Montag, 20. August 2012

Über den Wolken

Was ich euch noch gar nicht erzählt habe...

Der Mann und ich fliegen im Herbst nach Schweden.

Das ist eine Sensation.

Warum?

Ich hab irrsinnig Flugangst.
Ganz, ganz schlimm.

Die hat mich mit der Geburt meiner Kinder überfallen.
War auf einmal da, obwohl ich davor problemlos und sogar gerne durch die Gegend flog.

Merkwürdig.

Manchmal hab ich schon überlegt, ob ich da nicht einfach etwas so "transportiert" habe, dass es mir erträglicher erschien.

Vielleicht wollte ich auch nicht mehr fliegen, weil ich so dick war.
Kann sein...
Gurtverlängerung, im Sitz festklemmen, das volle Programm.

Und weil die Flugangst "natürlicher" oder "weniger peinlich" ist, hab ich sie mir u.U. selbst gebastelt. Damit ich vor mir selbst und anderen nicht doof da steh.

Egal wie. Egal woher.
Da isse nu, die Angst.
Und ich könnte mich allein beim Gedanken daran jetzt schon spontan übergeben.

Ursprünglich wollten wir nach Lappland zu meinem Onkel fliegen.
Aber das ging mir definitiv zu weit.

Denn dazu müssten wir ZWEI Flüge direkt hintereinander machen.
In Stockholm umsteigen.

Wenn ich aber schon bei Flug 1 eskaliere, hätten wir definitiv ein Problem.

Ich fang klein an.
Stelle mich dennoch meiner Angst.
Fliege nach Kopenhagen.
Von da aus einen Tag zu Nicole und ihrer Familie.
Danach ins Haus.
Herbstwind am Strand.
Wandern.
Und Shoppen.
Bleibe 5 Tage weg.
Fliege zurück.

Ende.

Lappland läuft uns nicht weg.

Schau'n wir mal.

Genereller Haken an der Reise:
KEIN LAPTOP!

Denn das nimmt mir zu viel Platz im Koffer weg.

Also werdet ihr erst ewig später erfahren, wie ich mich benommen habe.

Es sei denn, ihr könnt es der Zeitung entnehmen, weil ich kreischend am Zugang zum Flugzeug gehangen habe und abtransportiert werden musste.

:D





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Aaaahh... FREAK OUT!

Ich flipp aus.
Ich flipp aus.
Ich flipp aus.

Ich will mittlerweile sogar Gewitter.
Ich!

Die Nacht war schrecklich. Ich klebte ständig irgendwo dran fest, wurde mindestens 3.129.955 Mal wach und Schlaf kann man das nun wirklich nicht nennen.

Den Tag gestern habe ich nur mit knapper Not überlebt.

Ich hab wieder und wieder versucht, meine Nerven runter zu bringen, es gelang mir nicht. Mehr als einmal war ich duschen, hat nur kurz genützt.

Weiß ja nicht, wie das bei euch so ist, aber diese Hitze macht mich VERZWEIFELT. Absolut.

Ich leide, steigere mich dummer Weise immer weiter da rein und es wird unerträglich.

Der Druck in Fingern und Füßen steigt und es fühlt sich extrem unangenehm an. So wie früher als ich dick war. Als ich jede Bewegung hart spüren musste. Das wollte ich nie wieder erleben.

Und dann denke ich an die unter uns, die noch extrem viel Gewicht mit sich rumtragen, die die Wassereinlagerungen noch OBEN DRAUF ertragen müssen - im wahrsten Sinne des Wortes. Das tut mir so leid.

Das Allerschlimmste kommt aber noch:
Während viele bei diesem Wetter überhaupt keinen Appetit mehr haben, lässt mich meine Verzweiflung den Kühlschrank umkreisen, wie eine Schmeißfliege einen frischen Hundehaufen.

*kreisch*

Weil ich dieses gesammelte Hitzegefühl nicht ertragen kann.

Da schiebt sich doch tatsächlich dieses besch*ssene, alte Muster wieder hoch, dass ich mehr oder weniger besiegt wähnte. Auf unerträgliche Gefühlsregungen mit Essen reagieren.

Unglaublich.

Normale blöde Gefühlsregungen kann ich veratmen, bearbeiten. Ich lenke mich davon ab, indem ich etwas anderes tue. Bspw. jemanden anrufen, laufen gehen, was weiß ich.

Aber mir war zu allem zu heiß.
Ich wollte gar nichts mehr außer leiden.

Es ist zwar kein Zugriff auf Nahrungsmittel erfolgt, aber allein die Tatsache, dass der Wunsch in mir drängte... schlimm genug.

Warum ich das hier notiere?

Weil ich eben nicht päpstlicher als der Papst bin.
Und nicht immer ist alles Wölkchen.
Läuft nicht immer alles wie gebuttert.



Man reiche mir Abkühlung und Regen.

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