Dienstag, 27. September 2011

Dr. Walgenbach antwortet... Teil 1

Ihr Lieben!

Jetzt geht es also los mit der Beantwortung der Fragen, die ich gesammelt und an Herrn Dr. Walgenbach (Uniklinik Bonn) gerichtet habe. Dafür möchte ich mich bei ihm ganz herzlich bedanken, denn mir ist klar, dass er extrem viel zu tun hat und ich weiß, dass er dafür Freizeit geopfert hat.

Ich teile die Fragen ein wenig auf, denn sonst wird das zu unübersichtlich. Lege die Antworttexte unter "plastische Chirurgie" ab, damit sie jederzeit wiedergefunden werden können.

Los geht's:


Frage: Sie vernähen bei der Bauchdeckenstraffung die Bauchmuskulatur. Tut das hinterher nicht weh oder fühlt sich merkwürdig an? Kann der Bauch sich danach nicht mehr vorwölben? 

Dr. Walgenbach: 
Durch Schwangerschaften, aber auch Übergewicht wird auch die Bauchmuskulatur überdehnt. Daher macht es Sinn, die Bauchmuskulatur in der Mittellinie zu raffen und zu vernähen. Dies führt zu einer deutlichen Stabilisierung der Muskelschicht und letztendlich zu einem flacheren Bauch. Zudem wird durch das Raffen der Bauchmuskulatur auch die Taille wieder betont. 


Diese Nahtreihe macht allerdings tatsächlich die meisten Beschwerden, welche von den Patienten am ehesten wie ein starker Muskelkater beschrieben werden. 


Der Effekt einer solchen stabilen Raffnaht ist allerdings beeindruckend, der Bauch wird deutlich flacher, kann sich nicht mehr kugelartig vorwölben 


Drei meiner Fragen… Die popp ich völlig egoistisch hier vorne im Katalog rein... *lach*

Frage: Besteht die Möglichkeit, dass Sie für mich noch im OP ein Foto vom neuen Bauch machen? (sonst besteht akute Gefahr, dass ich vor Neugierde versterbe, bevor ich das OP-Ergebnis gesehen habe! Film von der OP wär mir ja noch lieber… Scherz!) 

Dr. Walgenbach: 
Selbstverständlich kann ich gerne ein Foto von ihrem Bauch am Ende der Operation machen. Sie müssen mich allerdings vor der OP nochmals daran erinnern. Vielleicht klappt ja auch eine kleine Video-Sequenz.


Frage: Wie viel Besuch darf man beim stationären Aufenthalt haben, ohne dass die Stationsschwestern/-pfleger und Ärzte umfallen? ;o) 

Dr. Walgenbach: 
Da sind wir natürlich in den letzten Jahren sehr viel toleranter geworden. Die Besuchszeiten sind sehr weit ausgedehnt und auch die Anzahl der Besuche ist nicht beschränkt. 


Der Routinebetrieb und die Pflegetätigkeiten der Schwestern sollten nicht gestört sein. 


Darüber hinaus freuen wir uns aber natürlich, wenn unsere Patienten Besuch und damit auch moralische Unterstützung für ihren Genesungsprozess erhalten. 

(und moralischer Unterstützung bin ich mir sicher... *lächel*)


Frage: Ich esse LCHF. Ist die Kantine flexibel genug mich da ein wenig zu unterstützen oder besteht die Möglichkeit eigenes Essen mitzubringen? 

Dr. Walgenbach: 
Ich muss gestehen, dass ich dies erst im Detail in Erfahrung bringen muss. Es besteht durchaus die Möglichkeit, zwischen unterschiedlichen Essensvarianten und Diäten zu wählen. Ob dies aber immer im Detail LCHF entspricht, kann ich Ihnen im Moment nicht beantworten. 


Selbstverständlich haben Sie die Möglichkeit, Ihr eigenes, individuell abgestimmtes Essen mitzubringen. Es besteht die Möglichkeit, dies mit dem Klinikessen abzustimmen und zum Beispiel mitgebrachtes Essen in der Mikrowelle aufzuwärmen. 


Für unser Maiglöckchen:

Mitleserfrage: Ist es möglich, eine Bruststraffung mit Maskennarkose durchzuführen? 

Dr. Walgenbach: 
Grundsätzlich kann eine Bruststraffung in Maskennarkose durchgeführt werden. 


Es handelt sich dabei um eine so genannte Larynxmaske. Dabei wird der Beatmungsschlauch nicht bis in die Luftröhre vorgeschoben, sondern bedeckt lediglich den Kehlkopf. 


Der Begriff Maskennarkose kann aber auch die Form der Narkose beschreiben, bei dem den Patienten bei sehr kurzen Eingriffen die Beatmungsmaske nur vor den Mund gehalten wird. Diese Form der Beatmung würde bei einer Bruststraffung nicht angewendet. 


Eine Frage habe ich aus aktuellem Anlass vorgezogen, da Herr Walgenbach heute Abend wieder in einer Episode von „Extrem schön“ dabei ist:

Mitleserfrage: Warum haben Sie eigentlich an „Extrem Schön“ teilgenommen? Diese Sendung spaltet doch die Nation. Bekommen die Patienten die OPs dann wenigstens bezahlt, wenn sie schon ihre Seelen so bloßlegen müssen? 

Dr. Walgenbach: 
Natürlich habe ich mich lange gefragt, ob ich an einer solchen Sendung wie „Extrem Schön“ teilnehmen soll, nachdem ich von der Produktionsfirma gefragt wurde, ob ich mir vorstellen kann mitzumachen. 


Bei meinen Patienten, die in den Sendungen gezeigt werden, handelte es sich überwiegend um Menschen, die extrem an Gewicht verloren hatten. Ich fand es wichtig, diesen Patienten eine Plattform zu bieten, um auf ihre Probleme aufmerksam zu machen. 


Die Operationen, die ich für „Extrem Schön“ durchführte, überstiegen bei weitem das normale Maß einer Schönheitsoperation und stellten in vielen Fällen tatsächlich rekonstruktive Eingriffe dar. 


Ich glaube, dass man dadurch vielen Patienten Mut machen konnte, die erfolgreich an Gewicht verloren hatten und danach mit dem durchaus großen Problem einer komplett erschlafften Hautoberfläche konfrontiert waren. 


Für die Patienten entstehen bei „Extrem Schön“ keine Kosten.


Das war es für heute. Morgen geht es weiter!!
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