Dienstag, 18. September 2012

Gebeutelt oder das teure Spiel

Segen und Fluch.
Damit meine ich das Abnehmen oder die Körperverwandlung an sich.

Im Urlaub habe ich endlich MEINE Jeans gefunden.
Extra ein wenig enger gekauft.
Schnappatmungeng.
L*vis.

Saß spitze und endlich hatte ich wieder einen relativ vernünftigen Po.

Ein Monat später...

Mein Mann bat mich, diese Hose doch endlich auszusortieren.
Anscheinend seh ich aus wie eine Beutelratte (sagte er nicht, deutete ich zwischen den Zeilen).

ENDLICH???

Heißer waschen und Trockner?
Vergesst es.
Das reicht genau so lange, bis man die Buxe gemütlich 10 Minuten eingelatscht hat.

Menno.

Ich geh schmollen.

Bin ich froh, wenn ich mit der Abnehmerei fertig bin.

Im Ernst mal.
Darüber macht man sich am Anfang einer großen Abnahme wenig Gedanken.

Ich dachte eher, dass ich EINEM riesigen Kaufrausch am Ende des Abnehmens fröhnen könne. Und man vielleicht sogar pro verlorenem Kilo eine kleine oder größere Summe X beiseite legen könne, um das richtig zu genießen, um absolut nicht auf den Euro schauen zu müssen.

Dass es aber zwischendrin SO teuer wird, habe ich nicht auf der Rechung gehabt.

Gut, im Nachhinein ist es ja logisch. Von Größe 52 (manchmal 54) auf 40... Da liegt die ein oder andere Größe zwischen und man möchte den neuen Alabasterkörper, auf den man mit Fug und Recht stolz ist, auch nicht in Sack und Asche verbergen.

Keinesfalls, denn wenn erst einmal endlich wieder Sachen "von der Stange" passen, brechen einige Dämme und dieses Gefühl wollte von mir wirklich befriedigt werden.

Gegensteuernd habe ich mich wirklich bemüht, möglichst kostengünstig einzukaufen. Gute Qualität, aber zu kleinem Preis. Ich glaub, man begrüßt mich in der Umgebung in fast jedem Outlet mit Handschlag...

Tse.
Wat nu?

Auf jeden Fall muss ich in eine neue Jeans investieren, ich mag es.
Aber dann probier ich die mindestens eine Stunde lang an und lümmel mich auf den Auslagen herum, um mir das heimische Sofafeeling nachzuahmen.
Oder so.

Geht es eigentlich nur mir so?
I flipe out!


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Zuwachs

Gestern Abend war eine neue Teilnehmerin bei mir im Sportkurs.
Pilates.

Sie kam federnden Schrittes in Begleitung anderer Mitturner durch die Tür, begrüßte mich freundlich, warf ihre Matte aus und machte es sich gemütlich. Ankommen.

Wir lächelten uns an.
Das brauchte keine Worte.

Das Training lief ruhig und geschmeidig, ein wenig Rücksichtnahme auf "die Neue", dachte ich. Aber das war nicht nötig. Die ein oder andere steckte sie von Anfang an "in die Tasche".

Nach der Stunde waren wir warm, zufrieden, etwas Schweiß lief.

Da trat die "Neue" auf mich zu, im Überschwang umarmte sie mich und drückte mir einen Kuss auf die Wange.

MIR!
(Dass ich das noch erleben durfte, dass sich das einer traut! *gnihihi*)

Ich war total perplex.

Und dann rollte sie ihre Matte ein, klemmte sie sich unter den Arm und ihr blonder, pfiffiger Kurzhaarschnitt verschwand federnd durch die Tür.

Sie will wiederkommen....



























... meine erste 80jährige Teilnehmerin!
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LCHF-Rezept: Kabeljau mit Senfsahnesauce

Das ist so 'ne Kindheitserinnerung.
Meine schwedische Urgroßmutter konnten den unfassbar gut zubereiten. Ein Geschmack, den ich heute noch aufrufen kann.

Allerdings hat sie sogar den Senf dafür selbst gemacht.
Sie gab Senfkörner in eine große Steingutschüssel und legte eine Art kleine Kanonenkugel hinein (die ich übrigens noch besitze - ich sammele besondere Dinge!). Dann klemmte sie die Schüssel zwischen ihre Beine und ließ die Kugel in der Schüssel kreisen, so wurden die Senfkörner nach und nach fein zermahlen.

Das hat wirklich damals einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.

Aber... so weit bin ich dann nicht gegangen.

Am Fischstand ergatterte ich folgendes Exemplar, 1 kg Kabeljau:




Mein Mann schaute wie ein Auto, ich schwör!
Gewisse Berührungsängste ließen sich nicht verleugnen.

Nachdem ich mein reichhaltiges Sortiment an gesammelten Ommarezepten durch hatte, entschied ich mich für folgende Vorgehensweise:

1. Fisch säubern, abtupfen, mit etwas Zitronensaft säuern und in Portionen zerlegen. 




Der Anblick des zerteilten Fisches machten den Mann nicht glücklicher. "Was machst du denn jetzt damit?", fragte er neugierig..

2. Topf mit 1 l Salzwasser zum Kochen bringen. In den Topf gab ich darüber hinaus etwa 100 ml Weißwein und etwas Gewürzmischung, bestehend aus: Wacholderbeeren, ein wenig Karotte in Stückchen, Dill, Zwiebel, Lorbeerblätter, Piment, Nelken, Sellerie, Pfeffer.

Die Mischung habe ich vom Fischmann geschenkt bekommen, worüber ich mich sehr freute, weil sie völlig ohne Zusatzstoffe auskommt.



3. Sobald das Wasser kocht, den Herd herunterschalten. Der Fisch darf nicht kochen, sondern soll gar ziehen. Sobald die Fischstücke im Kochsud sind, dauert es etwa 12-15 min bis sie gar sind.

"Kochen?", jammerte der Mann, "ich soll GE-KOCH-TEN Fisch essen?" Er raufte sich die Haare.

4. Sauce zubereiten aus 1 Pckg Creme Fraiche, 1 Pckg Bio-Sahne, 3 EL guten Dijon-Senf, Salz und Pfeffer, 1 Kelle voll Fischsud, Salz und Pfeffer nach Geschmack. Einkochen lassen und erst am Schluss würzen.

Der Mann hatte sich ins Wohnzimmer verkrochen und kam nicht mehr schauen...

5. Als weitere Beilage schälte und hobelte ich ein wenig Salatgurke. Kühl, frisch, sehr lecker dazu.

6. Nach der Garzeit angelte ich den Fisch aus dem Wasser, zog die Haut ab und befreite ihn von den Gräten und Knochen. Der Kabeljau hat ganz tolle, große Gräten, da braucht man keine Angst haben, etwas zu übersehen. Die puren Stücke gab ich mit Senfsahnesauce und Gurke auf einen Teller.

Fertig!
Alles in allem brauchte ich für das gesamte Gericht gerade Mal 40 Minuten.
Peanuts, was?

Ultramegaklasselecker.

Leider war ich so begeistert, dass es vom Endprodukt auf dem Teller kein Foto gibt. Verdammt. Das muss ich beim nächsten Mal nachreichen.

Das Fleisch des Fisches war zart, gar nicht trocken und doch fest im Biss.
Perfekt.

Dazu kalter Gurkensalat in Essig-Öl-Dill-Dressing. Bisschen Zwiebel schmeckt auch gut im Salat.

Der Mann war begeistert, nachdem er den ersten Bissen im Mund hatte. Er betonte mehrfach, dass er sich einfach nicht hatte vorstellen können, dass "Kochfisch" schmecken kann.

Irrtum, mein Lieber, Irrtum!

Das mache ich wieder.


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