Mittwoch, 31. Oktober 2012

Schön ist scheiße!

Eigentlich denke ich, dass ich über ein recht ausuferndes Repertoire an Wörtern verfüge. Ich träller euch hier ja auch immer wieder die Augen voll und habe durchaus den Eindruck, dass viel Schreiben die Wortwahl und den Stil weiterentwickeln.

Gut, persönlicher Stil bleibt persönlicher Stil und daher fällt mir immer wieder auf, dass ich eine Vorliebe für bestimmte Worte habe und eine Tendenz zu überflüssigen Füllwörtern:

so, sehr, mal, immer wieder, ja, fast, enorm, total, schon, eigentlich, aber,... (beliebig ergänzbar)

Ich war zeitlebens eine Laberbacke.
Garantiert genetisch bedingt, kann ich nix für, müsst ihr mit meiner Mutter ausdiskutieren.
Beschwerdebriefe leite ich gerne weiter.

Legendär als ich einmal eine intensive Ausarbeitung im Bereich Recht schreiben musste. Der Stil dort ist eher klar und jedes überflüssige Wort muss weg.

Was tun, wenn man die Reinkarnation einer schnatternden Gans ist?

Ich schrieb in meinem Stil, seitenweise.
Danach nahm ich einen Rotstift und ging den Text Wort für Wort durch.
Alles Überflüssige strich ich durch (und überflüssig war da aus dieser Perspektive eine Menge) und schrieb den Text neu. Weniger als ein Viertel war vom Ursprungstext über.

Herrlich kurz.
Null Sudda.
Klang aber total wichtig.

Trotzdem keine sonderlich gute Note.
:)

Wo war ich...
(Verdammt... siehste.. schon wieder eine Menge Wörters für nix)

Als Kursleiterin turnt man nicht nur vor und schaut, dass die Teilnehmer alles richtig machen, nö, man muss man auch über die Dauer des Kurses fast ohne Punkt und Komma labern. Die Übungen anleiten, motivieren, ihr wisst schon.

Dürfte mir ja eigentlich nicht schwer fallen.
Tut es auch nicht.

Wobei ich niemanden kenne, der die Menschheit im Kurs besser mit Anekdoten vergessen lässt, was sie durchleidet, als mein Vorbild Schweinchen Schlau, die Meisterin der Wortwahl.

Gestern Abend stellte ich jedenfalls fest, dass ich trainerspezifische Lieblingswörter gebunkert habe.

"Akkurat", "ruhig", "in eurem Tempo", "herrlich", "konzentriert euch auf die exakte Ausführung der Bewegung", "entspannen" und vor allem: "schön",

"Zeichnet mit der Hacke ruhig und akkurat schöne Kreise in die Luft", "atmet schön ruhig weiter",, "hebt das Bein schön und ohne Schwung an"...

*narf*

Alles irgendwie schön, schön, schön,

Und das kann mich richtig nerven, weil ich mir ja interessiert zuhören muss. Sonst weiß ich ja nicht mehr, was ich denen sage.

Ich werde mir umfassende Gedanken machen und das Wort "schön" zukünftig ersetzen.
So!

Ende.

Was mein Buch angeht:
Da bleibt alles wie gehabt, auch wenn ich zugebe, dass ich meine Texte bestimmt hundert Mal lese und immer wieder Wörtchen ausmerze oder austausche.

Sudda ist Sudda und bleibt Sudda.

Das habt ihr mir in euren Kommentaren klar zum Ausdruck gebracht, wofür ich euch sehr dankbar bin.


Wenn ich nämlich alles theoretisch Überflüssige streiche, wie in diesem Text... Was bleibt da noch über?



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Montag, 29. Oktober 2012

War ja klar...

*Stimme mindestens eine Oktave höher geschraubt*


Ist es nicht herrlich, wenn man am Morgen ein wenig Extrazeit geschenkt bekommt, um in aller Ruhe die Spülmaschine auszuräumen, Wäsche zu falten und entspannt den Kaffee zu genießen?



*rrrrriiiiiiiiiiitttttttttttttttttsssssssssssscccccccccccccchhhhhhhhhh*

(Nadel kratzt jäh über Schallplatte)

Neeee, ihr da, es gelingt mir - verdammt noch mal - absolut nicht mir schön zu reden, dass ich vergessen habe, meinen Wecker auf Winterzeit umzustellen.

Wenigstens habe ich es gemerkt, bevor ich um 5 Uhr die gesamte Familie aus dem Bett gewippt habe.

Boah, nöööö!

Euch wünsch ich einen ausgeschlafeneren Start in den Morgen...

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Sonntag, 28. Oktober 2012

Rezept für eine erfolgreiche Abnahme

Neulich in einem Café.

S., selbst zeitlebens schlank gewesen, rührt gedankenverloren in ihrer Tasse und sagt:

"Ganz eigentlich ist abnehmen doch eine simple Sache. Man entscheidet sich für eine Diät und zieht das ganz einfach durch bis man am Ziel angekommen ist. Peng und gut."

Hm.

Das Tassengeklimper erschwerte das Nachdenken, ich mag dieses Geräusch nur dann, wenn ich es selbst verursache, dann, wenn ich es hören will.

Also, wie ist es nun?
Einfach nur eine Ernährung wählen plus Konsequenz und gut ist?

Weiß nicht.
Vielleicht aber auch deshalb, weil ich kein Mensch der kurzen Texte bin. Das ist mir zu pauschal.

Ich bin jetzt mal so arrogant und bezeichne mich als erfolgreiche Abnehmerin. Als eine, die weiß wovon sie spricht. Ich habe sehr viel abgenommen und - was mindestens genauso wichig ist, wenn nicht wichtiger - ich halte meine Abnahme auch noch ohne mir Mühe zu geben oder mich zu kasteien.

Wie sieht es nun aus meiner Sicht aus, das Rezept für eine erfolgreiche und dauerhafte Abnahme? Was braucht es dazu?

Es folgt ein kleiner Gedankenanstoß für all diejenigen, die gerne erfolgreich und dauerhaft abnehmen möchten.

Ich empfehle an dieser Stelle sich gemütlich zu setzen und ggf in eine Kuscheldecke zu hüllen, eventuell auf dem Herd brötschelndes Mittagessen beiseite zu schieben und etwas zu trinken bereit zu stellen, denn schon in dieser Einleitung schweife ich wieder aus, wie ein Komet am Nachthimmel. Das kann ja heiter werden...

1. Das Konzept

Du musst für dich die Ernährung finden, die zu dir und deinen Bedürfnissen passt. Dafür musst du dir Zeit nehmen und dich umfassend informieren. Lies alles, was dir dazu in die Finger fällt, keine Schnellschüsse, weil vielleicht die Cousine der Tante der Friseurin der Metzgersgattin auf diese Weise mal innerhalb von 2 Wochen 10 kg abgenommen hat. Auch nicht weil LCHF vielleicht bei dieser komischen Sudda das Richtige war.

Du bist einzigartig. Ein Farbklecks in der bunten Welt und es geht hier nur um dich.

Deine neue Ernährung muss zu dir passen und vor allem auf Dauer lebbar sein. Es darf keine Crashdiät sein. Du sollst dich heilen, nicht zerstören.

Woran du im Endeffekt glaubst ist deine Sache, Hauptsache es passt. Zu allen Ernährungsformen findest du, wenn du dich umliest, unzählige Pros und Contras. Finde deins.

Abnehmen kann man vermutlich mit allen Diäten, aber alles, was du nicht dauerhaft durchhältst, führt dazu, dass du ständig denken wirst: "Ich zieh das jetzt mal schnell durch und wenn ich fertig bin, kann ich endlich wieder normal essen. Bis dahin überlebe ich das irgendwie, auch wenn es eigentlich nicht mein Dingen ist."

He, ho, da hast du schon einen Denkfehler...

Denn wäre das, was du VORHER gegessen hast, NORMAL gewesen, warum sitzt du jetzt da und musst überhaupt abnehmen?

Das wird nicht funktionieren, mein(e) Liebe(r)!

Jedenfalls nicht auf Dauer. Weder im Durchziehen noch im Halten der Abnahme.


1a. Offenheit - Bereitschaft, neue Wege zu beschreiten

Neue Wege tun Not, sonst wärst du nicht in der Situation, in der du jetzt steckst. Wie auch immer du zur Zeit isst... erfolgreich scheint es nicht zu sein.

Also öffne deine Augen und dein Herz, trau dich was, sieh dich um:
Was brauchst DU, um erfolgreich abzunehmen und dein neues Gewicht auf Dauer zu halten?
Was brauchst DU, um anzufangen?
Was brauchst DU, um es für dich lebbar zu machen?


1b. Reflektionsvermögen oder Ehrlichkeit mit dir selbst

Du nimmst weder für mich noch für irgendwen sonst ab.
Nur für dich.
Du bist niemandem Rechenschaft schuldig außer dir selbst.
Merk dir das.

Nehmen wir an du hast dich freien Herzens für eine Ernährung entschieden, dann zieh es aber auch durch. Und wenn du mal daneben haust, dann bescheiß dich nicht selbst und schieb es nicht auf sonstwas, wie kosmische Strahlung oder was weiß ich.

Sei ehrlich zu dir selbst.
Ausreden helfen dir nicht weiter.

Oft (definitiv nicht immer, aber oft) finden sich bei genauer Analyse Fehler und die solltest du für dich reflektieren. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder du merzt sie aus und hältst dich wieder beinhart an die Vorgaben oder aber die Ernährung, für die du dich entschieden hast, war eventuell nicht die richtige.

Um die Fehler zu finden, ist es definitiv nötig, dass du nach bestem Wissen und Gewissen informiert bist.

Und schon sind wir bei einem ganz wichtigen Punkt, der


1c. Eigenverantwortung

Du nimmst ab.
Nicht deine Gruppenleiterin oder andere Spezialisten.

Es ist wirklich an der Zeit, dass dir das klar wird.

Und ich lehne Ernährungsformen ab, die uns das eigenständige Denken rauben. Wo es nur gilt, Tagesplan 1-10 zu befolgen oder aber eine fertige Nahrung zurecht zu machen (schütteln, aufwärmen, jedenfalls nicht kochen) und das wird das Ding schon schaukeln.

Nein, wird es nicht.
Oder nur vorübergehend.

Denn was machst du an Tag 11?
Wieder Tag 1?
Willst du ewig dieses Zeugs essen?
Was tust du, wenn du fertig abgenommen hast?
Hast du dich dann wirklich weiter entwickelt, genug gelernt um in Zukunft Verantwortung für deinen Körper zu übernehmen?

Du hast ein Hirn, also nutze es.
Denke.
Arbeite daran.

Wir sind keine Häuser, die man nach Bauplan erstellen kann.
Kein Kuchen, der immer gelingt, wenn man sich nur akribisch an das Rezept hält.
Wir sind individuell.

Mach es dir selbst.
Probier aus.
Spür nach, was du brauchst, was dir gut tut.

Nur wenn du Eigenverantwortung übernimmst und dir deine eigene für dich perfekte Ernährung schaffst, wirst du auf Dauer Erfolg haben.


2. Leidensdruck

Das ist irgendwie ein ömmeliges Wort, aber mir fällt kein besseres ein.

Erst wenn der Leidensdruck hoch genug ist, erfolgt der berühmte "Klick im Kopf". Ausreichender Leidensdruck ist es, der dich durchhalten lässt.

Aber wann ist dieser Zeitpunkt erreicht?
Das ist eine interessante Frage, denn das ist völlig unterschiedlich.

Es gibt Menschen, bei denen kommt das nie. Die können noch so belastet und krank sein, da passt noch einer rein.

Und so starten sie halbherzig, um ebenso halbherzig wieder abzubrechen. Weil Tante Trude Geburtstag hat und sie doch so enttäuscht wäre, wenn man ihren berühmte Kuchen nicht probieren möchte. Oder weil das eigenständige Denken so lästig ist.

Ich war definitiv an dem Punkt "Ich hab die Schnauze gestrichen voll von meinem Zustand" und das nicht nur in einem Moment, sondern schon länger.

So doof oder gemein das jetzt klingen mag:
Ich wünsche dir ausreichenden Leidensdruck.
Von Herzen.

Denn das ist die Grundlage für...


3. Biss 


Erst dann wirst du nämlich in der Lage zu sein, Gedanken wie "Dusch mich, aber mach mich nicht nass" beiseite zu legen und wirklich etwas zu bewegen.

Es IST Veränderung, es IST nicht immer einfach, es HAT mit Verzicht zu tun, es DAUERT das erfolgreiche Abnehmen.

Beschließe, mach, beiß dich durch.


3a. Konsequenz

Du hast beschlossen.
Zieh durch.

Klar, da ist immer noch Tante Trudes Geburtstag inklusive Kuchen, aber...

ÜBERRASCHUNG...

... der wird wohl jedes Jahr wieder kommen, bis die Gute nicht mehr lebt. Aber dann sind da andere besondere Tage. Und auch denen wirst du dich in aller Regelmäßigkeit stellen müssen.

Überleg dir:
Abnehmen oder Kuchen?
Abnehmen oder wasweißichwasnichtindeinKonzeptpasst?

Und hör mir mit dem dämlichen "Man muss sich was gönnen auf".
Echt jetzt.

Was GÖNNST du dir denn dann?

Den Rückfall? Eine Zunahme?

Herrlich klug, was?

In dem Moment, in dem du dir einen Fehltritt GÖNNST, stellst du außerdem das zu Gönnende quasi in deine Vitrine der Begehrlichkeiten. Vermisst. Es wird etwas ganz Besonderes.

Ist es aber nicht.

Du Dösel stehst aber davor und polierst deine Vitrine der Begehrlichkeiten am Besten täglich auf Hochglanz, vermutlich mit einem Tränchen der Trauer nach den guten, alten Zeiten im Auge.

Komm zu dir.
Wenn das gute, alte Zeiten gewesen sind, warum überhaupt etwas ändern?

Und schon kann man eine Schleife im Text ziehen und wäre wieder beim mangelnden Leidensdruck.


3b. Geduld

Davon bitte reichlich.

Nein, du wirst wohl vermutlich nicht Morgen aufwachen und schlank sein.

Wenn sich Ungeduldige bei mir beschweren, weil sie nicht schnell genug oder erst einmal gar nicht abnehmen, dann frag ich gerne nach, wie lange es gedauert hat, sich das Übergewicht anzuzüchten.

Denn ich denke, dass es dem eigenen Körper und der Seele gegenüber nur fair ist, mindestens den gleichen Zeitraum für die Abnahme einzugestehen.


4. Umfeld

Ich wünsche dir ein ebenso offenes und verständnisvolles Umfeld, wie ich es hatte/habe. Menschen um dich herum, die dich unterstützen, lieben, loben und tragen. Die dir zuhören und immer für dich da sind.

Ohne geht bestimmt auch.
Aber es ist ungleich schwerer.

Sprich mit ihnen.
Denn nur Sprechenden kann geholfen werden.
Sag, was dich drückt, was dich freut, was du brauchst und erwartest, um erfolgreich dein Projekt durchzuziehen.


5. Eigenliebe

In diesem Text kam sehr oft das Wort DU und EIGEN vor.
Bewusst.

Noch mal:
Du sollst das für dich machen.
Das ist dein Projekt.
Hier geht es um dich, nicht um das was andere von dir erwarten.

Sei gut zu dir.
Hör auf, Emotionen aufzuessen, lass sie raus.

Okay, vielleicht hast du Familie, für die du verantwortlich bist.
Hab ich auch.
Und immer, wirklich immer, sollten die auch bekommen, was sie brauchen.

Aber dennoch gibt es keinen verdammten Grund auf dieser Welt, warum du dir nicht die Poleposition der Wichtigkeit in deinem Leben mit ihnen fair teilen solltest.

Sie können deine Nummer eins sein, aber du selbst auch.

Schätze dich wert.
Sei achtsam mit dir, wie Oona es so gern sagt, wofür ich sie knutschen könnte.

Egal was man glaubt, aber Fakt ist, dass du jetzt lebst, was dann kommt, kannst du dann sehen.
Aber jetzt ist Zeit für dich. Du hast ein schönes Leben verdient. Absolut.

Und wenn du mir jetzt sagst, dass du von einem Haufen Egomanen umgeben bist, die ihr Dingen machen und wenig Rücksicht auf deine neuen Ideen nehmen, dann sag ich dir nur eins:

Wenn jeder an sich selbst denkt, ist im Endeffekt an jeden gedacht.

Lern dich lieben, stell dich vor den Spiegel, sieh dich an, mach dir eine Liste, was du an dir toll findest, innen und außen. Immer wieder.

Für mich war das ein langwieriger Prozess, der nicht immer schmerzfrei war.

Aber jetzt grinse ich breit, wenn oftmals dieses kurze, erstaunte Schweigen auftritt, wenn ich sage, dass ich mich selbst total super finde und absolut liebe. Anscheinend "sagt man sowas nicht".

Wisst ihr was?
Mir egal!



So weit meine Gehirngewitter zum Thema und doch habe ich das Gefühl, dass ich vermutlich noch einiges vergessen habe.

Hilf mir weiter!
Was braucht es noch?
Lass uns ergänzen.







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Mittwoch, 24. Oktober 2012

Meiner!

MEIN Sohn hat soeben die theoretische Fahrprüfung bestanden.

Mit NULL Fehlerpunkten.

Ganz die Mutti.

*stolzguck*


Bis zur praktischen ist es bestimmt auch nicht mehr weit.

Weia, mein armes Auto.





Und ja, wenn er durchgefallen wäre, wäre es natürlich SEINER gewesen.
Obwohl der Mann auch nie durchgefallen ist.
Aber man muss Prinzipien haben.

:D
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Montag, 22. Oktober 2012

Durchignoriert!

Hab ich heute im Büro meine wunderschönen niegelnagelneuen Schuhe angezogen.

Rein da in die gute Stube.

Meinste eine(r) hätte was gesagt?

Nö.

Also bin ich erst ein wenig lauter geschlurft.

*schrippklockschrippklockschripp*

Das geht toll auf dem neuen Laminatboden. Besonders auf den Stufen.

Und?

Nix.

Hm.

Dann hab ich die Hose was höher gekrempelt, denn sonst sieht man die gar nicht, kommen nicht formvollendet zur Geltung.

Und?

Niente. Nada.

Was tut man in solchen Situtationen?
Attacke!

"Habt ihr schon meine schönen neuen Schuhe gesehen?"
Dabei schön die Pfote anheben.


"Ja, klar. Haben wir schon gestern im Blog gesehen. Aber im Blog sehen die auf dem Foto eher blau aus, nicht schwarz."

Ach so.

Menno.

;o)

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Mittwoch, 17. Oktober 2012

Verlust

Manchmal gehen Menschen.
Manchmal gehen besondere Menschen.
Manchmal gehen besondere Menschen, die einem viel gegeben haben.
Manchmal gehen besondere Menschen, die einem viel gegeben und stets an einen geglaubt haben.

Sie hinterlassen ein Bündel wertvoller Erinnerungen.

Machen Sie es gut.

Ich bin stolz darauf, Sie kennengelernt haben zu dürfen.



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Sonntag, 14. Oktober 2012

Wildes Schweden

Pilze faszinieren mich ungemein.

Zum einen, weil ich sie sehr gerne esse, zum zweiten, weil sie einfach so rumwachsen, zum dritten, weil sie wenige KHs haben und sowieso.

Das Herbstwetter in Schweden inspirierte mich jedenfalls dazu, Pilze sammeln zu wollen.

Gut, eigentlich jahreszeitlich schon fast an der äußersten Grenze und Ahnung habe ich auch nicht, aber ich hatte ein Pilzbuch zur Hand und außerdem wollte ich sicherheitshalber nur Steinpilze und Kollegen finden, da kann einem bei einem Fehlgriff allerhöchsten total übel werden, aber man fällt nicht direkt tot um.

Am Mittwoch machten der Mann und ich uns auf. Wir wollten hauptsächlich von Torekov Richtung Hovs Hallar spazieren, aber weil dazwischen ein riesiges Naturreservat liegt, wollten wir dorthin einen Abstecher machen und ein wenig durch die Wälder stromern.

Immer schön auf dem Skåneleden, einem ausgewiesenem Wanderweg.
Und vielleicht würde ich dort Pilze finden?

Gesagt, getan...

Wir fuhren dorthin zum Wald quasi oberhalb von Båstad.


Am Wegesrand noch mehr hier und da geparkte Autos.

"Oh, noch mehr Pilzesammler!", dachte ich kleiner Naivling.

Wir parkten und zogen los.
Noch auf der Straße.

Landschaftlich war schon das Waldrandgebiet sehr hübsch und wir waren gespannt auf die mächtigen Wälder, die uns erwarteten.









Sind das nicht richtig schöne Fotos einer richtig schönen Landschaft, die der Mann da gemacht hat? Ich liebe seine Fotos.

"Wäre doch super, wenn wir einen Pilzsammler fragen könnte, wo man vielleicht suchen sollte!", schug der Mann vor und wie auf Bestellung poppte ein verschrobenes, älteres Männlein von einer Wiese auf die Straße und lächelte uns an.

Pilzkorb sah ich allerdings nicht. Was nix heißen muss.

Geschätzte "jenseits-der-70", ziemlich olle Outdoorklamotten und ein wettergegerbtes Gesicht.

Und weil er so nett lächelte, lächelte ich zurück und ging auf ihn zu.

"Wohin geht ihr?", fragte er uns.

Ich erklärte ihm, wohin wir wollten.

Er lächelte weiter und sagte, dass es besser sei, wenn wir auf den richtigen, befestigten Straßen bleiben würden, da sie gerade eine Treibjagd hätten.

Öh.

Wohl doch nicht so wirklich Pilze.

Er geriet ins Reden und ich übersetzte dem Mann, dessen Lebenstraum es viele Jahre gewesen war, Förster und Jäger zu werden. Dessen Augen glänzten.

Der alte Mann begriff schnell, dass der Mann a) nur deutsch spricht und b) deutlich interessierter an Jagdgeschichten ist und wechselte in erstaunlich gutes Deutsch.

Er erklärte dem Geneigten, dass sie Elch, Wildschwein und Fuchs jagen würden und während er erläuterte, dass sie 7 Elche abschießen dürften und einen hätten sie schon und gestern hätte er ein Wildschwein... so ein Riesenremmel (die Arme wurden immer breiter)... angeschossen... ins Gras abgeduckt... rangeschlichen... angelegt.. das Vieh aufgesprungen und auf ihn zugerannt... aus 2 m Entfernung niedergestreckt... 160 kg... blabla... fielen mir auf einmal in den Wiesen rund um uns Menschen mit teilweise greller Warnbekleidung auf, die ich vorher nicht gesehen hatte.

Die lauerten.




Hier kann man zwei Exemplare sehen. Ich musste sie allerdings stark vergrößern, denn auf dem Gesamtfoto waren sie nur futziklein zu sehen, daher die gelittene Qualität...

Der Mann war begeistert und versuchte allen Ernstes mich zu überreden, darauf zu warten, dass die Tiere an uns vorbei getrieben werden.

Neee.. is klar.

Bei meinem Glück muss ich mir die gehetzten Viecherl ansehen, die panisch an mir vorbeipreschen und dann quasi vor meinen Füßen erlegt werden.

Ich weiß, dass mein Fleisch nicht totgekuschelt wird. Ich bin ja nicht blöd. Aber ansehen muss ich es mir deshalb noch lange nicht. 

Und ich war ein wenig froh, dass ich selbst eine knallrote Jacke trug, ich schwör.

Ich teilte mit, dass ich so-fort da weg wollte.

Und nein, ich wollte auch das Angebot des alten Mannes nicht annehmen, bei seinem Hof vorbei zu fahren und mir das Geweih des gestern erlegten 12-Enders (Elch) anzusehen.

Fand es auch wenig behaglich, als der Mann fragte, wo wir denn wohnen würden und er auf meine Anwort entgegnete:

"Oj, DAS ist ein sehr gutes Gebiet!"

*hmpf*

Dann doch lieber den Wind an der Küste durch die Ohren pusten lassen.


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Mittwoch, 3. Oktober 2012

Fliegen und schwanger sein...

... weisen eindeutig PARALLELEN auf.

Glaubt ihr nicht?

Isso.
Erklär ich gleich.

Mit größten Schritten nähert sich nun der Tag, an dem ich ein Flugzeug besteigen und gen Norden fliegen soll. Viel zu große Schritte.

Bislang war es noch ganz weit weg, ich hatte reichlich zu tun und keine Zeit, Gedanken daran zu verschwenden. Sobald der Gedanke in diese Richtung floss, habe ich mich abgelenkt. Nur ja nichts aufkeimen lassen.

Geht so langsam nicht mehr!

Ich hab Angst.
Ich hab shice Angst!

Gestern im Familienkreise kam das Thema darauf.
Logo.

Und da warf ich direkt die These in den Raum, dass es Parallelen zwischen fliegen und Schwangerschaft gibt.

Große Augen.
Hä?

Na schaut mal.

Sobald in einer Runde eine Frau sagt, dass sie schwanger ist, was passiert dann?

ERST sagt jede, dass weder die Schwangerschaft noch die Geburt ein Problem sei. Dass das jede schafft. Dass es so gute Betäubungsmittel gäbe.

Irgendwann wendet sich das Blatt und JEDER hat mindestens EINE Gruselgeschichte zum Thema zu bieten...

"Das war ein Gefühl als hätten mich vier Pferde in unterschiedliche Richtungen auseinander gezogen." "Mein Damm ist rriiiiitttssccchhhh wie Papier zerrissen und die mussten sogar den Schließmuskel neu zusammen bauen." "Die Nabelschnur war fünfmal um den Hals gewickelt, wow, war mein Baby blau im Gesicht." "Die haben mich mit SSOOOO einer Spritze direkt in die Chacha betäubt (Arme werden weit auseinander gerissen)" "Mir sind beim Pressen zig Adern in den Augen geplatzt" "Mein Busen war so entzündet beim Stillen, KLUMPEN unter der Haut, rohes Fleisch an den Nippeln, das tat hölleweh" und so weiter und so fort.

Ich denke, dass jede von uns, die mal das Vergnügen hatte, schwanger zu sein, diese Stories kennt, oder?

Wenn man in der Gruppe vom Fliegen redet, läuft es nach einem ähnlichen Muster ab...

ERST kommt IMMER der Hinweis, dass Fliegen immer noch die ungefährlichste Transportmöglichkeit sei, dass man währenddessen prima schlafen könne, wie schön der Start sei, wie schnell man vor Ort sei im Verhältnis zur Autofahrt und so weiter, blablabla.

Gespickt mit Aussagen, dass man gar nicht verstehe, wieso ich solche Angst habe, denn ich sei doch früher immer problemlos geflogen. Warum also?

Mensch, wenn ich DAS wüsste, wäre ich schlauer. Ehrlich. Aber ich weiß es nicht und ich kann es mir auch nicht erklären. Seit der Geburt der Kinder ist es bei mir eben so, seit 1994 circa.

Dann auch bei diesem Thema IMMER der Wendepunkt.

"Neulich hatten wir aber Luftlöcher, da war mir übel." "Das ist noch gar nichts, wir hatten SOOO Luftlöcher, dass eine im Flur gekotzt hat (auch hier die ausgebreiteten Arme im Einsatz)" "Ja, oder wo letztens das Fahrwerk erst in letzter Sekunde ausgefahren ist, weißt du noch?" "Hat mal jemand ein Gewitter oder einen Sturm beim Flug mitgemacht? Also ich sage euch... (hochgezogene Brauen)" "Jaja, ich seh dich bestimmt abends in den Nachrichten. Schlagzeile: Hysterisch außen am Flugzeug hängende Frau blockierte Flughafen über Stunden, konnte erst mit Betäubungsschuss entsorgt werden!" "Such dir besser einen Platz am Notausgang" 

Ooooaaaaahhhhh... DANKE DAFÜR!
Aber echt.

Los, her mit euren Geschichten. Ich bin schon eingegroovt. Mich kann nix mehr schocken.

:D



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