Freitag, 27. Januar 2012

So wie Sudda #1

Ab und an erreichen mich auf dem ein oder anderen Weg Nachrichten, in denen Menschen sagen, dass sie gerne so wie ich abnehmen möchten.

Leider meinen sie damit in erster Linie SO VIEL und SO SCHNELL, selten kann ich glauben, dass sie sich auch wirklich mit MEINEM Weg auseinander gesetzt haben, wirklich wissen WIE ich es gemacht habe.

Damals. 

Denn dass ich heute, nachdem ich so viel abgenommen habe und aus dem schlimmsten Übergewicht raus bin, ein wenig entspannter an die Sache rangehe, ist nur natürlich.

Mein Erfolg beim Abnehmen setzt sich aus so vielen Komponenten zusammen und wenn man bedenkt, dass wir darüber hinaus nicht gleich sind, sondern jeder sein eigenes Individuum ist, dann ist es natürlich niemals garantierbar, dass es bei anderen genauso schnell und genauso erfolgreich läuft, selbst wenn alle Punkte akurat genauso durchgezogen werden.

Und doch dachte ich, dass ich mal eine Serie mache, in der ich aufliste, wie ich vorgegangen bin, was bei mir alles zusammen kam und schlussendlich zum Erfolg führte. Dann kann sich jeder überlegen, ob er den gleichen Weg gehen kann und will. Oder ob man nicht vielleicht doch die eigenen Erwartungen mal ein wenig runterschrauben sollte.

Ich bin (und nicht nur ich) schon als HARDLINER innerhalb des LCHF-Abnehmens bezeichnet worden und ich befürchte, da ist etwas dran. Aber das könnt ihr selbst entscheiden.

Da das aber so viele Einzelpunkte sind, werde ich es aufsplitten, weil das an sich sonst schon ein Buch wird (wenn auch nur ein Pixibuch) und somit viel zu viel für einen einzelnen Post.


1. Teil
Grundvoraussetzungen und die Seele


1. Ich hatte zu Beginn ein Übergewicht von etwa 50 kg.

Je mehr man wiegt, umso schneller nimmt man in der Regel am Anfang ab.

Die letzten Kilos sind die übelsten und ich habe volles Verständnis für jeden, der sich auch nur über 5 Kilo zu viel aufregt, auch wenn andere dann vielleicht denken, dass das albern oder übertrieben ist. Jeder muss selbst wissen, welches Gewicht er haben möchte, so lange es sich im vernünftigen Rahmen befindet und nichts mit dem Streben nach Untergewicht zu tun hat. Auch wenn ich selbst irgendwann mit einem Gewicht um die 75 kg auf einer Länge von 1,72 m zufrieden bin, muss das noch lange nicht für andere gelten.

Aber natürlich kann man bei relativem Normalgewicht nicht davon ausgehen, dass man pro Woche 2 kg abnimmt!!


2. Gesundheit und körperliche Fitness

Abgesehen von einem medikamentös gut eingestelltem hohen Blutdruck und ebenso gut eingestellter Unterfunktion der Schilddrüse war ich tiptop gesund. Keine Diabetes oder andere Molesten.

BITTE IM VORFELD MIT DEM ARZT ABKLÄREN!

Ich hatte zwar Rückenschmerzen und morgens stöhnten die Beine schmerzhaft über mein Gewicht und hatten wenig Lust ihr Tagwerk aufzunehmen, machte aber seit vielen Jahren bereits Pilates, so dass ich zumindest über eine gute Muskulatur verfügte. Plus dass ich immer schon sehr beweglich war.

Generell warfen mich nur ab und an Nebenhöhlenentzündungen aus der Bahn, aber das war es schon. Ich habe mich immer als gesunden Menschen empfunden. Ich bin nicht sonderlich zimperlich mit mir selbst und kann einiges vertragen, ohne zusammenzubrechen.


3. Der Punkt

Ich war definitiv an DEM Punkt angekommen. Der berühmte, sagenumwobene Klick im Kopf.

Es reichte.

So wollte ich nicht mehr weiterleben.
Es musste etwas passieren.

Mir war klar, dass ich sonst früher oder später ernsthafte, gesundheitliche Probleme bekommen hätte und seelisch tat es mir erst recht nicht gut. Ich habe so viel geweint. So wollte ich nicht mehr aussehen und so wollte ich mich auch nicht mehr fühlen.

Das war kein VIELLEICHT oder MAL GUCKEN.

Ich wollte etwas ändern.
Definitiv.
Sofort!
Ohne Wenn und Aber.

LCHF hatte ich schon entdeckt und für mich beschlossen, dass das mein Weg war.

Ich habe von Anfang an meine Ziele klar für mich formuliert. DA wollte ich hin.

Und es beschäftigte mich - zumindest im ersten Jahr - sehr.

Ich visualisierte das Ergebnis, badete in Tagträumen und pushte mich mit meiner Motivationsmusik. Positiv denken, nach vorne blicken, nicht jammern.


4. Die private Situation

Meine Kinder waren groß genug. Groß genug dafür, dass ich sie stundenlang alleine lassen konnte, wenn ich Sport oder ähnliches gemacht habe. Groß genug dafür, dass sie nicht mehr so viel Zeit beanspruchten.

Zehn Jahre früher hätte ich diese Egoschiene nicht fahren können.
Nicht in diesem Ausmaß!

Wenn Kinder kleiner sind, kann man nicht selbst derart die erste Geige spielen.

Darüber hinaus arbeite ich nur halbtags.
Gut, Haushalt, Kinder, blabla... Aber dennoch blieb genug Zeit für mich.
Und die ist nötig gewesen.

Der Mann an sich stand auch und absolut hinter mir.

Was will man mehr?


5. Mein Körper

Ich beschäftigte mich enorm mit mir selbst. Ich war mein eigenes Projekt.
Dazu gehörte auch die Arbeit mit dem eigenen Körper.

Im wahrsten Sinne des Wortes "be-greifen" und wenn es nur beim Eincremen war. Bewusst vor den Spiegel stehen und sich ansehen. Ob nackig oder angezogen. Ebenso habe ich mich fast täglich gewogen und einmal monatlich die Umfänge abgemessen:

FACE IT!

Schau den Tatsachen voll ins Gesicht.


6. Informationen sammeln

Am Anfang habe ich gelesen, gelesen, gelesen. 

Damals gab es nur das lchf.de-Forum und einige schwedische Infoseiten zum Thema LCHF. Schwedische Bücher kaufte ich mir auch.

Meiner war der allererste Blog in Deutschland zum Thema.

Ich meldet mich im Forum an (sehr empehlenswert und kostenlos) und bekam alle Hilfe und Informationen, die ich brauchte.
Ich stellte Möglichkeiten zusammen, was ich essen könnte, welche Nahrungsmittel ich mir besorgen sollte.

Da war EIGENinitiative gefragt und ich wette, dass das auch ein Punkt war, der mir sehr geholfen hat. Mir hat niemand etwas auf dem Silberteller präsentiert, Essenspläne ausgedruckt oder gar gekocht. Ich habe daran gearbeitet und mich damit auseinander gesetzt.

Leider beschleicht mich immer wieder der Eindruck, dass das vielen schon zu anstrengend ist. Auch das Kochen soll am besten zackzack gehen. Nur keinen Aufwand. Nicht großartig selber denken. Und bei diesen Menschen ist es in der Regel auch so, dass sie genauso schnell wieder von der Bildfläche verschwinden, wie sie aufgetaucht sind.

Ärgert mich nur dann, wenn man sich vielleicht Mühe gegeben hat und so einen Spruch beim Abgang kassiert nach dem Motto: "LCHF klappt nicht, war ja klar."

Doch, es klappt.
Aber nicht so.

Und ich wette, dass in solchen Fällen zu 99,9 % gravierende Fehler oder sogar Selbstbetrug im Spiel sind.

Wer sich nicht grundlegend damit auseinandersetzt und nur oberflächlich liest/informiert, macht Fehler.
Normal.

Ich habe am Anfang auch Fehler gemacht, OBWOHL ich so viel gelesen habe.
Na klar!

Aber ich habe sie auch entdeckt und ausgemerzt.


7. Die Außenwelt

Ich bin von Anfang an sehr offensiv damit umgegangen. Hier im Blog und genauso im richtigen Leben.

Meine Befindlichkeiten mussten raus, meine Fortschritte, meine Rückschläge, mein "Früher". Verarbeiten, das war wichtig.

Rauslassen, statt reinfressen. 

Lernen, dass man auch noch gemocht und geliebt wird, wenn man sauer, wütend, ungerecht oder nervig und knatschig ist. Mit runden Formen anecken.

Das Echo war eine enorme Unterstützung.
Durch Familie, Freunde und auch durch euch Leser.
Das trug mich von Moment zu Moment.
Von Tag zu Tag.
Bis hierher!

Isso!



Das war es für den Moment.

Beim nächsten Mal schreibe ich von meiner Ernährungsumstellung und welche Regeln ich dabei beachtet habe, um abzunehmen.

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