Sonntag, 16. Dezember 2012

Frau Yubaba denkt weiter

Erinnert ihr euch noch an den Post über Lizzy (klickediklick!) ?

Ich auf jeden Fall, denn mich hat das Ganze richtig aufgewühlt. Denke immer noch darüber nach, was solche Erlebnisse mit MEINER Seele angestellt hätten, hätte ich ähnliches erlebt. Ich weiß es nicht. Aber es schneidet und brennt sicher.

Hätte ich heute so viel Selbstbewusstsein, wenn ich hie und da das billige Opfer für das schnelle Vergnügen anderer geworden wäre? Kleiner Lacher für die da, große Wunde für mich?

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich nicht so offen auf andere/Fremde zugehen könnte, wenn mir sowas widerfahren wäre. Geht man da nicht nur abgebremst in Halbdeckung auf andere zu? Oder vielleicht sogar lieber gar nicht? Immer Angst haben? Schlechtes befürchten?

Egal, ob dick oder dünn oder groß oder klein oder was auch immer - eben alles was von der Norm abweicht - scheint "zum Abschuss" freigegeben.

Und was, wenn das nicht nur einmal passiert, kein Einzelfall ist? Wenn man immer und immer wieder Opfer ist, schlimmstenfalls von klein auf?

Mich hat es sehrsehrsehr getroffen in den Kommentaren über den Post zu Lizzy zu lesen, dass es sogar schon im Kindergartenalter losgehen kann. Als Minifuzzi. Mensch, da weint mein Herz. Überlegt mal - so ein klitzikleines Zwerglein. 

Das prägt nachhaltig, jede Wette. Und wie wären diese Menschen heute, wenn es damals nicht so gewesen wäre? Mir kann keiner sagen, dass das nicht volle Ische prägt.

Und genauso wie ich weiter und weiter grübele, scheint es Frau Yubaba - tolle Frau! - ergangen zu sein.

Aber lest selbst hier (klick!).

Je mehr Beispiele sich finden, umso wünschte ich, man könnte etwas tun. Ein Zeichen setzen. Wie? Keine Ahnung. Aber ich wüsste es gerne.

Ehrlich? Mich wundert es kein Stück, dass alle nur "der Norm entsprechend" oder besser aussehen wollen. Nicht auffallen, bloß nicht. Freiwild für Wunderheiler und Wunderdiäten. Nur schnell raus aus diesem Albtraum und wenn es Gesundheit und viel Geld kostet.

Scheiß da.



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Kommentare:

  1. Ich denke, dass man da leider nichts machen kann außer, dass man selbst offen und fröhlich durch die Welt geht. Außerdem sollte man sein Umfeld darauf hinweisen, wenn solche Verletzungen passieren. Denn ich glaube, dass viele Menschen gar nicht merken, was sie in einer Person mit unbedachten blöden Äußerungen anrichten können.
    Ich selbst kenne das ja auch zu gut und ich muss sagen, dass mich das mein Leben lang begleitet und früher verletzt hat. Heute sind es kleine Piekser. Ich denke mir dann: "Was mußt Du für ein armes Leben, dass Du Dich an Oberflächlichkeiten aufgeilen mußt. Ich habe ein schönes Leben." Und dann ist der Pieks meist schon vergessen.

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  2. Und es wir schlimmer werden - denn Kinder werden ja immer stärker in Normen gepresst. Wie sie auszusehen haben, was sie können sollen, welche Temperament ihrer Umwelt genehm ist...

    Wir hatten übrigens im Seminar so einen Holzkopf als Dozenten. Beispiel "Sie sollten beim Marketing besonders gut aufpassen, damit sie wissen wie sie die Defizite ihres Aussehens gut verkaufen können" "Erstaunlich, dass sie mit der Wampe noch ein Frau abbekommen haben" "Was ich mich letzte Woche gefragt habe: Wieviel wiegen sie eigentlich, reicht eine Personenwaage um das festzustellen?" - Ich blieb verschont, denn ich bin einfach nicht mehr hingegangen. Solche Deppen brauche ich nicht in meinem Leben. Der Rest des Kurses hat es mir bis auf eine Person in er nächsten Woche nachgetan.

    Leider geht sowas in der Erwachsenenbildung, aber schulpflichtige Schüler müssen sich da sicher auch ab und an einiges bieten lassen...

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    1. Habt ihr denn Bescheid gesagt, wie er sich verhalten hat? Hatte das Konsequenzen? Unglaublich.

      Doof ist, dass man in dem Moment meistens wie gelähmt ist.

      Stattdessen wäre ein "Wissen Sie eigentlich, wie sehr sie sich gerade disqualifiziert haben, Arschloch?" deutlich angebrachter. Vor allen Anwesenden.

      Schade.
      Echt.
      Ich bin auch nicht anders.
      Leider.

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    2. Vergessen...

      Aber dummer Weise hatte der Typ auch noch recht...

      Ich befürchte, dass:
      "Sie sollten beim Marketing besonders gut aufpassen, damit sie wissen wie sie die Defizite ihres Aussehens gut verkaufen können" leider völlig richtig ist.

      Arme Welt.

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    3. also... TEILWEISE recht.. meinte ich.

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    4. Ja, wir haben gesagt, wie er sich verhält und wir waren auch nicht die ersten, die eine Zusammenarbeit mit ihm verweigert haben. Warum er dennoch immer wieder verpflichtet wird - keine Ahnung. Ob es so wenige gibt die sich mit Marketing im Gesundheitswesen auskennen?

      Tja vielleicht hat er teilweise recht - allerdings glaube ich, das dicke Menschen, die selbstbewußt sind und sich selbst auch attraktiv finden, durchaus gut ankommen. Auch wir selbst füttern diese Vorstellung von nur "Schlank ist schön" ja täglich und finden uns mit jeden verlorenen Kilo beben auch attraktiver oder eben umgekhert. Deshalb mag ich Modeblogs von dicken Menschen so gern - weil sie zeigen, dass auch dick schön aussehen kann.

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  3. Es macht was mit einer, wenn die MitschülerInnen dich "Nilpferd" nennen. Dabei war ich damals gar nicht so dick. Pummelig halt. Habe ich aber erst im Rückblick mit Mitte 35 erkennen können. Damals fühlte ich mich viel viel dicker als ich tatsächlich war. Es verändert dein Bild von dir selbst, wenn in der eigenen Familie dauernd und ständig deine Körperfülle ein Thema ist. Als gäbe es sonst nichts, was dich als Mensch oder junge Frau auszeichnet.

    Auf der Suche nach einem neuen Job mache ich mir schon Gedanken, was ich günstiger an Kleidung gestalten kann und das ich dünner womöglich besser einen Arbeitsplatz finden könnte. Es hat keinen Sinn sich vorzumachen, dass es keine Rolle spielt wie frau sich heute kleidet und wie sie aussieht, um einen guten Job zu bekommen. So ist die Welt.
    Sich trotzdem nicht zu verkaufen und sich nicht kleiner machen zu lassen als eine als Mensch ist, dass ist die wahre Kunst.
    Die Balance zu finden.

    Phönix
    aus B.

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    1. "Sich trotzdem nicht zu verkaufen und sich nicht kleiner machen zu lassen als eine als Mensch ist, dass ist die wahre Kunst.
      Die Balance zu finden."

      Genau. Verkleiden darf man sich auch nicht.

      Ich drück dich.
      Versuche heute Abend anzurufen, wenns okay ist.

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  4. Ich werd jetzt mal ein bisschen klugscheissen :D :
    Ich lese schon seit einer ganzen Weile in Foren, in denen es um Akzeptanz von dicken Menschen geht.
    Was man dort zu lesen bekommt, lässt einen an der Menschheit zweifeln.Am schlimmsten scheinen Ärzte zu sein.
    Da werden dicke Menschen prinzipiell nicht adäquat behandelt (nachdem sie sich überwunden haben zum Arzt zu gehen) weil so eine Grippe ja am Übergewicht liegt...aha...und das ist nur ein Beispiel von tausenden.

    Ich kann aber gern erklären, warum auf Dicken herumgehackt wird (denn herumhacken muss der Mensch, weil er sich sonst seiner eigenen Erbärmlichkeit bewusst wird) ...auf Dicken hackt man herum, weil man es auf Schwulen, Schwarzen, Ausländern, Behinderten, ...nicht mehr darf.
    Die sind gesetzlich geschützt und diese Art von Gemeinheit ist gesellschaftlich sanktioniert.
    Die Dicken sind zum Abschuß freigegeben, weil die ja selber Schuld sind-fressen schliesslich den ganzen Tag, sind faul und undiszipliniert.
    (große Ironie wird hoffentlich verstanden)
    Fast jeder dicke Mensch sieht sich insgeheim ja selber so.
    Dankeschön an die Medien, die Mode, die Eltern, die Ärzte, die Ernährungsberater und und und....
    Dass es tausend gründe für Übergewicht gibt, dass die meisten richtig dicken Menschen sich dick diätet haben, dass ein bisschen Übergewicht sogar gesünder ist, dass es gesünder ist dick zu bleiben, als seinen Stoffwechsel dureinanderzudiäten und und und...alles bekannt, alles bewiesen, aber alles schön unter den Teppich gekehrt...fragen wir uns doch einfach mal warum?

    Wirtschaftliche Interessen sicher an erster Stelle..aber auch schön, dass der Durchschnittsprolet immer jemanden findet, dem er sich überlegen fühlen kann und dies auch ungestraft in die Welt gröhlen darf. Denn die Fetten sind ja selber Schuld und haben es nicht besser verdient.

    Am Besten sidn die, die selber gerade mal zehn Kilo abgenommen haben und seit sechs Monaten ins Fitti gehen. Die sind so verliebt in sich und ihre Disziplin, dass sie sich am fiesesten über die undisziplinierten Fetten äussern. Die Angst ist nämlich gigantisch in ein paar Monaten wieder dazuzugehören.

    Jeder darf mal, jeder kann mal und die Dicken trauen sich selten sich angemessen zu wehren.
    Da kommt man lieber mit halbklugen Retourkutschen oder hält den Mund, weil man ja insgeheim selber so über sich denkt...hat Mama einem ja schon so beigebracht.
    Anstatt diese Macht an Geld und politischem Gewicht zu nutzen, sich zusammenzutun und sich dieses Verhalten zu verbitten, bekriegt man sich lieber noch gegenseitig und kauft Almased.
    DAS ist wirklich dumm.
    Wie wäre es, wenn man sich einfach mal zusammentut und verlangt dass das Anti-Diskreminierungsgesetz auch für Dicken gilt???
    Dass man vor Gericht ziehen kann, wenn ein Arzt einen beleidigt? Wenn in den Medien mal wieder ein lustiges Filmchen über Fette gezeigt wird?...aber neee man lacht lieber verschämt mit.
    Noch nicht mitbekommen? Die Dicken sind in der Überzahl und können sich wehren.

    Mal anfangen langsam?????

    http://www.gewichtsdiskriminierung.de/

    LG

    Kati

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  5. Danke für die "tolle Frau". :)

    Du fragst Dich, wie Du heute wärst, wenn Du so ewas hättet mitmachen müssen.
    Und ich frage mich oft, wie ich heute wäre, wenn ich das alles *nicht* hätte mitmachen müssen.
    Wäre ich jemand anders? Wäre ich oberflächlicher? Wäre ich direkter? Würde ich mich mehr trauen? Würde ich mehr für mich einstehen und meinen Willen durchsetzen?
    Denn, wie Du schon öfter schriebst, versuchte man bzw. ich immer weniger anzuecken, versuchte nicht aufzufallen und es allen recht zu machen. Damit ich gemocht oder zumindest in Ruhe gelassen wurde.

    Was für kranke Auswüchse das haben kann...
    Ich habe z. B. jahrelang nichts in der Öffentlichkeit gegessen, nur um keine Angriffsfläche zu bieten. Keine Schulbrote, nichts. Damit ja keiner sagen konnte "Guck Dir die Dicke an, muss die auch noch was essen?!" Krank, oder?
    Lieber habe ich Bauchweh vor Hunger gehabt und konnte mich ab der 6. Stunde kaum noch konzentrieren, als etwas vor anderen zu essen.

    Es ist ein schwieriges Thema. Und all das "was wäre wenn" bringt einen ja auch nicht weiter, aber trotzdem denkt man immer mal wieder drüber nach.

    Hahümm.

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    1. Stimmt.
      Es bringt nicht weiter.

      Blick nach vorne.
      Da kommen noch so viele tolle Sachen auf uns zu.

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  6. Es ist egal ob Dick, Dünn, Klein, Groß, Segelohren, Brille ... alles was von der Norm abweicht, muß herhalten. Ich seit der 1. Tanzstunde, als ich wegen meiner geringen Körpergrösse und mangels passenden Tanzpartner gehänselt wurde ... das ist zum Teil bis heute geblieben. Narben hat es zurückgelassen, aber auch aufgrunddessen ein starkes Selbstbewußtsein vor dem sich so mancher fürchtet, meistens die, die sich am lautesten über mich lustig machen.

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    1. Das ist natürlich der perfekte Weg.
      Wenn es einen stark macht und Selbstbewusstsein bringt.
      Nur wie vielen gelingt das?

      Und ja, die sollen sich auch ruhig vor deinem Selbstbewusstsein fürchten.
      Aber hallo!

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  7. Ich habe bis Mitte 20 gebraucht, um wirklich zu lernen, dass mich die Meinung anderer nicht interessiert. Oder sagen wir, die Meinung von Leuten, die mir nichts bedeuten. Sowohl, was mein Aussehen angeht (da bin ich ohnehin mein groesster Kritiker), als auch was ich tue und lasse. Ich singe, nicht schoen aber laut, ich tanze wie eine Wilde (nuechtern), ich probiere neue Sachen aus. Wenn ich etwas nicht kann, heisst das nicht, dass ich keinen Spass daran habe. Wenn ich etwas in grell pink haben, dann trage ich das, auch wenn jemand meint, dass ich dafuer zu alt bin.

    Als Teenager hatte ich dieses Selbstbewusstsein nicht. Ich war immer die Dicke, immer die unsportliche und die mit der dicken Brille. Klar habe ich Kommentare bekommen. Ich erinnere mich daran, dass meine Mutter mir mal gesagt hat, ich solle nicht meine Jugend damit verschwenden, mich nicht huebsch genug zu fuehlen (da war ich in den spaeten Teenager-Jahren). In dem Moment dachte ich, dass sie sowas sagen muss, weil sie Mama ist. Heute weiss ich, dass sie recht hatte. Leider braucht man fuer sowas Perspektive.

    Wir leben und lernen. Und ich hoffe, alle lernen, dass der Meinung von boesen Leuten keine Bedeutung zusteht.

    Bikey

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    1. Stimmt, wenn man selbst drinnen steckt, kann man selten klar sehen.

      DU?
      UNSPORTLICH?

      *fallum*

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  8. Ich mag mal einwerfen:
    Nicht nur die, die von einer äußerlichen Norm abweichen, werden auf irgendeine Art diskriminiert.
    Auch die äußerlich Genormten erwischt es.
    Denn da wird irgendwas gesucht, vielleicht sogar gefunden, im Zweifel ausgedacht, um mobben zu können.
    Und das können schon simple Partyfotos sein.

    Ich weiß grad gar nicht, was ich von alldem halten soll. Also nicht vom Thema an sich, das ist für mich klar. Aber der grobe Umriss davon, wer so alles von wem warum gemobbt, diskriminiert wird...

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  9. Ich frage mich WARUM!

    Ist es, um selbst "besser dazustehen"?

    Schiss, dass es sonst einen selbst erwischt?
    Also besser austeilen als einstecken?

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  10. Meiner Meinung besteht der Großteil der Menschen heutzutage aus Egoisten. Das merkt man doch schon daran, dass im Bus kaum noch einer aufsteht, wenn jemand reinkommt, der den Sitzplatz eindeutig nötiger hätte.
    Und aus dem Grund ist es doch so wunderbar einfach, alle, die nicht ins "Schema F" passen zu mobben usw. Dadurch kann man sich selber vor Augen halten, wie gut es einem geht, weil man eben KEINE schiefe Nase, KEINE Segelohren oder eben KEIN Übergewicht hat.

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    1. Hmm... Gerade das mit den Sitzplätzen ist mir in der letzten Zeit positiv aufgefallen, aber mit dem Rest hast du völlig recht.

      Wobei mich immer wieder wundert, wie viele mobben, die eigentlich mal ganz leise sein sollten.

      Ganz liebe Grüße
      Sudda

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