Freitag, 30. November 2012

Für Anonym - faules Ei

Zum Post "Zuckersucht" erhielt ich einen interessanten Kommentar von "anonym" (bezog sich wiederum auf den Kommentar von Lieschen):

Liebe Sudda,
kannst du bitte mal was zu: "das schiebe ich bisher auf meine Faulheit diese Köstlichkeiten aus Gemüse, Ei und Fleisch herzustellen" sagen.

Klar kann ich!

Wenn mir Menschen sagen, dass sie zu faul sind, sich etwas Köstliches zuzubereiten, dann schlocker ich immer ein wenig mit den Öhrchen.

Ich überlege mir, woran das liegen könnte, dass man zu faul dazu ist.


Mangelnde Zeit?

Das glaube ich den wenigsten. Die meisten von uns haben doch recht viel Freizeit, oder? Immerhin Freizeit genug, um dieses und jenes TV-Programm zu schauen, für facebook und Konsorten, zu bloggen oder aber auch um genau jetzt hier zu lesen.

Ich weiß selbst wie es ist wenig Zeit zu haben, glaubt mir. Wenn ich am Mittag von der Arbeit im Büro heim komme, habe ich oft noch etwa eine halbe Stunde, um den Kindern und auch mir Essen auf den Tisch zu bringen. 

Es braucht gar nicht so viel Zeit.

Schaut euch mal meine Rezepte genauer an. Das sind fast ausschließlich simple Basisgerichte, die nicht übertrieben lange dauern. Schwierig ist etwas anderes.

Dennoch kann es sein, dass man hektische Tage hat. Aber essen nach LCHF ist supersimpel. Man kombiniert ein Stück Fleisch/Fisch oder Eier nach Wahl zubereitet mit Salat oder Gemüse und eventuell Kräuterbutter, pure Butter, Hollandaise oder kalte Creme Fraiche mit Kräutern und Gewürzen. Oder man nimmt das Fleisch nach dem Braten aus der Pfanne, gibt etwas Sahne hinein und würzt sie.

Peng fertig.

Vinaigrette (Salatsauce) bereite ich in größeren Mengen vor und bewahre sie im Marmeladenglas im Kühlschrank. Schütteln und gut.

Kräuterbutter kann man auch vorbereiten.

Und während der Fisch, das Fleisch oder die Eier in der Pfanne schmurgeln, wasche ich parallel Salat. Oder ich koche gleichzeitig Blumenkohl, Brokkoli oder Rosenkohl, püriere ihn mit viel Butter und würze. Oder ich werfe Gemüse nach Wahl in eine Auflaufform, packe etwas gefälschte Hollandaise für Eilige (Rezept) und Käse drüber und gebe es in den Backofen. Pilze zum Fleisch in die Pfanne... Auch immer wieder lecker! Ein Omelette muss in Ruhe stocken, in der Zeit kann ich sogar staubsaugen. Aufläufe kann ich am Vorabend vorbereiten, den Rest macht er im Ofen am nächsten Tag allein.

Am Wochenende koche ich ausgiebig und genieße das dann sehr.  

Das fand ich an LCHF immer so schön. Es gibt keine fertigen Tagespläne mit mengen- und produktmäßig festgelegten Rezepten. Das ist Freestyle. Da kann man dem eigenen Geschmack nun wahrlich viel Freiraum gewähren.

Mangelnde Zeit... gilt nicht.


Mangelndes Können?


Gute Nachrichten:
Ich glaube fest daran, dass jeder in der Lage ist, die Grundzüge des Kochens zu lernen, wenn er nur will. Das macht Spaß und wenn es hinterher auch noch schmeckt, durchaus zufrieden und stolz.

Traut euch.


Fakt ist:

Bei LCHF kommt man nicht drum herum, sich mit Kochen und Lebensmitteln auseinander zu setzen. Wer dazu nicht bereit ist, sollte etwas anderes suchen. Shakes vielleicht.


Mangelnde Lust?

Was heißt denn hier keine Lust? 
Isst man nicht gerne? 
Doch, oder?

Gesundes Essen zubereiten ist eine Wertschätzung des ICHS. Wertvolleres gibt es kaum in deinem Leben als dich und deine Gesundheit.  

Mangelnde Lust am Kochen ist vielleicht mangelnde Lust an dir!

Hast du so wenig Interesse an dir?
Echt?

Oder ist es vielleicht so, dass du dir lieber Fastfood und Süßes reinquetscht, weil es schnell greifbar ist? Und du dann weniger in die Verlegenheit kommst, dir bewusst zu werden, was du da tust? Quasi "Tüte auf - rein damit - Tüte wegwerfen - hat keiner gesehen - ist gar nicht wirklich geschehen"?

Ha.
So war es jedenfalls bei mir.

In Gegenwart der Familie schön brav gesund gekocht. DAVON bin ich wohl kaum dick geworden. 

Nö.

Das war eher das, was ich mir zwischen Tür und Angel, im Auto auf dem Weg vom Supermarkt nach Hause oder sonstwie heimlich gegessen habe. Mein Handschuhfach und eine meiner Kommodenschubladen sowie meine Handtaschen waren kleine Müllhalden.

Aus Angst erwischt zu werden, was mir richtig peinlich gewesen wäre.

Kennt ihr noch diese Geschichte hier (KLICK!)?

Könnt ihr auch die Technik "Schokolade in der Jackentasche mit der einen Hand öffnen, leise zerbröseln, Stückchen nehmen, Hand in Ärmel verschwinden lassen, so tun als ob man sich am Mund kratzt und schnell das Stückchen dabei inhalieren"?

Ich bin mehrfache Olympiasiegerin in dieser traurigen Disziplin gewesen.


****************************************

Erfolgreich Abnehmen setzt viel Einsatzbereitschaft voraus. 

Du musst dich mit dir, deiner Seele und deinem Körper auseinandersetzen. Du musst denken und umdenken, bewusst werden, verzeihen, ändern, verbessern, rauslassen, Eigenverantwortung übernehmen, wagen und abwägen, verarbeiten, deinen Körper bewegen und berühren, um ihn kennenzulernen. 

Kochen und essen gehört wesentlich dazu.







Es liegt an dir selbst.
Du bist in der Lage dir selbst unfassbar Gutes zu tun.
Und Leckeres.


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Donnerstag, 29. November 2012

No one said it would be easy

Neuer Tag.
Neues Glück.

So sehe ich das.
Nie unterkriegen lassen.

Nach wie vor sitze ich an meinem Buch zum Blog und im Moment empfinde ich es als sehr zäh.

Ich schreibe einen Text, überarbeite ihn Trillionen Mal, bin irgendwann zufrieden und der festen Überzeugung, dass es besser nicht geht, lege ihn beiseite.

Tage später - der gleiche Text - und schon wieder ändere ich.

Es hakt hier und es klemmt da.
Wörter fehlen.
Gedanken springen.
Was ist wichtig?
Was nicht?

Selbstzweifel wechseln sich mit Eigenstolz ab.

Stell dir vor du schreibst ein Buch und es interessiert nicht.
Dann ist es eben für mich selbst.
Der krönende Abschluss eines langen Weges.
Oder so.

Wann es fertig wird?
Boah, man frage mich etwas leichteres.

Es wird fertig, wenn es fertig ist.
Oder so.

Mir fällt es schwer mich zu fokussieren.
Es ist zu viel Alltag drumherum.

Vor allem kann ich mich nicht konzentrieren, wenn nicht alles in Ordnung ist. Also erst einmal aufräumen. Ach, und dann hat man noch Termine. Und so viele wichtige Mails, die man noch in Ruhe beantworten möchte.

Hm.

Man reiche mir eine einsame Hütte in der absoluten Ödnis.
Ohne Internetanschluss.
Ohne Termine und ohne Telefon.
Für einen Monat.
Mindestens.

Aber würde ich das überleben?
Nichts Genaues weiß man.








Edit:

Nur damit man manche Kommentare nicht falsch versteht...

Peinlichen Rechtschreibfehler im Titel korrigiert.
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Mittwoch, 28. November 2012

Nachtrag zur Zuckersucht

Liebe Liebenden,

tausendmillionenmilliarden Dank für die vielen tollen Kommentare hier und per Mail zum Post "Zuckersucht" von gestern. Ich bin richtig überwältigt.

Ich hatte minimal die Befürchtung, dass ihr mich für verrückt halten könntet, wenn ich so offensiv darüber schreibe, denn für Menschen, die dieses Problem nicht haben oder vielleicht gar nicht wissen, dass sie es haben, ist es schwer nachvollziehbar.

Eben weil Zucker eben nicht auf der "Drogenliste" steht, eben weil es so legal und gesellschaftlich integriert ist, eben weil wir damit groß wurden und es von Kindheit an Teil unseres Alltagslebens ist (und an der Stelle sollten wir Eltern mal über unsere Kinder nachdenken - ich inklusive - dazu komme ich aber mal in einem anderen Post).

Dass so einige LCHFler/LowCarbler mich verstehen würden, habe ich mir gedacht. Aber dass es so viele sind... Chapeau für eure Ehrlichkeit, Chapeau für eure Kommentare!

DANKE!

Auf einige Punkte in den Kommentaren möchte ich ein wenig eingehen:

Zuallererst noch einmal: 

Nicht alle Menschen sind zuckersüchtig. Ich glaube gerne, dass es Menschen gibt, denen dieses Problem völlig fremd sind, die völlig unbeschwert mit ihrer Dosis Zucker/Kohlenhydrate umgehen können!

Nicht dass wir uns da falsch verstehen und irgendjemand meint, ich würde pauschalieren.

An euch mein Dank, dass ihr euch dennoch gedanklich darauf einlassen und mich nachvollziehen könnt.


Zu Eva:

Doch, es ist tatsächlich ein großes Problem für mich. Und ich schiebe Begriffe wie "Genuss" im Bezug auf Zucker weit von mir. Ich kann nicht damit umgehen und dass ich erfolgreich abgenommen habe und unbeschwert und ohne Heißhunger und Rückfall leben kann, hat eben genau damit zu tun, dass ich mich "im Griff" habe, trocken bin.

Keine Nudel, kein Brot, kein Süß, nichtsnichtsnichts davon wäre es für mich wert, all das, was ich in den letzten drei Jahren gewonnen habe, was ich erreicht und erlebt habe, wieder herzugeben.

Aber ich verstehe, dass es schwierig ist, sich das vorzustellen. Also das ganze Ausmaß. Und darum verstehe ich Evas Kommentar auch im vollen Umfang.


Zu Monia:

Wie gesagt, es ist eine mehr als legale Droge, allgegenwärtig. Und genau deshalb begegnet man immer wieder der Situation, dass beispielsweise auf Familienfeiern gesagt wird "Ach komm, mach doch mal eine Ausnahme, das kleine Stück da. Das macht doch nichts. Ich hab extra den ganzen Tag gebacken/gekocht."

Daran kommen viele nicht vorbei, trauen sich nicht, aufmüpfig zu sein und zu verweigern. Weil man es nicht mag, wenn man als verbohrt und überzogen da zu stehen. Sich nicht ständig rechtfertigen möchte. Darüber hinaus ist das Angebot für viele Ex-Zuckersüchtige schwer verlockend. Das Entsuchten hat auch hier alle die Mechanismen wie bei anderen Drogen. Ist man noch am Anfang oder mitten in einer schlechten Lebensphase oder aber mitten in einer Gewichtsstagnation, wird es u.U. hakelig. Man knickt ein.

Für das Einknicken hat man dann praktischer Weise auch noch direkt eine Entschuldigung für die eigene Seele parat: Man konnte sich nicht wehren. Man macht nicht, es wird mit einem gemacht.

Eine weitere für sich selbst besser ertragbare "Entschuldigung" ist beispielsweise "ich brauche das jetzt unbedingt für meine Nerven. Mein Leben/Job/Zustand/Alltag ist so anstrengend, das gönne ich mir jetzt (ganz bewusst??)"

Merkt ihr was?
Hör ich nicht gerade unselten.

Ist einfacher zu ertragen, als wenn man einfach "nur" selbsttätg daneben haut, sich was gibt, was man nicht sollte. Wer gesteht sich schon gerne einfach nur Schwäche in dem Moment ein?

Zurück zur Umwelt und den Familienfeiern:

"Tante Trude", wie ich sie gerne nenne, meint das überhaupt nicht bös. Im Gegenteil. Sie will mir ja eigentlich was Gutes, wollte was Besonderes anbieten. Sie versteht nur einfach nicht.

Aus meiner Sicht muss man dagegen zwei Dinge tun:

1. Einmal feste zwischen die Augen und den eigenen Standpunkt klar machen. Erklären warum man nicht möchte. Vielleicht sogar sagen, dass man süchtig ist. Ich denke die wenigsten würden auf die Idee kommen, einem Ex-Alkoholiker ein Schnäpschen aufzunötigen. Lass dich auf die Diskussion ein. Mag unangenehm (oder sogar peinlich) sein, aber das ist abhängig und vor allem sehr dick sein erst recht.

2. Werde dir über deinen eigenen Zustand wirklich, wirklich klar! Es kann/darf/sollte nicht sein, dass du für die Freude anderer deine Gesundheit ruinierst. Das wäre albern und dumm. Und nutze es bitte nicht als Ausrede, um dir Stoff zuführen zu dürfen. 


Zu Oona:

Sie schrieb im Kommentar:

Gibt es einen Unterschied zwischen der rein stofflichen Zuckersucht und der Sucht zu essen, weil man die wahren Bedürfnisse im Leben sich nicht erfüllen / befriedigen kann? Kann eine das trennen oder ist das immer verbunden?? 

Oh ja, das ist verbunden!

Ich denke, die meisten körperlich Süchtigen nutzen ihr Suchtmittel ganz besonders intensiv dann, wenn es im Leben hakt.

Bei mir war es so.
Zuckersüchtig wie ich bin/war, aß ich, wenn ich unter emotionalen Druck kam. Und fütterte damit wieder die körperliche Sucht. Ein verdammter Teufelskreis.

Und ich merkte, dass die "Gründe", warum ich zugriff, immer phantasievoller (?? Mir fehlt das richtige Wort) wurden. Erst nur bei Traurigkeit. Später kamen Wut, Freude (entspannter, fröhlicher Essabend mit Freunden beispielsweise), Müdigkeit etc. dazu. Am Übelsten aber Langeweile!

Irgendwann war jede emotionale Abweichung von der Normalkurve ein Anlass.

Aus meiner Sicht waren das alles irgendwann gute Gründe.
Noch schöner: ICH konnte doch gar nichts dafür!

Entschuldigung liebe "alte" Sudda:
WER SONST?
FACE IT!

Aber wie kommt man aus diesem Teufelskreis wieder raus?
Das ist die Frage der Fragen in dem Fall.

Ich hatte Glück.
Verdammtes Glück.

Hummeldumm, wie ich nun einmal bin, fand ich LCHF und ließ mich einfach darauf ein. Kalter Entzug sozusagen, der bei mir so hervorragend klappte, weil ich ENDLICH wirklich satt war und problemlos erstaunlich viel Gewicht abwarf.

Hätte ich nicht diesen enormen Abnehmerfolg bereits am Anfang gehabt... weiß mans, ob ich es lange durchgezogen hätte? Schwierig.

Bis dahin war ich der festen Überzeugung, dass ich rein essgestört sei. Emotional essgestört. Punkt. Auf die Idee, dass eine körperliche Sucht dahinter stehen könnte, war ich nicht gekommen. Isso.

Daher war mir klar, dass ich nicht nur die Ernährung umstellen musste, nein, ich musste auch emotional "durchgreifen". Und glaubt mir, dass war für meine Umwelt gar nicht lustig.

Jemand der jahrelang "lieb" war, lebt Gefühle, Aufs und Abs, das muss man erst mal dosieren lernen.
Und so knallte ich gerne aus, bis ich das rechte Maß mit der Zeit fand.

Sich der Sucht bewusst werden, ist ein wichtiger Schritt. Und dabei nicht emotional vor Angst davor zusammen zu brechen.

Wie auch immer.. Ich hab das Pferd irgendwie von hinten aufgezäumt. Die körperliche Sucht bekämpft und als ich dadurch klarer sehen konnte, folgte das Emotionale hinterher. Noch heute habe ich da so einige emotionale Knoten, aber durch das "trocken sein" habe ich erst die Chance, sie zu sehen und mehr oder minder entspannt zu lösen.


Zu Ramona:

Uh.
Konditorin.

Dealer quasi.
:D

Aber dass du den tatsächlichen Alltagszucker so bewusst reduziert hast, finde ich klasse!



An euch alle einen dicken Rudeldrücker!

Wenn ich etwas Wichtiges nicht kommentiert habe, bitte piepen.
Ich bin gerade ein wenig überfordert!!


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Dienstag, 27. November 2012

Zuckersucht

Mein Name ist Sudda und ich bin süchtig.
Zuckersüchtig. Kohlenhydratsüchtig.
Was aus meiner Sicht das Gleiche ist.

Ich bin "trocken" dank LCHF - oder besser: dank mir - aber einmal süchtig, immer süchtig, oder? Selbst nach drei Jahren mit LCHF würde ich nicht leichtsinnig werden und mehr davon in meine Ernährung einbauen. Ich ahne, dass ES mich sofort wieder packen würde. Vielleicht bin ich empfindlicher als andere. Vielleicht. Aber ich habe einige erlebt, die sich ihrer Sache sehr sicher waren und einmal tief in die "Ausnahmeschublade" griffen. Warum? Gute Frage.

WEIL man süchtig ist und es sich nicht eingesteht?
WEIL man nicht begriffen hat, dass es nicht einfach verschwindet?
WEIL man leichtsinnig ist?
WEIL man sich nie wirklich damit beschäftigt und davon verabschiedet hat?

Sehr viele kamen anschließend mit dem Kopf nicht mehr aus der "Ausnahmenschublade" raus, denn aus einer Ausnahme, die im schlimmsten (ja, schlimmsten!) Fall keine Konsequenzen auf der Waage zeigte, wird schnell die zweite oder dritte… 

Ich befürchte instinktiv, dass ich rückfällig werden würde. Da bin ich ehrlich. Das würde ungefähr so gut funktionieren wie "Partyrauchen" beim Ex-Raucher oder "das eine Gläschen" beim Ex-Trinker: Es würde auf extrem fruchtbaren Boden fallen, der verkapselte Samen ausschlagen und im Handumdrehen  zum stabilen Unkraut heranwachsen.

Das Fatale an der Zuckersucht ist, dass es sich um LEGALEN Stoff handelt. Gibt es überall, frei verfügbar ohne jegliche Altersbeschränkung. Unsere Supermärkte quellen davon über, sogar an der Tankstelle liegt es im Überfluss, immer schön im Zugriffsbereich ab Kleinkinderhöhe an der Kasse. Obendrein wird man häufig zusätzlich auf Sonderaktionen hingewiesen: „Wollen Sie zwei Schokoriegel? Nur EIN Euro!“

Wir lernen früh, dass Zucker tröstet, dass er gesellschaftlich hoch angesehen ist, sonst wäre er nicht an besonderen Tagen gerne der Mittelpunkt der Festtafel. Aber es ist eben nicht nur der Zucker an sich, ich höre oft, dass man sich im Leben nicht vorstellen könnte, auf Sättigungsbeilagen wie Brot, Nudeln oder Kartoffeln zu verzichten. Warum eigentlich? Sind Sättigungsbeilagen pur wirklich lecker? Nackig? Ohne alles? 

Nein, natürlich ist nicht jeder Mensch zuckersüchtig. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass es deutlich mehr sind als man denkt. 

Ich bin eine trockene Zuckersüchtige, obwohl ich relativ selten süß aß. Stattdessen bezog ich meinen ‚Stoff‘ aus Nudeln und extrem viel Brot. Bevorzugt aus Weißmehl natürlich, aber auch Vollkornversionen konnte ich bergeweise vertilgen. Vielleicht deshalb bergeweise, weil ich mehr davon essen musste, um an die gleiche Menge ‚Stoff‘ (Zucker halt) zu kommen? 

Gut, versucht man eben dieses LCHF. Einige machen sich mittlerweile auf die spannende Reise und viele, die es gewagt haben, haben am eigenen Leib spüren können, dass man zunächst eine körperlich schwierige Phase durchlebt, die gewisse Ähnlichkeit mit Entzug hat. 

Ungünstig finde ich, dass auch in LCHF-Kreisen sehr viele ‚süße‘ Rezepte kursieren. Nicht falsch verstehen, einige können bestimmt problemlos damit umgehen. Ich nicht. Hätte ich versucht, die Kohlenhydrate, auf die bei LCHF verzichtet wird, kreativ nachzubauen, wäre ich vermutlich nie davon losgekommen. Dadurch gäbe ich diesen Produkten einen hohen Stellenwert – mache sie nachbauensWERT. Das Begehren und Vermissen nimmt auf diese Weise jedenfalls wohl kaum ein Ende, oder?

Ganz selten habe ich es dann doch getan, an einer Hand abzählbar. Aber allein Panna Cotta hat mir fast das Genick gebrochen. Immer und immer wieder habe ich sie mir gemacht und mit Freuden genossen. Bis ich begriffen habe, dass das „Nachbauen“ der Süßspeise System hat, dass ich schon am Schalter stand, um den Rückfahrschein zu lösen.
Nein, es funktioniert nicht. Jedenfalls nicht bei mir. Da kann der Nettoanteil an Kohlenhydraten noch so gering sein.


Zu guter Letzt entschuldige ich mich in aller Form für die "süßen" Rezepte in meinem Blog. Es gibt wie gesagt noch viel mehr davon.

Aber seid versichert:
ICH esse das nicht mehr.

Ich frage mich, ob ich sie rausnehmen oder entsprechend kennzeichnen sollte.

Mein Name ist Sudda und ich bin süchtig.
Zuckersüchtig. Kohlenhydratsüchtig.
Was aus meiner Sicht das Gleiche ist


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Montag, 26. November 2012

Do - did - done

Der letzte Durchgang im Montagskurs ist durch.
WIR sehen uns am 07.01.2013 wieder.

Einerseits *böööh*, weil sie mir fehlen werden.
Andererseits mehr Zeit für die anderen Dinge des Lebens.

Bin gespalten.

Es war sehr schön.
Es war sehr entspannt.

Und am letzten Tag noch "ne Neue", die sich dann direkt für BEIDE Kurse ab Januar angemeldet hat. Wie so viele andere auch. Die kommen wieder.

*staun*

Ein weiterer Ritterschlag am heutigen Tag - aus meiner Sicht.

Bin wehmütig.
Irgendwie.

Aber so soll es sein.

Am nächsten Montag treffe ich direktemang mal das Schweinchen (klickediklick)
In mir gärt die Idee, euch zu Weihnachten ein Sportvideo mit uns beiden zu "schenken".

Schaun mer mal.

Ich bring auch ein Foto vom Schweinchen im Ganzkörper-Dalmatiner-Anzug mit.

*schwör*

Leser ihres Blogs wissen, wovon ich jetzt rede.

Aber wenn wir einen Film machen - welche Problemzone dürfte es sein?
WAS wollt IHR?

Ein Buch zum Sport ist auch in der Planung.
Ein knackig kurzes.
Dauert nur 15 min. - trainiert ALLES!
Das Schweinchen kann was.
Ich schwör.

:D




 

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Adelsschlag

Eigentlich schreibe ich gerade einen Artikel über Zuckersucht.

Aber dann sah ich in meiner Bloggerstatistik, dass "Jetzt" jemand mit dem Suchbegriff

berühmte Abnehmblogs

hierher kam.

:D

Wer auch immer du bist:

YOU MADE MY DAY!!


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Sonntag, 25. November 2012

Und sie bewegt sich doch!

Meine Ische (die Waage, meine Diva) ist ein ganz schön linkes Miststück.
Wochen... ach was... gefühlte JAHRE zeigt sie mir k*ckendreist immer die gleichen Zahlen an.

Kaum schreibe ich davon, dass die Buxen weiter werden, schleimt sie rum:

76,9 

TIEFSTSTAND seit Anbeginn mit LCHF.

Und somit habe ich 49 Kilos eliminiert.


Jetzt will ich aber auch die 50 sehen.
Aber das verrate ich der Ische besser nicht.
Sie hat einen absonderlichen Humor.


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Spielverderber!!!

Sagte ich nicht eben, dass mein Mann Bounty mag (siehe Post unten drunter)?

Ich mich breit grinsend vor ihn gestellt, ihm meinen Unterarm unter die Nase gehalten und quiekelig gesäuselt:

"Darfst mal an mir schnuuuuuppppppern. Aber nur schnuppern!"

*plingplingAugenaufschlag*

Er schnupperte:

"Pfoah - das riecht aber was zu doll."

Sprachs und ging seinem Tagwerk weiter nach.

Äh?

Tse.

Spielverderber.

*bebendeUnterlippe*
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Ein Bounty auf der Flucht

Als Kind und Jugendliche bis hin zu noch vor einigen Monaten fand ich alles, was im Entferntesten mit Kokos zu tun hat, einfach widerlich.

Dieser Geruch.
Bäh!

Und dieses grisselige Gefühl von Kokosflocken im Mund, dass ich einmal ertragen musste, als ich als Kind versehentlich in eine Kokosmakrone biss...
Bäh!

Am Anfang meiner LCHF-Karriere organisierte ich mir mal das Buch "Eat fat, lose fat" von Mary Enig. Der Titel hat mich.. nun... extrem angesprochen. Wie enttäuscht war ich als ich nach einigen (englischen) Seiten begriff, dass es nur um Kokos, Kokos und Kokos ging. Für mich stand damals noch fest, dass ich neverever in my life Kokos in irgendeiner Form mögen würde.

Weg damit.

Die Jahre zogen ins Land, ich wurde älter und weiser und weniger verbohrt und vorurteilsbelastet. Fett essen entspannt anscheinend. Jedenfalls wagte ich mich - ihr erinnert euch bestimmt - irgendwann an Butterkokosölkaffee (klick!) ran. Und siehe da: Saulecker!

Daher habe ich seitdem einen größeren Vorrat an Bio-Kokosöl aus dem Reformhaus auf Lager. Im Schraubglas. Ungehärtet versteht sich. Gehärtet ist PFUI!

Da ich ja das ein und andere über die Vorteile von Kokosöl gelesen habe und eins meiner Kokosölgläser langsam leer wurde, ging ich Schritt 2:

Schmier dich mit den Resten ein!

Also Gläschen unter den Arm geklemmt und ab ins Bad. Duschen und danach...

...HOSSA!

Das riecht aber mal intensiv nach Kokos. Nun denn.

Kokosöl aus dem Glas ist (es sei denn es ist Hochsommer in der Küche) fest und weißlich. Wenn es aber mit der Körperwärme in Kontakt kommt, schmilzt es sofort und wird natürlich durchsichtig. Also mit dem Löffel aus dem Glas gekratzt, auf die Pfötchen und dann aber schnell verteilen. Alle Narben gut massiert und das Kinn ebenfalls, denn da finde ich die Haut nach der Abnahme ein wenig zu fluffig. Vielleicht hilft es ja.

Könnt ja mal googlen wofür Kokosöl alles gut ist. Kann man angeblich auch als Deo nutzen. Wenn man lange genug googlet soll es sogar gegen Alzheimer helfen. Hm. Ich halte mich da raus. Außerdem soll man dann mehr als einen Teelöffel im Kaffee am Tag zu sich nehmen. Böh!

Im Nullkommanix glänzte ich wie frisch poliert und roch wie ein Bounty!

Na super. Ich stand da, umgeben von Kokosgeruch im Überfluss und spreizte die Arme weit von meinem glitschigen Körper weg.

Was anziehen?
Wie anziehen?

Und während ich noch so vor mich hin grübelte, stellte ich fest, dass die ganze Pracht ziemlich zügig einzog und die Haut ist seitdem irrsinnig weich und zart.

Einzig der Geruch...
Daran muss ich mich noch gewöhnen.

Aber wenn es schön macht.

Heute bin ich daher ein "Bounty auf der Flucht".
Denn wenn der Mann etwas besonders lecker findet, dann ist es...

... KOKOS!

Muss weg!

Später erzähl ich euch noch was über meine Ische im Zusammenhang mit den geschwundenen Umfängen...
Erstaunlich.   


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Freitag, 23. November 2012

Lebensträume

Habt ihr einen?
Einen echten Lebenstraum?

Ich hab da einen.

Haltet euch fest:

Ich wäre gerne weitestgehend Selbstversorger.

Hätte gerne:

- richtig, richtig viel Grundstück

- einen Teil wilde Wiese mit Nussbäumen, Obstbäumen, -sträuchern, gemischt mit Wildhölzern und -rosen, so groß, dass man auch genügend Landebahnen für Nachtvögel hätte. Darin würde ich auch kleine Insektenzuhauses unterbringen - da kann man so tolle selbst bauen.

- einen Teil mit geschickt geplanten Hochbeeten, Gemüse das ganze Jahr und dann tatsächlich Bio

- ein Gewächshaus für die empfindlicheren Pflänzchen

- Frühbeete aus alten Fenstern gebaut

- einen Teil mit einem wundervollen Garten, richtig schön anzusehen. Viele Stauden u.a., geschickt gepflanzt, so dass immer etwas Interessantes zu sehen ist

- einen genialen Kräutergarten, Typ Klostergarten mit Buchs und Kies

- Hühner

- bisschen Wald, um eigenes Holz für den Ofen "anzubauen"

- das Ganze relativ pflegeleicht

Ich würde gerne noch mehr als bisher mein eigenes Zeugs verspeisen, einmachen, einkochen, einfrieren. Bis hin zum eigenen Sauerkraut. Dann weiß man, was man wirklich hat.

Fleisch würde ich in Form von Halben-/Viertel-Rindern u.ä. von Höfen zukaufen, die mit den Tieren vernünftig umgehen (soweit man das überhaupt vernünftig nennen kann).

Im Netz habe ich die tollsten Anregungen gefunden.. Schmand selbst machen, Mozzarella, Suppenwürze (huhu, Eva!), Kräuterbouquets, Chutneys... 

Leckerlecker gesundes Essen herstellen. Kochen in aller Ruhe.

Natürlich gehört zu dem Lebenstraum auch, dass ich mehr Zeit hätte, damit ich das alles machen könnte. Andererseits würde man einiges an Kohle einsparen, also ist das ja quasi wie arbeiten gehen...

Ihr sagt, ich bin bekloppt?
Okay, macht nichts.

Hier geht es ja nur um einen LebensTRAUM... 

Aber sicherheitshalber hab ich das alles volle Lotte beim Universum bestellt.

:D

Ich wünschte nur, ich könnte "Garten" so super wie Renate. Ihr Blog ist für mich der Hammer. Sie ist aber auch ein waschechter Profi!!

Diesen Post mag ich besonders gerne:

Klick!


Und was träumt ihr so am helllichten Tag?


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Dienstag, 20. November 2012

Manche Menschen...

Bislang hatte ich persönlich eher den Eindruck, dass die Diätwellen nach Weihnachten/Sylvester oder aber nach Ostern besonders hoch schlagen.

Weihnachten/Sylvester, weil man dann in der Regel ein Phase intensivster Genüsse hinter sich hat und es dadurch anscheinend leichter fällt, gute Neujahrsvorsätze zu fassen. Ostern, weil es dann ja wärmer wird, die leichtere Bekleidung aus dem Schrank kommt (*weiaweia*) und es auf den Sommer(urlaub) zugeht (*kreisch*).

Merkt man übrigens sehr, sehr intensiv in den Sportkursen.

Mir ging es übrigens früher nicht anders.
Natürlich nicht, bin auch nur Mensch.

Aber die Vorweihnachtszeit?
Warum gerade jetzt?

Gerade rund um Weihnachten ist es für viele doch besonders schwierig.
Außerdem ist man - wegen der Temperaturen - doch relativ gut verhüllt.

Mich beschleicht das Gefühl, dass im Moment sehr viele wirklich verzweifelt sind. Sie fangen die eine Methode an, um sie nach nur wenigen Tagen abzubrechen und sich ebenso desperat/euphorisch in die nächste zu werfen. Da spürt man richtigen Druck. Es werden Wunder erwartet, wie sie sonst nur in manchen Magazinen versprochen werden.

Was mich dabei frustriert, ist, dass sich ganz oft noch nicht mal im Vorfeld informiert wird.

Beispiel:

Ich erhalte eine Mail (leicht abgewandelt):

"Hallo Sudda,

ab heute möchte ich auch LCHF ausprobieren. Ich habe ALLES gelesen, was darüber zu finden ist. ALLES."

Bis hierher doch ganz nett, oder? Wobei ich eine persönlichere Einleitungsform schon nett gefunden hätte.

"Ich muss unbedingt abnehmen. Am liebsten 20 kg. Ich wiege 75 kg. Aber mir würde es reichen, wenn ich bis zur Hochzeit meiner besten Freundin in vier Wochen schon mal 10 kg weg hätte."

Öh.
LCHF ist keine Crashdiät.

"Kannst du mir mal so für zwei Wochen aufschreiben, was ich essen soll?"

Nein.
Kann ich nicht.

1. weiß ich nicht, was sie gerne mag.

2. EIGENVERANTWORTUNG!!

3. hab ich wirklich besseres zu tun, als mir Pläne für zwei Wochen für eine wildfremde Person auszudenken, die noch nicht mal nette Einleitungsworte findet.

"Ist es bei LCHF eigentlich besser MORGENS oder ABENDS Nudeln und Kartoffeln zu essen??"

Kopf -> *karbautz* -> Tisch

Ähm. Ich denke sie hat alles gelesen???

Ich antworte ihr das, was ich oben schon aufgeschrieben habe, ergänzt um die Frage WO und WAS sie über LCHF gelesen hat, da mir das mit den Nudeln und Kartoffeln.. also nun... ihr wisst... ein wenig ungewöhnlich vorkommt.

Ich erhalte KEINE Antwort.

Falsch:
Ich erhalte ZUNÄCHST keine Antwort.

Etwa zwei Wochen später.
Darin steht:

"Ich will dir nur sagen, dass ich kein LCHF mehr mache. Ich habe drei Kilo ZUGENOMMEN. LCHF ist totale Scheiße. Das funktioniert gar nicht."

Ehrlich?
Da fällt mir nichts mehr ein.

Ich helfe echt gerne, aber manchmal verschlägt es einem wirklich die Sprache.




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Samstag, 17. November 2012

Schamlos ausgenutzt!

Wenn der Mann sich auf ein tolles Wochenende eingroovt, bei dem ihm (fast) alle Wünsche erfüllt werden...

Wenn man darüber hinaus den Rucksack für eine hübsche Wanderung im Ahrtal packt, was sein Herz noch höher schlagen lässt...

Wenn man sogar am Morgen die absolut korrekten Brötchen für ihn gekauft hat...

Wenn man nun im Auto auf dem Weg zur Wanderung sitzt, was tut man dann?

Man plinkert mit den Augen und der Mann fährt vorher noch ein Outlet an, denn er ist natürlich vor lauter Wuschigkeit sehr milde gestimmt! Noch besser: Es war tatsächlich seine Idee!

Heute:
Gerry Weber!

Ziel:
Finde eine Hose, in der man einen gescheiten Po hat.

Wir da rein.
Und ich habe Hosen anprobiert.

Kommentare des mir Zugemuteten des geliebten Göttergatten bei fast jeder Hose:
Neeeee, das geht gar nicht. Du hast einfach keinen Po mehr. Du musst was tun.

Laune auf Gefrierniveau, Trotztränen schon im Anschlag!
Gibt es denn gar keine Hosen für mich?
Ich habe es so satt.
Echt jetzt.

Was aber tut die kluge Frau, wenn sie keine Hosen findet?
Sie findet Oberteile. Und probiert statt frustiger Hosen eben die an.

Rollkragenpullover, V-Ausschnitt, das ganze Programm.

Grauen Rollkragenpulli angezwillt.
Größe 40.

Eng anliegender Schnitt.
Raus aus der Kabine.
Präsentieren.


Des Mannes Kommentar:

"Äh... DAS geht nicht. Geh zurück in die Umkleide!! Jetzt!!! Das sieht ja aus wie... dingens... wie heißt die noch? Lara Croft! Krass."
Öh.

Na gut.
Fand ich jetzt zwar nicht, aber ich seh mich ja auch nicht mit den Augen (m)eines Mannes.

Ich schiebe ihm - bescheiden wie ich bin - also lediglich zwei andere Pullover und eine Jeans zu und deue ihn liebevoll zur Kasse. Schließlich haben wir wenig Zeit, wir wollen ja noch wandern. Keine Firlefanzereien hier.

Dahinter stelle ich mich an.
Mit dem Lara-Croft-Pulli.
Logisch.

Heeee... das lasse ich mir doch nicht zweimal sagen.

Auch wenn ich mich vermutlich nur Zuhause traue, den zu tragen.
Oder mit Cardigan drüber.










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Freitag, 16. November 2012

Das Rippchen

Neulich im Büro.

Der externe Buchhalter war da.
Wie jeden Monat.

Ich beschwerte mich darüber, dass mir kalt sei.
Trotz einer Menge Kleidungsschichten.

Er sprach:

"Das ist eben so, wenn man nix mehr auf den Rippen hat!"



kreisch * verzückt guck * Innenapplaus * rotwerd * gnihihiiiii * auf Zettel notier * froifroi * Tränchen der Rührung wegschnipps * zappelzappel * virtueller Moonwalk durch den gesamten Blog * lach * so tu, als ob ich konzentriert arbeite * erwägen, extra Kaffee anzubieten * la ola * Augen plinker * in die Komplimentevitrine unter "B" wie Buchhalter ableg * backfischkicher * Finger verlegen dreh * 


Call me Rippchen!!

Tse.
Dass ich das in meinem Leben noch mal erleben durfte.
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Donnerstag, 15. November 2012

Schnaub

Wieso kommt jemand über den Suchbegriff

S E * Y     O M A S

hier auf den Blog??
(Sternchen von mir hinzugefügt, auf dass nicht noch mehr über diesen Suchbegriff herfinden... )

Und gebt den Suchbegriff nicht in Google ein, da wird einem übel.


Vor allem...

Bei all dem, was bei diesen Links geboten wird, warum entscheidet man sich dann HIERFÜR?

Tse.

Sowas.

Krank.
Richtig krank.


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Mittwoch, 14. November 2012

Ego-Mutti

Mittlerweile füllen sich die Geschäfte deutlich vorweihnachtlich.

Seit September gibt es wieder den typischen Süßkrams, die Weihnachtsdekostände finden sich jetzt auch an allen Ecken und vor allem in allen Baumärkten.

Die ersten vorbildlichen Mütter posten bereits bei Facebook, dass sie die Wünsche ihrer Lieben nicht nur a) eruiert haben, sondern darüber hinaus b) gekauft und erstaunlicher Weise c) schon liebevoll verpackt haben.

Kein Scherz.

Öh.

Ich nicht.































ICH HAB SCHON MEINS ORGANISIEREN LASSEN!!!!

YES!

*Beckerfaust*



Mein wärmster Dank geht an dieser Stelle an mein Weihnachtshelferlein und LCHF-SchwesterimGeiste Chillie.

Das Objekt meiner Begierde ist in Dland nämlich noch nicht so richtig erhältlich und sie hat es mir in London organisiert.



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Dienstag, 13. November 2012

Ich habe heute kein Rezept für dich

Ein Text vom Scheitern...

Meine Lieben, ich kann mich wirklich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal eine Mahlzeit so richtig vergeigt habe. So richtig volles Programm. Das muss zu Beginn meiner Ehe gewesen sein, als ich noch "keine Saucen konnte".

Jetzt die Shenana-Torte.
Katastrophe.

Mein Plan war folgender:

Ich wollte aus Frikadellenteig im Prinzip zwei "Tortenböden" herstellen und diese dann innen wie einen riesigen Burger füllen.

Klang gut, fand ich.

Es folgten die Tücken der Technik!

Ich stellte aus einem Kilo Rinderhack meinen Frikadellengrundteig her. Das bedeutet, dass ich zwei Eier, 1 EL Senf und 1 Becher Sahne sowie Salz und Pfeffer dazu gab. Meine Frikadellen schmecken übrigens grandios. Gerne ergänze ich um ein wenig glasig gebratene Zwiebel, aber da die Pubertisten ständig so tun als würden sie am kleinsten Fitzel Zwiebel sofort sabbernd versterben, ließ ich es raus.

Innerlich freute ich mich schon diebisch auf meine Burgertochter.
So coole Idee.

**tihihihihihihiiiii**

Shenana würde sich bestimmt tierisch freuen. Und staunen!

Damit füllte ich eine gut gefettete Kuchenform, denn ich dachte, dass es - für die Saftigkeit - besser sei, einen dicken Boden zu "backen" und dann zu halbieren. Richtig schön in der Form verteilt und glatt gestrichen.





Ab in den Backofen damit.
Auch noch saueasy zu machen.
Keine blöde Wenderei in der Pfanne.

Herrje, fühlte ich mich genial!

FAIL!
FEHLER!
MEGAERROR!!

Während ich triumphierend zwischenzeitlich meinem Tagwerk nachhing, tat der Frikadellenteig das, was auch ein Hackbraten gerne macht:

Zusammenschrumpeln und Wasser abgeben!!

Hätte ich doch eigentlich wissen müssen, oder?
Möööö...

Eine erstaunte und enttäuschte Sudda entnahm dem Ofen etwas eher klumpiges, titschballverwandtes.





Und damit nicht genug... neinnein...

Der entstandenen Flüssikkeit war es gelungen, sich einen Weg aus der Form in den Backofen zu suchen, so dass der dann auch direkt mal so richtig versifft war.

Aaaahhhhhh...

Der ahnungslose Gatte quäkte von seiner Sofaposition, dass er so langsam Hunger habe. Die Kinder waren einen Schritt weiter, schlichen durch die Küche, besahen sich das "Wunder" und teilten mit, dass sie noch gar keinen Hunger hätten, da sie so spät gefrühstückt hätten.

Auch das Füllen mit Gemüse half wenig weiter. Zwiebel konnte ich jetzt ja dazu geben - die Kinder wollten schließlich nichts.




Hier ein Foto noch ohne Deckel.

Ebensowenig half die üppige Portion Käse und die selbst gemachte Cocktailsauce weiter.

Es war was es war.
Ein kompakter Klumpen Hackfleisch.

Der Geschmack an sich gut, aber eben viel zu viel Hack pro Tortenstück. Und daher war es kein Vergnügen das essen zu müssen.

Und so sah der Mann dann auch aus, als er gutmütig versuchte, davon zu essen.

Sagen wir es so:
Er war sehr, sehr, sehr schnell satt.

Fazit 1:

Das muss anders gehen, denn die Idee an sich ist immer noch gut. Muss wohl doch zwei Einzelriesenbuletten braten.

Fazit 2:

Manchmal ist die Familie sehr froh, dass wir einen tollen Pizzalieferservice in der Nähe haben.


Frustrierte Grüße
Sudda

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Montag, 12. November 2012

Schleichender Rückfall - Rückfallgefahr #5

Da isser... der schleichende Rückfall.
Meiner Meinung nach die schlimmste Gefahr für jede Abnahme.

Man merkt es zunächst nicht so.
Schleicht ja auch.

Folgendes Szenario:

Du hast abgenommen, bist auf der Zielgeraden oder hast dein Ziel sogar schon erreicht. Jedenfalls bist du weit weg von dem, was du optisch einmal warst. Du bekommst vernünftige Klamotten, erschrickst dich nicht vor deinem eigenen Spiegelbild, kannst dich passabel bewegen, fühlst dich unter Menschen wohl, bist selbstbewusster und im Idealfall sind Rückenschmerzen, Blutdruck oder was weiß ich Geschichte.

Du bist im grünen Bereich sozusagen.
Das Leben lacht.

Dabei spielt es - jedenfalls in meinem Fall - keine Rolle, ob man tatsächlich sein persönliches, zu Anfang gesetztes Ziel oder Idealgewicht erreicht hat. Nö. Es kommt einfach der Punkt an dem du dich mit dir wohl fühlst. Deswegen nennt man es vielleicht auch Wohlfühlgewicht.

Kurz gesagt:
Der Leidensdruck ist weg.

Den erwähnte ich hier (klick!) schon mal.
Leidensdruck ist die Grundlage für den nötigen Biss.

Gleichzeitig hast du damit auch kein Ziel mehr auf dass du wirklichwirklichwirklich hinarbeiten willst.

Leidensdruck, Biss und Ziel... das waren wesentliche Erfolgsgaranten.

Am Ziel angekommen musst du dich auf etwas einstellen, worüber sich die Wenigsten im Vorfeld oder während der Abnahme Gedanken machen. Du musst nämlich im weiteren Verlauf in der Lage sein, dein Gewicht zu halten. Deine/Eine vernünftige Ernährung fortführen.

Hand aufs Herz bei allen akut Abnehmenden. Schon mal darüber nachgedacht? Pläne geschmiedet? Solltet ihr! Dringend. Ganz besonders dann, wenn eure Abnehmmethode nicht für die Dauer ausgelegt ist.


Svenja (kennste nicht? Klick!) schrieb einen treffenden Kommentar dazu:

Für mich war der Grund in vergleichbarer Situation früher immer derselbe: Der Leidensdruck schwindet mit jedem Kilo.Sowie ich mich nicht mehr total fett gefühlt habe, fehlte die Power, mich weiter einzuschränken.

Ebenso der Kommentar von Anne:

Ich glaube ich kann hier noch einen Punkt ergänzen, warum man so oft auf der Zielgeraden abbricht.Man schaut sich im Spiegel an und denkt: Wow, so viel hab ich schon erreicht. Klar, 8 Kilo fehlen eigentlich noch, bis zum Ziel. Aber so ist das schon mal gar nicht schlecht."Die Komplimente der anderen bestätigen einen, dass es so doch schon ganz gut ist.Und man denkt sich: Klar. Eigentlich brauche ich mich nicht mehr abquälen. Ich bin zufrieden so, wie es jetzt ist."Und dann kommt das, was du liebe Sudda hier schon oft beschrieben hast. Man isst wieder "normal", heißt: Man isst wieder falsch. Gönnt sich, weil man hat ja eigentlich fast geschafft, was man wollte. Und schwupps, hat wieder man ein paar Kilo zugenommen.Vorsicht vor der Zufriedenheit, sage ich! :)


Denn jetzt grätscht dir eine Unliebsamkeit dazwischen:
Du menschelst!

:D

Du genießt deinen Erfolg, gefällst dir gut und eine gewisse Einschränkung hast du ja durchaus über längeren Zeitraum durchlebt. Seien es Mengen oder eine eingeschränkte Nahrungsmittelauswahl. Alles andere wäre gelogen.

Du lässt die Zügel loser, sollst du ja auch. Denn wenn du an deinem Ziel angekommen bist, musst du ja aus dem Abnehmmodus aussteigen und in die Erhaltungsphase wechseln. Das geht mit einem gewissen Mehr an Nahrung einher. Logo, denn sonst würdest du weiter abnehmen.

Was absolut nicht funktioniert, ist zu glauben, dass man nach einer erfolgreichen Abnahme wieder "normal" essen kann, womit man "wie vorher" meint. Das ist der direkte Rückfahrschein, meine Lieben. Erster Klasse!

Ich sage es immer wieder:
Wäre das, was du vorher gegessen hast, normal gewesen... warum warst du dann dick?

Also schrittweise die Menge hochfahren und in meinem Fall entspannt lebenslänglich LCHF, weil ich für mich nichts anderes mehr möchte.

Aber wie viel mehr?
Sensibles Ding.

Damit sind wir nämlich schon bei meinem persönlichen Problem:

Ich habe keine große Lust alles weiterhin zu kontrollieren, was ich esse. Und so esse ich "freestyle" LCHF. Ich esse nur dann, wenn ich Hunger habe, esse so viel, bis ich keinen Hunger mehr habe, halte die KHs nach wie vor niedrig, aber ohne Kontrolle - vollständig entspannt.

Und da liegt sozusagen der Hase im Pfeffer:
Anscheinend kann ich perfekt genau so viel an Nahrung zu mir nehmen, wie mein Körper es braucht, um NICHT zuzunehmen. 

Rein instinktiv. Eigentlich toll, wären da nicht die blöden Restkilos, die ich eigentlich noch gerne eliminieren würde.

Nur... über diese Restkilos rege ich mich überhaupt nicht wirklich auf! Die stören mich noch nicht einmal bei meinem Gang auf die Waage. Nö, da bin ich total entspannt. Ich finde mich klasse, so wie ich bin.

Die fallen mir ab und an mal wieder ein. Dann schnackt mein Hirn nach hinten und ich ärgere mich. Aber höchstens bis zur nächsten Mahlzeit.

Aber es ist eben nur Feintuning.
Kein innerer Leidensdruck -> kein Biss.. ich sagte es schon.

Selbst wenn ich mal - wie bei SiEn8kausdfB! - wirklich anhebe und im Ansatz, in DEM Moment unbedingt will, verpufft die Energie sagenhaft schnell wieder (wobei man nicht vergessen darf, dass ich dabei immerhin 4 kg abgenommen habe, die ich auch wieder halten kann... Interessant, oder?). Wie die Wette ausgegangen ist, schreib ich euch noch. Ich tu mir total leid, übrigens.

Ich halte also mein Gewicht so vor mich hin.

Andere nehmen aber zu.
Warum?

Da sind wir an dem Punkt

SCHEISS AUSNAHMEN 

angekommen.

Du bist entspannt und denkst "Och, ich gönne mir mal eine Ausnahme!".

Schön, wenn man das im Griff hat.

Aber meistens ist es so, dass aus einer Ausnahme zwei werden. Dann drei. Immer häufiger und immer dichter aneinander. Es gibt ja auch so viele wichtige Anlässe!

Zunächst mal Weihnachten, dann Geburtstage, Sylvester, Urlaub, Einladungen diverser Art und wenn man nach einer Weile immer laxer im Zulassen von Ausnahmen ist, könnte es auch ein guter Grund sein, dass man einen anstrengenden Tag hatte und trotzdem noch die Spülmaschine ausgeräumt hat oder weil die Orchidee so nett blüht. Ja, oder weil die Menschheit so anstrengend war.

Typischer Satz auch hier:
"Man wird sich ja wohl mal was gönnen können..."

Ich kenne da einige Beispiele in meinem Umfeld, auch im Bloggerland. Vielleicht mögen die etwas dazu kommentieren, das würde mich sehr freuen.

Nach und nach schleifen sich die alten Ernährungsfehler wieder ein und ganz irgendwann ist man unter Umständen da, wo man her kam, in ganz ungünstigen Fällen sogar noch schwerer als vorher.

Das Zunehmen ist meist ein schleichender Prozess und doch bleibt er sicherlich nicht unbemerkt.
Die Hose kneifen wieder, die Waage verheißt nichts Gutes.

Aber sich dann wieder zusammen zu reißen und auf Spur zu bringen scheint schwieriger zu sein als der erste Beginn einer Abnahme. Anscheinend muss man wieder fast unten sein, um aufzuwachen.


Wie seht ihr das?
Halter oder Zunehmer?
Wie haltet ihr euch im Zaum?
Was hat euch aus der Bahn geworfen?
Wie kommt man wieder zurück auf die Spur?
Wie lange haltet ihr die Abnahme und was ist DER Trick?



Ich hoffe auf viele Kommentare und wertvolle Tipps und Erfahrungen...
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Sonntag, 11. November 2012

In meiner Hexenküche...

... passieren gerade spannende Dinge.

Keine Ahnung, wie es damals kam, aber irgendwann einmal hatte ich einem Forenmitglied versprochen, dass ich ein Wurstrezept kreiieren und es "Shenana-Wurst" nennen würde.

Ewig her.
Längst überfällig.

"Shenana" nach dem Nick des Forenmitglieds -  nicht durch die Endung täuschen lassen, es handelt sich um einen Mann.

Statt eines gescheiten Wurstrezeptes dröppelte mir allerdings ein ganz anderes ins Hirn:


DIE SHENANA-TORTE!

Und ebenso wie man sich nicht von der weiblichen Endung des Namens täuschen lassen sollte, sollte man sich hierbei nicht in dem Wort "Torte" täuschen.

Aber lasst euch überraschen.
Tu ich auch.

Ob es was wird, weiß ich nämlich noch nicht.

Entweder folgt nachher hier Rezept und Fotos oder kein Rezept und Fotos des Scheiterns...

Daumen drücken.


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Freitag, 9. November 2012

Für Luisa: Warum springen manche in der Zielgeraden ab? - Rückfallgefahr #4

Du hältst dich beinhart an die Vorgaben deiner Diät/Ernährungsform.
Die Kilos schwinden.
Du kommst deinem jahrelang heiß ersehnten Ziel greifbar nah.

Und dann machst du aus heiterem Himmel den eingeschwungenen Doppelaxel mit zweifacher Schraube und Fechterflanke aus dem System?

Warum?

Folgende Gründe kann ich mir vorstellen:



1. Zu hoher Druck

Du wolltest es.
Du wolltest es so sehr.
Und du wolltest es schnell.

Vielleicht weil du in zwei Monaten auf ein(e) Taufe/Party/Firmenfeier/Klassentreffen/Hochzeit eingeladen bist und optisch Furore machen möchtest oder eventuell sogar musst. Vielleicht weil du Angst hast, dass deine Beziehung sonst in die Brüche geht. Weil der Urlaub im Süden vor der Tür steht und du den nun wahrlich nicht im Kaftan an der Playa verbringen möchtest. Bauch einziehen reicht schon lange nicht mehr aus.

Also hast du dir den knallharten Weg rausgesucht.

Du zählst dir jede Kalorie in den Hals, notierst alles, was deine Lippen kreuzt. Du würgst Eiweißshakes runter und redest dir (ommmmmmmm...) ein, dass es wirklich - ey wirklich - gut schmeckt. Oder es gibt nur Pute - fettarm in Sprudelwasser gebraten - mit Salat - natürlich ohne Dressing.

Während deine Freunde sich die Pizza geben, sitzt du dazwischen und nagst an deinem Salat - mit Pute und ohne Dressing, versteht sich.

Du zwingst dich, vier Liter Wasser mindestens am Tag zu trinken und wenn du abends noch einmal auf die Waage steigst und deutlich mehr wiegst als am Morgen, ist der Tag ein schlechter.

Selbstverständlich nutzt du die Zeit auch für intensivsten Sport.
Von Null auf Granate.

Du rennst, schwingst Gewichte, crunchst, verbeisst dich in Mädchenliegestütze, flitscht dir das Theraband um die Ohren, schwimmst Bahn um Bahn... Morgens und abends. Auch die Mittagspause kann man gut dafür nutzen. In die Kantine gehst du eh nicht mit, denn deinen Salat kannst du auch am Schreibtisch essen - mit Pute ohne Dressing versteht sich. Zum Nachtisch ein Löffelchen Magerquark pur, denn das hast du dir nach dem Sport ja wohl verdient!

Der Körper schmerzt. Es übertönt fast dein Hungergefühl, deinen Schmacht.
Aber nur fast.

Dann kommt der Tag.
Es reicht.
Du hast die Nase gestrichen voll.
Von der Einseitigkeit, von den Nahrungsmitteln, die du ständig essen sollst, aber eigentlich gar nicht magst. Von dem konstanten Hunger, den unruhigen Nächten, der Unruhe, der Verzweiflung.

Klar, dass du alles hinschmeißt.

Vermutlich wirst du direkt den Kopf erst einmal im Kühlschrank versenken und eine längere Weile drin stecken lassen.

Das wars.
Ende!

Und der Lerneffekt bei dieser Art des Abnehmens ist NULL.
Oder sogar MINUS 99.


Denn obendrein bist du jetzt noch Jojo-Kandidat(in) und wirst vermutlich sehr schnell schwerer sein als vor dieser Abnehmattacke...


2. Du verlierst deine fetteste Ausrede
oder: Angst vor der eigenen Courage???


Zeit für glasklare Worte.
Mit konzentriertem Stilmittel der Übertreibung und natürlich passt es nicht auf jeden.

Darf ich, weil kenn ich selbst!

Deine dicke Hülle ist dein Schutzpanzer. Grund für alles Mögliche, was eventuell im Leben nicht funktioniert.

Die Vorgesetzten haben sich für eine(n) andere(n) Bewerber(in) auf deinen Traumjob entschieden.
Das liegt einzig daran, dass diese Unmenschen ein Vorurteil Dicken gegenüber haben.

Du könntest dich natürlich in Abendkursen fortbilden.
Aber das traust du dich nicht. Wenn du erst einmal schlank bist, machst du aber Karriere. Hossa.

Du bewegst dich so gut wie überhaupt nicht.
Schließlich bist du dick, funktioniert nicht. Das geht wirklich nicht. Kein bisschen. Wenn du dünn wärst, ja DANN... DANN würdest du natürlich. Vor allem würdest du dann schwimmen. Jetzt traust du dich nicht ins Schwimmbad und ins Fitti auch nicht. Da wimmelte es von oberflächlichen Menschen.

Du vernachlässigst deine Optik, gehst in "Sack und Asche" - denn nichts sieht schön an dir aus.
Mit der Wunschfigur hättest du das Problem nicht, dann kannst du tragen, was DU willst.

Einen Partner hast du seit Ewigkeiten nicht gehabt oder du wurdest akut verlassen.
Wer soll so was Dickes auch wollen? Das hat nur was mit der Körperfülle zu tun.

Es fällt dir schwer neue Menschen kennenzulernen.
Schon wieder in erster Linie Vorurteile gegen Dicke. Na okay, dass du dich seit Monaten nicht aufraffen kannst, raus zu gehen, um überhaupt neue Menschen kennenlernen zu können, hat nur etwas damit zu tun, dass du dich dann unwohl fühlst. Wenn du erst einmal schlank bist, wirst du Unmengen toller Menschen um dich haben, die deine Qualitäten zu schätzen wissen und deine Freunde sind.

Du kannst persé für nichts was, schon gar nicht dafür, dass du so dick geworden bist.
Das sind die Drüsen, die schweren Knochen, das genetische Erbe, der Stoffwechsel (Liste beliebig erweiterbar). 

Moah, schlimm, schnell einen Schokoriegel drauf gegessen.

Dennoch hast du irgendwann den Absprung geschafft und nimmst tatsächlich ab.
Dein Schutzpanzer weicht.

Du gehst raus und merkst:
Oha, es gibt da draußen trotzdem Gegenwind.

Und jetzt hast du keine Universalausrede mehr.

Eventuell musst du nun schrittweise lernen/erkennen, dass die andere Bewerberin schlichtweg besser war, du doch nicht smart genug für die erträumte Karriere und du einfach nur ein Bewegungsmuffel bist, man auch im geringeren Format erstaunliche Problemzonen haben kann, die Typen/Typinnen dich trotzdem nicht wollen, es dir immer noch schwer fällt, auf neue Menschen zuzugehen...

Windig mit den neuen Erkenntnissen?
Ausredenschutznetz löchrig geworden?

Uuppss..


Moah, schlimm, schnell einen Schokoriegel drauf gegessen.
Und direkt noch einen.

Man könnte auch sagen:
Abnehmen ist nichts für Feiglinge!


***********************************************

Beim nächsten Mal geht es weiter mit:


3. Du gönnst dir den Erfolg nicht

und 

4. Scheiß Ausnahmen! (der schleichende Rückfall)

Sonst wird das zu viel auf einmal...
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Mach dich locker

Wie ich vor einigen Tagen erzählt habe, hatte sich E., eine Kursteilnehmerin meines montäglichen Pilateskurses, bereit erklärt im Anschluss eine entspannende Traumreise mit uns zu machen.

Traumreise.

Eigentlich etwas, bei dem sich mir früher die Fussnägel hochgekringelt haben. Mich hinlegen, abschalten, die Gedanken loslassen, das fällt mir nicht leicht.

Ich bin eher die, die dabei schon einmal  eine imaginäre Einkaufsliste erstellt, die Termine für die kommende Woche durchplant oder was weiß ich.

Vielleicht empfinde ich es als Kontrollverlust, wenn ich die Gedanken loslasse, und das mag ich nicht. Ebenso wenig wie Ski fahren oder Schlittschuh laufen oder die ekligen Fahrgeschäfte auf Rummelplätzen oder in Vergnügungsparks.

Schweinchen Schlau (kennste nicht? Kickste drauf!) ist eine begnadete Traumreiseleiterin und daher war es immer wieder mal Gegenstand ihrer Stunde. Woah. Da hatteste ne geniale Stunde und dann "sowas".

Also lag ich da unentspannt rum und harrte dem Vorbeisein, während andere Menschen 10 steinerne Stufen auf und ab marschierten, murmelnden Bächen lauschten oder die intensive gelbe Fünf sahen.

"Oh, das Gelb hat mich richtig umarmt. Die Fünf strahlte mir nur so entgegen", brüstete sich eine Teilnehmerin.

"Schleimer, tse,", dachte ich. Dafür wusste ich immerhin, was ich Morgen dringend noch einkaufen musste. Praktisch.

Schweinchen war übrigens immer wieder für eine  Überraschung gut... Unvergessen das WarmSCHÜTTELN am Anfang der Stunde!

"Hejahejawohawohahejahejawohawohahehehehehejaheja.." dröhnte die warme, dunkle Indianerstimme aus der Box und dazu sollten wir einfach im Stehen die Augen schließen und unseren Körper rhytmisch schütteln und bewegen. Instinktiv.

Diese Stunden läutete das Schweinchen gerne mit einem Kommentar a la "Und wir beginnen die Stunde mit Suddas Liebglingsaufwärmung"... da wussten ALLE genau, was jetzt kommt.

Zappzarapp fühlte ich mich zurückversetzt in die Schulsportstunde "freies Tanzen" - dem meine Sportgruppe (alles Mädels) verpflichtend beiwohnen mussten. Hat schon was, wenn du als Pubertierende "Würstchen in der heißen Pfanne" oder "Feder im Wind" darstellen sollst, während sich die Jungs oben auf der Tribüne mit Schnappatmung kreischend auf dem Boden abrollen.

*narf*

So viel zur Vorgeschichte.

Aber weil ich E. wirklich sympathisch finde und mich tierisch über ihr Engagement gefreut hatte, war ich bereit für sie powerzuentspannen. Schon während der Pilatesstunde achtete ich daher darauf, dass es eine eher ruhige Stunde war und gegen Ende zwar immer noch intensiv, aber entspannt intensiv war.

Wir fuhren das Licht runter und ich versuchte, es mir auf der Matte gemütlich zu machen. In meinem Kopf Gedanken wie "komm runter, komm jetzt runter. Entspann dich. Ommmm, verdammt!"

Dummer Weise war der Raum recht kalt und ich ärgert mich, dass ich daher meine Jacke anbehalten musste und sie nicht unter den Kopf packen konnte.

"Nicht ärgern, ommmmm und so!"

E. hatte einen Korb mit Muscheln mitgebracht und wir durften uns jede eine aussuchen und legten uns dann bereit.

Drückt es am Po, die Hose will in den Schritt... Porkelporkel... Schubberte meinen Körper so lange auf der Matte bis ich die richtige Position hatte.

Augen schließen.

HALLO!

Augen schließen!
BEIDE!

Auch das linke!!

Das linke wollte die Kontrolle immer noch nicht aufgeben und lag so halboffen rum. Holzauge sei wachsam? Schloss ich es eben mit der Hand.

E. begann leise und ruhig zu sprechen. Und ich merkte, wie der Atem immer ruhiger floss. Ganz von selbst atmete ich tief und ruhig ein und...


... war weg.

Komplett abgeschaltet.

Ich!

Nein, ich hab nicht geschlafen, aber ich konnte mich komplett darauf einlassen. Und die halbe Stunde kam mir im Nachhinein vor wie 5 Minuten!

Cool.
Darüber habe ich mich richtig gefreut.

Danach war ich so komisch wach-müde. Sowohl als auch. Aber frisch (was dazu führte, dass ich den Abend noch bis nach 2 Uhr wach war - aber das habe ich nicht als negativ empfunden).

Danke an E.
Das hast du super hinbekommen.
Gerne wieder.
Sehr gerne!!

Man wird anscheinend tatsächlich alt wie ne Kuh und lernt doch dazu.


Könnt ihr gut entspannen???
Für mich ist es definitiv eine Herausforderung...



************************************************************


Nachher geht es mit der Rückfallserie weiter.
Ich hatte den Eindruck, dass wir alle nach den intensiven, langen Texten eine Auszeit brauchten. Oder?


Bis dahin:




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Mittwoch, 7. November 2012

Einer dieser Tage

Heute ist einer dieser Tage.

Ein Tag, an dem klar denken nicht so funktioniert.
Ein Tag, an dem ich eigentlich so viel tun wollte, aber mich nicht wirklich aufraffen kann.

Ich habe mich entschlossen, für mich den Feierabend einzuläuten und in die Wanne zu versenken. Es muss nicht immer alles perfekt sein.

Jetzt bin ich dran.

Manchmal muss man einfach tatsächlich alles abschalten und runterfahren.

Schlaft schön, meine Lieben.

Morgen ist alles wieder frisch.

:)

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Dienstag, 6. November 2012

Für Luisa: Rückfallgefahr #3

Ich kenne beide Seiten.

Ich weiß, wie es ist, sehr dick zu sein.
Ich weiß, wie es ist, 48 kg weniger zu wiegen.

Sich ab und an ins Gedächtnis zu rufen, wie es war, fast 126 kg zu wiegen, ist für mich wichtig. Lektionen in Demut. Aber man kann sich danach schütteln wie nach einem Alptraum und sich freuen, dass man "da raus" ist. Darüber hinaus ist es auch noch nicht so lange her als dass ich es hätte verdrängen können. Dazu war die Zeit zu heftig.

Als ich dick war, wollte ich...

... frei und entspannt auf Feierlichkeiten/in die Stadt/essen gehen können, ohne das Gefühl wie ein wildes Tier angestarrt zu werden, ständig meine Klamotten nach unten zupfen zu müssen und tunlichst den Po aus der Sicht der anderen Richtung Wandecke zu parken. Ich wollte essen "dürfen", ohne Angst vor dem "boah, guck dir mal an, was die Fette schon wieder frisst"-Augenrollen. Nicht ständig mit gespitzten Ohren da stehen und den Unterhaltungen mit Bekannten nicht wirklich folgen können, damit ich eventuelle Kommentare und Blicke anderer mitbekomme. Im Nachhinein frage ich mich, wie viel davon tatsächlich passiert ist. Ob sie überhaupt redeten.

Daher ging ich selten aus. Essen in Öffentlichkeit schon gar nicht gerne. Stühle in der Eisdiele draußen? Mein persönlicher Albtraum. Meine Oberteil waren immer recht schnell aus der Form durch die andauernde Runterzieherei. Partys, wo auch Fremde kommen könnten, sagte ich unter fadenscheinigen Argumenten ab. War ich dazu gezwungen, wagte ich kaum zu atmen, stand schön versteckt und war unglücklich. Und wenn ich endlich zuhause war, plünderte ich den Kühlschrank, um den emotionalen Stress auszulöschen. 

Kennt ihr das? Ein Engpass (bspw. man muss sich in den Kinoreihen durchquetschen) und die Schamesröte steigt einem bereits bei der Planung des "günstigsten Weges" ins Gesicht, bevor man überhaupt den ersten Schritt gewagt hat? Lösung? Genau: Einfach niemals nie nicht ins Kino gehen. Ja, lacht nur. War so.

... schwimmen gehen, eine "Kerze" machen können (Rückenlage, Beine hoch über den Kopf), eine Rolle rückwärts können, entspannt im knien den Po auf die Fersen bringen können (wenn ich das versuchte, erdrückte ich mich fast mit meinem Bauch und meinem Busen - entspannen ist anders!), mit den Kindern toben, gehen ohne Schnappatmung sowie schlafen und aufstehen ohne Schmerzen. Ich fühlte mich bewegungstechnisch erheblich eingeschränkt. Wie in schwere, nasse Watte gepackt.

Damals vermied ich darum Sport. Ich merkte auch, dass ich Bewegung im Alltag immer mehr mied. Die Rolltreppe nehmen, die Kinder auf Botengänge schicken, sitzen, sobald sich eine Gelegenheit bot. Ich mied offizielle Events, wo Bewegung zu befürchten war. Feiern mit Ringelpietz im Kindergarten, toben mit den Kindern auf dem Spielplatz, Freibad, blablabla. Aus Angst mich zu blamieren.

Und je weniger ich mich bewegte, um so stärker wurden die Schmerzen, desto unbeweglicher wurde ich, desto weniger Ausdauer war vorhanden.

... schlank sein. Ich fand mich selbst höchst abstoßend und es braucht jetzt auch keiner sagen, dass ich auf meinen alten, dicken Fotos irgendwie "nett" aussah. Nein, ich sah frustriert, müde, krank und alt aus. Eben genau so, wie ich mich fühlte. Und ich nehme an, dass alle anderen das genauso sahen.

... mich lieben können. Freien Herzens. Denn ich fand mich schwach, verfressen, undiszipliniert, frustiert, daher nörglerisch und viel zu nah am Wasser gebaut. Ich empfand sehr wohl viel Selbstmitleid mit mir, aber entspanntes Lieben kann man das nicht nennen.

Damals war ich kurz davor, mich einweisen zu lassen. Wegsperren. Ich kam weder auf mich noch auf mein Leben klar.

... mich auch optisch lieben können. Ich mochte mich nicht berühren, ich mochte nicht in den Spiegel sehen, ich mochte nicht anecken. 

... selbstsicherer werden, denn wie ihr an den vorher genannten Argumenten sehen könnt, hatte vieles mit meiner Unsicherheit anderen gegenüber zu tun.


Und?

Haben sich meine Träume erfüllt?

Ehrlich?

Ja, haben sie.

Allerdings folgt an dieser Stelle das langgezogene AAAABBBBBBEEERRRRR..

Das Abnehmen hat dabei nur einen ersten Auslöser gegeben.

Mit den ersten verschwundenen Kilos kam meine Freude am Leben wieder. Das war der Startkick, den ich brauchte.

Alles andere ergab sich auf dem Weg, den ich seelisch ging.

Ich arbeitete an mir:

Öffnete mich (traf fremde Menschen, ging einfach aus - auch schon als ich noch weit jenseits der 100 kg war), sprang Meilen über Schatten (Trainerschein und Kurse) auch wenn ich dabei natürlich zunächst jammerte und maunzte, Angst hatte.

Von Anfang an zwang ich meinen Blick regelmäßig in den Spiegel, ich cremte diese wabbelnde Masse ein, obwohl ich es unangenehm fand (irgendwo habe ich ganz am Anfang darüber geschrieben).

Ich lernte mich selbst zu belohnen und zu loben, lernte NEIN zu sagen. Ich setzte mich mit meinen Empfindungen auseinander, tobte, schrie, weinte und lernte, dass ich trotzdem liebensWERT bin.

Wer hier schon länger liest, hat diese Schritte bestimmt alle mitbekommen.

Denn...

ALLE OBEN GENANNTEN PROBLEME KÖNNEN SCHLANKE MENSCHEN GENAUSO HABEN!!

Ich bin nicht schlank.
Ich würde sagen, ich bin "normal".
Aber meine Seele ist schlanker als so mancher, der weniger wiegt als ich.

"Nur Diät" hilft nicht wirklich weiter, weil es außer der verminderten Aussenhülle nicht viel ändert. Ein weiterer Grund für einen Rückschlag ist, wenn man nicht eins mit sich wird.

Von daher:
Arbeitet ganzheitlich!




**********************************************


Super, jetzt hat der Post sich ganz anders entwickelt, als ich das ursprünglich gedacht habe. Eigentlich wollte ich doch darüber schreiben, warum man so viel vom schlank sein erwartet.

Tut mir leid, kam von selbst so.

Beim nächsten Mal #4:

"Warum springen einige in der Zielgeraden ab?"

Da wird das ursprünglich geplante Thema mitverbastelt.
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Schneewittchen und die sieben Zwerge?

Bei mir wohnen geheime Wesen.
Unsichtbar.

ACHT STÜCK!

Denn jeden verdammten Tag muss ich mindestens 8 (!) Trinkgläser wegräumen, die definitiv nicht von mir genutzt wurden. Im Schnitt.

Fordert man die Familie nämlich auf, die Gläser in die Spülmaschine zu verbringen, erhält man stets die eine Antwort:

"Das ist aber gar nicht meins!"

Fragt man sich, wer denn nu bei uns so rumspukt...

Schneewittchen und die sieben Zwerge?
Der Wolf und die sieben Geisslein?

Fragen über Fragen!

Unverschämtheit!


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Montag, 5. November 2012

Für Luisa: Jetzt ist eh alles egal - Rückfallgefahr #2




Hier nun Teil 2 und wir befinden uns immer noch bei den "schlagartigen Rückschlägen".

Du machst eine Diät und hast dir wirklich in den Kopf gesetzt, dass es dieses Mal funktionieren wird. Eigentlich machst du fast immer eine Diät, denn so willst du auf gar keinen Fall aussehen oder bleiben. Vielleicht ist es "nur" das Optische, schlimm genug, vielleicht ist es aber auch schon lebensnotwendig für deine Gesundheit.

Am Anfang meiner dicken Karriere ging es mir ausschließlich um die Optik. Damals war ich noch nicht einmal so dick. Aber anstatt diese Aufgabe entspannt anzugehen, versuchte ich es mit allen glorreichen Ideen, die ich irgendwo aufgeschnappt hatte, und die einen rasanten Gewichtsverlust in kürzester Zeit versprachen.

Scheiß was auf die Gesundheit, ich wollte schlank sein. Und zwar so schnell wie möglich.

Und daher ist mir von allen Diäten, die durchs Orbit kreisen, fast nichts fremd.

Ich malträtierte meinen Körper und den Geruchssinn meiner Familie mit Kohlsuppe. Ich trank Eiweißdrinks, die mehlig im Rachen klebten und redete mir ein, dass sie wohlschmeckend waren. Ich riss mir Diäten aus Zeitschriften heraus und befolgte sie auf den Millimeter genau. Dabei ging es meist darum, Fett einzusparen, so dass am Ende das einzig Fettige in meinem Leben die Handcreme war, mit der ich meine Hände pflegte. Ich zählte Punkte und schob meinen dicken Hintern in die Treffen, die ich a) langweilig, b) total teuer und c) entwürdigend fand. Entwürdigend, weil ich mich wie ein kleines Dummchen bei der Hand genommen fühlte, das von nix ne Ahnung hat.

Aber heeeee da, ich war Diätprofi!

Ich habe meterweise Bücher über das Abnehmen, Tabellen, Listen, Kochbücher. Du bestimmt auch, oder?

Jede Diät begann ich hocheuphorisch.
Ich müsste ja nur ein paar Wochen durchhalten, dann wäre ich schlank.
Nur 500 kcal am Tag? Für etwa zwei Monate oder drei oder vier?
Das ist ein übersichtlicher Zeitraum und es wäre doch gelacht, wenn ich das nicht schaffen würde.
Danach wäre alles super und ich könnte wieder normal essen.

An das Schlanksein verknüpfte ich große Emotionen und Erwartungen:

Ich würde...
selbstbewusster, schöner, könnte alles anziehen, die Menschen würden staunen, die Männer mich begehren (doch, das ist auch dann ein tolles Gefühl, wenn man verheiratet ist - machen wir uns nix vor), sportlich, immer gut drauf, glücklich, zufrieden, könnte mich im Leben anders durchsetzen, würde ausgehen und feiern, wäre gelöst auf Feiern, wäre erfolgreich, alle würden Kontakt zu mir suchen, mich bewundern, eine starke Frau.

Oder anders gesagt:
Fast alles, was in meinem Leben schief lief, schob ich dem Übergewicht zu. Nichts anderem.

(Den Rest schob ich übrigens dem Schicksal, meinem bisherigen Leben und diversen Menschen um mich herum zu...)

Die Verknüpfungen an sich können natürlich abweichen, je nach Lebenssituation.

Ich startete den xten Versuch und es funktionierte tatsächlich.
Siehe da, man muss sich nur dran halten und es funktioniert.

Das ist so mit Diäten...

Aber der gewählte Weg war üblicher Weise wirklich steinig und forderte alles an Disziplin von mir ab, was ich auf Lager hatte.

Ich war hungrig, frustriert, genervt und wenn ich nicht am Morgen stets "gute Zahlen" (Abnahme) auf dem Display gesehen hätte, wäre ich eingeknickt. Sofort.

Überhaupt die Waage.
Sie beherrschte mein Leben.

Sie bestimmte die Laune des Tages.

Große Abnahme = beste Laune
Wenig Abnahme = angeranzte Grundstimmung
keine Abnahme = halber Weltuntergang

Dingen war, dass ich genaue Vorstellungen davon hatte, wie viel ich abzunehmen hätte.
Hatte ich lecker nach der Kalorientheorie berechnet und wie so viele hatte ich innerlich Ziele festgelegt, wie "bis Weihnachten/zur Party von xy/zum Sommerurlaub nehme ich 20 kg ab".

Zusätzlicher Druck.

Und diese - ordentlich in Listen kalkulierten - Gewichtserwartungen hatten sich gefälligst auf der Waage zu erfüllen, sonst war Essig...

Was ich damals nicht bedachte:

IRGENDETWAS musste doch zum Übergewicht geführt haben. Seelische Dinge und der Zwang, Emotionen mit Essen herabzutönen.

Aber da war es so wie mit der Gesundheit... Scheiß was drauf.

Denn... logo... wenn ich erst einmal schlank wäre, würde sich ja alles zum Perfekten wenden! (Auflistung s.o.)

Dann gäbe es nie wieder Emotionen, die ich abtönen müsste, weil ja ab dem Moment (bei Gewicht xy) alles immer und immer Wölkchen und tutti sein würde.

Dass man einer solchen Crashdiät oder eine Diät mit strengsten Vorgaben, die einem persönlich nicht liegt, oder eine Diät mit hohem Aufwand im Alltag nur schwer folgen kann, ist mal logisch.

Manchmal versuchte ich mir das Ganze schön zu reden. Dass ich nur die ersten Kilos damit abnehmen würde, denn dann wäre der Magen geschrumpft und ich könnte etwas lockerer vorgehen, weil ich a) schon einen achtbaren Anfangserfolg hätte und b) nicht mehr so hungrig wäre.

Aber ganz ehrlich gesagt:
Ich litt unermesslich unter meiner Selbstkasteiung.

Seid ihr bei mir?
Könnt ihr euch mich in der Situation vorstellen?

Und es kam "so ein Tag".

"So ein Tag", den ich im letzten Text beschrieben habe.
"So ein Tag", der zu "Ich brauche das jetzt" führte.
Die Widerborstigkeiten des Lebens waren in der Situation überstark und ich knickte ein.

Obwohl ich zusah nichts "Gefährliches" im Haus zu haben, fand sich immer etwas. Oder aber ich kaufte es mir gezielt. Wobei eigentlich fast alles im Vorrat taugte, wenn ich etwas brauchte. Die meisten Nahrungsmittel waren schließlich nicht in einer solchen Diät vorgesehen. Dazu reichte eigentlich schon ein Teller Nudeln mit Halbfettmargarine (logo, was sonst!) und Ketchup, was wohl jeder vorrätig hat.

Ich brauchte das jetzt und wenn ich das gegessen hätte, würde ich einfach wieder wie zuvor weitermachen. Haargenau. Vielleicht sogar noch ein bisschen strenger als vorher. Damit könnte ich diesen Fauxpas spielend ausmerzen.

Oben hab ich ein kleines Bildchen reingebastelt. Und ihr seht, dass ich zwischen "Ich brauche das jetzt" und "Jetzt ist eh alles egal" eine "seelische Hürde" gesetzt habe.

Ihr kennt die.
Das ist der Unterschied zwischen "ich hack mir mal ne Ausnahme rein" und "ich werfe das Handtuch".

Die Ausnahme, das was ich in der Situation brauchte, rutschte göttlich-wohlig in meinen Magen. Wärmte. Machte glücklich. Kickte meine verhungernde Zuckersucht. Ich fühlte mich geerdet.

Aber im Prinzip war es doch so, dass diese harte Diät mich ausgehungert hatte. Ich verhielt mich wie ein Mensch, der fast verdurstet im letzten Moment doch noch die Oase erreicht und erst einmal den Kopf in das Wasserbecken halten kann.

Nachdem ich "die Ausnahme" verschlungen hatte - und von genießen kann keine Rede sein, denn ich habe auch so schnell und hektisch gegessen, wie ein Verdurstender trinken würde - setzte ich mich auf und "kam zu mir".

Denn zwischen "Ich brauche das jetzt" und "Jetzt ist eh alles egal", genau auf Augenhöhe der seelischen Hürde, kam üblicher Weise ein "wach werden".

*BÄM* 

Schlag ins Gesicht.

Du Null, du Garnix, du undiszipliniertes, verfressenes Miststück... Du bekommst wirklich nichts auf die Reihe, oder? Friss dich doch tot, wenn es das ist, was du am Besten kannst.

Mir stieg Hitze ins Gesicht und ich schämte mich, krümmte mich seelisch unter meinen Selbstvorwürfen.

Ich weinte.
Wie ich es auch als Kind tat, wenn ich geschimpft wurde.
Ich war zornig auf mich, aber noch wesentlicher war, dass ich mir unendlich leid tat.

Ich armes Geschöpf.
Das tat weh.
Das tat viel zu weh.

Nur selten bekam ich an dieser Stelle noch die Kurve.

In der Regel brachen die Dämme und ich aß alles, was mir in die Finger kam.
Denn jetzt war es eh egal.
Ich hatte schon durch die Ausnahme meine ganzen Pläne zerstört.

Überhaupt...
Ich könnte ja Morgen weitermachen.

Tausend unterschiedliche Gedanken flitschten durch den Kopf.

Manchmal schaffte ich es tatsächlich, am nächsten Tag wieder diszipliniert weiter zu diäten.
Manchmal.

Aber immer - wirklich immer - war es faktisch der Anfang vom Ende.
Denn ab diesem Moment wurden die "Ich brauche das jetzt"-Situationen immer häufiger, die Einschläge kamen immer näher. Schließlich hatte ich keinesfalls vergessen, wie wohlig das Gefühl zunächst war, wenn ich aß.

Und irgendwann gab ich einfach auf.

Fazit 1:
Ich hatte viel zu hohe Erwartungen an meine Abnahme und an meinen Körper. Setzte mich viel zu stark unter Druck.

Je höher die Erwartungen, bzw. je strenger eine Diät, desto krasser und heftiger der Rückschlag.

Fazit 2:
Ich wählte Diäten, die auf Dauer nicht zu ertragen waren, die überhaupt nicht zu mir passten.

Fazit 3:
Ich stellte meine Abnahme nur auf ein Bein... Die Diät an sich. Das ist sehr instabil. Je stabiler man sich positioniert, desto weniger gefährdet ist man bei Gegenwind. (Seelenarbeit, Bewegung, Auseinandersetzen mit dem eigenen Körper, Familie/Freunde/soziales Umfeld sind ebenso wesentliche Beine!)

Daher hatte ich bei Gegenwind keine Ausweichmöglichkeit parat. Mir fiel nichts wirklich ein, was ich anderes tun könnte, anstelle des Essens...

Fazit 4:
Ich war weder achtsam noch liebevoll zu mir selbst. Ich war mein bester Feind.



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In #3 geht es um

"Warum erwarte ich so viel vom schlank sein?"







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Sonntag, 4. November 2012

Für Luisa: Rückfallgefahr #1

Zu meinem Post "Rezept für eine erfolgreiche Abnahme" erhielt ich einen Kommentar von Louisa, auf den ich eingehen möchte:

Dieser Satz von dir rettet mir momentan jeden Tag den Arsch! 

"Was GÖNNST du dir denn dann? 
Den Rückfall? Eine Zunahme?"

Könntest du bitte noch mal einen eintrag zum Thema "Rückfallgefahr" machen. 

Und irgendwie scheint es mir, dass wenn ich einmal in der Rückfallabwärtsspirale bin kein Stopp dazwischen gibt, bis ich wieder ganz tief gelandet bin.

So, jetzt überlegen bestimmt einige, was ich denn zu Rückfällen sagen könnte, denn augenscheinlich ziehe ich mein Dingen doch seit über drei Jahren durch und habe keine Zunahme zu verzeichnen.

Aber so simpel ist es nicht.

Denn die Gefahr lauert überall.
Isso.

Dazu später mehr.

Und ich schreibe oft genug mit Menschen, die fallen, maulen, aber sich zum Glück immer wieder aufraffen. Außerdem gab es auch eine Zeit vor LCHF, in der ich selbst immer wieder gefallen bin. Immer und immer wieder. Das habe ich beileibe nicht vergessen!

Wie sagt man so schön:
Man hat erst dann verloren, wenn man einmal mehr fällt als man aufsteht.

Zuerst einmal denke ich, dass man zwischen "schlagartigen" und "schleichendem" Rückfall unterscheiden muss, wobei das Endergebnis natürlich das Gleiche ist, wenn man nicht an irgendeinem Punkt hart durchgreift.

Ich teile es auf, denn das wird sonst vermutlich ein Gigapost und außerdem muss ich darüber noch nachdenken.


1. Schlagartiger Rückfall

Dafür gibt es viele Beispiele, die man mit einem "Schlagsatz" versehen kann und ich schreibe jetzt über die, die mir spontan eingefallen sind, weil sie mir selbst zugestoßen sind.

Ergänzt gerne.
Oder "werft nach".
Die Posts leben auch von euren Kommentaren. 
Nicht vergessen!
In vielen Kommentaren versteckt sich hier ein echter, kleiner Schatz.




"Ich brauche das jetzt"

Der Tag ist scheiße gelaufen, im Job nur Ärger, die Bahn ist dir vor der Nase davon gefahren, das Konto ist leer, die Waage sagt Gemeinheiten an und on top regnet es Hunde und Katzen, den Schirm hast du zuhause vergessen...

Du weißt schon. SOLCHE Tage.

Du bist allein, du fühlst dich einsam. Alles doof.

Oh, eine Tüte Gummibärchen.
Wie kommt die denn da hin? (blöde Frage, oder?)
DIE brauche ich jetzt.

Nein, ich streite nicht ab, dass sie nicht beim Inhalieren des Inhalts gut tut. Jedenfalls nicht aus meiner damaligen Sicht. Beim Inhalieren ist das Hirn ausgeschaltet. Vorübergehend außer Betrieb.

Der Zucker schießt in die Blutbahn, ein schneller Kick, den man ganz alleine kann.
"Wach" wird man erst hinterher, wenn sie leer ist meistens.

Aber der Zuckerkick ist nur Teil 1 und mittlerweile denke ich, dass etwas anderes mindestens ebenso ursächlich für mein Verhalten war, wobei man den Zuckerkick niemals unterschätzen sollte... Aber der gehört eigentlich zu einer anderen Ursache für Rückschläge, zu der ich später noch ausführlicher kommen werde.


Auf jeden Fall folgt nach dem Essanfall der "Kater". Du fühlst dich schlecht, du fühlst dich undiszipliniert, im schlimmsten Fall keimen echte, leichte Hassgefühle auf.

Ich weinte dann zumeist.
Was mich wunderte, denn wenn ich um mich weine, habe ich doch eigentlich Mitleid mit mir selbst, oder?

Mir fehlte etwas und ich glaube, dass ich in solchen Situationen eigentlich nur einen Menschen um mich haben wollte, der Mitleid mit mir hatte. Jemand der mich tröstet, weil der Tag scheiße war, der mich in den Arm nimmt und mir zuhört. Der mir sagt, dass das Ausnahmen sind und alles wieder gut wird.

Erst dadurch, dass ich einen Fressanfall durchlitten hatte, war ich in der Lage mit MIR Mitleid zu haben, MICH zu bedauern, MICH danach zu trösten.

Das ist in etwa so, als müsse man sich in den Finger schneiden, nur um sich hinterher durch ein Pflaster, pusten und trösten gut zu tun.

Warum so ein Umweg?

Es gab doch genug Menschen in meinem Leben.
Und selbst wenn nicht, ich hatte doch immer mich!

Der Ausweg da raus:

Sprich.
Geh zu deinen Menschen. Sag dass du ein Ohr, Trost und Nähe brauchst.
Wenn sie nicht da sind, ruf sie an.

Sprich.
Sie können es sonst nicht wissen oder sind vielleicht zu beschäftigt mit sich selbst, so dass sie deine Not gar nicht bemerken.

Wenn keiner greifbar ist, sei DU gut zu dir.
Ohne den dämlichen Umweg.

Gönn dir ein Bad, geh spazieren, mach ein Pflegestündchen, zünde Kerzen an, zieh deine Lieblingsklamotten an, hör Musik, tanz. Schreib auf, was an dir toll ist (und da ist etwas!), druck es aus und häng es dir für doofe Tage irgendwo hin, wo du es sehen kannst. Lies dir das immer wieder laut vor. Oder umarme dich selbst und streichle dir über den Arm oder kraul dir den Bauch.

Das tut gut.




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#2 folgt später mit Gedanken zu:

"Jetzt ist eh alles egal!"

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