Samstag, 28. Januar 2012

So wie Sudda #2

Weiter im Text.

Bisher hatte ich über die Grundlagen geschrieben. Jetzt kommen wir zur Ernährung als solche, wobei auch in diesen Bereich die Seele ganz tief mit drin hängt. Wenn das nicht so wäre, wäre ich wohl kaum so dick geworden.


2. Teil - Die Wahl der Ernährung (und auch die Seele)


Entscheidung für eine bestimmte Ernährung

Diäten habe ich unzählige gemacht. Und ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich nicht immer wieder zu Anfang gedacht habe, dass DAS der Stein der Weisen sei. Ich bin immer höchst optimistisch kopfüber gestartet. Ob es Pünktchen zu zählen gab, stinkende Suppen gebrodelt oder Shakes angerührt wurden, ich war dabei.

Und zu Anfang ging das alles gut. Echt.

Ich litt zwar Hunger und war verzweifelt, aber ich hatte noch den Startschwung und sah Ergebnisse auf der Waage. Außerdem dachte ich, dass müsste so sein. Dass es normal sei, wenn man bei einer Diät ENTBEHRT! Aufs Heftigste.

Aber dieser Dauerhunger oder der Dauerappetit ließ mich nicht los und nach kurzer Zeit scheiterte ich heftigst in Form von echten Essanfällen. Ich schob wahllos alles in mich hinein, was nicht weglaufen konnte.

Auch wenn ich versuchte mir rein mit dem Verstand mitzuteilen, dass ich genügend Input in Form von Energie oder Kalorien hatte, es half nichts. Sättigung war nur von kürzester Dauer und schlug dann in das absolute Gegenteil um.

Mir schwante, dass irgendetwas mit mir nicht so ganz richtig war und ich nahm an, dass ich halt einfach verfressen, schwach, undiszipliniert und essgestört sei. Und nein, das ist absolut nicht gut für die Seele, denn man fühlt sich wie ein Versager auf ganzer Linie.

Dann stieß ich per Zufall auf LCHF und begann zu lesen. Und es erschien mir so logisch!

Stärkere Blutzuckerschwankungen entstehen durch die Einnahme von zu vielen und vor allem falschen Kohlenhydraten und wenn der Blutzuckerspiegel nach seinem Zwischenhoch abfällt, stehe ich am Kühlschrank. Mit brüllendem Essenswillen.

Konnte es also sein, dass ich nicht schwach oder labil oder ein Versager, sondern nur ein Opfer meines Blutzuckerspiegels war?

Ja, könnte.

Oh, da stand auch etwas darüber, dass diese Ernährung gesund sei.

Gesundheit?

Mal im Ernst. Gesundheit war für mich damals sicher ein netter Nebeneffekt, aber grundsätzlich ging es mir zu diesem Zeitpunkt um genau eins: ABNEHMEN!

Wenn ich damals die Gesundheit immer im Fokus gesehen hätte, hätte ich sicherlich in meiner Verzweiflung nicht jede noch so schwachsinnige Diät ausprobiert!

Ich las und las und las und noch währenddessen begann ich, so langsam die KHs abzubauen. Noch vor meinem offiziellen Start mit LCHF. Damit kam ich sehr gut klar. Und ich merkte bereits mit einer leichten Reduzierung der KHs, dass der Heißhunger weniger wurde.

Es trieb mich nichts mehr ständig an den Trog. Und es kam erste Ruhe und Entspannung in mir auf.

Aber die Fotos aus dem Schwedenurlaub führten dazu, dass ich endgültig und zu 100% LCHF-Abnehmerin wurde. Die waren so schrecklich.

Einige davon sind unter den Fotos bei mir zu finden, s.o. der Reiter "Bilder" oder hier drauf klicken...

Das erste auf dem Stein oder das mit der Sonnenbrille - schlimmer ging es kaum.

Am Schlimmsten fand ich, dass ich damals merkte, dass mein INNENBILD von mir selbst NULL zur Wahrheit passte. Als die Fotos entstanden, fand ich mich SCHÖN. Als ich sie sah, starb etwas in mir ab! Noch schlimmer, dass meine Kinder die Fotos auch bei Ansicht schön fanden. DAS war ich NICHT. Auf gar keinen Fall. Und irgendwie doch.

Es stand fest:

DAS wollte ich NICHT sein.

Und so begann alles.

Ich wollte es wissen.

Könnte ich es endlich schaffen?
Mein hohes Gewicht abbauen?
Ein anderes Leben führen?


Für mich ist LCHF der richtige Weg.
Für mich.

Nach über 2,5 Jahren bereue ich nichts, vermisse nichts, komme gut klar und ja, werde so mein Leben lang weiter machen (die Frage wird mir öfters gestellt.)

Nudeln oder Brot wären es niemals wert, all das wieder zu verlieren, was ich in dem Zeitraum gewonnen habe. So toll finde ich die jetzt auch nicht.

Und weil ich mich, meinen Blutzuckerspiegel und mein Heißhungerpotential kenne, weiß ich, dass ich unweigerlich die Rückfahrkarte lösen würde, wenn ich solches wieder essen würde.

Aber ich bin ich.
Und ihr seid ihr.

Ich erzähle gerne von meiner Ernährung, aber eure Wahl, wie ihr die Kilos bekämpfen wollte, müsst ihr ganz alleine treffen und ich bitte euch nur, euch gut zu informieren und eine für euch persönlich gescheite Wahl zu treffen.

Eine Ernährungsumstellung ist nichts, dass nur auf eine Weile ausgelegt sein soll. Sondern auf Dauer. Für immer und ewig. 

Vielleicht mit engeren Bandagen während der Abnahme und Lockerungen, wenn ihr erst einmal am Ziel angekommen seid, aber ich denke schon, dass jeder, der einmal so dick war wie ich, sein Leben lang darauf wird achten müssen. Am Ball bleiben.

Ich würde niemals herablassend auf andere blicken, die einen anderen Weg der Ernährung wählen. Dafür haben sie - hoffentlich - gute Gründe.

Und ich kann es nicht ertragen, wenn ich sehe, wie manche ihren Ernährungsglauben postulieren und versuchen, andere zu manipulieren oder herablassend mit Menschen umgehen, die eben einen anderen Weg gehen.

Jedem seins.
Von Herzen.



Ende für diesen Eintrag.

Als nächstes folgen meine höchsteigenen LCHF-Regeln, denn LCHF hat so einen weiten "Anwendungsrahmen" und die meisten basteln sich innerhalb der Grundzüge ihr eigenes LCHF zusammen.

Wie mein LCHF aussieht, erfahrt ihr beim nächsten Mal.
Bis denne.
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