guck ma', ich kann's noch!", um dann in Windeseile... abzukacken!

WARUM IST DAS AUF EINMAL SO ANSTRENGEND???

Viel zu schnell ringe ich nach Luft. Meine Lunge krampft sich auf Apfelsinengröße zusammen, damit sie im nächsten Schritt den Weg durch meinen Hals ans Licht wagen kann (das beschreibt es in etwa). Das Hirn vibriert im Rhythmus der Sprünge...

DUNK - DUNK - DUNK - DUNK

...wird dabei vom rasenden Puls begleitet. Das ist richtig Percussion!!

Nach nur 5 Minuten war ich dem Tod näher als dem Leben und ich weiß wieder genau, dass ich eben doch u.a. aus Armen und Beinen bestehe, die fein brennen.

Wo ist sie hin, die Leichtigkeit des Seins?

Ich habe gefühlte ganze Sommer als Kind mit dem Springseil durchsprungen. Nur zum Schlafen legte ich es beiseite, glaub ich.

Lachend mit meinen Freundinnen, leichtfüssig und locker, auf dem Schulhof, auf der Terrasse, auf der Straße und vor allem...


...AUF HOLZCLOGS!

Leutz... ich werd alt.

Aber ich gebe nicht auf, ich feil den Zahn der Zeit einfach Tag für Tag runter. Mache ihn stumpf. Oder ziehe ihn. Weiß noch nicht.

Mein Springseil und ich... wir machen das schon!


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