Mittwoch, 29. Februar 2012

Skaldeman-Buch für LCHFler

Habe ich eben im LCHF.de-Forum erfahren...

Es gibt ein erstes Skaldeman-Buch auf Englisch. 
Der mit dem Skaldeman Ratio!

Käuflich bei Amazon.
Klick drauf, wenn du magst:

"Lose weight by eating"

Ich nehme an, dass das die englische Version des Buches "Ät dig ner i vikt" ist.
Hab ich und mag ich.
Es hat mich auf meinem Abnehmweg begleitet und treue Dienste geleistet.


Gut zu lesen, kein hochwissenschaftlicher Schnickschnack (jedenfalls in der schwedischen Version). Ein gutes Basiswerk für Anfänger und alle, die es mal ausprobieren wollen.

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LCHF-Gemüseinputmöglichkeiten




Von einem mir wichtigen  Menschen bekam ich vor einigen Wochen folgenden Kühlschrankmagneten zugeschickt:





Erst habe ich richtig gelacht.
Dann habe ich nachgedacht.

Stimmt nicht ganz.
LCHF ist nicht zwingend die "Fleischesserernährung".

Selbst esse ich zum Beispiel extrem viele Eier (da gehen etwa 20 pro Woche drauf zur Zeit) und ich sehe zu, dass ich am Tag nicht über 70 bis 110 g Eiweißaufnahme komme (1 - 1,5 g pro Kilo Normalgewicht). Und diese Eiweißaufnahme entspricht den gängigen Empfehlungen, nicht nur seitens LCHF.

Ich esse recht viel Gemüse.

"Moment mal", denken jetzt bestimmt einige von euch, "die essen doch nur ganz wenig Kohlenhydrate und Kohlenhydrate stecken auch im Gemüse!".

Stimmt vollkommen.

Aber ich esse rund 20 g KH am Tag und da ich sämtliche mehligen, zuckrigen, stärkehaltigen, kartoffeligen, blablabla Produkte aus meiner Ernährung gestrichen habe, die die wirklichen KH-Schleudern sind, bleibt mir doch eine Menge Spielraum, um mein Essen "farbenfroh" zu gestalten.

Da ich in den letzten Tagen begonnen habe, Milchprodukte weitestgehend zu streichen (außer ein wenig Käse hier und da sowie Butter, sofern man sie zu den Milchprodukten zählen möchte und nicht zu den Fetten), kann ich mich gemüsetechnisch voll austoben, denn die meisten Milchprodukte stehen Gemüse kohlenhydrattechnisch in nichts nach...

Ich hab mir mal Kikilulas KH-Liste gegriffen und ein wenig gebastelt. (Daten natürlich wie immer ohne Gewähr).

Es folgt eine Aufstellung der Gemüse- und Obstsorten, die unter 5 g KH pro 100 g Menge liegen. Dahinter steht die konkret enthaltene KH-Zahl in Klammern.

Dann zückte ich eigens für euch den Taschenrechner und kann nun präsentieren, wie viel man von diesem Obst/Gemüse essen KÖNNTE, um meine Tagesration von 20 g KH zu erreichen.

Sehr theoretisch, ich weiß, denn natürlich isst man nicht nur eine Sorte am Tag.

Außerdem ist anzumerken, dass ich in meiner KH-Tagesration wirklich niedrig liege. LCHF heißt nicht automatisch, dass man so niedrig liegen muss. Es kommt ein wenig auf die eigene KH-Toleranzgrenze an und auch darauf, ob man abnehmen möchte oder nicht.

Ich nehme bei meinem jetzigen Gewicht eben nur ab, solange ich UM oder UNTER 20 g KH am Tag liege. Also circa natürlich.

Die Lebensmittel, von denen ich mehr als 1 kg essen könnte, habe ich markiert.

Und?
Esst ihr so viel Gemüse?


Artischocken (5g KH) – 400 g
Auberginen (4g KH) – 500 g
Avocados (0,4 g) – 5.000 g 
Bambussprossen aus der Dose (5g KH) – 400 g
Bleichsellerie (1g KH) – 2.000 g 
Blumenkohl (1,6g KH) – 1.250 g 
grüne Bohnen (3,2g KH) – 625 g
Brokkoli (1,9g KH) – 1.053 g 
Champignons (0,6g KH) – 3.333 g 
Chicoree (2,3g KH) – 870 g
Chinakohl (1,6g KH) – 1.250 g 
Eisbergsalat (1,6g KH) – 1.250 g 
Endivien (0,3g KH) – 6.667 g 
Feldsalat (0,7g KH) – 2.857 g 
Fenchel (2,2 g KH) – 909 g
Grünkohl (1,6 g KH) – 1.250 g 
Gurken (1,8g KH) – 1.111 g 
Kohlrabi (2,8g KH) – 714 g
Kopfsalat (1,1g KH) – 1.818 g 
Kürbis (4,6g KH) – 435 g
Lauch/Porree (2,5g KH) – 800 g
Mangold (2,9g KH) – 690 g
Möhren/Karotten roh (4,8g KH) – 417 g
Gelbe Paprikaschoten (4g KH) – 500 g
Grüne Paprikaschoten (2,8g KH) – 714 g
Pfifferlinge (0,2g KH) – 10.000 g 
Radiccio (1,5g KH) – 1.333 g 
Radieschen (2,1g KH) – 952 g
Rettich (1,9 g KH) – 1.053 g 
Rhabarber (3g KH) – 667 g
Romanasalat (1,6g KH) – 1.250 g 
Romanesco Kohl (2g KH) – 1.000 g 
Rosenkohl (2,3g KH) – 870 g
Rotkohl roh (2,6g KH) – 769 g
Sauerkraut (1,6g KH) – 1.250 g 
Schalotten (3,3g KH) – 606 g
Schwarzwurzeln (1,4g KH) – 1.428 g 
Sellerieknollen (2,2g KH) – 909 g
grüner Spargel (2g KH) – 1.000 g 
weißer Spargel (1,4g KH) – 1.428 g 
Spinat (1,1g KH) – 1.818 g 
Steinpilze (0,3g KH) – 6.667 g 
Tomaten (2,6g KH) – 769 g
Weißkohl (3g KH) – 667 g
Wirsingkohl (1,7g KH) – 1.176 g
Zucchini (2g KH) – 1.000 g 
Zwiebel (4,8g KH) – 417 g

Brombeeren (2,7g KH) – 740 g
Himbeeren (4,8g KH) – 417 g
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Freitag, 24. Februar 2012

Tot essen

Als ich letztens einkaufen war, überholte ich mit meinem Einkaufswagen im fliegenden Gallopp jemanden.

Normal.

Ich kann - aus welchen Gründen auch immer - nicht normal und entspannt einkaufen, sondern "renne" einkaufen. Vermutlich weil ich es nicht leiden kann, weil "schneller daran, schneller davon" ist. Vielleicht aber auch, weil ich es gewöhnt bin, mich beim Einkaufen zu beeilen, weil Zuhause noch Pflicht XYZ lauert.

Nichts Genaues weiß man.

Dieses Mal stutzte ich während des Überholvorgangs, schredderte quietschend um die Regalecke und sah zurück.

Hinter mir keuchte ein immens dicker Mann mit seinem Rollator durch die Gänge. Er konnte kaum gehen und sein Gesicht war vor Anstrengung puterrot. Auch der Rollator musste eine Sonderanfertigung sein, denn der war mehr als doppelt so breit wie eine herkömmliche Version.

Der Mann war kaum größer als ich und meine innere Waage schätzte ihn auf deutlich über 200 kg. Bewusst habe ich einen solch dicken Menschen noch nie angesehen. Immer eher vorbei gesehen, nur ja nicht anschauen, weil es peinlich wäre, dabei entdeckt zu werden.

Aber aus meiner Deckung hinter den Chipsstapeln wagte ich den Blick.

Der Schweiß perlte über sein Gesicht.

Nein, alt war er nicht. Vielleicht etwas älter als ich. Aber nicht wesentlich.

Hart atmend warf er die Feststellbremse in seinen Rollator und ließ sich auf der Sitzfläche nieder.

Pause.
Er brauchte dringend eine Pause.
Das war unschwer zu sehen.

Dabei hatte er gerade mal 30m im Laden zurückgelegt.

Neugierig (gebe ich zu) beobachtete ich ihn. Schob mir eine Packung zur Tarnung vor das Gesicht und tat so, als würde ich die Inhaltsangaben eines Produktes intensiv lesen, sah aber daran vorbei.

Er nestelte ein Stofftaschentuch aus der Jacke und wischte sich den Schweiß von der riesigen Gesichtsfläche. Der Atem ging immer noch schwer.

Er wartete.

Und da kam sie.

Vermutlich seine Frau.
Gertenschlank.
Mit flitzendem Einkaufswagen.

Nach Luft schnappend konnte er nicht sprechen, also deutete er mit seiner massiven Hand einfach nur auf den Chipsberg.

"Vier, wie immer?", fragte sie gut gelaunt.

Er nickte stumm.

Und so porkelte sie vier Bigsize-Chipstüten aus dem Regal und warf sie in ihren Einkaufswagen.

Von meinem sicheren Platz aus konnte ich erkennen, dass die Tüten sich dort mit Schokolade, weißem Toast und Nussnougatcreme tummelten. Außerdem waren da noch drei Sechserpacks Cola. Die großen Flaschen.

Ich war fassungslos.

Was taten sie da?

Langsam hinrichten?
Dass er das nicht mehr lange überleben würde, lag auf der Hand.
Schon in diesem Zustand konnte ich nicht mehr viel Lebensqualität sichten.

Jedenfalls meiner Meinung nach.

Aber was weiß ich denn?
Vielleicht besteht seine Lebensqualität darin, dieses Zeugs zu essen.

Den Rest des Einkaufs über sammelten sich immer mehr ähnliche Produkte im Wagen. Das einzig Grüne war auf der Chipsverpackung aufgedruckt. Noch nicht einmal ein Alibifussel Gesundes.

Nachdenklich verließ ich den Laden.

Habe mich schon so oft gefragt, warum Mitmenschen solchen Menschen die Möglichkeit geben, sich tot zu essen. Denn er wäre niemalsnienicht in der Lage gewesen, sich die Waren selbst zu holen. Wäre noch nicht mal in der Lage gewesen, den Laden zu betreten, weil er bombensicher nicht Auto fahren konnte.

Was wäre denn, wenn sie sich weigern würde, solche Produkte zu kaufen?

"Dann hol du sie dir, wenn du sie haben willst!"
So in dem Stil.

Nein, für mich ist das keine Beschneidung der persönlichen Rechte.

Oder denke ich zu schwarz/weiß?

Ich würde doch auch keinem alkoholsüchtigen und zusätzlich augenscheinlich gesundheitlich schwer angeschlagenem Menschen einen Sechserpack Korn kaufen.

Heim fuhr ich mit der tiefen Dankbarkeit im Herzen, dass ich es geschafft habe, von diesem Zug abzuspringen. Bei voller Fahrt.

Wie seht ihr das?

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Mittwoch, 8. Februar 2012

So wie Sudda #6

Heute versuche ich, meine Gedanken zum Thema abnehmen ein wenig zu bündeln. Und das unabhängig davon, ob man sich nun nach LCHF ernährt oder auf eine andere gesunde Art und Weise.

Auf dass es mir gelingen möge... Ich finde es lustig, wie manche Posts sich entwickeln, wenn man einfach anfängt zu schreiben, ganz ohne Grundkonzept. Hölzchen - Stöckchen. Ich plane meine Posts nie, sie laufen aus meinem Hirn raus in die Tastatur.

Ganz merkwürdig.
Da müsst ihr durch.

;o)


6. Abnehmen, reduziert auf das Wesentliche


1. Noch mal Ernährungswahl

Entscheidung ist gefragt. Und man bekommt so viele Informationen. In Blogs, im Internet, im TV, in Büchern, von anderen Menschen... Informiert euch. Findet man eine Ernährungsform, die interessant ist, dann sollte man sich umfassender informieren. Bis ins Detail. Damit "warm" werden und durchspielen, wie sich das auf die eigenen Essensvorlieben umsetzen lässt. Krass gesagt ist z.B. meine Ernährung nichts für Veganer (Vegetarier geht, aber auch da ist viel Phantasie gefordert).

Infos speichern, ausdrucken, einen Ordner machen. Vielleicht Listen erstellen, damit man die ersten Tage gewappnet ist und weiß, wie man es angehen und was man essen möchte. Das ist sicherlich Arbeit, aber mein Mann sagt gerne "Am Start erkennt man den Sieger".

Niemals einen blinden Köpper in unbekanntes Gewässer machen, sage ich.
Das haben wir doch schon als Kinder gelernt.


2. Crashdiäten führen zum... Crash!

Ich persönlich halte alle Ernährungsformen, die in erster Linie mit künstlichen Nahrungsmitteln arbeiten, für gefährlich.

Diese Shakegeschichten zum Beispiel. Nur Shakes? Wo bleibt da der Lernfaktor? Das UMSTELLEN der Ernährung? Lernt man so den richtigen und entspannten Umgang mit Essen?

Ich denke mal nicht.

Ich lehne jegliche Diät ab, die dauerhaft auf unter 1.400 Kalorien am Tag zielen (bei meiner Länge von 1,72 m). Es gibt einfach einen Grundbedarf an Nahrung, den der Körper braucht, um funktionieren zu können und nicht zu Schaden zu kommen. Der Körper ist dein höchstes Gut und muss gepflegt werden. Vergiss das nie.

Mag sein, dass man damit zunächst sehr schnell abnehmen würde, aber man verludert sich ganz sicher genauso schnell den Grundumsatz und schadet der Gesundheit. Und ich bezweifle, dass das auf Dauer auszuhalten ist.

Welcome JOJO!
Der Rückfahrschein ist aus meiner Sicht bei Crashdiäten vorprogrammiert.

Die Ernährungsumstellung soll dauerhaft sein und gesund. Lebbar.

Es gibt kein "wenn ich danach wieder NORMAL essen kann". He, wäre das, was du bis hierher gegessen hast, NORMAL gewesen, dann wärst du nicht ausgeufert. Soviel ist mal klar.

Es wird Zeit, sich von dem Jetztzustand der Ernährung zu verabschieden, wenn du wirklich etwas verändern willst.

Und wähl bloss nicht eine Ernährungsform nur deshalb, weil XY auf Blog ABC damit so viel Erfolg hatte. Wähle DEINE Ernährungsform. Denn du bist nicht XY, sondern du selbst.

Du bist das Wertvollste, was du hast. Verhalte dich auch entsprechend. Gehe vorsichtig mit dir um und sei gut zu dir selbst.

Die Entscheidung für eine Ernährungsform sollte also sehr überlegt getroffen werden. Für dich allein.


3. Entschluss fassen

Weg gefunden? Gut vorbereitet?


VAMOS!

Fasst euren Beschluss für eine Ernährung bewusst und definitiv. 

Küche durchforsten und alles entfernen, was nicht ins System passt, wenn möglich. Ist man für die Ernährung der ganzen Familie verantwortlich, ist es sicherlich schwerer. In meinem Fall essen zumindest die Kinder weiterhin ihre Nudeln, Pizza, da kann ich genauso gut mit einem Stein reden. Also suchte ich mir Rezepte raus, die ich modifizieren konnte. Für mich nen Klacks Kräuterbutter extra, für die anderen eine Handvoll Nudeln, beispielsweise. Wie gesagt schwieriger, aber machbar. Eindeutig!

Am Anfang kamen mir aus Sicherheitsgründen bestimmte Nahrungsmittel nicht mehr über die Schwelle. Süßes (konnten die Kinder sich selber kaufen ohne zu sterben) war beispielsweise so ein Dingen. Was nicht da ist, kann einen nicht provozieren.

Ihr habt so eine ominöse Süßigkeitenschublade?

WEG DAMIT!

Mag Geld gekostet haben, aber was ist denn nu wichtiger? Die Abnahme und die Gesundheit oder 27,50 €? Ehrlich? Wenn ich mich in manchen Ernährungsformen umsehe, dann geht da deutlich mehr Geld für dies und das über den Tresen als was ein Häuflein Süßes kosten kann.

Du willst weiterhin ab und an Süßes essen? Dir nichts verbieten?
Auch gut.

Schmeiß das Zeug trotzdem weg (oder noch besser: Umgehend verschenken!) und kauf dir dann Süßes, wenn du es haben willst und auch nur in der geplanten Menge.


4. Start your engine!

Anfangen.
Das kommt direkt nach dem Beschluss.

Jetzt.
Nicht Montag, weil vielleicht noch Geburtstag von Tante Trude am Wochenende ist.

Denn... Überraschung!

Das Jahr wimmelt von Gelegenheiten und Geburtstagen!
Und noch tückischer: Die kommen angeblich JEDES Jahr wieder.
Sowas.

Damit muss man klar kommen und das ist nicht so schwierig, wie man meint.

Und wenn Tante Trude beleidigt ist, weil du nicht wenigstens EIN Stück Kuchen essen willst... Dann soll sie eben beleidigt sein, denn das ist IHRE Egoschiene und IHR Problem. Nicht deins. DU bist jetzt dran, DEINE Egoschiene. Es wird Zeit. Tante Trude wird ganz sicher keinen größeren Schaden nehmen, wenn man NEIN sagt. Rein technisch könntest DU genauso beleidigt sein, wenn sie dich nötigt, das Zeug zu essen.

Und dann soll doch lieber Tante Trude beleidigt sein als du!

Denn weisst du, was das unterm Strich eigentlich ist?

Eine AUSREDE!
DEINE Ausrede.

Weil es eigentlich lecker ist und abnehmen nicht immer so kuschelig.

Viel zu viel Macht für etwas Leckeres.
Darüber mal nachdenken.

Du hast noch nicht alles beisammen, was du brauchst?
Macht nix.
Fang einfach mal an.

Denn selbst, wenn es am Anfang noch suboptimal läuft, so läuft es wenigstens überhaupt. Und ist vermutlich besser als alles, was du die letzten Monate gegessen hast.

Und sieh zu, dass du deinen Krempel zügig beisammen bekommst.


5. Bleib dabei!

Versprochen ist versprochen und wird nicht gebrochen!

Fang nicht an, zwischen unterschiedlichen Ernährungsformen hin und her zu hopsen, weil die Waage vielleicht nicht so schnell Erfolge verzeichnet, wie du es gerne hättest.

Du hast dir die Körperform nicht über Nacht angezüchtet und darum wird sie dich auch nicht über Nacht verlassen.

Gib deinem Körper eine Chance, sich einzuleben und der neuen Ernährungsform zu vertrauen. Hast du vorher eine Menge Crashdiäten gemacht, dann wittert er nun vielleicht Gefahr und weigert sich zunächst, Gewicht abzuwerfen. Sichert erst einmal, weil eine Hungernot drohen könnte.

Geduld und Zeit.

Wechselt man die Ernährungsform wie die Unterwäsche, wird der gesamte Stoffwechsel nur verunsichert.

Und Wunder gibt es nicht.
Lös dich davon.

Merkst du, dass die Ernährungsform, für die du dich ursprünglich entschieden hast, so gar nicht geht, dann musst du vielleicht umdenken. Aber nicht täglich, wöchentlich oder monatlich. Vielleicht kann man die gewählte Ernährungsform auch einfach auf die eigenen Bedürfnisse modifizieren? Dann ist das vielleicht eine Möglichkeit.

Umdenken kann dann aber auch ein UMWEG sein und das ganze Abnehmprojekt verlängern.


6. Hungergesteuert

Iss nur, wenn du hungrig bist.

Bevor die Menschheit sich die dollsten Dinger in Sachen Ernährung ausgedacht hat, war das die übliche Vorgehensweise.

Hunger?
Essen!

Satt?
Aufhören!

So einfach ist das.

Meint man.

Weißt du noch, wie Hunger sich anfühlt?
Dieses bohrende Grollen, manchmal geräuschvoll?
Nein, dann solltest du im ersten Schritt mal auf den Hunger warten. Aber leg dir was bereit, denn Hunger ist ein heftiger Befehl, kein dezenter Hinweis. Und der will befolgt werden.

Kennst du überhaupt noch den Unterschied zwischen Hunger und Durst?
Das verlernen viele Übergewichtige!
Wenn du dir unsicher bist, dann trink bei Hungerverdacht etwas und schau, ob es das schon war. Manchmal erstaunlich!

Also Hunger!
Echter Hunger!

Und nein, NICHT die Uhrzeit.
Vergiss die 7 Uhr Frühstück, 13 Uhr Mittagessen und 18 Uhr Abendbrot- Geschichte.
Das ist anerzogen und unnatürlich.

Solltest du zu diesen Zeiten wirklich Hunger haben, dann ist es was anderes.


Zwischenmahlzeiten haben mit Hunger NICHTS zu tun.
Hätte man zu diesem Zeitpunkt wirklich Hunger, würde eine Zwischenmahlzeit nicht ausreichen.

Zwischenmahlzeiten sind nichts weiter als eine schlechte Angewohnheit. Finde ich.

Und iss dich satt. Nicht "ochherrjemiristschlecht"-satt, sondern angenehm satt.


7. Da hat die liebe Seele ruh'

Aus Mails und Gesprächen mit vielen Übergewichtigen, weiß ich, dass ganz oft ein dickes "Seelenpäckchen" dahinter liegt.

Das ist traurig. Schwer zu ertragen. Ich weiß das selbst.

Aber es ändert nichts, wenn du dich darin fallen lässt. Es blockiert.

Jetzt ist KÖRPERZEIT!

Lass die Seele nach Möglichkeit ruhen.
Wenn dir das nicht möglich ist, dann such dir begleitend therapeutische Hilfe.
Kann sehr wertvoll sein, wenn das Seelenpäckchen große Ausmaße hat.

Und auch das ist ein bewusstes um dich selbst kümmern.
DU trägst die Verantwortung für dich.

Dein Körper ist ein tolles Teil und hat jede Aufmerksamkeit verdient.
Spür ihn, lern ihn zu begreifen, arbeite mit und an ihm.

Hintern hoch und los.
Außer in äußerst tragischen Fällen, ist es jedem möglich, sich in irgendeiner Weise zu bewegen.

Geh.
Geh einfach.

Du brauchst nicht rennen. Nö.
Schuhe an und raus.

Wenn selbst das nicht geht, so setz dich auf den Stuhl und heb die Beine im Wechsel an. Streck die Arme zur Seite aus und lass sie kreisen. Stell dich hin und reck und streck dich.

Weck den Körper. 

Auch wenn es am Anfang nicht viel ist, es ist doch mehr als gar nichts.

Wenn du "Rücken" hast, dann sorg für Krankengymnastik oder geh in einen Rückenkurs. Peng!

Tu dir gut.
Beweg dich.

Und wenn es am Anfang nur 10 Minuten sind.
Regelmäßig.
Steigern.

Du hast keine Zeit?
Komm mir nicht damit!

Du hast garantiert Zeit für die ein oder andere Stunde vor dem Fernseher.
Du hast auf jeden Fall Zeit, das hier zu lesen.

Dann leg dich vor dem Fernseher auf den Boden und mach mal ein paar Crunches oder heb die Beine an. Oder setz dich genau jetzt, während du das liest, mal richtig aufrecht hin. Brust raus, Bauch rein, gerader Rücken, roll die Schultern zurück, den Nacken lang, Po zusammenpitschen. Bleib so. Mindestens bis du fertig gelesen hast.

Du willst nicht, dass jemand dich dabei sieht?
Dann geh meinetwegen ins Schlafzimmer und mach die Tür zu.

Es bedarf keinen Marathon, keine Stunden im Schwimmbad und auch keinen Fitnesskurs (aber es ist nicht ausgeschlossen, dass du das später willst - jeder nach seinem Gusto).
Es bedarf nur einen Impuls.
Jetzt.

Überleg mal, was dieser Körper Tag für Tag leistet!

Hilf ihm.
Mit Bewegung.
Mit Fürsorge für dich selbst. 


Dusch oder bade und creme diesen Körper, deine Hochleistungsmaschine, ein.
Rasier dir meinetwegen die Beine.
Aber kümmer dich drum.

Körper raus aus dem Daseinsschatten.
Dann kann die Seele sich vielleicht zurücklehnen und ausruhen.
So war es bei mir.

Die Zeit der Ausreden und des Badens in Selbstmitleid ist vorbei.
Vergangenes kannst du kaum ändern.
Passiert ist passiert.

Du bist deine Medizin.
Mach dich stolz auf dich selbst.
Das kannst du.


8. Wer zuletzt lacht, lacht am Besten 

Du bekommst zu Hauf "gute Ratschläge", wie du am Besten abnehmen sollst?
Jemand sagt dir, dass du es eh nicht schaffst?
Weil du es noch nie geschafft hast?

Ehrlich?

SCH*ISS DRAUF!

Geh deinen Weg und versuch, aus Kritik erst Wut und schlussendlich Kraft zu machen.

Yay, zeig es ihnen, noch wichtiger: zeig es dir.

DU bestimmst über dich, nicht andere.
Und was du zulässt, wird geschehen.

Bei meinen ersten Laufversuchen hatte ich die Kapuze über dem Kopf gezogen, die Sonnenbrille auf der Nase und hatte Schiss, dass mich jemand sieht. Jemand lacht.

Darüber habe ich beim Laufen nachgegrübelt und dann die Kapuze vom Kopf gezogen und dachte: "Ja, lacht nur. Wir werden sehen, wer hier in vier Wochen lacht!"

Und glaubt mir, denen ist das Lachen vergangen. Und ich liebte diese dümmlich erstaunten Gesichter am Anfang, als sie merkten, DASS ich abnahm und DASS ich laufen konnte.

Erst lachten, kritisierten oder schmunzelten sie hinter dem Rücken.
Dann schwiegen sie.
Darauf folgte das Staunen.

Und jetzt werde ich immer öfter um Rat und Hilfe gebeten.
Von denen.

Egobooster vom Feinsten.

Und wenn du etwas nur deshalb nicht tust, weil du sonst anECKST, trägst du deine runden, weichen Körperformen nicht zu unrecht.

Unterm Strich bleibt zu sagen:

Nur DU kannst etwas an DIR ändern.
Nicht andere.


Du!


Es ist Zeit, fang an!



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Sonntag, 5. Februar 2012

So wie Sudda #5

Bisher schrieb ich über meine Ernährungswahl, meine Ernährung, das Sportverhalten und die Grundvoraussetzungen, bzw den seelischen Teil.

Heute versuch ich meine Strategien ein wenig zusammenzufassen und zu erläutern. Die Strategien, die mich bei meiner Abnahme, bzw. der Änderung meines Lebens begleitet und unterstützt haben.


5. Strategien

1. Kopfkino und Powerloader

a) "Filme fahren"

Gerade am Anfang, wenn das Ziel noch so weit entfernt ist und man ein wenig wackelig und unsicher auf seinem neuen Weg unterwegs ist, kann man herrliche Filme im Kopf entwickeln und sollte diese von Herzen genießen.

Bunt, glamourös, alles, was geht.

In meinen Träumen geigte ich Blöden die Meinung und eliminierte sie aus meinem Leben. Nehmt dazu meinetwegen ein Laserschwert wie in "Star Wars" oder beamt sie direktemang von hinnen.

Ich stellte mir auch Situationen vor, die mir Angst machten. Situationen, in denen ich blöd angepöbelt werden würde und bastelte an den richtigen Antworten. Antworten, die den anderen die Tränen in die Augen trieben. Ich zahlte heim... fragt nicht nach Sonnenschein!

Manchmal schämte ich mich zu Anfang für meine Träume, denn ich schwöre "Pretty Woman" und "Flashdance" waren seichte, trockene Filme gegen meine.

Aber durfte ich das?
Durfte ich mir völlig Übertriebenes vorstellen?
Schurken eliminieren und als die Schönste auf den Ball gehen?
Die Bekannten, denen ich unterstellte, dass sie insgeheim über mich lachten, tuschelten oder lächelten als die peinlichen Deppen dastehen lassen, während ich in unfassbarer Robe größtes Entree machte?

OH JA. Das durfte ich, denn meine Gedanken sind frei und Träume sind Träume sind Träume sind Träume.

Ich legte mich öfters abends bewusst früh ins Bett, machte entspannende Musik an und träumte hellwach in den erstaunlichsten Nuancen. Immer war ich die Siegerin, immer ich die Heldin. Nie war ich verzagt oder scheiterte.

In meinen Träumen durfte ich das, auch wenn ich das im wahren Leben bezweifelte und noch unsicher war.

Die schönsten Träume kramte ich immer wieder hervor und baute sie schrittweise aus.

Abstrakt? Egal.

Es hatte Nachhall. Ich fühlte mich stärker und selbstbewusster dadurch. Ich würde es schaffen, das lernte ich daraus. Erst in meinen Träumen, später - wenn auch deutlich abgemildert - im wahren Leben.

Träumt euer Leben, um eure Träume leben zu können!



b) gemeine und geheime Pläne

In meinem Kopf gab es auch eine Ecke für besonders miese Gedanken. Unterirdische!

Ihr habt eine Bekannte/Verwandte, die immer so ein wenig durchblicken lässt, dass es doch nicht so schwierig sein kann, abzunehmen, obwohl sie selbst moppelig ist? Die sich toll findet, nur weil sie eine Unze oder zwei leichter ist?

Super!

Dann überschlagt ungefähr was sie wiegt und beschließt, dass ihr demnächst leichter sein werdet. Und natürlich wird sie es sofort bemerken. Noch natürlicher werdet ihr das gönnerhaft überhaupt nicht weiter erwähnen. Nur ab und an fallen lassen, wie viel ihr jetzt wiegt und dass es ja nicht so schwer sein kann, abzuehmen. Ihr könnt auch gönnerhaft eure Hilfe anbieten.

Genuss zunächst im Kopfkino, später im wahren Leben noch besser!

Ich hatte zwei davon. Und beide habe ich auf meiner Meilensteinliste (s.u.) einsortiert. Nach Gewicht im Verhältnis zu meinem. Natürlich nicht auf der offiziellen, die ich hier im Blog eingestellt hatte. Nö. Ich bin ja nicht blöd.

Bisschen böse sein ist schon okay. Lieb war ich lange genug.

Aber es geht noch extremer:

Eine Frau, die ich kenne, hatte es als einziges Ziel, an einer Arbeitskollegin gewichtstechnisch vorbeizurauschen. Und das hat hervorragend funktioniert. Hervorragend. Sie sagt immer zu mir, dass nichts so motivierend ist, wie die Chance auf Rache.



c) Motivationsmusik

Ich habe auf meinem Ipod eine Liste mit Musik, die mich in Fahrt bringt und glücklich macht. Die höre ich immer wieder gerne. Die Musik auf dieser Liste ist so bunt wie das Leben und es sind sogar welche dabei, wo ich niemals auf die Idee käme, mir jemals eine ganze CD des Interpreten anzuhören, weil ich sie/ihn und seine Schöpfungen sonst überhaupt nicht mag.

Warum mich gerade diese Lieder so "angesprungen" haben, kann ich in den meisten Fällen auch nicht wirklich sagen, aber es ist so:



Beweg dein' Arsch - Sido (oh weia - aber guter Text!)
Duffy - Warwick Avenue (weil man es so herrlich mitsingen kann!)
En Vogue - Free your mind (für den großen Auftritt!)
Gloria Gaynor  - I am what I am
Heroes del Silencio - Entre dos Tierras
Kraftwerk - Numbers (zum Laufen genial)
Lisa Koch - Middleaged woman (weil es zum Wegwerfen herrlich ist!)
LMFAO - Sexy and I know it
Manamana - Sesamstraße ( fragt nicht!)
Metallica - Nothing else matters
Peter Fox - Schüttel dein' Speck (Ay Caramba!)
Tom Waits - Waltzing Matilda (alltime favorite!!)

usw usw.


2. Belohnungen

Besonders am Anfang wichtig, da ich mich selbst jahrelang unter "ferner liefen" in meiner eigenen Aufmerksamkeitsskala einsortiert hatte. Und es fühlte sich etwas merkwürdig an, sich zu belohnen.

Und nein, macht nicht den Fehler und belohnt nur 5 bzw 10 kg Schritte. Es gibt so vieles mehr, was auf dem Weg nicht unwesentlich ist. Sind die Abstände zwischen den Belohnungen zu groß, dann belohnt man zu selten und es ist ein wenig frustig. Im Prinzip ist jedes Kilo gleich wichtig, das eine geht eben nicht fort, bevor das davor verschwindet.

Ich war recht kreativ!

BMI-Grenzen, 5er und 10er-Abwürfe, Unterschreitungen von 10ern und 5ern (was weiß ich... UHU oder UHUZE), so-und-so-viel-Prozent-vom-angestrebten-Gewichtsverlust-erledigt, da kommt einiges zusammen.

Am Anfang war ich konsequent belohnend, später weniger, weil ich es nicht mehr so sehr brauchte.

Seid großzügig zu euch selbst und merket:
WENN JEDER AN SICH SELBER DENKT, IST AN JEDEN GEDACHT!


3. Listen

Haltet die Fortschritte fest. Sie tun der Seele so gut!

a) Abmessen

Ich hab von Anfang an meine Maße genommen. Anfänglich monatlich. An allen möglichen Stellen:

Hals, Oberarme (jeweils links und rechts), Handgelenke (beide), Unterbrustweite, ganze Brustweite, Taille, Hüfte, Oberschenkel dickste Stelle (beide), die Stelle über dem Knie (beide), Waden dickste Stelle (beide) und Fußgelenke.

Und mittlerweile sind einige Zentimeter gewichen:
Meine Maße

Das war besonders wichtig, wenn sich auf der Waage längere Zeit zu wenig tat, denn der Körper baut sich trotzdem weiter um. Außerdem tut der Sport bei mir auch ein Übriges.


b) Komplimente

Komplimente sind Seelenstreichler, die man als sehr dicker Mensch recht selten erhält. Gut, außer vielleicht für gutes Kochen oder weil man irgendeine Aufgabe gut erledigt hat.

Viel schöner sind aber die, die man für seine Abnahme erhält, weil man darin konsequent war, besser aussieht.

Notieren!
Verwahren!
Rauskrempeln an schlechten Tagen!!!


4. Hinterfragen bei Krisen 

a) Wieso will ich jetzt essen? Und was soll ich dagegen tun? Ablenkungsmanöver!

Hab ich echten Hunger, dann esse ich.
Ich esse nach LCHF.
Ich esse genug.
Ich bin satt.

Sollte ich zu wenig gegessen haben und habe wieder Hunger, dann esse ich auch wieder.
Ich esse NICHT nach der Uhrzeit oder weil gerader irgendeiner mir etwas anbietet, weil er Geburtstag hat.

Aber manchmal kommt einem der emotionale Hunger in die Quere.
Gewaltig und lautstark.

Man weiß eigentlich selbst ganz genau, wann es echter Hunger ist und wann er eher andere Ursachen hat.

Und die erste Maßnahme für mich war in einem solchen Moment, dass ich mich so schnell wie möglich aus der Situation herausbegeben habe.

Schuhe an, raus, laufen. 
Weg da! 
Auspowern!

[Situationen, die mir nicht behagten, lernte ich,  bisweilen abzubrechen und mit einem "Nö, das ist mir zu blöd, das tut mir nicht gut!" auf dem Absatz kehrt zu machen und weg zu gehen. Natürlich nicht für jeden Popanz, aber andererseits muss ich mir auch nicht alles geben und bieten lassen.


Später, wenn sich meine Emotionen gelegt hatten, konnte ich zurückkehren und weiterreden, aber da ging es manchmal um erste Hilfe für mich!]

Laufen und auspowern half mir am besten. Danach fühle ich mich gut und bin glücklich und müde. DANN kann ich überlegen, woran es gelegen hat, dass ich nun unbedingt essen wollte.

Habe ich direkt versucht, mich damit emotional auseinander zu setzen und ggf. versucht, den emotionalen Hunger zu verdrängen oder auszusitzen, dann wurde es viel, viel schlimmer.

Mein Inneres reagierte darauf wie ein quengelndes Kleinkind an der Kasse des Supermarktes! Das ging gar nicht.

Raus aus der Situation und anschließend weiterdenken.

Anstelle des Laufens kann man auch jemanden anrufen und ein nettes Gespräch führen, einkaufen fahren oder eine Freundin/einen Freund besuchen. Ein ausgiebiges Bad hat sich - jedenfalls bei mir - nicht sehr bewährt, denn da hatte ich wieder zu viel Zeit nachzudenken. Ganz Harte können auch einfach schlafen gehen.

Und nie vergessen:
Ein wenig Egoismus steht einem nicht schlecht!



b) Warum nehme ich nicht (schneller) ab?

Was ich mir immer und immer wieder ins Gedächtnis gerufen habe, ist, dass ich nicht über Nacht so dick wurde. 

Nie vergessen!

Geduld ist nicht meine Stärke, aber gerade die gilt es zu beweisen.

Und man möchte schließlich gesund und vernünftig und vor allem nachhaltig Gewicht verlieren.

Keine Crashdiäten, denn die führen in der Regel vielleicht zu einem schnellen Gewichtsverlust, aber ich habe oft genug beobachtet (auch an mir selbst früher), dass man das nicht lange durchhält und nach einer Weile mehr wieder auf den Rippen hat als vorher.

Und doch... manchmal hakt es länger.
Warum?

Es scheint so zu sein, dass es bestimmte, individuell verschiedene Gewichtsgrenzen gibt, die der Körper eine Weile krampfhaft festhalten oder sichern möchte. Bei mir war die 104 ein gefühlt hartnäckiges Miststück. Oder Mitte 80. Da hilft nur cool bleiben, weitermachen und aussitzen.

Ein zweiter Faktor kann auch sein, dass man nach einer superkonsequenten Phase einfach etwas durchhängt und die Fünfe gerader sein lässt, als man meint.

Ist okay.
Ist völlig okay.

Aber in dem Fall bitte nicht drüber ärgern!
Ehrlich zu sich selbst sein!

Lieber an der Stelle mal die Nahrungsaufnahme analysieren (birgt manchmal echte Überraschungen) und auch, ob man im Moment überhaupt so enorm strikt sein möchte!!

Was ich aber nicht empfehlen kann, sind STOLPERER oder AUSNAHMEN.


Eine Ausnahme hat gerne die nächste am Händchen und man ist schneller aus dem System als man sich vorstellen kann.


Modifizieren.
Aussitzen.
Veratmen!




Genug für heute...
Ich kann nicht mehr richtig denken, glaub ich.
Werde das hier vielleicht noch überarbeiten, irgendwie deucht mir, es fehlt die Hälfte.


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Samstag, 4. Februar 2012

Hirntraining für Blondinen...

Die Tage bekam ich von datBea ein interessantes Mitbringsel, dass ich euch auf keinen Fall vorenthalten möchte:





Hmmm...
Alle Farbfelder sind rosa...

No further comment!















P.s. Ich gebe nicht zu, dass ich einige Sekunden überlegt habe, wie das wohl funktioniert und ob das kompliziert ist!
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Donnerstag, 2. Februar 2012

Öcki - öcki - öcki - öcki

Was das ist?

Autoroulette am frühen Frostmorgen!!

VERLOREN!

*narf*

Suche Starthilfe, gebe kalte Finger und dicken Hals!
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Mittwoch, 1. Februar 2012

So wie Sudda #4

4. Sport

Manche sagen, dass abnehmen ohne Sport nicht wirklich funktioniert. Andere sagen, dass Sport die Abnahme erschweren kann, weil es zu mehr Hunger kommt und daher gerade am Anfang dem Abnehmenden ein Beinchen stellen kann. Dritte nehmen in erster Linie dank Sport ab...

Für jede dieser Theorien gibt es - wie generell für fast alle Meinungen zu fast allen Themen - eine Fülle von Links, Texten und Ausführungen, nicht nur im Internet.

Je nach Gusto kann man sich dort die Fakten, die die eigene Einstellung untermauern, herausfischen und sich mit einem "Siehste!" entweder entspannt zurücklehnen oder erst recht eine Laufeinheit einlegen.

Da kann man richtig wuschig werden im Kopf.

Und wie so oft, wenn ich wuschig im Kopf werde, entscheide ich mich dafür, dieses ganze Hullabalu zu ignorieren und auf mich selbst zu hören und zu vertrauen.

Ich bin mit der Zeit eher zum Praktiker und Ausprobierer geworden, Theorie und Wissenschaft liegen mir weniger, jedenfalls wenn es um mich selbst geht.

Wie war es mit mir und dem Sport?

Generell bin ich nicht gerade der sportlichste Mensch. Aus mir wäre niemals eine echte Leistungssportlerin geworden und schon gar nicht eine Olympiasiegerin.

Gemeinheit der Natur!

Immerhin war ich mal Jahrgangsbeste im Kugelstoßen.

Da schaut ihr, was?

Gut, es haben auch nur zwei Mädchen aus unserem Jahrgang die Kugel gestoßen, die anderen haben sich fürs Bällchen werfen entschieden..

Und da ich zu den unfassbaren Talenten gehöre, die kleine Bällchen, wenn überhaupt, eher HINTER sich landen lassen, weil mir die Technik bis heute nicht klar ist, war Kugelstoßen meine einzige Chance, mich bei den Bundesjugendspielen (um die ich mich ansonsten immer recht erfolgreich herumgedrückt habe - Warum gibt es DAFÜR eigentlich keine Urkunden? Also für die phantasievollste Drumherumdrückausrede??) nicht bis aufs Mark vor den ganzen Jungs zu blamieren.

Als ich ganz dick war, hatte ich null Bock mich zu bewegen. Ich kann total super auch 500 m mit dem Auto fahren! Kein Problem.

Und es nervte mich schon, wenn ich die Treppe nach oben musste, um etwas zu holen. Kinder haben viel flinkere Beine oder ich erledigte mehrere Aufgaben in einem, wenn ich sowieso dorthin musste. Ich mied Bewegung, wo es auch nur im Ansatz möglich war.

Denn so eine blöde Treppe kann schon sehr anstrengend werden, vor allem, wenn man schnell nach oben muss, weil wieder irgendeines der Kinder kreischend in Not war, weil so unfassbar Schreckliches geschehen war, wie dass der Bruder der Schwester ein Kuscheltier vorenthalten wollte. Oder DEN Legostein.

Einen solchen Treppengang merkte ich in den Beinen und vor allem in der Atmung! Und auf dem Sofa war es so viel angenehmer.

Aber stop!
Ehrenrettungsversuch.

Es gibt für mich zwei Sorten dicke Menschen.

Einmal die, die durch ihr Gewicht sehr stark in ihrer Bewegung eingeschränkt sind. Gut, oft sagt man dann, man habe "Rücken" oder "Knie". Aber wenn man schon "Rücken" oder "Knie" hat, dann sollte man sich darüber klar sein, dass Extragewicht nicht gerade förderlich ist. Und in manchen Fällen ist das Gewicht sogar verantwortlich für "Rücken" und "Knie"! Diese Menschen fallen - tschuldigung - dadurch auf, dass sie kaum noch normal gehen können. Sie "wobbeln" in Schlenkerbewegungen vorwärts. Und üblicher Weise suchen sie sich jede Gelegenheit, um sich hinzusetzen und so schnell nicht wieder hoch zu kommen. Sie müssen sich ausruhen. Müssen sie wirklich. (Ich darf sowas Gemeines schreiben, ich war selber dick!)

Die zweite Gruppe ist zwar auch dick, aber beweglich und sie sind in der Lage normal und energisch bzw. energiereich zu gehen.

Ich war wohl irgendwas dazwischen. Ich wollte auch nicht, aber ich konnte. Habe trotzdem Fitnesscenter und Pilateskurse aufgesucht und gehörte sicherlich nicht zu den Schlusslichtern, was mir in solchen Fällen immer ein kleiner, innerer Triumph war.

Aber ich mied.
Ich verschwendete sehr viel Energie und Gedanken in Vermeidung!
Aus Bequemlichkeit.
Aber auch aus Angst davor, mich als keuchendes Fettie zu outen.

Wenn zum Beispiel Elternabend in der Pubertistenschule war, bekam ich schon vorher eine feinstoffliche Krise. Tage vorher. Denn mir war klar, dass ich in den dritten Stock musste.

Oben pustend und mit hochrotem Kopf den Klassenraum entern?

Neeeneeee...

Kurz gesagt:
Ich kenne alle weiter vom Klassenraum entfernt liegenden Treppen, die sonst keiner benutzte, damit ich mich oben schnappatmend am Geländer festhalten und die Röte meines Kopfes erst einmal veratmen konnte, bevor ich mit versuchter Würde und Contenance den Klassenraum gemäßigten Schrittes betreten konnte...

Das dauerte locker 5 Minuten und endete hinterher immer - nachdem die Anspannung nachgelassen hatte - in einem Fressflash! (klick drauf!)

Andererseits wusste ich aus meinem noch früheren Leben, dass ich auch enorm viel Spaß an Sport haben konnte... schwimmen, tanzen und wenn ich erst einmal Biss gefunden hatte, habe ich mich kopfüber hineingestürzt und konnte mich ohne Ende knechten. Ich liebte es, den Körper zu spüren und an den Fortschritten zu merken, wozu er in der Lage ist.

Denn das ist wahrlich erstaunlich!
Und es gibt kaum etwas Schöneres, als wenn man feststellt, dass Grenzen sich nach und nach aufweichen und man immer mehr erreichen kann, wenn man nur dran bleibt.


Wie kam ich also bei meiner Abnahme zum Sport?

GAR NICHT!

So.

Denn der Sport kam ganz von selbst zu MIR!

Durch die Ernährungsumstellung und die Abnahme bekam ich sehr zügig richtig viel Energie.

Ich verlor am Anfang sehr viel Wasser und dadurch schmerzten meine Beine nicht mehr bei jedem Schritt. Und ich war wach und entspannt. Außerdem forderte der Lernprozess, zukünftig Gefühle jeglicher Art nicht mehr aufessen zu wollen, eine neue Strategie damit umzugehen. Und ich konnte ja nun schlecht auf einmal meine Umwelt andauernd anpöbeln und anschreien.

Ich saß also auf meinem Sofa rum und spürte, dass Unruhe und Zappligkeit in mir aufkeimten. Ich sagte mal im Forum, dass ich mich fühlen würde, wie ein "Karnickel auf Droge". Und das trifft es ziemlich.

Und die eine Stunde Pilates pro Woche reichten schnell nicht mehr aus. 

Mein Mann nahm mich zum Wandern mit und ich musste dabei harsch an meine Grenzen und durch alle Gefühlsebenen... Guckstu zum Beispiel hier! (klick drauf!)

Daher kam ich auf die Idee, walken zu gehen. Oder spazieren. Wie man möchte. Um mich ein wenig konditionstechnisch aufzumotzen. Ich ging so oft es  mir möglich war mindestens eine halbe Stunde. Zusätzlich zu den Wandergängen mit dem Mann. Erst ganz langsam, dann wurde ich schneller und stabiler.

Und schon waren wir bei 1 Stunde Pilates und 2-3 mal walken pro Woche sowie gelegentliche Wanderungen!

Schnell merkte ich, dass mir das Mehr an Bewegung sehr gut tat. Ich konnte meine Gefühle in Form von Bewegungsenergie abgeben! Herrlich. Außerdem fühlte ich mich hinterher saugut. Ich war stolz auf mich und der Körper fühlte sich herrlich bewegt an.

Außerdem glaube ich - unabhängig von allem Bla an Information - dass die Bewegung sehr förderlich für meine Abnahme war. Denn nach dem Sport war ich zufrieden und hatte keinen Hunger PLUS dass Bewegung logischer Weise Energie verbraucht. Und wenn ich mir weniger Energie in Form von Essen zuführe als ich im Grundumsatz zuzüglich Sport verbrauche, dann nehme ich ab. Punkt. Ob man die Energie jetzt als Kalorien, die uns glasklar quasi mit einem Holzofen gleichsetzen, bezeichnen möchte oder meinetwegen auch als "Schlumsdibumsdis" ist mir gigaegal. 

Ich war ruhig, entspannt, ausgeglichen, glücklich und ich nahm ab.

He, was will man mehr?

Nach und nach wurden die Strecken länger, bis ich mich eines Tages mit immer noch gut über 100 Kilo ans Laufen wagte. Festgehalten hier! Gänsehaut pur!

Recht schnell war ich bei 1 Stunde Pilates und 2-3 Mal etwa 1 Stunde laufen pro Woche sowie gelegentliche Wanderungen.

Ich entschloss mich 2010 am Womens Run in Köln teilzunehmen und entwickelte Ehrgeiz. Zur optimalen Vorbereitungen besuchte ich eine Weile ein Fitnesscenter.

Ergo war ich bei 1 Stunde Pilates, 2 Mal Fitti und 2-3 Mal etwa 1 Stunde laufen pro Woche sowie gelegentliche Wanderungen.

Darauf folgte der Trainerschein sowie eigene Kurse. Fürs Fitti fehlt die Zeit und ist wohl auch überflüssig geworden, nicht wahr?

Also macht das 4,5 Stunden Kurse pro Woche plus eine halbe Stunde Gymnastik/Kursvorbereitung am Tag sowie gelegentliche Wanderungen.

Seit einer Woche laufe ich wieder (mein warmer Dank geht an den Arschtritt von Sissy Sisco) und mein Ziel ist klar formuliert. Der nächste Womens Run steht auch schon quasi vor der Tür.

4,5 Stunden Kurse pro Woche plus ca. eine halbe Stunde Gymnastik/Kursvorbereitung am Tag und 2-3 Mal etwa 1 Stunde laufen pro Woche sowie gelegentliche Wanderungen.

Das reicht.
Wobei... so ein Halbmarathon....

Ich kann sagen, dass meine Sportentwicklung eine spannende Wundertüte war. Nicht ich kam zum Sport, sondern der Sport zu mir. Völlig natürlich und in dem Maße, in dem ich dazu körperlich in der Lage war.

Und ich glaub, meine Mutter schlockert immer noch mit ihrem Kopf, wenn sie darüber nachdenkt. Sie sagt oft genug, dass sie das kaum realisieren kann.

Also... Öffnet vorsichtig die Wundertüte und lasst euch überraschen. Aber übertreibt es nicht. Fordern ja, überfordern auf gar keinen Fall.

Denn auch hier gilt:

Selbst ein Weg von 1000 Meilen beginnt mit einem Schritt.














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