Dienstag, 22. Mai 2012

Für Trine: Die Geschichte hinter dem Kleid

Noch bevor ich das Bloggen begann, war ich in einem relativ großen Abnehmforum mal mehr, mal weniger aktiv.

Daher kenne ich übrigens sowohl Bikergirl, als auch Nuggy und Rednoserunpet.
Hm, noch wer?

Wie dem auch sei...

Als Trine vorhin im Kommentar fragte, ob es denn einen Post zu der Geschichte des Kleides gab, war ich mir sofort sicher, dass ich damals darüber schrieb.

Und nur für die Trine hab ich mich kopfüber in mein Forentagebuch gequetscht und eine Seite nach der anderen durchgelesen.

Ta-tam-taaaaa...

Sudda Sudda Productions "proudlichst" presents the Originaltext:

23.10.2007 (!!!)
Die „LIEBLINGSKLEID-CHALLENGE“ 
Wie versprochen, erläutere ich heute mal meine ultimative Challenge.
Es begab sich zu einer Zeit, als Suddis wieder mal so richtig heftig zugenommen hatte, aus Gründen, die eigentlich keine Entschuldigung sind. Viel zu viel gutes – und auch schlechtes – Essen zu völlig falschen Zeiten. Mein Gewicht ist förmlich nach oben wegexplodiert und ich fühlte mich von Tag zu Tag schlechter.
Hatte noch nicht mal mehr Bock die Treppen nach oben zu gehen, war frustriert und hätte eigentlich über den Tag verteilt einige Male heulen können. Wie das halt so ist.
Die Hosen spannten immer mehr und die Hemden wurden an den Ärmeln merkbar enger.
Am 4. Oktober war meine Mom bei mir zu Besuch und ich schlug ihr vor, ins nahegelegene Outlet zu fahren. Hier bekommt man äußerst hochwertige Kleidung zu kleinem Preis und meine Mom ist zur Zeit etwas verknallt und wollte für ihr Date etwas Ansprechendes zum Anziehen haben. Gesagt, getan, losgefahren…
Im Outlet war es wie immer. Es gibt dort sogar Kleidung bis Größe 56, aber das ist doch genau die Sorte Kleidung, die ich absolut nicht haben will. Tendenziell will ich mir eh keine Kleidung in großen Größen kaufen, weil das für mich fast so wäre, als ob ich alle Hoffnung aufgebe. Also habe ich mir immer nur das Nötigste gekauft und mich entsprechend aschenputtelmäßig gefühlt.
Nachdem ich wieder einmal die Kinderkleidungsabteilung durchwühlt hatte, ging ich um meine Mutter zu unterstützen und schnüffelte in den „kleineren“ Größen rum (meine Mutter trägt 40!!!). Schon das allein fühlt sich für jemanden wie mich nicht gerade schön an. Irgendwie hat man das Gefühl beobachtet zu werden.
Und DA war es.
MEIN KLEID!
Von Marc O’Polo in dunkelgrau. Fühlte sich an wie Flanell. So im Audrey Hepburn-Stil, ganz gerade geschnitten und ohne Ärmel. Unter der Brust mit einem schwarzen Band abgesetzt. Darunter müsste man etwas chices schwarzes, vielleicht Langärmeliges anziehen, aber das dürfte wohl das kleinste Problem sein.
MEIN KLEID!
Bedauerlicher Weise gab es das nur in Größe 40!!
Darüber hinaus weiß ich aber auch, dass es an „größeren Menschen“ wirklich nicht aussehen würde…
Ich zeigte es meiner Mom und sie fand es auch sehr, sehr schön. Auf einmal wusste ich, dass ich es haben muss.
Meine Mom starrte mich mit großen Augen an und fragte, wann ich das denn bitte schön anziehen wolle und dass ich ja wohl spinnen würde.
Und ich sah sie an und sagte wie aus der Pistole geschossen: „Weihnachten!“
Meine Mom lachte und sagte, dass wenn ich das schaffen würde, würde sie mir das Kleid nachträglich bezahlen. Und so war es beschlossene Sache und ich habe mir das Kleid gekauft!
Zuhause angekommen, konnte ich es mir nicht verkneifen und zeigte nach einigem Zaudern meiner Restfamilie das Kleid.
Mein Sohn sah mich an und sagte, dass wenn ich das schaffen würde, würde er mir einen passenden Lippenstift dazu kaufen.
Und so wurde die Sache zum Selbstläufer…
Kleid von Mom, Lippenstift von Sohn, passende Ohrringe von Tochter, passende Schuhe von Mann, Unterwäsche von Freundin 1, Nylons (!) von Freundin 2, Oberteil darunter von Freundin 3, neue Frisur von Freundin 4...  
Ist das nicht klasse?
Das war also am 04. Oktober und die Gewichtsbestandsaufnahme am 08. Oktober sagte mir das, was ich befürchtet hatte: 120,4 kg
Hmmmm...
Dennoch habe ich mich kopfüber in das Abenteuer geworfen. Mit Alma zum Frühstück und Auslassen von BAH!-Kohlehydraten (Weißmehl, Nudeln, Zucker, Reis und Kartoffeln), Vermeidung von Fettigem sowie 3 Liter Wasser am Tag habe ich mich in den Ring begeben!  (Anmerkung d. Verfassers: Ej, das habt ihr jetzt aber nicht gesehen... Damals glaubte ich noch daran. Obwohl... der Ansatz mit der drastischen KH-Reduktion war damals schon da.)
Montags wird gewogen (wobei ich schon festgestellt habe, dass das taktisch nicht so klug ist, weil es am Wochenende doch immer etwas mehr wird und sich das entsprechend fülltechnisch negativ auf der Waage niederschlägt…)
Kleid hängt derweil offen am Kleiderschrank, damit ich mein Ziel nicht aus den Augen lasse!!! 

Die Details hinter der Geschichte hatte ich schon verdrängt und ich freu mich jetzt, dass ich sie - Trine sei Dank - wiedergefunden habe.

Denn... was zwischen den Zeilen steht:

Nicht nur ich habe immer fest an mich geglaubt und gehofft, nein, ich hatte auch noch schon immer eine Menge liebender und unterstützender Menschen um mich herum.

Ja.
Schön.
Aber richtig.



P.s.:

Und ich glaub, dass Schweinchen Schlau die Nylons spendieren wollte! Oder die Frisur.

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