Mittwoch, 28. November 2012

Nachtrag zur Zuckersucht

Liebe Liebenden,

tausendmillionenmilliarden Dank für die vielen tollen Kommentare hier und per Mail zum Post "Zuckersucht" von gestern. Ich bin richtig überwältigt.

Ich hatte minimal die Befürchtung, dass ihr mich für verrückt halten könntet, wenn ich so offensiv darüber schreibe, denn für Menschen, die dieses Problem nicht haben oder vielleicht gar nicht wissen, dass sie es haben, ist es schwer nachvollziehbar.

Eben weil Zucker eben nicht auf der "Drogenliste" steht, eben weil es so legal und gesellschaftlich integriert ist, eben weil wir damit groß wurden und es von Kindheit an Teil unseres Alltagslebens ist (und an der Stelle sollten wir Eltern mal über unsere Kinder nachdenken - ich inklusive - dazu komme ich aber mal in einem anderen Post).

Dass so einige LCHFler/LowCarbler mich verstehen würden, habe ich mir gedacht. Aber dass es so viele sind... Chapeau für eure Ehrlichkeit, Chapeau für eure Kommentare!

DANKE!

Auf einige Punkte in den Kommentaren möchte ich ein wenig eingehen:

Zuallererst noch einmal: 

Nicht alle Menschen sind zuckersüchtig. Ich glaube gerne, dass es Menschen gibt, denen dieses Problem völlig fremd sind, die völlig unbeschwert mit ihrer Dosis Zucker/Kohlenhydrate umgehen können!

Nicht dass wir uns da falsch verstehen und irgendjemand meint, ich würde pauschalieren.

An euch mein Dank, dass ihr euch dennoch gedanklich darauf einlassen und mich nachvollziehen könnt.


Zu Eva:

Doch, es ist tatsächlich ein großes Problem für mich. Und ich schiebe Begriffe wie "Genuss" im Bezug auf Zucker weit von mir. Ich kann nicht damit umgehen und dass ich erfolgreich abgenommen habe und unbeschwert und ohne Heißhunger und Rückfall leben kann, hat eben genau damit zu tun, dass ich mich "im Griff" habe, trocken bin.

Keine Nudel, kein Brot, kein Süß, nichtsnichtsnichts davon wäre es für mich wert, all das, was ich in den letzten drei Jahren gewonnen habe, was ich erreicht und erlebt habe, wieder herzugeben.

Aber ich verstehe, dass es schwierig ist, sich das vorzustellen. Also das ganze Ausmaß. Und darum verstehe ich Evas Kommentar auch im vollen Umfang.


Zu Monia:

Wie gesagt, es ist eine mehr als legale Droge, allgegenwärtig. Und genau deshalb begegnet man immer wieder der Situation, dass beispielsweise auf Familienfeiern gesagt wird "Ach komm, mach doch mal eine Ausnahme, das kleine Stück da. Das macht doch nichts. Ich hab extra den ganzen Tag gebacken/gekocht."

Daran kommen viele nicht vorbei, trauen sich nicht, aufmüpfig zu sein und zu verweigern. Weil man es nicht mag, wenn man als verbohrt und überzogen da zu stehen. Sich nicht ständig rechtfertigen möchte. Darüber hinaus ist das Angebot für viele Ex-Zuckersüchtige schwer verlockend. Das Entsuchten hat auch hier alle die Mechanismen wie bei anderen Drogen. Ist man noch am Anfang oder mitten in einer schlechten Lebensphase oder aber mitten in einer Gewichtsstagnation, wird es u.U. hakelig. Man knickt ein.

Für das Einknicken hat man dann praktischer Weise auch noch direkt eine Entschuldigung für die eigene Seele parat: Man konnte sich nicht wehren. Man macht nicht, es wird mit einem gemacht.

Eine weitere für sich selbst besser ertragbare "Entschuldigung" ist beispielsweise "ich brauche das jetzt unbedingt für meine Nerven. Mein Leben/Job/Zustand/Alltag ist so anstrengend, das gönne ich mir jetzt (ganz bewusst??)"

Merkt ihr was?
Hör ich nicht gerade unselten.

Ist einfacher zu ertragen, als wenn man einfach "nur" selbsttätg daneben haut, sich was gibt, was man nicht sollte. Wer gesteht sich schon gerne einfach nur Schwäche in dem Moment ein?

Zurück zur Umwelt und den Familienfeiern:

"Tante Trude", wie ich sie gerne nenne, meint das überhaupt nicht bös. Im Gegenteil. Sie will mir ja eigentlich was Gutes, wollte was Besonderes anbieten. Sie versteht nur einfach nicht.

Aus meiner Sicht muss man dagegen zwei Dinge tun:

1. Einmal feste zwischen die Augen und den eigenen Standpunkt klar machen. Erklären warum man nicht möchte. Vielleicht sogar sagen, dass man süchtig ist. Ich denke die wenigsten würden auf die Idee kommen, einem Ex-Alkoholiker ein Schnäpschen aufzunötigen. Lass dich auf die Diskussion ein. Mag unangenehm (oder sogar peinlich) sein, aber das ist abhängig und vor allem sehr dick sein erst recht.

2. Werde dir über deinen eigenen Zustand wirklich, wirklich klar! Es kann/darf/sollte nicht sein, dass du für die Freude anderer deine Gesundheit ruinierst. Das wäre albern und dumm. Und nutze es bitte nicht als Ausrede, um dir Stoff zuführen zu dürfen. 


Zu Oona:

Sie schrieb im Kommentar:

Gibt es einen Unterschied zwischen der rein stofflichen Zuckersucht und der Sucht zu essen, weil man die wahren Bedürfnisse im Leben sich nicht erfüllen / befriedigen kann? Kann eine das trennen oder ist das immer verbunden?? 

Oh ja, das ist verbunden!

Ich denke, die meisten körperlich Süchtigen nutzen ihr Suchtmittel ganz besonders intensiv dann, wenn es im Leben hakt.

Bei mir war es so.
Zuckersüchtig wie ich bin/war, aß ich, wenn ich unter emotionalen Druck kam. Und fütterte damit wieder die körperliche Sucht. Ein verdammter Teufelskreis.

Und ich merkte, dass die "Gründe", warum ich zugriff, immer phantasievoller (?? Mir fehlt das richtige Wort) wurden. Erst nur bei Traurigkeit. Später kamen Wut, Freude (entspannter, fröhlicher Essabend mit Freunden beispielsweise), Müdigkeit etc. dazu. Am Übelsten aber Langeweile!

Irgendwann war jede emotionale Abweichung von der Normalkurve ein Anlass.

Aus meiner Sicht waren das alles irgendwann gute Gründe.
Noch schöner: ICH konnte doch gar nichts dafür!

Entschuldigung liebe "alte" Sudda:
WER SONST?
FACE IT!

Aber wie kommt man aus diesem Teufelskreis wieder raus?
Das ist die Frage der Fragen in dem Fall.

Ich hatte Glück.
Verdammtes Glück.

Hummeldumm, wie ich nun einmal bin, fand ich LCHF und ließ mich einfach darauf ein. Kalter Entzug sozusagen, der bei mir so hervorragend klappte, weil ich ENDLICH wirklich satt war und problemlos erstaunlich viel Gewicht abwarf.

Hätte ich nicht diesen enormen Abnehmerfolg bereits am Anfang gehabt... weiß mans, ob ich es lange durchgezogen hätte? Schwierig.

Bis dahin war ich der festen Überzeugung, dass ich rein essgestört sei. Emotional essgestört. Punkt. Auf die Idee, dass eine körperliche Sucht dahinter stehen könnte, war ich nicht gekommen. Isso.

Daher war mir klar, dass ich nicht nur die Ernährung umstellen musste, nein, ich musste auch emotional "durchgreifen". Und glaubt mir, dass war für meine Umwelt gar nicht lustig.

Jemand der jahrelang "lieb" war, lebt Gefühle, Aufs und Abs, das muss man erst mal dosieren lernen.
Und so knallte ich gerne aus, bis ich das rechte Maß mit der Zeit fand.

Sich der Sucht bewusst werden, ist ein wichtiger Schritt. Und dabei nicht emotional vor Angst davor zusammen zu brechen.

Wie auch immer.. Ich hab das Pferd irgendwie von hinten aufgezäumt. Die körperliche Sucht bekämpft und als ich dadurch klarer sehen konnte, folgte das Emotionale hinterher. Noch heute habe ich da so einige emotionale Knoten, aber durch das "trocken sein" habe ich erst die Chance, sie zu sehen und mehr oder minder entspannt zu lösen.


Zu Ramona:

Uh.
Konditorin.

Dealer quasi.
:D

Aber dass du den tatsächlichen Alltagszucker so bewusst reduziert hast, finde ich klasse!



An euch alle einen dicken Rudeldrücker!

Wenn ich etwas Wichtiges nicht kommentiert habe, bitte piepen.
Ich bin gerade ein wenig überfordert!!


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Kommentare:

  1. Wenn ich mir das so durchlese kommt mir der Verdacht, dass ich als Essüchtige akzeptieren muss, dass ich nie mehr einen normalen, ungezwungenen Umgang mit Lebensmitteln erreichen werde.
    Egal mit welcher Form ich auch versuche meinem geschundehen Körper zu helfen, an dem Gefühl des Mangels, der Selbstkasteiung wird sich nichts mehr ändern, so freiwillig der Verzicht auch zunächst eingehalten wurde. Mit oder ohne Therapeut.
    Das Gefühl des Mangels ist ja das, was einem die Gedanken ständig um's Essen kreisen lässt auch wenn man faktisch satt ist.
    Der Weg zum 'trockenen' Esser ist ganz schön knifflig.

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    1. Ja, von dem Gedanken, dass irgendwann das Thema "durch" ist, habe ich mich ebenfalls verabschieden müssen.

      Am Anfang zappelt das noch ein wenig in der Seele, aber dann war es okay.

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    2. Nee, das wird jetzt keine Allheiligsprechung von lchf, aber Njala, dein Umgang mit Lebensmitteln wird umso "ungezwungener", je mehr du einen Weg für Dich findest, den du gehen kannst und der dich zufrieden macht. Dass Sudda oder ich uns bewußt sind, dass Ausnahmen uns schnell wieder in den Teufelskreis bringen würden, heißt ja nicht, dass wir den ganzen Tag mit den Gedanken um Süßes oder Nudeln kreisen und verzweifelt unter den Tapeten nachschauen, um wenigstens mal zu GUCKEN, im Gegenteil. Die Art, wie wir uns ernähren, erlaubt uns einen erfreulich ungezwungenen Umgang mit LM, eben weil wir von diesen Dingen genug essen dürfen, um satt zu werden. Da entsteht kaum je ein Gefühl von Verzicht. Das macht das "Durchhalten" so "einfach", eben weil es kein durchhalten ist, sondern eine andere Art der Ernährung.
      Such dir deinen Weg. Und ich wünsch Dir, dass du irgendwann entspannter damit umgehen kannst als heute noch...

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    3. Das ist echt lieb, vielen Dank! Erfahrungen mit Lchf hab ich ja auch und kenne den Unterschied zu andren Ernährungsformen. Natürlich ist es die Entspannteste, wahrscheinlich effektivste Ernährungsform überhaupt. Was mich an mir wunderte ist, dass trotz Sättigung das Gefühl des Mangels nicht weichen wollte. Es verfolgte mich nicht bewusst und zwanghaft, war aber latent dennoch vorhanden.
      Macht das die Sucht aus?
      Bisher hatte ich Sucht weit von mir gewiesen, inzwischen schaue ich dank diesem Blog den Tatsachen doch mal etwas genauer ins Auge. Dafür auch an dieser Stelle mal ein herzliches Dankeschön!

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    4. @Njala:
      Meiner Meinung nach:
      Mangel
      nach dem, was durch den Zuckerrausch nicht so zu spüren ist.
      Mangel an Liebe, Nähe, Aufgaben, Inspiration, Freude oder was auch immer das eigene, tiefe innere Bedürfnis ist.
      Solange diese ganz eigenen Bedürfnisse im Leben nicht erkannt sind und erfüllt werden so gut es geht, solange hat eine neben dem bewältigten Sucht Unmengen von Zucker zu essen, eben "nur" die eine Ebene einer Eßstörung behoben.
      Warum sucht man zwanghaft nach der "Befriedigung" des Mangels durch den Stoff Zucker? Weil etwas Wesentliches im Leben verloren gegangen ist oder sich hat nie entwicklen können.

      Grüße Oona

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  2. Hallo Sudda,
    Als neuer Leser möchte ich mich vorstellen und ein wenig von meiner Geschichte erzählen: Ich bin 50J.,verheiratet und Mama von zwei erwachsenen Töchtern´. Ich arbeite in der Pflege.
    Seit Jahrzehnten! beschäftige ich mich mit dem Thema Ernährung/ Diät und habe wohl schon alles ausprobiert auch eine ketone Ernährung. Irgendwo habe ich einmal gelesen: "Zucker ist stärker als Ihr Wille". Und das bestätigt sich immer wieder, so dass ich versuche mich daran zu halten. Nur muss ich dafür psychisch einigermaßen stabil sein, sonst schaffe ich das nicht. Andererseits hilft mir eine gute Ernährung, Gewichtsreduktion und Bewegung zu genau dieser Stabilität. Das ist schon kniffelig und braucht vor Allem Zeit für mich.
    Im Moment bin ich wieder auf einem guten Weg.
    Ich habe große Achtung vor Deinem Erfolg und Deiner Art, die Erfahrungen und die Auseinandersetzung mit dem Thema hier in diesem blog zu teilen.
    Herzlichen Dank für Deine Offenheit und dass ich hier mitlesen darf!!
    Liebe Grüße aus dem Münchner Umland
    Luise

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    1. Vielen Dank, Luise!

      Und in warmes Willkommen in meinem wilden Leben!

      Viel Erfolg!

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  3. Liebe Sudda,

    wie immer triffst du es genau auf den Punkt, zumindest bei mir. Stellenweise habe ich das Gefühl du beschreibst mein Leben.
    Aber auch ich bin ne Revoluzzerin, hat mir zwar die Scheidung eingebracht, aber das ist eben mein Weg.

    Ich habe meine Mitmenschen zum Schweigen gebracht, wenn Omma die Kuchentabletts etc... mit warmen Worten anpries..... Ein bisschen Öl brennt auch.
    Dann waren die lieben Anbieter schnell ruhig.

    Meinen Sohn habe ich eine zeitlang "Geschützt" in dem ich im Tante Emma Laden, wo die potentiellen Käufer heran gezüchtet werden, dann behauptet habe,.... mein Kind ist krank. DAS wurde erstaunlicherweise akzeptiert.
    Nur irgendwann muss man damit natürlich aufhören, das Kind hört schliesslich mit und weiß auch irgendwann was Mama da sagt.

    Weiterhin alles Gute
    Gruß Minze

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  4. einfach nur danke!
    deine gedankenreflektionen helfen mir immer wieder auf den boden zurück zu kommen und alles mal aus einer anderen perspektive zu sehen!
    ich finde deinen blog einfach nur super und absolut hilfreich!!!!
    ich finde mich in so vielen dingen wieder,die du schreibst und kommentierst,das es schon fast zum verrückt werden ist.
    ich denke,das das größte problem bei der zuckersucht die akzeptanz ist!
    zucker ist nicht gefährlich und man muß sich ja nur im griff haben und diszipliniert sein...
    hach pustekuchen-wenns denn mal so leicht wäre!
    jeder mensch hat ein mehr oder weniger stark vorhandenes suchtpotential und wird auf versch. süchte geprägt (alk,drogen,einkaufen,i-net usw.)
    wenn dann noch andere faktoren dazu kommen hat man dann ein problem,das man
    1. erkennen
    2.akzeptieren
    3.handeln
    muß!
    das leben als eßsüchtige bzw zuckersüchtige ist nicht einfach und man muß sich immer wieder rechtfertigen und fällt in der gesellschaft auf,aber hey,das ist mir mein leben einfach wert!!!
    danke sudda,für deine tollen posts!
    glg jesily

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  5. Danke Sudda,Ja ich bin der Lieblings Zuckerdealer der Familie... zu jeder Feier oder zusammenkunft werde ich gebeten zu Backen... Stecke zur Zeit mitten in den Weihnachtvorbereitungten ;O)
    Lieben Gruß
    Ramona

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  6. Liebe Sudda,
    ein klasse Beitrag!

    @ Für Alle, zum Nachdenken: Woraus genau besteht denn nochmal Alkohol?
    Rotwein, z.B.? Genau - aus vergorenen Weintrauben (= Zucker)....

    Wie also kann es passieren, dass es so viele Alkoholiker gibt, aber Niemanden, der z.B. von Zwiebeln oder Tomaten abhängig sind?

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  7. Hey Sudda,

    Ich wollte noch nachtragen, dass auch Ersatzstoffe schlimm sind. Hi, mein Name ist Ramona und ich bin suessstoffabhaengig. Im Ernst.... Ich habe Cola Light und zuckerfreien Red Bull aufgegeben und hatte schwerste Entzugserscheinungen fuer eine Woche, ich fand das schwieriger als nicht zu Rauchen! Das Problem ist, dass viele denken, dass es die bessere Alternative ist. Kuenstlich ist NIE eine gute Alternative und kann genauso abhaengig machen.

    Wenn Stevia nur nicht so schrecklich schmecken wuerde.... *seufz*

    Bikey

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    1. Da haste völlig recht.
      Wenn man anfängt über Süßstoffe zu lesen, schlockern einem nur noch die Öhrchen..

      Danke für den Einwurf.

      Allet juut??

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  8. Interessanterweise steigt mein Zuckerkonsum schon allein bei dem Gedanken, dass ich überlege mich der rein stofflichen Zuckersucht zu stellen... schnief
    Oona

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  9. Liebe Sudda,

    ich lese gerade mit großer Begeisterung dein Buch und ja, ich bekenne mich auch, ich bin zuckersüchtig. Das sage ich schon seit Jahren weil ich schon durch alle up's und down's mit meiner Zuckersucht gegangen bin. Als Kind habe ich leere Schokoladenverpackungen in meinem Zimmer versteckt, damit die Eltern es nicht merken. Mein Vater, auch ein Süßmäulchen, hatte immer einen großen Vorrat an Schokoladetafeln gekauft und wie er meinte, vor mir im Schlafzimmerschrank in einem Karton versteckt. Natürlich habe ich das Versteck entdeckt ;-) und immer wenn ich allein zu Hause war mir eine Tafel gemopst und komplett aufgegessen. Das Papier habe ich nicht in den Mülleimer gestopft aus Angst vor Entdeckung. Na ja, ich habe dann in meinem Zimmer alle möglichen Verstecke aufgetan, z. B. in der Blumenvase ;-) Irgendwann ist alles aufgeflogen und alle meine Verstecke wurden enttarnt. Das war peinlich :-))
    Mit dem Gewicht ging es immer auf und ab, meine erste Diät machte ich im Alter von 14. Ich habe auch alles an Diäten durch was es gibt und könnte auch zu jeder Diätform einen kleines Referat aus dem Stand halten. Interessant wurde es erst, als ich vor Jahren zur Atkins Diät gefunden habe. Der Anfang war schwer, ein regelrechter Entzug, Ich habe nachts von Brot , Spaghetti , Schokolade usw geträumt und tagsüber gelitten an den Entzugserscheinungen, wie Kopfweh, Müdigkeit, Schwindel usw. Von meiner Umgebung wurde ich gewarnt, wie gefährlich meine Ernährung ist. Nach 3 Monaten habe ich mir daher vom Doc Blut nehmen lassen und sie da, alles im grünen Bereich. Leider hat mich irgendwann meine Sucht wieder in den Griff bekommen, Auslöser war eine Urlaubsreise. Da ich seit meinem 17. Lebensjahr unter Migräne leide und diese im Laufe der Jahre immer schlimmer wurde, komischerweise war sie so gut wie weg unter Atkins, bin ich nach einiger Suche auf das Buch von Peter Mersch, "Migräne ist heilbar" gesoßen. Da sind mir alle Lichter aufgegangen und ich habe mich wieder ketogen ernährt. Solange ich die KH sehr stark eingeschränkt habe ging es mir hervorragend. Keine Kopfschmerzen mehr und Migräne nur noch ganz selten. Irgendwann habe ich dann mit der berühmten Ausnahme angefangen und war schnell wieder "angefixt". Mein letzter Arztbesuch war erschütternd. Hohes LDL Cholesterin, zu niedriges HDL und die Triglyceride zu hoch. Mein Arzt wollte mir Cholsterin Senker verschreiben, was ich abgelehnt habe. Dann meinte er, "aber dann essen Sie doch bitte, wieder KH arm, Sie wissen doch wie es geht" Seit 3 Wochen ernähre ich mich nach dem Konzept LCHF und ich muss sagen dass ich mich damit sehr wohl fühle, dieses Konzept gibt mir das Puzzleteil das mir bei Atkins gefehlt hat und zwar die Proteine gleich zu halten und viel mehr Fett zu essen. Ich bin guter Hoffnung , dass ich jetzt endlich meine Ernährung gefunden habe. Dein Buch und der Blog motiviert mich ungemein. Danke dafür und liebe Grüße
    Jutta

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    1. Aaaawww, danke für diesen tollen Einblick, Jutta. Das kommt mir alles so fürchterlich bekannt vor, aber das weißt du ja bereits, da du mein Buch liest. ZIEH DURCH! Es lohnt sich so sehr. Ich schicke dir unbekannterweise eine Umarmung. Annika

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