Montag, 30. Januar 2012

So wie Sudda #3

3. MEINE Ernährung nach LCHF

Heute geht es in meiner kleinen Serie darum, wie ich mich nach LCHF ernährt habe.

LCHF ist innerhalb seiner Grundlagen eine Ernährung, die jeder sich nach seinen individuellen Bedürfnissen und Zielen anpassen kann. So ist es zum Beispiel ein Unterschied, ob man abnehmen oder sich einfach gesund ernähren möchte. Auch die Toleranzgrenze für Kohlenhydrate ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Der eine muss die KHs extrem niedrig halten, der andere verträgt mehr und nimmt dennoch ab. Manche nehmen schlecht ab, wenn sie Milchprodukte essen oder vertragen sie schlicht und einfach gar nicht. Und nicht zuletzt hat doch jeder so seine Vorlieben, wenn es ums Essen geht. Manche Dinge mag man schlicht und einfach nicht.

Da gilt es, ein wenig auszuprobieren und zu basteln, zu lesen, bis man seins gefunden hat.

Ich wiederhole noch einmal, dass meine Art LCHF zu essen, nicht für alle LCHFler gilt. Es gibt gewisse Teile, die uns schon allgemein betreffen, aber ich hatte ein klares Ziel vor Augen (abnehmen und zwar kontinuierlich und zügig) und habe herausgefunden, dass dies die Regeln sind, mit denen es bei mir funktioniert.

Und hier folgt jetzt MEIN LCHF, wie ich es lebte als ich in der dicksten Abnehmphase steckte:


1. Keine Ausnahmen

Jepp... Das ist - wie auch bei allen anderen Ernährungsumstellungen, besonders wenn man Tendenzen zu Heißhungerattacken hat - wesentlich. Wenn man sich in der Abnehmwelt so umsieht, dann entdeckt man immer wieder, dass Menschen Ausnahmen machen, diese dann auch als "menschlich" und "richtig" verteidigen.

Leider beginnt dann meist eine Abwärtsspirale. Einer Ausnahme folgt der nächsten und die Einschläge kommen zeitlich immer näher, bis man sich ganz aus dem System geschossen hat. 

Isso.
Habt ihr alle schon irgendwo gesehen oder selbst erlebt, nicht wahr?

Also Finger weg von Ausnahmen, so lange ihr nicht auch nur annähernd an eurem Ziel angekommen seid.

Dazu muss ich bei LCHF manchmal Fingerspitzengefühl beweisen. Gute Beispiele dafür sind Panna Cotta, Quark mit Sahne und leider auch Wein.

Ist alles nach dem LCHF-Flyer in Maßen erlaubt!
So weit, so gut.

ABER... ich entwickle Süchteleien, weil es mir so gut schmeckt und weil es mich nicht so richtig lange sättigt.

Mag sein, dass es in Maßen erlaubt ist, ICH sollte aber so vernünftig sein und die Finger einfach nur davon lassen.


2. NICHTS essen, was mehr als 5 g KH pro 100 g hat

Da brauchen wir nicht lange diskutieren. Gerade am Anfang ist das superwichtig, denn dadurch scheiden enorm viele Lebensmittel völlig natürlich aus, die meine Abnahme behindern.

Darunter fallen u.a.:

Brot und alles andere, was aus Mehl gemacht ist (Nudeln etc.)
Reis
Kartoffeln
Mais und Produkte daraus
generell Stärkehaltiges
Schokolade und generell Süßes 
die meisten Obstsorten

Zur Schokolade ist z.B. zu sagen, dass sie laut LCHF mit extrem hohen Kakaoanteil (80% zum Beispiel) hie und da als EINZELSTÜCKCHEN - also in Maßen - erlaubt ist.

Ganz abgesehen davon, dass ich bittere Schokolade überhaupt  nicht mag, so denke ich, dass es am Anfang wichtig ist, um alles einen großen Bogen zu machen, was an alte Süchteleien erinnert oder ein Ersatzstoff ist, für das, worauf zu verzichten einem schwerfällt. Erst mal durch den Entzug, das Ziel anpeilen. Schokolade, gekauftes KH-armes Knäcke und Konsorten sind nette Ergänzugen, wenn man mal nah an sein Ziel herangekommen ist und nicht mehr so akribisch darauf schauen muss.

Erst später, als ich mich in meine Ernährung entspannt eingelebt hatte, habe ich auch mal Dinge verkocht, die mehr als diese 5g KH pro 100 g hatten. Denn dann konnte ich aus Erfahrung (und manchmal fddb.info sei Dank) einschätzen, dass die Gesamtbilanz stimmte. Und Knoblauch und Zwiebel haben zwar mehr KHs als erwünscht, aber man verwendet sie eher sparsam.

Manchmal musste ich auch ein wenig umdenken. Paprika ist so ein Beispiel. Rote Paprika hat mehr KHs als grüne Paprika. Also wählte ich die grüne.

Allerdings warne ich davor, die Leine zu locker zu lassen. Aus einer Zehe Knoblauch werden dann zwei und ein Extraschluck Sahne dabei, vielleicht doch etwas mehr rote Paprika... So summieren sich die KHs auch prächtig. 

Generell habe ich am Anfang viel Zeit mit der Kohlenhydratetabelle verbracht, die ich hier auf dem Blog verlinkt habe. Eine gute Idee ist es, sich aus der Fülle der Lebensmittel die herauszuschreiben, die a) kh-arm sind und b) einem persönlich gut schmecken. Und am Anfang arbeitet man am Besten eng mit dieser Liste zusammen.

Im Supermarkt kann man hinten in der Nährwerttabelle des Nahrungsmittels schnell erkennen, ob es nach dem obigen Prinzip für LCHF geeignet ist...

Der allererste Blick fällt auf die Angabe für die Kohlenhydrate.

Mehr als 5 g pro 100 g Ware? 
WEGLEGEN! Kompromisslos!

Weniger als 5 g pro 100 g Ware?
Prima

Weiter geht es mit Punkt 3.


3. Mehr Fett als KH und Eiweiß zusammen im Nahrungsmittel

Jetzt habe ich also Nahrungsmittel gefunden, die einen sehr geringen Anteil an KHs haben.

Nun folgt der nächste Schritt.

Ich addiere die Werte für KH und Eiweiß und schaue nach, ob die Gramm in Fett höher oder niedriger liegen. Ist der Fettanteil höher als der für Kohlenhydrate und Eiweiß (Protein) zusammen, so ist es uneingeschränkt für LCHF geeignet.


Am Anfang erscheint es vielleicht ein wenig aufwendig, wenn man jede Schachtel aufmerksam beäugen muss, aber das wird schnell Routine und nach einiger Zeit kennt man seine bevorzugten "Pappenheimer".

Wichtig sind auch die Informationen zum Skaldeman Ratio hier:

http://suddas.blogspot.com/2010/01/lchf-leben-leichter-gemacht.html


4. Aber z.B. Gemüse ist doch nicht fettig!

Stimmt.

Deshalb sorge ich dafür, dass die einzelnen Komponenten einer Mahlzeit gemeinsam mehr Fett als KH und Eiweiß zusammen haben. Dazu nehme ich mir, solange ich unsicher bin, fddb.info zur Hand.

Es sei denn, meine Mahlzeit besteht nur aus Komponenten, wo es von vorneherein klar ist, dass die Bilanz stimmt. So zum Beispiel, wenn ich hartgekochte Eier mit Mayo esse. Oder Butterkaffee. *lächel*

Stimmt die Bilanz nicht, fette ich mir die Mahlzeit auf. Mit Creme Fraiche, Mayo, Kräuterbutter, gutem Öl... Oder nehme weniger von dem, was eher KH-haltig ist.

Funktioniert das alles nicht, trinke ich VOR der Mahlzeit einen Butterkaffee oder einen Kaffee mit Sahne (Achtung: Sahne hat nicht schlecht wenig KHs!).

Folgende Regel muss aber auch dringend beachtet werden:



5. Nicht mehr als 20 g KH pro Tag und nicht mehr als 10 g KH pro Mahlzeit

Um da die Übersicht zu wahren, ist fddb.info - ein kostenloses Ernährungstagebuch - wirklich Gold wert. NUTZEN!

Ich nehme NICHT ab, wenn ich diese Regel missachte!



6. Nur essen, wenn man hungrig ist und KEINE Zwischenmahlzeiten

Nicht aus Bock, nicht aus Jieper, nicht aus Frust, nicht aus Freude, nicht aus Langeweile...

Klingt so einfach, aber das war es am Anfang nicht. Ich habe richtig intensiv in mich reinhören müssen, denn ich hatte sogar verlernt Hunger und Durst zu unterscheiden.

Isst man nur, wenn man wirklich hungrig ist, gibt es keine Zwischenmahlzeiten!!

Denn Zwischenmahlzeiten sind eine "Kleinigkeit" und wenn ich mit einer Kleinigkeit zufrieden bin, war ich nicht wirklich hungrig. Habe ich Hunger, dann esse ich vernünftig viel.

Zwischenmahlzeiten pushen den Blutzuckerspiegel und das will ich vermeiden. Ich will Ruhe im System.

Vor allem habe ich mich von festen Uhrzeiten gelöst, wenn es um das Essen geht. Mein Körper funktioniert nicht richtig nach Stechuhr. Und wenn ich immer nur dann esse, wenn ich hungrig bin, dann kann das weiß der Kuckuck wann sein. Manchmal auch erst um 22 Uhr!

Da galt es den erlernten Gewohnheiten ein Schnippchen zu schlagen.



7. Strategien gegen den Jieper oder Appetit zurechtlegen

Ich schrieb mir eine Liste, was ich tun könnte, wenn mich der Appetit oder Jieper und NICHT der Hunger überkam.

Laufen, spazieren gehen, meinetwegen laut schreien, was trinken, irgendwo gegen treten, telefonieren, eine Freundin treffen, Musik an und mitgröhlen oder tanzen, shoppen. Ablenkung! Ins Bett legen und lesen funktioniert übrigens nicht, denn dann denke ich noch mehr darüber nach. Es muss genügend anderes um mich herum passieren.

Dann verging der Anflug schnell wieder.

Hinterher, wenn der Anflug vorbei war, konnte ich oftmals gut reflektieren, woher die Attacke rührte. Ärger, Stress, Langeweile... Aber während des Anflugs habe ich mir die Gedanken darüber verkniffen, denn davon wurde es nur schlimmer!



8. Nur so viel essen, bis man unhungrig/satt ist

Auch nicht so einfach.

Dazu ist es notwendig, dass man die Ruhe hat, entspannt in sich reinzuhören, dass man langsam isst, weil die Sättigung erst nach einer Weile einsetzt und dass man überhaupt einen gescheiten Deu davon hat, was "unhungrig" ist. Ich schreibe bewusst nicht satt. Denn satt ist noch viel schwerer zu definieren.

verdammt hungrig - hungrig - Appetit - unhungrig/satt - zu satt - voll

Da soll es in der Skala hin. Mitten rein sozusagen.

Das war/ist für mich die schwierigste Aufgabe. Meine Augen sind mein gierigstes Organ. Und ich esse viel zu schnell. Das funktioniert sehr schlecht. Und wenn man zu viel relativ fettreiches Essen ist, wird einem plötzlich unweigerlich und unfassbar übel. Nicht gut. Außerdem hatte man dann definitiv zu viel.

Und ich sagte mir immer wieder, dass ich das Essen ruhig weglegen und später essen kann. Es läuft mir nicht davon!

Anders herum... hat man nach einer Mahlzeit schnell wieder Hunger, dann hatte man bei der Mahlzeit entweder generell zu wenig oder aber zu wenig Fett.

Da ich Probleme mit dem Sättigungsgefühl habe, zählte ich Kalorien.


9. Nicht mehr als 1600-1800 Kalorien am Tag

Mit LCHF kann ich zwar deutlich mehr essen ohne zuzunehmen als mit herkömmlicher Ernährung (bis 2500 kcal am Tag haben keinerlei Auswirkungen auf mein Gewicht), aber ich wollte ABNEHMEN. Und gleichzeitig brauchte ich ein Maß, das mir klar machte, wann es einfach reichte, eben weil die Sättigung nicht funktionierte, wie ich das gewollt hätte. Kalorien hatte ich mein halbes Leben lang gezählt, von daher stellte es kein Problem dar. Ich habe nicht auf die Kommastelle genau berechnet, sondern habe im Gehirn ca. mitgerechnet. So wie ich im Supermarkt über den Daumen gepeilt mitrechne, was ich an der Kasse zu erwarten habe.

Ansonsten kann man gerne mit fddb.info genauer mitrechnen.

Kalorien sind innerhalb von LCHF eine Streitfrage. Dazu gibt es viele verschiedene Meinungen und es gab auch schon Dispute darüber.

Aber das ist meine Einstellung. Ich brauchte es einfach und brauche es noch, wenn ich abnehmen möchte. 



10. Iss das, was du wirklich haben willst

Keine Kompromisse. Manchmal bin ich extra noch einmal losgezogen, weil ich plötzlich etwas ganz Bestimmtes essen wollte. Einmal am Tag brauche ich das, was für mich innerlich "summt". Gut ist auch, wenn man entsprechend etwas vorrätig hat.

Das gilt natürlich nur innerhalb des LCHF-Rahmens.



11.. Essensplanung

Ich habe in mich reingehorcht, worauf ich Lust hatte, habe mir eine Liste geschrieben und alles Nötige eingekauft. Solange ich mir im Detail unsicher war, habe ich es in fddb.info im Voraus geplant. Da kann ich in der Detailübersicht gut erkennen, ob ich richtig liege oder noch etwas basteln muss.


Nicht zuletzt:


12. Keine blöden Zusatzstoffe

Keine Süßstoffe, kein Hefeextrakt, Glutamat... Möglichst pure Lebensmittel und diese dann selbst weiterverarbeiten. Möglichst E-Stoffe vermeiden.



Alle diese Regeln sind wichtig.

Aber die wichtigste Regel ist und bleibt die erste:

KEINE AUSNAHMEN!

Mir sind keine untergekommen. Ich hatte Biss wie ein Terrier.
Und darum hatte ich Erfolg.
Mir war klar, dass es allein in meiner Hand lag.

ICH bin verantwortlich und zuständig für MICH.
Sonst niemand.

Ich muss daran arbeiten, geschenkt wird einem nichts.

Aber es gibt wohl nichts Wohligeres, als wenn man die Verantwortung in die eigene Hand nimmt, daran arbeitet und es FUNKTIONIERT. 

DAS ist Balsam für die geschundene Seele, DAS ist ein Push für das Ego.

Es mag einen minimalen Bruchteil Menschen geben, bei denen es trotzdem nicht funktioniert, auch wenn sie superhart dran bleiben. Das tut mir sehr leid. Aber woran es liegt, das weiß ich leider nicht. 

So, ich muss los und Kurse geben. Hoffentlich habe ich nichts vergessen. Ich schaue nachher noch einmal in Ruhe drüber, denn ich habe ob der Länge des Textes ein wenig die Übersicht verloren und mein Kopf qualmt ein wenig.

Schreiben werde ich noch über Strategien, die das Leben mit der LCHF-Ernährung erleichterten (z.B. bei Verwandtschafts- und Restaurantbesuchen, wenn es mal schnell gehen muss oder man länger unterwegs ist), wiegen/messen und Sport.









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Kommentare:

  1. ja, das mit den Ausnahmen musste/muss ich auch lernen.
    Es kommen mir zwar immer noch ein paar Ausnahmen durch, aber ich denke ich kann es in den Griff kriegen.

    Mir bleibt nichts anderes als an dieser Stelle nochmals zu sagen, du bist mein großes Vorbild in Sachen Abnehmen und ich bin wirklich wirklich begeistert, was du geschafft hast und noch schaffen wirst!

    *drücker*
    Sue

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    1. Danke, Sue.

      Der Erfolg ist bei dir aber wirklich enorm. Ich freue mich so für dich und ich habe das Gefühl, dass die Ausnahmen immer weniger werden, oder?

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    2. Sind wirklich weniger geworden. Das stimmt.
      Aber manchmal hab ich das gefühl so eine Ausnahme tritt mir feste gegens Schienbein und wenn ich den Mund aufmache um zu schreien, hüpft sie hinein und verschwindet in meinem Rachen...

      Vielleicht brauch ich einfach nur noch verstärkte Haut oder Schoner an den Schienbeinen, dann kann die Ausnahme treten was sie will. :)

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  2. Ich bin so froh, daß ich Deinen Blog gefunden habe! Erst gestern mußte ich mir wieder anhören, wie schädlich ich mich ernähre (JEDEN Tag Fleisch - oder Fisch) und viel zu wenig Kohlenhydrate. Ich würde meinem Körper verlernen mit den Kohlenhydraten umzugehen und ob ich überhaupt wisse, daß Atkins als richtig fetter Mensch gestorben ist.

    Warum soll man sich eigentlich immer für seine Ernährung rechtfertigen? Ich fühl mich so wohl wie schon lange nicht mehr. Ja, ich esse gerne Ei und Fleisch und Fisch. Aber genauso auch Salat und Leinsamenbrot und Gemüse (in Maßen).

    Sind das dann die Leute, die das einem neiden? Die futtert wie ne Blöde und nimmt ab und ich lebe seit Anfang des Jahres von Almased und bei mir gehts so langsam....

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    1. Darüber habe ich mir schon so oft Gedanken gemacht.

      Da gibt es Menschen, die alles essen, was ihnen in die Finger kommt, die machen sich NULL Gedanken um IHRE Gesundheit, erzählen MIR aber dann ihre Weisheiten.

      Ähm...

      Und Bea (eins weiter unten) hat recht, du rechtfertigst doch auch nicht, dass du Kaffee statt Tee trinkst.

      Atkins starb nach einem Sturz. Ob er jetzt fett war oder nicht, weiß ich nicht.

      Im Prinzip tun wir ja nichts anderes, als die Lebensmittel so zu essen, wie sie eigentlich "gedacht" waren. Mit natürlichem Fettgehalt. Dann lassen wir noch das Weißmehl- und Stärkezeugs weg. Und wofür das bitte sehr wichtig sein soll, muss mir mal jemand erklären. Gemüse ist auch genügend da, so what.

      Ich diskutiere nicht und nach zwei Jahren und etlichen Kilos kommt auch selten noch jemand mit Kritik auf mich zu. Wäre es denn schlauer/besser/gesünder gewesen, so dick zu bleiben? Ich denke nein.

      Und meine Blutergebnisse sprechen Bände. Da würde sicher so mancher gerne tauschen.

      Almased auf Dauer? Das braucht man gar nicht diskutieren.

      Man muss lernen, mit Nahrungsmitteln vernünftig umzugehen. Und wo das in dem Fall stattfindet, weiß ich nicht.

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  3. Stimmt, Süße, no Ausnahmen... leider haben die meisten noch die Denke vom "mal was gönnen dürfen" im Kopf. Ist ja auch ok, aber dann darf man nicht worauf auch immer schimpfen.

    Toll beschrieben hast du das.

    @ Lenerl: meiner Meinung nach: ja. Mach dein Ding. Du rechtfertigst dich doch auch nicht dafür, warum du lieber Kaffee als Tee trinkst, und das erwartet dann auch niemand...

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    1. "Gönnen" ist bei mir ein Unwort. Genau wie "Ups, da bin ich drüber GESTOLPERT!".

      Das sind völlig falsche Signale.

      "Gönnen" impliziert etwas BESONDERES, etwas GUTES. Und das ist es NICHT. Es ist schlimmstenfalls der Anfang vom Ende.

      Wäre das, was wir vorher uns alles so gegönnt haben, richtig und gut gewesen, dann hätten wir nicht ausgeufert.

      Und das führt zu meinem nächsten Unwort:

      "Wieder normal essen!"

      He, DAS WAR NICHT NORMAL!

      DAS muss man erst einmal begreifen.

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    2. Du sprichst mir so sehr aus der Seele!!

      Wie oft habe ich das schon gehört, "gönn dir doch mal etwas", "heute kannst du doch mal "normal" essen..."

      Ich versuche das dann auch so zu erklären wie du gerade beschrieben hast, vielleicht bleibt etwas hängen ;P

      Aber das ist die erste Einstellung die geändert werden muss wenn man etwas an seiner Ernährungsweise ändern will...

      Toll beschrieben hast du das alles :)

      Liebe Grüße
      Jasmin

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  4. Keine Ausnahmen - das ist auch in meinen Augen das allerwichtigste. Solange man Ausnahmen zulässt, lässt man immer ein Türchen Richtung Vergangenheit (sprich: Dicksein) offen.

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    1. Saubere Worte, meine Liebe.

      Das mit dem Türchen in die Vergangenheit ist super gesagt!

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  5. das ist das ALLERALLERALLERWICHTIGSTE keine Ausnahme!!!
    Merke ich bei mir selber( gilt nämlich auch für andere Ernährungsformen)wenn ich die Abstände zwischen den Mahlzeiten nicht einhalte und mich in der Abteilung vergreife, beginnt das Fressen.

    Dann gerät die Ernährung, die sonst sehr gut funktioniert, aus den Fugen.
    Man muss sich darüber im Klaren sein, wenn man eine Ernährungsumstellung (Diät) beginnt.
    Sechs Wochen (Monate) Pülverchen, FDH oder Hollywood-Ananas-Diät machen auf Dauer nur fett.
    Der Grundumsatz knallt runter und das Gewicht danach ordentlich hoch.
    Bis zur nächsten Diät. So habe sich etliche Dicke fett diätet.

    Dann lieber die Finger von der Ernährung lassen und mit dem derzeitigen Hüftspeck leben.

    Will man wirklich abnehmen muss eine Ernährung gefunden werden, die man sein Leben lang durchhalten kann. Genauso das Sportprogramm.
    Langsam anfangen und dann nach Lust und Fitnesstand steigern.
    Alles Andere überfordert und führt zu Abbruch und Frust.

    Wenn die Ernährung, die man bisher betrieben hat, später wieder eingeführt werden soll, kann man es gleich lassen.
    Denn davon ist man schliesslich dick geworden.

    Wir sollten uns darüber klar sein, dass wir nie "normal" sein werden. Unser Essverhalten und unser Stoffwechsel ist auf Übergewicht geeicht und muss leider dauerhaft diszipliniert werden.
    Alles andere ist ein Märchen. Wir werden nie zu den Leuten gehören, die ganz von alleine essen können wonach ihnen der Sinn steht und schlank bleiben.

    Ein Alkoholiker bleibt immer ein Alkoholiker und ein essgestörter Mensch, bleibt ein essgestörter Mensch.

    Ja, wir sind essgestört, denn sonst hätten wir kein ungesundes Übergewicht erreicht (die Menschen mit Stoffwechsel-, Hormon-, oder anderen körperlichen Störungen sind hier natürlich ausgenommen)

    Will ich auf Entzug gehen und mich dauerhaft disziplinieren, dann muss ich eine Ernährungsform finden, die auf Dauer praktikabel und gesund ist. Ob nun mit viel Fett oder wenig ist individuell verschieden. Was nichts bringt sind Pülverchen oder andere einseitige Geschichten.

    Dazu brauche ich ein praktikables Sportprogramm, denn ohne geht es nicht...sorry

    Will ich das nicht und will lieber eine Ausnahme nach der anderen, weil die neue Ernährung als Ausnahmezustand gesehen wird, sollte ich es lieber lassen, denn ich versaue mir nur meinen Stoffwechsel und mein Selbstbewusstsein.
    Jede gescheiterte Diät macht das Selbstbewusstsein ein Stück kleiner.

    Ich halt das neue Gewicht jetzt seit einem Jahr und kann mir keine Ausnahmen erlauben, weil ich dann aus der Bahn gerate. Ich bin mir absolut darüber im Klaren, dass es so bleibt, bzw, ich nach jeder Zeit des Schlendrians wieder mit einem kalten Entzug anfangen muss.

    Wieso glauben so viele Abnehmwillige nach zwei Wochen Diät mal eine Ausnahme verdient zu haben?
    Damit ist das Scheitern vorprogrammiert.

    Wenn man die Idee vom "sich was gönnen" (was gönne ich mir denn? Übergewicht!) später wieder "normal" essen können (wenn es so normal ist, warum wurde ich dann fett?) und Abnehmen ohne Sport (baut nur Muskeln ab und macht auf Dauer fett) nicht aus dem Kopf bekommt, dann wird es nichts.

    Alles andere ist leider Selbstbetrug und Frauenzeitschriftlüge.

    LG

    Kati

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    1. Danke für diesen schönen Text, Kati.

      Es stimmt, manches ist allgemeingültig.

      Die richtige Ernährung finden und dann keine Ausnahmen, da müssen wir alle hin. Klingt so einfach, ist aber das Wichtigste an der Sache.

      Und fallsfallsfalls mal ein FEHLGRIFF (und eine Ausnahme ist NICHTS anderes passiert), dann bitte das Dingen auch beim Namen nennen, nicht verniedlichen, und

      Aufstehen
      Abklopfen
      Krone richten
      Nase hochziehen
      Weiterlaufen

      Grüße!!

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  6. Du schreibst:
    "Aber es gibt wohl nichts Wohligeres, als wenn man die Verantwortung in die eigene Hand nimmt, daran arbeitet...
    DAS ist Balsam für die geschundene Seele, DAS ist ein Push für das Ego."

    Das klingt gerade in mir.
    Danke für Deinen Post.
    Ich kann das nicht in Worte fassen, was das alles in mir bewegt. Positiv.

    Eines ist sehr deutlich geworden: ( *O)

    keine Ausnahmen!

    Ich möchte und kann kein LCHF machen. Aber das ist ja nur eine Wahl, was man ißt. Wie soll ich es genau schreiben...
    Je mehr ich hier lese, desto mehr werden mir ernährungstechnische Dinge klarer. Z.B. frühstücke ich süß. Jetzt wird mir WIRKLICH klar, warum ich dann (Insulin läßt grüßen) den ganzen Tag Süßes suche. Morgens lasse ich den Zucker jetzt weg.

    Mit der Eßstörung ist es so schei*eschwer wirklich nur zu essen, wenn ich Hunger habe.
    Das hat eine Tragweite!!!

    ABER! jede weitere Ausnahme oder das Gefühl: "ich halte es nicht aus" und esse dann, DAS untergräbt mein Selbstwertgefühl. Ungeahnte Wirkung im Bewußtsein und im Unbewußtsein.
    Nicht umsonst schreibt auch Geneen Roth: egal was und wann du zuletzt gegessen hast: esse erst wieder, wenn Du Hunger hast!

    Ach, da gäbe es Roman zu schreiben.

    Danke für Deinen Blog, Sudda!

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    1. Man muss es definitiv ganzheitlich sehen und die Ernährungswahl ist nur EIN Aspekt, der zwar wirklich gut zu abzuwägen ist. Aber die Seele ist eigentlich die wesentlichste Arbeit in der ganzen Angelegenheit!

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  7. Du hast ja so recht, genau das war das Problem bei mir das nach den Monaten der Ausnahmeosigkeit ich mir "was gönnen wollte" und wie man gesehen hat hat das meinen Erfolg total gebremmst. Toller Post. Danke

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    1. "Gönnen" ist ein Unwort.

      Was "gönnt" man sich denn dann unter dem Strich, wenn man es in Bezug aufs Essen sieht? Ein Kilo mehr auf der Waage und eine Kerbe tiefer im Selbstbewusstsein.

      Da gönne ich mir lieber einen Lauf oder eine Wanne voll warmen Schaum. Das bringt mich eindeutig weiter.

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  8. Antworten
    1. Das von dir zu lesen bedeutet mir besonders viel, Robert.

      Danke!

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  9. Toller Post. Kann ich, bis auf 2-5, wo es um LCHF geht, total unterschreiben. Ich glaube ohne Konsequenz und ohne dass man darüber nachdenkt, was man wann warum zu sich nimmt, ist abnehmen unmöglich.
    Ich tu mich aber sehr schwer mit dem "keine Ausnahmen", weil das, was für mich eine Ausnahme ist, für die allermeisten Menschen so alltäglicih ist, dass sie gar nicht drüber nachdenken. Mal Alkohol trinken, mal ein Stück Kuchen essen, mal essen gehen oder auf einer Feier alles probieren, was das Buffet so zu bieten hat... Das verkneife ich mir im Moment, da bin ich eisern, aber lebenslang möchte ich das nicht. Und es ist ein schmaler Grat zwischen "sich mal was gönnen" (und ja, das nenne ich bewusst so, weil damit auch ein großes Stück Lebensqualität verbunden ist, gemeinsames Essen und Trinken mit Freunden ist Genuss) und "in alte Gewohnheiten zurückfallen". Mal sehen, wie ich das auf Dauer hinkriege.

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    1. Wir sind aber eben nicht "die allermeisten Menschen" und auch nicht "alltäglich". Im guten wie im schlechten Sinne.

      Wir sind besonders!

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    2. Ja, wir sind besonders! Trotzdem wäre ich manchmal gern wie die allermeisten...

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    3. Möge das nachlassen. Normal kann jeder. Drück dich!

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  10. Wieso verschwinden meine Kommentare immer ins Datennirvana, wenn ich mich bei google vorher einlogge?

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  11. Das kann man nicht oft genug lesen,am besten an die Pinnwand hängen !!Gut geschrieben Sudda !!

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  12. "So wie" ist vermutlich der falsche Ansatz.

    Sollte eher heißen: "Ich lasse mich durch Suddas Weg inspirieren!" :D

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