Sonntag, 11. September 2011

Extra Tour - Mehringer Schweiz... also fast


Eins sei direkt vorweg gesagt:

ES GIBT DEUTLICH SCHLAUERE IDEEN, ALS BEI WINDSTILLEN 28 GRAD CELSIUS WANDERN ZU GEHEN!

Nicht unbedingt tun.. Ich war nassgeschwitzt wie ein Otter, der eine Stunde auf Dauertauchstation war. Mindestens.

Aber fangen wir mal von vorne an.

Im Juni hatten der Mann und ich die Wanderung Ensch-Mehring-Pölich-Ensch hinter uns gebracht und als wir so gemütlich in einer Straußwirtschaft rasteten, erhielten wir vom Winzer den Tipp, dass man auf der gegenüberliegenden Seite der Mosel wunderbar wandern könne. Viel Waldanteil, schon ordentlich Steigung, aber es sah eben herrlich aus... von Weitem (*lach*)...

Gemerkt, gesagt, geplant, getan.

Die Devise für gestern also: "Lass ma' wieder wandern!"

In Schweden hatte der Mann mir eigens niegelnagelneue Wanderschuhe gekauft, die im "Trockentest" (mal hier und da ein Weilchen Zuhause angezogen, fluffigwolkiggemütlich) wirklich hervorragendes versprachen.

Dazu ist zu sagen, dass ich IMMER Blasen in neuen Schuhen bekomme, meistens sogar, wenn die Schuhe nicht mehr neu sind.

Habe eben sehr sensible Füßchen und es betrifft IMMER die rechte Ferse.

Dieses Wissen im Hinterköpfchen mussten Wechselschuhe und Blasenpflaster natürlich auf jeden Fall in den Rucksack zum Proviant (Box mit Wurst- und Käsestücken) und reichlich Wasser... den übrigens traditionell der Mann schleppen darf.

Mehring liegt nicht gerade um die Ecke, also mussten wir erst einmal 200 km fahren. Und ich fahre nicht gerne lange Strecken. Ich finde es langweilig, der Hintern brennt von der Sitzerei...

Aber es war es wert.

Wir parkten das Auto in Mehring am Sportplatz und talpten los.

Die Sonne brannte erbarmungslos vom Himmel.





Ich verließ mich auf den Mann, natürlich, schließlich ist er der Trapper der Familie..

Wir wollten die "Extra Tour - Mehringer Schweiz" (an der Mosel) laufen - eine Strecke von rund 14 km, erkennbar an diesem Schildchen hier:



Bereits am Anfang haben wir aber irgendetwas falsch gemacht und stießen nicht da auf die Wanderstrecke, wo wir ursprünglich starten wollten. Der Blick auf die Wanderkarte half auch nicht sonderlich weiter... DA DER MANN SCHON WIEDER SEINE LESEBRILLE VERGESSEN HATTE...

Aber... ehrlich? So ganz unglücklich war ich darüber dann doch nicht, denn dadurch verkürzte sich unsere Laufstrecke um 4 km. Fairer Ausgleich für die Kilometer, die ich aus ähnlichem Grund bei der letzten Wanderung mehr laufen musste!!

Schon der Zustieg über die Weinberge ließ den Schweiß in großen Bächen meinen Rücken runterfließen. MIR!! Der Nichtschwitzerin.




Es war heiß, es war steil und wie bei jeder Wanderung war ich bereits 10 Minuten nach dem Start an dem Punkt, an dem ich mich selbst für die dämliche Idee auspeitschen wollte, überhaupt wandern gegangen zu sein.

Ich glaube nicht, dass ich jemals an den Punkt kommen werde, an dem ich aus vollem Herzen "Au ja, WANDERN!" jubilieren werde und vor lauter Vorfreude kaum schlafen kann.

Ich tu es für den Mann, ein bisschen für die Gesundheit, für eine schöne gemeinsame Zeit und vor allem (peinlich) ein gutes Essen... Ähm.

Als wir aber

a) endlich im Wald (Schatten!)

b) oben (gibt nichts Schöneres als zu wissen, dass es ab dem Punkt nur noch bergab geht!!), und

c) ich mir das Blasenpflaster an die rechte Hacke geklebt hatte (war ja klar... *narf*)

konnte ich fast wieder lächeln.

Und dann war es klasse!

Echt!

Der kühle Wald, unfassbar schönes Gemisch aus Eichen und Buchen, wie verzaubert. Schmale Pfade, Abwechslungsreiches für die Augen.






Für mich persönlich der schönste Wanderweg, den ich je gelaufen bin. 

Allerdings aus meiner Sicht nicht geeignet für Kinderwagen oder Menschen, die nicht so gut zu Fuß sind, da es streckenweise wirklich steil ist, Treppen dazwischen eingelassen wurden, etc.

Unterwegs passiert man den "Fünfseenblick", ein imposant-riesiger Holzturm im Wald, von dem aus man, wenn man ihn denn erklimmt, einen enormen Blick über das Moseltal hat.

Wenn man ihn erklimmt...

Erwähnte ich schon mal meine Höhenangst?

Nach dem "Scheitern am Hang" im Urlaub, nun das "Scheitern am Turm".

Aber selbst dem Mann, der zwecks Fotodokumentation hinaufgescheucht wurde (alles für die Leser... *hihi*), war nicht gerade unmulmig dabei zu Mute. Und da er sich geopfert hat, könnt ihr jetzt mal sehen, was man von diesem Turm aus zu sehen bekommt:




Irre, oder?

Und am Ende der Wanderung war ich von diesem schönen Weg so begeistert, dass wir beschlossen haben, dass wir das im Herbst vor der OP noch einmal machen... Dann aber den richtigen und vollständigen Weg!

Da müsst ihr echt mal hin, wenn ihr könnt!

Die Wanderung beschlossen wir in der Straußwirtschaft "Kanzlerhof", einem Winzer, dessen Wein wir durchaus sehr zu schätzen wissen. Und Oberkracher ist der hauseigene, trockene Rieslingsekt.

Ich bekam ein wirklich leckeres Nackensteak mit Salat (für unschlagbare 6,50 €!) und leierte dem Mann auch noch eine Kiste Sekt für Zuhause aus dem Kreuz (neben den 4 Kisten Wein, die wir eh schon mitnehmen wollten). Wenn schon, denn schon!



P.s.: Der Gruß des Tages geht an Meta...












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