Montag, 17. September 2012

Ach so! Na dann...

Was man nicht alles dazulernt, wenn man mal Ommas alte Kochbücher und Rezepte zu Rate zieht, weil man sich eine Kindheitserinnerung wachkochen möchte.

Ich war auf der Suche nach einem Rezepte für gekochten Kabeljau mit Senfsahnesauce, als ich auf diesen Text stieß.

Zitiert aus dem "Fortuna-Kochbuch", erstellt von E. Benneking, Lehrerin für hauswirtschaftlichen Unterricht, veröffentlicht 1906-1913 (muss ja schon Urommas gewesen sein, denke ich, Omma war da noch gar nicht geboren!):

Wenn die Hausfrau die Gerichte nicht richtig zusammenstellt, ist die Gesundheit der Familie ernstlich gefährdet. Ein Mangel an Fett in der Nahrung z.B. würde, da das Fett den Körper erwärmt, bei den meisten Menschen ein Kältegefühl verursachen, welches von innen kommt und durch warme Kleidung nicht zu vertreiben ist.

Der Mann, welcher mit zu magerer Kost ernährt wird, greift fast stets zum Branntwein, um sich zu erwärmen, besonders dann, wenn er außerdem noch einen unordentlichen, ungemütlichen Haushalt vorfindet.

Welche traurigen Folgen ein häufiger Branntweingenuss hat, ist ja leider nur zu oft zu beobachten. 

Die Folgen sind nicht nur äußerlich an dem betreffenden Menschen wahrzunehmen, sondern auch seine inneren Teile, Magen, Leber, Gehirn usw. werden krank. Das unnötige Geldausgeben für diesen Krankheitserreger bringt die Familie immer weiter herunter. Die Kinder sind auch schlecht genährt, skrofulös (Danke an Kati fürs entziffern!), blutarm; ein Stück Hausrat nach dem anderen muss zu Geld gemacht werden, damit die Hausfrau nur das Nötigste kaufen kann. 

In vielen Fällen hat sie es sich, wie wir sehen, selbst zuzuschreiben, wenn es so weit kommt.

Noch Fragen?

Manchmal sind die guten, alten Zeiten wirklich keine guten, alten Zeiten gewesen..







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Kommentare:

  1. Unfassbar oder?

    Ich gebe mal schnell noch einen Schluck Sahne an den Spitzkohl - nicht das hier noch jemand zum Branntwein greifen muß... tzzz

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    1. Ja, so chic schwarz/weiß und die Schuldige steht von vorneherein fest!

      Jetzt aber schnell.
      Sonst musst du deine Möbel verticken!

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  2. Das gesuchte Wort heißt 'skrofulös'. Gib Deiner Familie bloß ordentlich Fett! :-)

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    1. Skrofulös? Was'n das'n?
      Hab ich noch nie gehört!

      Hier NO RISC!

      ICH bin eine gute Hausfrau.
      Jaja!

      :)

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    2. Uuuuhhh...

      Aha:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Skrofulose

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  3. Klar, die Hausfrau ist schuld .... genau!

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  4. Ich habe auch so ein altes Hausfrauenbuch von - Moment!... - na gut, nicht ganz so alt, 1957.
    Wenn ich schlechte Laune habe, lese ich es und kann herrlich lachen! Schon irre, was für ein Weltbild damals vorherrschte. Hier findet sich z.B. der schöne Satz "Bei einer Meinungsverschiedenheit zwischen den Eltern geht die Meinung des Vaters vor."

    Auch sehr schön (und wirklich nicht frauenfeindlich!) finde ich "Durch seinen Beruf gezwungen, den größten Teil des Tages fern von Weib und Kind zu verbringen, strebe der Hausherr danach, seine Heimkehr zu einem freudigen Ereignis für groß und klein zu gestalten."
    Da ist doch mal was wahres dran, oder?!
    Den Spruch fand ich so toll, dass ich das für dauernöhlenden Mann meiner Freundin ausgedruckt und an "seinen" Garderobenhaken gehängt habe! ;)

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  5. Au weia,

    da muss ich mir aber jetzt meinen Kommentar verkneifen und mir auf die Zunge beissen ... ***lol***

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  6. Wow, die arme Hausfrau ist also schuld wenn der Mann zur Flasche greift...lool
    Wehe wehe ihr spart am Fett.

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  7. Komisch, ich hab nur "Mangel an Fett in der Nahrung ist schädlich" gelesen.
    Nix von "die Frau ist schuld am Suff des Mannes".
    Hab ich voll ignoriert, ist ja für mich auch unwichtig. ;-)
    Hauptsache, ich krieg mit Fett mein Fett weg, hihi.
    Datt coco

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  8. Hammer! Und da liest Frau es wieder: Wir Mädels sind sogar verantwortlich für den Weltfrieden.. oder so.. ;o)

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  9. Bei mir lodert und brodelt es gerade innerlich.
    Was ein Glück, dass heute ein anderer Wind herrscht. GSD!!!

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