Dienstag, 4. Oktober 2011

Dr. Walgenbach antwortet, Teil 3

Sooo...

Genug gejammert.

Mir geht es zwar immer noch ein wenig doof, aber es wird. Und ich denke mir, dass ich Erkältungen und ähnliche Sperenzien lieber jetzt hinter mich bringe, als in 3 Wochen!

3 Wochen?

NOCH NICHT MAL MEHR!

17 Tage!

Bei der Gelegenheit möchte ich einen kleinen, liebevollen Gruß in die nicht allzu weite Ferne schicken, an eine Dame, die in genau 13 Tagen mit der gleichen OP fällig ist, wenngleich andere Klinik!

*wink*

Na?
Schon Düse?

Ich schon manchmal...

Wo war ich...

Ach ja... weiter geht es mit dem Fragenkatalog. Ein dickes Danke wie immer an Dr. Walgenbach von der Uniklinik Bonn!! (Kennste nicht? Klickste drauf!)


Sie haben mir gesagt, dass man versuchen könnte, bei der Bauchdeckenplastik auf die Drainagen zu verzichten. Da wäre ich sofort dabei! Von anderen Chirurgen habe ich aber gehört, dass die die Drainagen manchmal bis zu 10 Tage liegen lassen müssen. Auch bei der Bruststraffung von Lady S. haben sie völlig komplikationslos auf Drainagen verzichtet, wohingegen viele ihrer Kollegen auch dabei Drainagen einsetzen. Wieso ist das so unterschiedlich oder anders gefragt: Was unterscheidet ihre Operationsweise von der anderer Chirurgen? 

Dr. Walgenbach: 
Wir sehen bei vielen chirurgischen Eingriffen heute grundsätzlich eine Tendenz, weniger Drainagen einzusetzen oder sogar ganz auf Drainagen zu verzichten. Wir haben an der Uniklinik in Pittsburgh bereits vor zehn Jahren Studien durchgeführt, bei denen wir untersucht haben, ob man bei unterschiedlichen Brusteingriffen auf Drainagen verzichten kann. 


Seit dieser Zeit verwende ich bei den meisten brustchirurgischen Eingriffen, wie Brustvergrößerung, Bruststraffung oder Brustverkleinerung in den meisten Fällen keine Drainagen mehr. 


Bei Bauchdeckenstraffungen verwende ich zur Zeit meistens noch zwei Drainagen, welche für ein bis zwei Tage nach der Operation verbleiben. Allerdings ist auch hierbei die Flüssigkeitsmenge, die über die Drainagen gefördert wird, so gering, dass man wahrscheinlich auch guten Gewissens auf diese Drainagen verzichten kann. 


Voraussetzung dafür ist allerdings, dass beim Wundverschluss die durchaus große Wundhöhle bei einer Bauchdeckenstraffung durch innere Fixierungsnähte verkleinert wird, was der Bildung von zu viel Wundsekret vorbeugt. 


Und wenn auf die Drainagen verzichtet wird, wie oft kommt es zur Punktion, weil sich doch zu viel Wundwasser angesammelt hat, was nicht von selbst weggeht? 

Dr. Walgenbach:
Ich habe bei meinem OP-Verfahren, bei dem ich viele Nähte zur Verkleinerung der Wundhöhle setze, noch keinen einzigen Fall erlebt, bei dem ich nach der Operation Wundsekret abpunktieren musste. In einigen Fällen habe ich bereits ganz auf die Einlage von Drainagen verzichtet. Auch in diesen Fällen kam es nicht zu einer messbaren Ansammlung von Wundsekret nach der Operation. 


Sie vernähen die Bauchmuskulatur. Tut das hinterher nicht weh oder fühlt sich merkwürdig an? Kann der Bauch sich danach nicht mehr vorwölben? 

Dr. Walgenbach: 
Durch Schwangerschaften, aber auch Übergewicht wird auch die Bauchmuskulatur überdehnt. Daher macht es Sinn, die Bauchmuskulatur in der Mittellinie zu raffen und zu vernähen. 


Dies führt zu einer deutlichen Stabilisierung der Muskelschicht und letztendlich zu einem flacheren Bauch. Zudem wird durch das Raffen der Bauchmuskulatur auch die Taille wieder betont. 


Diese Nahtreihe macht allerdings tatsächlich die meisten Beschwerden, welche von den Patienten am ehesten wie ein starker Muskelkater beschrieben werden. Der Effekt einer solchen stabilen Raffnaht ist allerdings beeindruckend, der Bauch wird deutlich flacher kann sich nicht mehr kugelartig vorwölben.


Mir wurde an anderer Stelle gesagt, dass ich einen Bauchnabelbruch habe. Wird der durch das Vernähen der Bauchmuskulatur behoben? 

Dr. Walgenbach: 
Wenn ein kleiner Bauchnabelbruch vorliegt, kann dieser in der gleichen Operation mit korrigiert werden. Durch das Vernähen der Bauchmuskulatur wird eine zusätzliche Stabilität erreicht. 

Brauche ich einen T-Schnitt? Auf die Narben bin ich nämlich nicht wirklich besonders scharf. 
(Zur Erklärung... Wenn am Oberbauch zu viel Haut ist, wird ein T- oder Ankerschnitt bei der Bauchdeckenstraffung durchgeführt, um diese zu reduzieren. Ich finde gerade kein gutes Bild, damit man den Unterschied versteht. Auf jeden Fall bliebe im Falle eines solchen Schnittes nicht nur eine Narbe von links nach rechts über den Bauch zur Hüfte, sondern auch noch einer senkrecht in der Mitte nach oben)

Dr. Walgenbach: 
Ich gehe nicht davon aus, dass Sie einen T-Schnitt brauchen. Man muss allerdings zugeben, dass Bauchdeckenstraffungen mit einem T-Schnitt, wenn er denn notwendig ist, zu einem kosmetisch sehr überzeugenden Ergebnis führen. 




Mitleserfrage: Machen Sie auch Faltenunterspritzungen, vor allem an den Lippen? Kommt das öfter vor, dass man einen Chiara-Ohoven-Gedächtnismund davon trägt? Wie lange hält das Ergebnis? Ist eine solche Unterspritzung an den Lippen nicht sehr schmerzhaft? Wird das vorher betäubt? (Anmerkung: Das habe ich mich auch schon gefragt.. Das muss doch RICHTIG weh tun. Dafür bräuchte ich garantiert eine Vollnarkose!!) 


Dr. Walgenbach: 
Ich führe natürlich auch regelmäßig Faltenunterspritzungen durch. Dazu gehören auch Unterspritzungen der Lippen. Hierbei gilt besonders: weniger ist mehr! Schlauchboot-artige Lippen dürfen einfach nach einer solchen Behandlung nicht auftreten, oberstes Gebot ist dabei die Natürlichkeit.  


Für mich liegt das Ziel in einer Lippenunterspritzung darin, die Form der Lippen besser zu betonen und herauszuarbeiten, die reine Vergrößerung ist dabei sekundär.  


Wichtig ist es, die Lippenrot-Hautgrenze zu definieren und dann das Lippenrot durch eine wohldosierte Gabe von Hyaluronsäure besser zu betonen. Die Lippen sollen dabei immer noch natürlich wirken, die Form und das Volumen müssen dezent angepasst werden. Darüber hinaus muss darauf geachtet werden, dass die Proportionen von Ober- und Unterlippe stimmen. 


Das Ergebnis kann durchaus ein halbes bis, in manchen Fällen, ein dreiviertel Jahr halten. 


Eine Unterspritzung an den Lippen ist in der Tat recht schmerzhaft und wird nur von wenigen Patienten ohne vorherige Betäubung toleriert. Ähnlich wie beim Zahnarzt wird in die Lippenschleimhaut eine örtliche Betäubung gesetzt. Damit kann die gesamte Ober- und Unterlippe betäubt werden, so dass ein stressfreies und akkurates Arbeiten möglich wird.









Teilen