Mittwoch, 8. Februar 2012

So wie Sudda #6

Heute versuche ich, meine Gedanken zum Thema abnehmen ein wenig zu bündeln. Und das unabhängig davon, ob man sich nun nach LCHF ernährt oder auf eine andere gesunde Art und Weise.

Auf dass es mir gelingen möge... Ich finde es lustig, wie manche Posts sich entwickeln, wenn man einfach anfängt zu schreiben, ganz ohne Grundkonzept. Hölzchen - Stöckchen. Ich plane meine Posts nie, sie laufen aus meinem Hirn raus in die Tastatur.

Ganz merkwürdig.
Da müsst ihr durch.

;o)


6. Abnehmen, reduziert auf das Wesentliche


1. Noch mal Ernährungswahl

Entscheidung ist gefragt. Und man bekommt so viele Informationen. In Blogs, im Internet, im TV, in Büchern, von anderen Menschen... Informiert euch. Findet man eine Ernährungsform, die interessant ist, dann sollte man sich umfassender informieren. Bis ins Detail. Damit "warm" werden und durchspielen, wie sich das auf die eigenen Essensvorlieben umsetzen lässt. Krass gesagt ist z.B. meine Ernährung nichts für Veganer (Vegetarier geht, aber auch da ist viel Phantasie gefordert).

Infos speichern, ausdrucken, einen Ordner machen. Vielleicht Listen erstellen, damit man die ersten Tage gewappnet ist und weiß, wie man es angehen und was man essen möchte. Das ist sicherlich Arbeit, aber mein Mann sagt gerne "Am Start erkennt man den Sieger".

Niemals einen blinden Köpper in unbekanntes Gewässer machen, sage ich.
Das haben wir doch schon als Kinder gelernt.


2. Crashdiäten führen zum... Crash!

Ich persönlich halte alle Ernährungsformen, die in erster Linie mit künstlichen Nahrungsmitteln arbeiten, für gefährlich.

Diese Shakegeschichten zum Beispiel. Nur Shakes? Wo bleibt da der Lernfaktor? Das UMSTELLEN der Ernährung? Lernt man so den richtigen und entspannten Umgang mit Essen?

Ich denke mal nicht.

Ich lehne jegliche Diät ab, die dauerhaft auf unter 1.400 Kalorien am Tag zielen (bei meiner Länge von 1,72 m). Es gibt einfach einen Grundbedarf an Nahrung, den der Körper braucht, um funktionieren zu können und nicht zu Schaden zu kommen. Der Körper ist dein höchstes Gut und muss gepflegt werden. Vergiss das nie.

Mag sein, dass man damit zunächst sehr schnell abnehmen würde, aber man verludert sich ganz sicher genauso schnell den Grundumsatz und schadet der Gesundheit. Und ich bezweifle, dass das auf Dauer auszuhalten ist.

Welcome JOJO!
Der Rückfahrschein ist aus meiner Sicht bei Crashdiäten vorprogrammiert.

Die Ernährungsumstellung soll dauerhaft sein und gesund. Lebbar.

Es gibt kein "wenn ich danach wieder NORMAL essen kann". He, wäre das, was du bis hierher gegessen hast, NORMAL gewesen, dann wärst du nicht ausgeufert. Soviel ist mal klar.

Es wird Zeit, sich von dem Jetztzustand der Ernährung zu verabschieden, wenn du wirklich etwas verändern willst.

Und wähl bloss nicht eine Ernährungsform nur deshalb, weil XY auf Blog ABC damit so viel Erfolg hatte. Wähle DEINE Ernährungsform. Denn du bist nicht XY, sondern du selbst.

Du bist das Wertvollste, was du hast. Verhalte dich auch entsprechend. Gehe vorsichtig mit dir um und sei gut zu dir selbst.

Die Entscheidung für eine Ernährungsform sollte also sehr überlegt getroffen werden. Für dich allein.


3. Entschluss fassen

Weg gefunden? Gut vorbereitet?


VAMOS!

Fasst euren Beschluss für eine Ernährung bewusst und definitiv. 

Küche durchforsten und alles entfernen, was nicht ins System passt, wenn möglich. Ist man für die Ernährung der ganzen Familie verantwortlich, ist es sicherlich schwerer. In meinem Fall essen zumindest die Kinder weiterhin ihre Nudeln, Pizza, da kann ich genauso gut mit einem Stein reden. Also suchte ich mir Rezepte raus, die ich modifizieren konnte. Für mich nen Klacks Kräuterbutter extra, für die anderen eine Handvoll Nudeln, beispielsweise. Wie gesagt schwieriger, aber machbar. Eindeutig!

Am Anfang kamen mir aus Sicherheitsgründen bestimmte Nahrungsmittel nicht mehr über die Schwelle. Süßes (konnten die Kinder sich selber kaufen ohne zu sterben) war beispielsweise so ein Dingen. Was nicht da ist, kann einen nicht provozieren.

Ihr habt so eine ominöse Süßigkeitenschublade?

WEG DAMIT!

Mag Geld gekostet haben, aber was ist denn nu wichtiger? Die Abnahme und die Gesundheit oder 27,50 €? Ehrlich? Wenn ich mich in manchen Ernährungsformen umsehe, dann geht da deutlich mehr Geld für dies und das über den Tresen als was ein Häuflein Süßes kosten kann.

Du willst weiterhin ab und an Süßes essen? Dir nichts verbieten?
Auch gut.

Schmeiß das Zeug trotzdem weg (oder noch besser: Umgehend verschenken!) und kauf dir dann Süßes, wenn du es haben willst und auch nur in der geplanten Menge.


4. Start your engine!

Anfangen.
Das kommt direkt nach dem Beschluss.

Jetzt.
Nicht Montag, weil vielleicht noch Geburtstag von Tante Trude am Wochenende ist.

Denn... Überraschung!

Das Jahr wimmelt von Gelegenheiten und Geburtstagen!
Und noch tückischer: Die kommen angeblich JEDES Jahr wieder.
Sowas.

Damit muss man klar kommen und das ist nicht so schwierig, wie man meint.

Und wenn Tante Trude beleidigt ist, weil du nicht wenigstens EIN Stück Kuchen essen willst... Dann soll sie eben beleidigt sein, denn das ist IHRE Egoschiene und IHR Problem. Nicht deins. DU bist jetzt dran, DEINE Egoschiene. Es wird Zeit. Tante Trude wird ganz sicher keinen größeren Schaden nehmen, wenn man NEIN sagt. Rein technisch könntest DU genauso beleidigt sein, wenn sie dich nötigt, das Zeug zu essen.

Und dann soll doch lieber Tante Trude beleidigt sein als du!

Denn weisst du, was das unterm Strich eigentlich ist?

Eine AUSREDE!
DEINE Ausrede.

Weil es eigentlich lecker ist und abnehmen nicht immer so kuschelig.

Viel zu viel Macht für etwas Leckeres.
Darüber mal nachdenken.

Du hast noch nicht alles beisammen, was du brauchst?
Macht nix.
Fang einfach mal an.

Denn selbst, wenn es am Anfang noch suboptimal läuft, so läuft es wenigstens überhaupt. Und ist vermutlich besser als alles, was du die letzten Monate gegessen hast.

Und sieh zu, dass du deinen Krempel zügig beisammen bekommst.


5. Bleib dabei!

Versprochen ist versprochen und wird nicht gebrochen!

Fang nicht an, zwischen unterschiedlichen Ernährungsformen hin und her zu hopsen, weil die Waage vielleicht nicht so schnell Erfolge verzeichnet, wie du es gerne hättest.

Du hast dir die Körperform nicht über Nacht angezüchtet und darum wird sie dich auch nicht über Nacht verlassen.

Gib deinem Körper eine Chance, sich einzuleben und der neuen Ernährungsform zu vertrauen. Hast du vorher eine Menge Crashdiäten gemacht, dann wittert er nun vielleicht Gefahr und weigert sich zunächst, Gewicht abzuwerfen. Sichert erst einmal, weil eine Hungernot drohen könnte.

Geduld und Zeit.

Wechselt man die Ernährungsform wie die Unterwäsche, wird der gesamte Stoffwechsel nur verunsichert.

Und Wunder gibt es nicht.
Lös dich davon.

Merkst du, dass die Ernährungsform, für die du dich ursprünglich entschieden hast, so gar nicht geht, dann musst du vielleicht umdenken. Aber nicht täglich, wöchentlich oder monatlich. Vielleicht kann man die gewählte Ernährungsform auch einfach auf die eigenen Bedürfnisse modifizieren? Dann ist das vielleicht eine Möglichkeit.

Umdenken kann dann aber auch ein UMWEG sein und das ganze Abnehmprojekt verlängern.


6. Hungergesteuert

Iss nur, wenn du hungrig bist.

Bevor die Menschheit sich die dollsten Dinger in Sachen Ernährung ausgedacht hat, war das die übliche Vorgehensweise.

Hunger?
Essen!

Satt?
Aufhören!

So einfach ist das.

Meint man.

Weißt du noch, wie Hunger sich anfühlt?
Dieses bohrende Grollen, manchmal geräuschvoll?
Nein, dann solltest du im ersten Schritt mal auf den Hunger warten. Aber leg dir was bereit, denn Hunger ist ein heftiger Befehl, kein dezenter Hinweis. Und der will befolgt werden.

Kennst du überhaupt noch den Unterschied zwischen Hunger und Durst?
Das verlernen viele Übergewichtige!
Wenn du dir unsicher bist, dann trink bei Hungerverdacht etwas und schau, ob es das schon war. Manchmal erstaunlich!

Also Hunger!
Echter Hunger!

Und nein, NICHT die Uhrzeit.
Vergiss die 7 Uhr Frühstück, 13 Uhr Mittagessen und 18 Uhr Abendbrot- Geschichte.
Das ist anerzogen und unnatürlich.

Solltest du zu diesen Zeiten wirklich Hunger haben, dann ist es was anderes.


Zwischenmahlzeiten haben mit Hunger NICHTS zu tun.
Hätte man zu diesem Zeitpunkt wirklich Hunger, würde eine Zwischenmahlzeit nicht ausreichen.

Zwischenmahlzeiten sind nichts weiter als eine schlechte Angewohnheit. Finde ich.

Und iss dich satt. Nicht "ochherrjemiristschlecht"-satt, sondern angenehm satt.


7. Da hat die liebe Seele ruh'

Aus Mails und Gesprächen mit vielen Übergewichtigen, weiß ich, dass ganz oft ein dickes "Seelenpäckchen" dahinter liegt.

Das ist traurig. Schwer zu ertragen. Ich weiß das selbst.

Aber es ändert nichts, wenn du dich darin fallen lässt. Es blockiert.

Jetzt ist KÖRPERZEIT!

Lass die Seele nach Möglichkeit ruhen.
Wenn dir das nicht möglich ist, dann such dir begleitend therapeutische Hilfe.
Kann sehr wertvoll sein, wenn das Seelenpäckchen große Ausmaße hat.

Und auch das ist ein bewusstes um dich selbst kümmern.
DU trägst die Verantwortung für dich.

Dein Körper ist ein tolles Teil und hat jede Aufmerksamkeit verdient.
Spür ihn, lern ihn zu begreifen, arbeite mit und an ihm.

Hintern hoch und los.
Außer in äußerst tragischen Fällen, ist es jedem möglich, sich in irgendeiner Weise zu bewegen.

Geh.
Geh einfach.

Du brauchst nicht rennen. Nö.
Schuhe an und raus.

Wenn selbst das nicht geht, so setz dich auf den Stuhl und heb die Beine im Wechsel an. Streck die Arme zur Seite aus und lass sie kreisen. Stell dich hin und reck und streck dich.

Weck den Körper. 

Auch wenn es am Anfang nicht viel ist, es ist doch mehr als gar nichts.

Wenn du "Rücken" hast, dann sorg für Krankengymnastik oder geh in einen Rückenkurs. Peng!

Tu dir gut.
Beweg dich.

Und wenn es am Anfang nur 10 Minuten sind.
Regelmäßig.
Steigern.

Du hast keine Zeit?
Komm mir nicht damit!

Du hast garantiert Zeit für die ein oder andere Stunde vor dem Fernseher.
Du hast auf jeden Fall Zeit, das hier zu lesen.

Dann leg dich vor dem Fernseher auf den Boden und mach mal ein paar Crunches oder heb die Beine an. Oder setz dich genau jetzt, während du das liest, mal richtig aufrecht hin. Brust raus, Bauch rein, gerader Rücken, roll die Schultern zurück, den Nacken lang, Po zusammenpitschen. Bleib so. Mindestens bis du fertig gelesen hast.

Du willst nicht, dass jemand dich dabei sieht?
Dann geh meinetwegen ins Schlafzimmer und mach die Tür zu.

Es bedarf keinen Marathon, keine Stunden im Schwimmbad und auch keinen Fitnesskurs (aber es ist nicht ausgeschlossen, dass du das später willst - jeder nach seinem Gusto).
Es bedarf nur einen Impuls.
Jetzt.

Überleg mal, was dieser Körper Tag für Tag leistet!

Hilf ihm.
Mit Bewegung.
Mit Fürsorge für dich selbst. 


Dusch oder bade und creme diesen Körper, deine Hochleistungsmaschine, ein.
Rasier dir meinetwegen die Beine.
Aber kümmer dich drum.

Körper raus aus dem Daseinsschatten.
Dann kann die Seele sich vielleicht zurücklehnen und ausruhen.
So war es bei mir.

Die Zeit der Ausreden und des Badens in Selbstmitleid ist vorbei.
Vergangenes kannst du kaum ändern.
Passiert ist passiert.

Du bist deine Medizin.
Mach dich stolz auf dich selbst.
Das kannst du.


8. Wer zuletzt lacht, lacht am Besten 

Du bekommst zu Hauf "gute Ratschläge", wie du am Besten abnehmen sollst?
Jemand sagt dir, dass du es eh nicht schaffst?
Weil du es noch nie geschafft hast?

Ehrlich?

SCH*ISS DRAUF!

Geh deinen Weg und versuch, aus Kritik erst Wut und schlussendlich Kraft zu machen.

Yay, zeig es ihnen, noch wichtiger: zeig es dir.

DU bestimmst über dich, nicht andere.
Und was du zulässt, wird geschehen.

Bei meinen ersten Laufversuchen hatte ich die Kapuze über dem Kopf gezogen, die Sonnenbrille auf der Nase und hatte Schiss, dass mich jemand sieht. Jemand lacht.

Darüber habe ich beim Laufen nachgegrübelt und dann die Kapuze vom Kopf gezogen und dachte: "Ja, lacht nur. Wir werden sehen, wer hier in vier Wochen lacht!"

Und glaubt mir, denen ist das Lachen vergangen. Und ich liebte diese dümmlich erstaunten Gesichter am Anfang, als sie merkten, DASS ich abnahm und DASS ich laufen konnte.

Erst lachten, kritisierten oder schmunzelten sie hinter dem Rücken.
Dann schwiegen sie.
Darauf folgte das Staunen.

Und jetzt werde ich immer öfter um Rat und Hilfe gebeten.
Von denen.

Egobooster vom Feinsten.

Und wenn du etwas nur deshalb nicht tust, weil du sonst anECKST, trägst du deine runden, weichen Körperformen nicht zu unrecht.

Unterm Strich bleibt zu sagen:

Nur DU kannst etwas an DIR ändern.
Nicht andere.


Du!


Es ist Zeit, fang an!



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