Sonntag, 25. September 2011

Altenahr-Mayschoss-Rech-Dernau und auf der anderen Seite wieder zurück

Waren wir mal wieder unterwegs und sind sensationelle 22,5 km gewandert. Bergauf und bergab.

Die ganze Strecke (aufgezeichnet von des Mannes Garmin - blaue Linie) sah so aus:


Übrigens persönliche Längenbestleistung für mich (nicht für den Mann, der geht auch 40 km am Tag). Und wieder festigte sich in mir die Erkenntnis, dass ich neverever in meinem Leben einen Marathon bestreiten möchte. Auch nicht beim Wandern. Die Strecke war satt und reichlich für mich!

Das Ganze bei einer Durchschnittslaufgeschwindigkeit von 5,2 km/h, trotz anstrengender Steigungen!

Eigentlich hatte der Mann mir versprochen, dass wir die zweite Hälfte nur noch steigungslos traben würden, aber das war wohl nix.

Gut, der Name "Ahrtalweg" war ein wenig irreführend, konnte man nicht wissen. Der Namensbestandteil "tal" ließ tatsächlich eigentlich auf gerade Strecken hoffen.

Umsonst gehofft. Dazu später...

Aber von vorne.

Wir begannen die Wanderung in Altenahr.

Schlechtschlecht..

Denn... tataaaa.. Weinfest in Altenahr und bereits mittags um 12 dröhnten Kapellen, Discos und die ersten angesäuselten Menschen versperrten einem den Weg. Die andere Hälfte der Anwesenden wollte ebenfalls wandern und so hatte die erste Hälfte der Wanderung durchaus etwas von einem Pilgerzug.

Merke: Never visit Ahrtal in September!

Damit wir das mal klar haben. Gut, es sei denn, man steht auf Menschenmassen. Dann vielleicht gerade zu diesem Zeitpunkt.

Sieht dann nämlich so aus (und das ist ein "harmloses" Bild!!):




Direkt zu Anfang "darf" man eine ordentliche Steigung raufpluchen. Habe ich an und für sich kein Problem mit, denn ich lasse Berge am liebsten direkt ganz zu Anfang hinter mir, dann hab ich Ruhe...

;o)

Dafür bekommt man aber auch umgehend eine phantastische Aussicht um die Augen gehauen:




Und doch hatte ich nicht genug Ehrgeiz, um dieses interessante Aussichtsdingens zu besuchen...




Ist das nicht herrlich?






Ehrlich?

Ich denke, dass es in Deutschland unfassbar schöne Ecken gibt. So weit weg muss man gar nicht. Und manchmal beschleicht mich der Eindruck, dass manche Malle zwar wie ihre Westentasche kennen, aber nicht wissen, was es Tolles vor der eigenen Tür gibt!

Aber darum verpass ich euch ja ein wenig Natur!







Zwischendrin immer wieder Stationen einzelner Winzer, die dem durstigen Volk bei dem tollen Wetter vor Ort ihren Wein verkauften.

Führte leider auch dazu, dass einige trunkene Kamikazegruppen unterwegs waren, die sich praktischer Weise einen Becher um den Hals gehängt und die Weinflaschen im Ganzen unter den Arm geklemmt hatten.

Ätzend!

Und die verursachten dann gerne Stau an etwas unübersichtlicheren Ecken (mit Weinflaschen unterm Arm und Promille in der Blutbahn "klettert" es sich recht schlecht!)




Halbzeit im "Burggarten" in Dernau. Salat mit lokaler Mettwurst und Käse sowie etwas Rotwein... mittlerweile geliebter Standard...




In Dernau übrigens auch Weinfest mit Königin, Humptata und Schlagermucke all over.

Nachdem wir uns durch die Ortschaft auf die andere Seite der Ahr gekämpft hatten, ging es deutlich ruhiger weiter.

Und den Ahrtalweg kann ich nur empfehlen! Wunderschön!






Auch wenn eben doch einige Steigungen drin waren. So bekam ich die Gelegenheit mir die Saffenburg ein wenig näher anzusehen. Ich kenne sie sonst nur von der anderen Seite und wollte ganz eigentlich schon immer mal dort hin.

Aber als ich nach dem Erklimmen der Steigung endlich greifbar nah dran war, hatte ich doch keinen Bock mehr. Schließlich war klar, dass noch gute 8 km vor uns liegen und die Zeit wurde knapp.

Trotzdem hier... die Saffenburg:




Weiter ging es an der Ahr entlang.

Traumhaft!








Der Mann hatte 20 km für die Strecke kalkuliert.

Irgendwann hatten wir diese Zahl erreicht, aber ich sah kein Ende. Ich weiß nicht, aber dann werde ich etwas knatschig. Eben weil ich emotional auf anderes eingestellt bin. Aber nutzte nix. Wir waren fernab von Straßen und Zivilisation (so kam es mir jedenfalls vor).

Ich mutmaßte zu diesem Zeitpunkt schon, dass der Gute (der mal wieder seine Brille daheim hatte) keine Planung mehr hatte, wo wir eigentlich waren.

Aber dann doch...

Endlich...

Das Ende in Sicht:




Und während ich bereits nach innen blutete, leise vor mich herfluchte und doch irgendwie stolz und glücklich war, es geschafft zu haben und vor allem auch noch ohne Blasen an den Füßen...

... überlegte der Mann, ob man nicht vielleicht mal diesen Felsen hochklettern... also so wie die "Huber Buam" und so.

Neee... is klar!




Und wieder endet ein kleines Plädoyer für das Ahrtal meinerseits.

Fahrt doch mal hin!
Teilen