Sonntag, 16. Dezember 2012

Wenn die Zuckersucht Weihnachten feiert

Gut, natürlich gebe ich zu, dass die Weihnachtszeit essenstechnisch eine echte Herausforderung darstellt. Schon im "Normalzustand" wird man überall mit Leckerchen konfrontiert... Geschäfte, Tankstellen, wenn man zu Besuch irgendwo ist, in der Werbung, alles voll.

Aber zur Weihnachtszeit quillt das Ganze sozusagen über.

Nicht einfach da zu widerstehen.
Gerade als Ex-KH-Süß-Suchti.

Sogar auf Facebook sieht man an allen Ecken und Enden sogenannten "Foodporn", Bilder der neuesten Kekskreationen und wenn man postet, dass man es endlich geschafft hat, die üblichen 5 kg Weihnachtsbäckerei herzustellen, wird man gefeiert wie ein Held.

Unterm Strich bekomme ich das Gefühl, dass die Weihnachtszeit ein riesiges Gelage geworden ist oder war das vielleicht immer schon so und mir ist es nie bewusst gewesen?

Hat mal irgendwer überschlagen, wie viel Süß der Durchschnittsbundesbürger in dieser Zeit - die ja perverser Weise schon gegen September in den Geschäften eingeläutet wird - konsumiert?

Und ich glaube tatsächlich, dass die Durchschnittsdosis für die Kinder, diese klitzekleinen Menschen, noch höher ist. Nikolaus, Adventskalender, Weihnachtsteller, Feier des Sportvereins mit der obligatorischen Süßtüte (bekamen wir jedenfalls schon damals immer), Adventskaffee bei Tante Trude und schnell noch ein Täfelchen ins Fäustchen gedrückt, weil es doch gerade gemütlich ist und man das so macht...

Meine Proteste wurden früher mit "Ach lass das Kind doch!" niedergeschmettert.

Zuckeroverload.

Jetzt steht man da als Ex-Zucker-KH-Suchti und versucht durch die Zeit zu kommen. Das ist nicht einfach, das glaube ich. Besonders intensive Erfahrung für diejenigen, die eh sehr anfällig für süß sind, in der Weihnachtszeit bislang generell gerne alle Fünfe haben gerade sein lassen oder eben erst damit angefangen haben, sich in Verzicht zu üben.

Was tun?

Es gibt vier praktizierte Ansatzmöglichkeiten:

1. Absoluter Verzicht - kategorisches Nein

Das verlangt zunächst viel Kraft, aber vielleicht ist es unter dem Strich der einfachste Weg, besonders wenn man noch in den Anfängen steckt, sehr empfindlich ist und eine große Abnahme vor einem liegt.

Weihnachten ist früher oder später vorbei, das ist sicher. Wenn man nämlich einmal nachgibt, könnten Dämme brechen.

Andererseits... wenn ich mich so unter Druck setze und mich im absoluten Nein übe, staut es sich auch enorm und manche knicken irgendwann unter der Last ein.


2. Weihnachten ist Weihnachten

Dann gibt es diejenigen, die in der Weihnachtszeit alles über Bord werfen und kopfüber in Weihnachten und alle Verführungen eintauchen. Frei nach dem Motto: "Weihnachten ist Weihnachten. Ich mache ab Neujahr weiter. Knallhart"

Heikel aus meiner Sicht.
Funktioniert nicht so irre gut.

Denn ich kenne mehr als eine(n), der im Januar eben keinen Griff mehr drum bekommen hat. Gut, vielleicht haben sie auch vergessen das Jahr dazu zu sagen, vielleicht meinten sie gar nicht den direkt folgenden Januar? Böse, Sudda, böse!


3. Bewusstes "daneben hauen"

Dann kenne ich einige, die bewusst daneben hauen. Wenn sie irgendwo sind und es gibt DAS Besondere, dann essen sie ein wenig davon. Also wenn beispielsweise handgehobeltes Rotkraut von Omma auf dem Tisch rumlungert oder Tante Trude stundenlang DIE Plätzchen der Kindheit geklöppelt hat.

Sie essen eine minikleine Menge davon und danach ist es wieder gut. In der Originalversion mit echtem Zucker. Und dadurch ist ihnen die Gefahr bewusst. Es ist und bleibt die Originaldroge.


4. Nachbauten  in rauen Mengen

Zuletzt diejenigen, die sich in großen Mengen Kuchen und Kekse u.ä. mit Süßstoffen und Nussmehlen nachbauen.

Achtung:
Ganz große Gefahr.

Denn wenn ich, im Glauben, dass diese Nachbauten okay sind, ganze Wagenladungen davon backe, mich einem Rezept nach dem anderen hingebe und schüsselweise davon auf dem Tisch stehen habe, dann greife ich auch reichlich zu, oder?

Schmeckt auch recht okay und "man darf ja"...

Was mir da fehlt ist das Bewusstsein, dass es eben nicht LCHF ist. Es ist und bleibt eine Ausnahme, denn per Definition, die ich beispielsweise auf der Startseite www.lchf.de finde (unter LCHF- Was ist das?), sind Nussmehle, Schokolade mit mehr als 70% usw nur in Maßen okay - nicht in Massen. Kleine Buchstaben, große Wirkung.

Unten drunter findet sich der Hinweis:

Während geplanter Gewichtsreduktion sollte man auf die oben genannten Lebensmittel verzichten. Wenn man sein Idealgewicht erreicht hat, kann man diese jedoch in kleineren Mengen genießen und selbst testen inwieweit man davon essen kann, ohne daß sie sich negativ auf die Gesundheit oder das Gewicht auswirken. (Quelle: http://lchf.de/praxis-nur-in-masen-geniesen/)

Darüber hinaus sind Süßstoffe auch nicht gerade als natürliche Lebensmittel zu bezeichnen.

Gut, wenn einem bewusst ist, dass es Ausnahmen sind und man davon nur ab und an etwas isst... Aber man sollte es sich wirklich immer wieder vor Augen führen.

Kurz gesagt: Die Menge macht das Gift. 


Hmm..

Was also tun, wenn man nicht absolute Abstinenz üben kann oder will?

Mach ich ja auch nicht. Dazu trinke ich zu gerne Wein, aber ich bin ja auch mit meiner Figur und meinem Gewicht zur Zeit zufrieden und es ist ein Unterschied, ob ich abnehmen möchte oder nicht. Wenn ich abnehmen möchte, muss ich viel härter durchgreifen, sonst wird das nichts, was man prima an mir sehen kann.

Ich denke, man sollte sich in dem Fall für Version 3 entscheiden.

Bewusst daneben hauen und sich die eventuellen Konsequenzen knallhart vor Augen führen. Das geht auch mit den Nachbauten hervorragend, WENN man sich dessen bewusst ist, dass es sich bei den Nachbauten eben nicht um einen Freifahrtschein handelt, sich nicht in der falschen Sicherheit wiegt, dass es okay ist.

So lange man eine kleine Menge direkt am Anschluss an ein echtes LCHF-Essen hat, kann es funktionieren. Aber ich sollte in dem Fall sensibel reagieren und nachspüren, ob ich wirklich damit umgehen kann. Und wenn schon, dann sollte es etwas Besonderes sein, nicht HinzKunzSchmitzKatzeegalwas.

Das können dann u.U. auch die LowCarb-Versionen von den Originalen sein. Aber sehr dosiert, nicht dosenweise. Denkt dran: Ausnahme!

Ich finde beispielsweise das, was Jasmin mit ihrem Soulfood Lowcarberia (klick!) macht, sehr hübsch. Persönlich probiert habe ich es noch nicht, aber es sieht unglaublich schön aus. Ich kenne einige, die dort schon bestellt haben und total zufrieden sind. Vielleicht gibt es noch ähnliche Onlineshops oder Cafés, das weiß ich nicht.

Davon dann mal eins oder zwei. Gut ist.
Von vorne herein nur eine sehr übersichtliche Menge her- oder bestellen, damit man gar nicht erst Gefahr läuft, zu viel oder zu oft davon zu essen.

Ich erwäge beispielsweise als Dessert an Heiligabend "Fondants au chocolat" zu machen, Sahne und Beeren dazu. So wie hier (klick!) und da würde ich dann auch den Zucker und das Mehl ersetzen.

Aber ob ich das selbst esse, weiß ich noch nicht, das entscheide ich dann. Und ich werde auch nur das einkaufen, was ich genau dafür brauche und den Rest gnadenlos wegwerfen oder verschenken. Will ich gar nicht im Haus haben.


Wie seht ihr das?
Wo findet ihr euch, wenn ihr euch die Punkte 1-4 anseht?











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Kommentare:

  1. Ich finde mich mehr oder weniger in Punkt 3 wieder. Auch ich habe gerade zum ersten Mal Plätzchen mit Zuckerersatzstoff gebacken. Aber dies bleibt eine Ausnahme und wird nach Weihnachten nicht weitergeführt. Das meiste dieser Plätzchen habe ich verschenkt oder mal zu einer Geburtstagsfeier mitgenommen. So konnte ich schön ein Plätzchen essen, und keiner hat gemerkt, dass da was "anders läuft" :)
    In rauen Mengen konsumiere ich es also nicht. Ich denke, dass ich mir der Gefahr bewusst bin, und es auch bewusst esse. Ob da das dicke Ende noch kommt? Das bleibt abzuwarten. :)

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  2. Ich bin da momentan zwischen 1 und 4. Wobei, die Nachbauten würde ich nie und nimmer bergweise in mich schippen. Meistens sind sie ja auch nicht so doll.
    Ich erlaube mir ab und an nach dem Mittagessen eine Schoko 99%-KakaoButter-Täfelchen, selbst gemacht, etwa 2 g. Hat kaum KH und schmeckt sehr lecker.
    Aber ansonsten ist Weihnachten für mich wie jeder andre Tag.

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    1. Genau.

      Ich konzentriere mich auch lieber auf die gemütliche Zeit zusammen und ganz besonders auf..

      MEIN GESCHENK!!

      Yeahaw.

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  3. Punkt 3! Aber ich habe festgestellt, dass danach ganz schnell der große, unkontrollierbare Hunger kommen kann und dann hilft eben nur wieder LCHF.
    Ich habe mir Xylit als Zuckerersatz besorgt und möchte es für solche Ausnahmefälle ausprobieren.Das ist eigentlich nur in der Adventszeit der Fall, weil ich gerne Nussplätzchen mag. Wie schon gesagt in Maßen und als Ausnahme. Ansonsten finde ich absoluten Zuckerverzicht am sinnvollsten und ich komme auch gut damit zurecht.
    Vielen Dank für die tollen Beiträge, sie sind für mich sehr hilfreich.
    Liebe Grüße, Luise

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    1. Interessant.
      Schmeckt Xylit?
      Ich hab gar keine Ahnung.

      Und gern geschehen!

      Grüße zurück

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  4. Punkt 1. Alles so praktisch, wenn man Zucker und Stärke gar nicht verträgt 8)
    Dumdidum ;)

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    1. Stimmt.
      Du verträgst es gar nicht.
      Praktisch, denn wenn es einem danach direkt so richtig shittig geht, fällt das Verzichten deutlich leichter.

      :)

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  5. Ich schmeiss mal Punkt 5 in die Runde:
    Ich ess Nachbauten, wenn ich Lust drauf habe. Aber ich weiß, welche Nachbauten mir einen Hunger bescheren, also BZ beeinflussen. Diese hab ich durch Testen herausgefunden und bau sie nicht mehr nach.
    Und: mir reicht, je nach Art der Süßigkeit, ein kleines Stück.

    Ok, ich weiß, ich passe so gar nicht rein...
    Aber wie immer: dafür bin ich nicht aus meinem Schrank gekommen, um mich jetzt in eine Schublade stecken zu lassen :-D

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    1. Du bist halt eine einzigartige Kathi.
      So kenne und schätze ich dich.

      :o)

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    2. So,dann befind ich mich zwiscen Punkt 3 und 5 :)

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  6. Ich habe ja das grosse Glück, dass der ganze Süsskram mal so gar nicht anmacht. Deshalb fällt es mir wohl leichter als Vielen. Früher habe aber auch ich an Weihnachten richtig zugelangt. Es stand rum, es gehörte dazu, also aß ich es.. Ich habe in diesem Jahr keine Plätzchen gebacken. Mein Mann versucht sich ja auch im Verzicht auf Kh und meine Tochter wird sowieso von der Oma mit Süsskram zugeschmissen. Das Einzige, was ich mir bewusst gegönnt habe, war ein Cupcake von besagter LowCarberia. War sehr lecker, ersetzte mir eine Mahlzeit, und gut ist. War nett, mehr auch nicht. Die restlichen Muffins bekommt die Familie.. ;o) Ach ja, ich werde keine Knödel zur Gans essen (obwohl ichbsie echt liebte!), ich bekomme eine ungebundene Sauce (hab ich schon geklärt) und meine Ausnahme wird tatsächlich ein Löffel Rotkraut sein. Einer.. Das habe ich schon praktiziert (ja, wir essen überdurchschnittlich oft Gans in dieser Familie) und es funktionierte gut. Aber auch ich bin ja quasi schon im Ziel und zufrieden..

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    1. Ich sehe auch Rotkraut vor meinem Auge.
      Habe ich letztes Jahr auch sehr dosiert gegessen, fand es aber widerlich süß.
      Mal sehen.

      Wir packen das.

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  7. Punkt 3, ich verzichte auf nichts und esse worauf ich Lust hab. Hab allerdings erst gar keine Mengen zuhause außer für Menne, aber dann Dinge die ich nicht mag und Lchf mach ich ja auch nicht. Nachm backen vernichte ich die Dosen innerhalb von wenigen Tagen. Also backe ich erst gar nicht, das hab ich im Altenheim gemacht und fertig war ich.

    Was ich im Haus hab wird auch vernichtet, also kauf ich erst gar nichts! ;-)

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    1. Gute Lösung.

      So kann die Gefahr gar nicht erst drohen.

      Ist ja so... Wir sind es, die den Stoff auch noch ranschleppen.

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  8. Antworten
    1. Hmm... Reddie.
      Ich denke, du brauchst mal einen gesalzenen Tritt.
      Du weißt, wie es geht.
      Haargenau.
      Und du hast es schon mal geschafft.

      Kussi

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  9. Ich bin eine Mischung aus 2 und 3. Absoluter Verzicht liegt mir nicht, ich denke, wenn ich an drei Tagen etwas üppiger esse als sonst macht mich das nicht fett. Und auf Süßstoff stehe ich gar nicht, bäh, dann lieber ganz ungesüßt. Und da es ungesüßte Süßigkeiten nicht gibt, genieße ich die eine oder andere Leckerei und mache etwas mehr Sport.

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    1. Klingt entspannt, Brownie.
      Aber so kenn ich dich.

      Ich freu mich auf nachher.

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  10. Puh wenn es nur Weihnachten wär... es ist auch Ostern und die unzähligen Geburtstage.
    Alkohol finde ich nicht so schlimm da es zu mindestens bei mir nicht ist was als Lebensmittel gilt, ich hab es nicht im Haus und ich komme auch nicht ständig in Kontakt damit. Also anderes als bei Schokolade oder KH im allgemeinen.
    Ich bin für Punkt 1! Definitiv. Ich habe zu sehr Angst davor zufallen und nicht zu wissen wann ich mich wieder gefangen habe.
    Ich kann das auch nur jedem empfehlen der noch in den ersten 12 Monaten ist...
    Mich bedrückt das Gefühl das ich mich nur aufgrund von gesellschaftlichen Konventionen essen soll was alle anderen essen.
    Weihnachten ist ein christliches Fest. Gefeiert wird die Geburt des Sohnes Gottes... ich bezweifel das die Lebkuchen, Adventskalender mit Schokolade und all das andere hatten.
    Klar es ist Tradition aber man kann auch neue Traditionen begehen und wo sind wir denn das wir die Einhaltung von Traditionen wichtiger sind als das wohlergehen unser Mitmenschen oder uns selbst?
    Das wäre nicht sehr christlich...

    Aber gut. Wie sieht das bei uns aus. Ich und mein Mann werden Weihnachten also den 24.12 mit einer extra leckern Portion Fleisch und Kino begehen.
    Am 25.12 geht es dann zu meinen Schwiegereltern, ja und da werde ich dann bei einem leckeren Kaffee mit Eiermilch zusehen wie alle fette Torte essen... so what.... und hey ich werde dann an meine 12 kilo denken die runter sind und an die die noch folgen werden. An all die schönen Dinge UND ich werde lächeln!
    Dann werden wir gesellig beieinander sein und irgendwann wird das Büffet eröffnet. Und da ich schlau bin werde ich nur LCHF sachen dazu steuern und so bin ich auf der sicheren Seite.
    Hach ich freu mich schon!

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    1. Genau.

      Irgendwie geht der Sinn des Festes verloren, bzw tritt in den Hintergrund. Das ist schade.

      Wir feiern anders Weihnachten, aber es wird nicht schlechter sein nur weil wir gewisse Dinge nicht essen.

      Drück dich.

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  11. Liebe Sudda,

    wie immer triffst du mit deinem Beitrag den richtigen Nerv.

    Ich bin ganz klar der Typ 1.
    Anders kann ich nicht.
    Ein bisschen schwarz weiß, sicher.
    Entweder ja oder nein....
    wie eine gute Bekannte sagte: Ein bisschen Öl brennt auch.---> auf den Zucker bezogen.

    Ich hatte gerade mal wieder eine Diät zu einem guten Ergebnis gebracht, es stand ein Geburtstag in der Familie an und ich habe mich nötigen lassen und zu dem Kuchen oder was auch immer hinreissen lassen.... und jaaaaa das war wieder der Anfang vom Ende.

    Danach K A N N ich einfach nicht wieder Nein sagen und auch Nein meinen.
    Ich habe es schon so oft versucht und diese Versuche sind immer wieder gescheitert.

    Da bewundere ich meinen Mann. Der kann ganz bewusst das Eis oder den Trüffel oder was auch immer geniessen und dann ist auch wieder gut.
    Bei mir setzt dann die Gier ein: DAS will ich noch mal haben, dieses Gefühl... kaum ist es im Mund ..... = vorbei.
    Hä?!?
    Noch ein mal.... hmmmm..... vorbei.
    Schon ist die Tüte leer.
    Ich lerne es einfach nicht.
    So what.

    Dieses konsequente Nein kann ich insofern gut leben, weil ich mir in dem Moment regelrecht vor Augen führe, was ich dafür alles getan habe, dass ich da bin wo ich bin.... und DAS soll ich jetzt freiwillig für diesen einen Moment auf´s Spiel setzen???
    Mitnichten.... nichts ist mir sooo viel wert.

    Dahin zukommen ist fast so schwer, wie in Ketose zu kommen und das beizubehalten, aber wenn man erst einmal angekommen ist, ist es für mich einfacher dabei zu bleiben.

    Nein.

    Das ist wohl aber Typ bedingt.
    In der Erziehung mit meinen Kind, war ich ähnlich gestrickt.
    Ein Nein war auch ein Nein.
    Kein Nein das wackelt oder auch ein Vielleicht bedeuten könnte.
    Irgendwann sagte mal mein Sohnemann zu mir.... "Öh, das mache ich jetzt lieber mal".
    Ich fragte ihn erstaunt, wie er jetzt so drauf kommt.
    Seine Antwort:"Ich weiß ja dass du das machst was du mir ansagst."
    Das kam so trocken und gerade heraus, dass ich schon erschrocken war.
    Für ihn war das aber in Ordnung, er wusste woran er war und dass er sich verlassen kann.

    Wie ich bisher immer wieder zu meinen Kilos gekommen bin, frag mich nicht.
    Irgendwann habe ich mich immer wieder sicher gefühlt.
    Aber den Text kann ich mir sparen, das hast du ja schon ausführlich und genaustes beschrieben.
    Dank dir ist mir diese Erleuchtung nun gekommen, ich hoffe dass ich sie dann irgendwann auch leben und umsetzen kann.

    Liebe Grüße
    von deinem Fan
    Minze

    Übrigens der Mann an meiner Seite ist mittlerweile auch ein Fan von dir.
    Er sagt schon mal, gibt es was Neues von Sudda, lies mal vor.

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    1. DAS unterschreibe ich blind:

      "und DAS soll ich jetzt freiwillig für diesen einen Moment auf´s Spiel setzen???
      Mitnichten.... nichts ist mir sooo viel wert."

      Man muss sich des Risikos immerimmer bewusst sein. Schöner Text, meine Liebe, und ich sende liebste Grüße

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  12. Punkt 1 habe ich auch schon durchgezogen, da muss man eben die Gäste informieren und das mag ich eigentlich nicht.
    Punkt 3 war letztes Jahr, habe die Kurve danach nicht mehr gekriegt. Einfach nicht mehr gekriegt...
    Für dieses Jahr überlege ich mir noch den Fahrplan.
    Eigentlich erlaube ich mir 2 bis 3 Kekse im Tag. Gestern war Besuch da und es wurden grad deren 5....
    Grübel.... grübel.... ich weiss noch nicht
    Grüessli Trudy

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    1. Aber grübeln ist schon ein guter Ansatz.
      Nicht einfach Augen zu, durch und futtern.

      Super!

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  13. Also, ich hab im Schrank ein grosses Glas mit zuckerfreier Lakritze stehen.

    Die http://www.lcw-shop.de/low-carb-diabetiker-produkte/zuckerfreie-low-carb-suessigkeiten/zuckerfreie-lakritze-low-carb-marshmellow/low-carb-lakritze-baerchen-zuckerfrei.html hier.

    Alle paar Tage lutsche ich davon welche. Meist so 5 Stk.

    Am Anfang hab ich auch Xucker (derselbe Shop) in meinen Tee getan. Nu brauch ich den nicht mehr.
    Aber ich werde wohl noch Kokosmakronen damit backen. Die sind ja schon ohne Mehl. :-)

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    1. Wenn man das kann, ist es prima.

      Lustiger Weise kenne ich eine Dame, die über genau solche Lakritze einiges sagen könnte...

      :D

      Da funktionierte das mit dem "mal eins" gar nicht gut und sie ist sonst eigentlich die Konsequenz in Person.

      Grüße an dich.

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  14. Gestern noch auf WDR 5 gehört, Zucker macht tatsächlich süchtig, wie Nikotin und Alkohol - wissenschaftlich bewiesen. Daher von meiner Seite aus, nach diesen sogenannten "Ausnahmen", die keine bleiben, wieder ein kategorisches NEIN.

    Was ein Mensch in der Weihnachtszeit an Süßes ist, weiß ich nicht, gestern in der Reportage sprach man davon, dass jeder Mensch jährlich 35 Kilo Schokolade zu sich nimmt.

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    1. 35 KILO?

      Öh.

      Und ich ess gar keins.
      Das heißt, das isst noch jemand anders.
      Quasi.

      Das muss man sich mal vorstellen. Wir reden hier von 350 TAFELN!
      Täglich fast eine ganze.

      Wahnsinn.

      Und das ist nur die Schokolade. Da fehlt noch Eis und Gummizeugs und blablabla...

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    2. Genau. Und Zucker macht süchtig ... alles klar, oder? Die Süßwarenindustrie macht ihr größtes Geschäft zur Weihnachtszeit und verdient sich mit 9 Millarden (!) Euro jährlich eine verdammt goldene Nase!!!!

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    3. Ich kenne Menschen, die jeden Tag mind. eine Tafelschokolade essen.

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    4. Solche Menschen kenne ich auch, MEIN MANN (mindestens eine Tafel pro Tag, allerdings ist das bei ihm oft das Mittagessen und er hat keine Gewichtsprobleme) und da ist es für mich dann immer noch schwieriger ;-) aber im Moment schaffe ich es richtig gut, trotz Weihnachtsmarkt und Plätzchen von Mutter und Schwiegermutter....Mal sehen, wie das an Weihnachten geht ;-)Und jeder Tag, wo ich es shcaffe im Plan zu bleiben, gibt mir ein besseres Gefühl!
      Liebe Grüsse
      Bernadette

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  15. Hallo Sudda, danke für diesen wieder einmal mega tollen Artikel, kann ich voll und ganz unterschreiben!

    Auch ich bin ganz klar Typ 1 - ich bin völlig weg von dem Kram, denn das ist nicht gut für mich. Der völlige Verzicht ist für mich der einfachere Weg, der Kram gehört nicht mehr zu meiner Ernährung.

    In meinen Anfangszeiten hatte ich es auch einmal getestet, und habe sehr schnell festgestellt, dass mir das nichts bringt.

    Aber ich habe auch meine Leckereien, so ist das nicht, aber eben nur solche, die gut für mich sind. So knabbere ich gerne vor dem Fernseher mal ein paar Krabben oder Garnelen, mit etwas Aioli dazu. Oder Roastbeef rosa gebraten, dann kalt in dünne Scheiben aufgeschnitten, dazu ein wenig Vinaigrette oder Remoulade. So gibt es viele Möglichkeiten, für gesunde Naschereien, was brauche ich da noch den Zuckerkram?

    Alles was mit Zucker zu tun hat aus meiner Ernährung vollständig zu verbannen, war für mich persönlich der Schlüssel zum langfristigen, dauerhaften Erfolg! Deshalb habe ich heute keinerlei Verlangen mehr danach, und es wurde alles ganz einfach und problemlos ...

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    1. Na supi.

      Wo bekomme ich jetzt Garnelen und Aioli her?
      Danke, Schnitzel.
      Echt.
      Boah, eh.

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  16. Ich bin Typ 1, dann Typ 2, dann wieder Typ 1, dann.... endloses "nein, ich darf nicht" zu "ja klar, ist Weihnachten". Ich weiss, dass bestimmte Sachen bei mir richtige Fressanfaelle ausloesen, die meisten Schokoladen gehoeren dazu.

    Durch einen Freund, der Veganer ist, habe ich rohe Schokolade kennengelernt. Tut genau, was es sagt, es ist nicht gekocht und ohne Milchprodukte, aber voller guter Sachen. Die ganzen guten Eigenschaften der Kakaobohne sind erhalten und ich kriege alles von Bounty-Bars bis hin zu Erdbeer-Schoko. Es ist nicht guenstig, aber die Sache wert. Ich kann davon ein oder zwei Stueck essen und total befriedigt sein. Und weil Weihnachten ist und ich es mir wert bin, habe £10 Schokolade im Kuehlschrank und werde mir die ueber Weihnachten goennen, wenn ich der Meinung, ich moechte es.

    Bikey

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  17. Sehr schöner Artikel, Sudda! :-)

    Lange Zeit war ich total Typ1, allein schon durch meine Unverträglichkeiten. Nun bin ich auch eher Typ3. Bei mir gibt es zwar weniger Nachbauten, hab vielleicht 2-3mal die Brownies aus dem Forum gebacken, aber dafür bin ich ein Fan von Bitterschoki >80-85%. Also 70% geht auch gar nicht, zu süß, und die höhere hat auch teils nur halb so viele KH.

    Da ich durch das Stillen gerade eher zu- als abnehmen muss und oft zwischendurch esse, sind meine Schoki-Mengen größer geworden. An manchen Tagen geht es gut, aber insgesamt merke ich, dass ich mehr Heißhunger habe und werde das wieder runterfahren.

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    1. Letzte Woche habe ich mal mit Stevia gebacken, einen Gewürzkuchen, den ich schon seit Jahren backe. Die Mehlmengen hielten sich im Vergleich zu anderen Rezepten aufgrund der Nüsse etwas in Grenzen. Aber: Der Kuchen ging nciht mal halb so hoch auf, trotz Mehl und Backpulver. Geschmacklich hatte er wohl einen Pappbeigeschmack und war auch total schnell trocken. Sonst hielt der eine Woche lang.

      ich habe davon nichts gegessen, allein schon wegen des Mehls. Dann doch lieber richtigen Kuchen für Freund und Besuch. Mein Freund isst sonst ja mit mir, gönnt sich aber auch Kaffeesirup und Vollmilchschoki oder selten mal Cola. Im Schnitt sind es also weniger KH als "normal" und er hat weder Gewichts- noch Gesundheitsprobleme, die ihn zu strengem LCHF zwingen.

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  18. Meine Typ 5 geht so: Ich esse nichts, aber auch nicht die kleinste Ausnahme an Süßem und versuche das so zu tun, dass niemand es merkt. Zwei Weihnachten hat das schon geklappt. Das ist so spannend und aufregend, dass es die einzige Zeit im Jahr war, wo ich auf Süß verzichten konnte. Ansonsten esse ich deine 35 Kilo Schokolade locker mit auf.
    Meine Freundinnen bestehen nicht auf ein Plätzchen und alle anderen werden von mir mit Vollkornkartoffelbrot beehrt und wenn ich es nicht schaffe durch Geschwätz und Getue um ein Stück von irgendwas herum zu kommen, dann nehme ich von meinem Kartoffelbrot. Bei Leuten von der Tante Trude-Sorte lüge ich auch schon mal hemmungslos, dass ich solches Bauchweh habe und eigentlich sofort gehen muss. Dann bleibe ich ohne zu essen. Die sind garstig zu mir, wenn sie einer Frau, die abnehmen möchte Süßes unter die Nase halten, also bin ich auch mal garstig.

    Tja. Zweimal hat niemand was gemerkt. Aber wirklich sowas von gar niemand. Das ist der Nachteil. Ich frage mich, ob mich eigentlich überhaupt jemand wahrnimmt. Die Krönung war, als mein Mann an einem Tag Anfang Januar lachend fragte, wie oft ich denn den Weihnachtsteller schon leergeräumt und wieder aufgefüllt hätte. Gar nicht. Ich habe nicht ein Stück gegessen. Und er merkte an meinem seltsamen Blick, dass ich die Wahrheit sagte.
    Es hat weh getan, dass auch er sich so leicht hinters Licht führen ließ. Es hat weh getan, dass er überhaupt so fragt, als sei das lustig. (Denn ich kann einen Weihnachtsteller voll Süßkram an einem Tag leer essen, seufz.)

    Ich sage mir, dass ich das trotzdem auch dieses Jahr wieder so halte. Was ist die Alternative. Fressanfall kriegen und trotzdem nicht 'gesehen' werden.
    Also lieber die Zuckersucht in Schach halten und abwarten bis ich irgendwann gefestigt genug bin mit ihm darüber zu reden. (Er ist ein guter Mann. :-))

    Ich bin zuckersüchtig und seit 10 Tagen, 17 Stunden und 6 Minuten abstinent.

    Danke an dieser Stelle nochmal für deinen post, wo du beschreibst, dass Kohlenhydrate allgemein die Zuckersucht füttern. Seit ich auf Vollkornnudeln und Vollkornbrot verzichte fällt mir das abstinent bleiben leichter.

    Liebe Grüße an mein großes Vorbild Sudda,
    Huppicke

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  19. Ich hab übrigens den Eindruck : Naschen selber ist eine Sch....idee.

    Schon wird doch zack!!! noch ne Mahlzeit draus. Und als Sattmacher überhaupt nicht zur Kenntnis genommen.

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