Dienstag, 19. April 2011

'Cause when your heart is weak...

4. Tag - Basismodul
09:00 bis 17:00 Uhr

Heilige Scheiße! Das war gestern nicht mein Tag.

Schon die Fahrt zur Halle war eine Herausforderung. Der Muskel in beiden Seiten der Oberschenkel - der mittlerweile von Sissy und anderen als Hüftbeuger identifiziert wurde - tat Hölle weh und brannte klumpig dumpf vor sich hin. Pedale treten? Nur wenn nötig. Ich schwör.

Alle waren wieder pünktlich an der Halle und es beruhigte mich zumindest ein bisschen, dass ich nicht die einzige mit Ausfallerscheinungen bin.

Jegliches Laufen war eine Tortur. Und genau die befallene Muskelpartie war wieder ordentlich gefragt, da wir mit den Spielen der einzelnen weitermachten. Viel Start-Stop-Geschichten, viel zu Boden-und-wieder-hoch. Ich wurde richtig verzweifelt! Wütend auf meinen unfähigen Körper. Wütend auf mich. Und wenn ich lange genug wütend auf mich selbst bin, werde ich knatschig.

Ich hatte ein richtiges Tief! Dann gleitet das aus der Schmerzschiene in alle Bereiche meines Lebens.

Typ:
War das mit dem Lehrgang die richtige Entscheidung für mich? Werde ich die Prüfung überhaupt schaffen?

Und vor allem: Wie soll das bloß weitergehen? Noch 9 Tage Lehrgang. 9 Tage Sport. Von morgens bis abends.

Schweinchen Schlau hatte oft genug höchst beiläufig erwähnt, dass das Basismodul Peanuts gegen das Aufbaumodul ist. Und Aufbaumodul beginnt heute.

Am liebsten hätte ich mich aufs Klo verzupft und eine Runde geweint.

Echt.

Mr Emm machte Koordinationsschulung. Das gab mir eine Stunde Zeit, in der nicht gelaufen wurde. Danke dafür. Aber es gab mir auch die Gelegenheit festzustellen, dass ich dringend gegen meinen Status als Grobmotoriker arbeiten muss.

Beispiel:
Rechte Hand klopft auf den Kopf, während linke Hand im Kreis auf dem Bauch reibt.

Beispiel 2:
Rechten Zeigefinger rausstrecken und linken Daumen. Alle anderen Finger, die nicht benutzt werden, sind eingezogen. Jetzt wechseln... rechts Daumen, links Zeigefinger. Dann wieder rechts Zeigefinger, links Daumen.

Oder Bälle auf dem Handrücken balancieren. Usw.

Dafür kann ich hervorragend zielen! So, das muss ja auch mal gesagt werden.

Irgendwann war es an der Zeit, mein Spiel zu präsentieren. Direkt nach der Mittagspause.

Ich kann gar nicht mehr nachvollziehen, zu wieviel Prozent mein Gehirn am Vorabend noch damit belastet war, das Spiel auszufeilen. Unglaublich. Bis ins letzte Detail. Mein Perfektionismuswahn schlug voll zu.

Hab ich dicken Parcour aufgebaut. Schließlich musste ich als Übungsleiter in dem Fall nicht mitlaufen. Das durften die anderen machen.

Zwei Mannschaften, zwei Parcours...

Erst mussten sie einen Medizinball aufnehmen, durch eine abgesteckte Slalomstrecke rennen. Vor einer längs aufgestellten Bank lagen leichte, kleine Tücher. Die mussten sie auf den Kopf legen und mit Medizinball über die Bank (weil wir so viele wirklich große Läufer hatten und ich die irgendwie zwingen wollte, abzubremsen und eher auf Konzentration zu gehen). Tuch am anderen Ende ablegen, weiterlaufen bis Turnmatte. Da dann mit Medizinball drüber hopsen und den Medizinball dahinter ablegen. Außen rum zum Team zurück und die Wand anschlagen. Dann durfte der nächste lossprinten. Der lief dann aber erst über außen, um sich den Ball hinten zu holfen und von hinten durch den Parcour.

Ähm... kann man das verstehen?

Das Ganze nannte ich Osterhasenchallenge. Die Bälle waren die Eier. Die mussten in die Färberei gebracht werden und nach dem Färben wieder abgeholt werden.

Das Team, was zuerst  komplett durch war, hatte gewonnen.

Soweit so gut.

Parcours war aufgebaut. Ich steh vor der Gruppe.

Liebe Leute, wat war ich nervös! Aber erklären ging prima. Ich hab mich nicht mit dem Rücken zu denen gedreht, alles genau erläutert. Gefragt, ob was nicht verstanden wurde... Bläbläblä

Spiel begann und ich machte zwei Fehler. Der eine ist jetzt umständlicher zu erklären. Aber der andere hat mich echt erschreckt.

Der erste rannte los wie der Teufel und knallte mit Tuch im Sprint über die Bank (soviel zum Thema "das bremst ab"). Die Bank wippte tierisch...

ICH HATTE VERGESSEN, DEN PARCOUR AUS SICHERHEITSGRÜNDEN SELBST ABZULAUFEN!!

Niemals nie nicht tun. Niemals nie nicht!

War ich froh,  als das vorbei war.

Aber es kam gut an, mein Spiel. Und ich bin richtig stolz darüber.

Bevor ich zu Bett ging, nahm ich eine Schmerztablette und bestrich meine geschundenen Hüftbeuger mit Balsamka. Höllenmuskelentspannendes Zeug aus dem Reformhaus. Rein biologisch! Schön Schlafanzugshose drüber und ins Bett. Das brennt und erfrischt und brennt noch mehr und und und...


Heute ist ein neuer Tag.
Mit neuem Mut.
Und deutlich weniger Schmerzen.

Heute ist Mr. G. für uns da.
Ehemaliger Deutscher Meister im Aerobic.
Fragen?

Ich ja, aber die Gedanken verkneif ich mir jetzt besser mal.
Augen zu und durch.

Wir lesen uns.

Ich denke übrigens, dass ich auch beim Lesen bei euch auf dem neuesten Stand bin. Aber ich hab nur wenig kommentiert. Tut mir leid. Ich gelobe Besserung.
Teilen