Samstag, 16. Februar 2013

LCHF und die anderen #2

Na denn, heiter weiter.

Man ist ja selten völlig allein in seinem Leben. Wie ist es denn nun mit den anderen, wie verhalten sie sich, wenn es um abnehmen geht? Wie war es bei mir?

Lebenssitutation "Dick sein"

Wenn du dick bist, haben viele, viele Menschen enorm gute Ratschläge für dich. Und je näher sie emotional an dir dran sind, desto intensiver werden gerne die Tipps.

Andere haben sich damals wirklich große Sorgen um mich gemacht. Punkt. Das ist so und auch wenn es abgelutscht klingt: Sie wollten mir helfen. Sie meinten das gut.

Problem war nur, dass ich das alles natürlich selbst wusste. Ich wusste, dass man nicht abnimmt, wenn man schrecklich viel und schrecklich falsch isst. Ich wusste, dass ich etwas ändern musste, wenn ich gesund bleiben/werden wollte. Ich wusste, dass ich mich mehr bewegen sollte. Aber ich hatte - verdammt noch mal - gar keinen BOCK mit denen darüber zu diskutieren. Weil es mir unangenehm war und weil es lästig war, sich Fehler offen einzugestehen.


Irgendwann war ich am Punkt der Resignation. Ich konnte und wollte nicht mehr. Jede Diät scheiterte nach kurzer Zeit, egal wie euphorisch ich sie begonnen hatte. Und ganz besonders wollte ich nicht mehr das Lamento anderer hören.

Was tut man also?
GENAU!
Angriff ist die beste Verteidigung.

Ich begann, Stein auf Bein aggressiv zu tönen, dass ich mich so mögen würde, wie ich sei, meinen Körper akzeptieren würde und dass sie mich endlich miit ihrem Gelaber in Ruhe lassen sollen. Ich sei alt genug und sie sollten sich gefälligst um ihren eigenen Scheiß kümmern. Das muss man natürlich intensiv durch laute Stimme und bestimmte Körperhaltung unterstreichen, sonst ist die Wirkung nicht groß genug. Ich bin normaler Weise ein entspannter Mensch, aber wenn ich böse werde, sollten alle Umstehenden versuchen, die Flucht anzutreten. Das wird gefährlich.

Ich denke, einige werden Ähnliches durchlebt haben wie ich. Oder?


Dann fand ich LCHF, ich war euphorisch. Merkt man auch, wenn man die ersten Posts dieses Blogs noch einmal liest. Jedem, der nicht bei drei auf den Bäumen war, erzählte ich davon. Ich war so gut drauf, dass ich ständig und immer darüber reden musste, vor allem, als ich tatsächlich rasant die ersten Kilos verlor.

Manche waren aufgeschlossen, hörten zu.

Aber viele andere meldeten Bedenken an, klar, LCHF klingt zunächst total anders als alles, was man uns jahrelang als Stein der Weisen in Bezug auf Ernährung eingetrichtert hatte. Solange eine Unterhaltung über LCHF in normalen entspannten Bahnen ablief und beide Parteien die Sicht des anderen aufnehmen und einfach als den Weg des anderen akzeptieren konnten, war alles gut. Leider rief das auch eine Menge "Ernährungsexperten" auf den Plan. Glücklicher Weise hatte ich mich von Anfang an gut belesen und konnte Argumente kontern. Das ist wichtig.

Und natürlich ist es als dicker Mensch schwierig, sich selbstbewusst mit einem prächtig fettigen Essen und einem Becher Sahne für den Kaffee in der Pause zu den Kollegen zu setzen. Da kann man sich der ungeteilten Aufmerksamkeit sicher sein. Aber richtig!

Es empfiehlt sich daher, ein wenig Selbstbewusstsein aus den hintersten Ecken der Seele herauszuporkeln, auf Hochglanz zu polieren und offen zur Schau zu tragen. Auch hier ist vielleicht Angriff die beste Verteidigung. Ich habe in solchen und ähnlichen Situationen am Anfang oft gedacht: "Warte ab. Wir werden bald sehen, wer hier recht hat!" Das hat mich stark gemacht.

Natürlich bietet eine Ernährung wie LCHF reichlich Stoff zur Diskussion. Was mich immer wieder erstaunte, war aber, dass besonders diejenigen, die offensichtlich selbst eher ein Gewichts- oder Gesundheitsproblem hatten, oftmals extrem kontra waren.

Ganz am Anfang hieß es "So ein Blödsinn. Das KANN gar nicht funktionieren. Du und deine merkwürdigen Ideen. Wirst schon sehen, was du davon hast. Und dann noch so ungesund. Du musst nur gesunde, fettarme Dinge essen und auf die Kalorien achten, das weiß ich genau.". Dabei rollten sie verächtlich ihre Augen und schaufelten sich gerne parallel Kuchen oder noch eine handvoll Chips ins Gesicht.

Wichtig ist, von Anfang an als LCHFler selbstbewusst zu sagen "Ich mach das jetzt, weil ICH das WILL und PUNKT!" Ich habe von Anfang an allen erklärt, was ich esse und was nicht, Feierabend.

Es empfiehlt sich absolut, Tante Käthes Kuchen vehement abzulehnen, auch wenn sie lautstark jammert, und die eigene Ernährung demonstrativ durchzusetzen.

Das ist im Übrigen kein Problem, denn wenn ich wusste, dass ich auf einer Feier vermutlich wenig passendes zu Essen bekommen würde, habe ich mich einfach vorher zuhause satt gegessen. Als LCHFler ist das einfach, denn wenn ich gegessen habe, bin ich über gut 5-7 Stunden satt und zufrieden. Da lässt sich so eine Feier spielend aussitzen.

In Restaurants und bei Buffets gibt es kein Problem. Man kann sich entweder das vom Buffet fischen, was passt oder man fragt, wenn man von der Karte bestellt, einfach nach, ob man statt der Sättigungsbeilage ein wenig mehr Gemüse oder Salat bekommen kann. Ich habe noch nie erlebt, dass man schräg angesehen wird. Im Gegenteil, man war stets bemüht, mir meine Wünsche zu erfüllen. Sprechenden kann eben geholfen werden.

Im Übrigen ist es für mein eigenes Leben deutlich wichtiger, dass ich mich wohlfühle, als dass Tante Käthe glücklich ist. Wenn sie traurig ist, weil ich ihre liebevoll gebackene Torte verschmähe, ist es ihre Sache. Da kann ich ihr nicht weiterhelfen. Ihr Verhalten empfinde ich eher als respektlos mir gegenüber und reichlich albern.

Die Erfolge wurden irgendwann offensichtlich und ich hatte mich vollständig in meine neue Ernährung eingelebt. Auch meine Umwelt hat sich gewöhnt, was die Sache deutlich vereinfachte.

Gleichzeitig wurde mein Bedürfnis geringer, ständig darüber zu reden. Es lohnt sich meistens nicht. Auf die Frage, wie ich denn abgenommen hätte, antwortete ich entspannt "Mit gesunder Ernährungsumstellung und Sport."

War ja auch richtig. Was mein Gegenüber daraufhin für ein Kopfkino zum Thema "gesunder Ernährungsumstellung" schob (vermutlich viel Obst, Gemüse und Fettarmes), war mir schnurz. Nur wenn das Gegenüber dann mehr Details wissen wollte, habe ich weiter ausgeführt. Darüber zu reden macht nur Sinn, wenn der andere aufnahmebereit ist, sonst ist es blanke Energieverschwendung.

Natürlich wurden die Kontra-Stimmen eh immer leiser, offensichtlich funktionierte es ja doch. Jedenfalls bei mir.

Nur die Chips-und-Kuchen-Spezialisten versuchten es noch mit "Ich habe gestern im Fernsehen gesehen, wie wichtig Kohlenhydrate sind. Die kann man nicht weglassen, dann funktioniert das Gehirn nicht mehr richtig!".

Aha. Okay.
Tante Käthe hat noch ein Stück Torte für dich über, vielleicht denkt es sich dann besser.

Und heute?
Alles gut.

Es wird nur noch selten über LCHF gesprochen, ist einfach meine Ernährung.
Normalität eben. Allgemein akzeptiert.

Ein letztes Aufbäumen der Chips-und-Kuchen-Fraktion "Das kann nicht gesund sein. DU wirst noch sehen, was du SPÄTER davon hast."

Stimmt, vermutlich wäre es für mich deutlich gesünder gewesen, weiterhin fast 126 kg zu wiegen und den viel zu hohen Blutdruck mit Tabletten zu bekämpfen.

Mist jetzt.
Echt.





Fazit:

Finde deinen Weg.
Geh ihn.
Für dich.
Ohne Umwege.
Lass dich nicht beirren.

Wenn jeder an sich selbst denkt, ist an jeden gedacht.

Und...

Wer zuletzt lacht, lacht am Besten.













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Kommentare:

  1. ;) ich kann es wirklich so gut nachvollzieehn, wie sich bei Dir die Faust innerlich ballte, wenn die Schlaumeier mal wieder geschlaumeiert haben. Was das Abnehmen betrifft ist ja dann wohl so ziemlich jeder Ernährungswissenschaftler und hat DEN Durchblick. Aber alleine schon wenn man uns beide vergleicht, unsere Lebenssituationen unsere physische und psychische Ausgangssituationen- da paßt kein Standarddiätblablabla. Die regen mich IMMER so auf diese beflissenen gutmeinenden Mitmenschen.

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    1. Wenn Standards auf uns passen würden, wären wir Standardmenschen.

      Gibt es die überhaupt?
      Ich denke nicht.

      Recht haste.

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  2. Können eine Abnehm-Königin und eine Plus-Size Prinzessin, können deren blogs miteinander befreundet sein? Darf ich hier noch lesen, obwohl mein Leben so gänzlich anders läuft als deines?
    Lange Zeit habe ich mich verleiten lassen vom "Schlank sein müssen", habe tatsächlich halbherzig versucht abzunehmen. Warum es bei mir nicht klappt? Weil in meiner schlanken Zeit war ich sehr krank, Gesundheitsbedrohlich niedriger Blutdruck nur mit Medikamenten zu regulieren, diverse OP´s u.a. Entfernung der Gallenblase mit grade mal 20 Jahren. Ständig hatte ich Infekte, war blaß, litt unter Haarausfall. Häufig hörte ich "Iss was Kind!" und ich sperrte mich nur noch mehr. Wußte ja keiner das ich Autistin bin und ich ein extremes Essverhalten habe.
    Mit jedem Kind nahm ich 5kg zu, mit jedem Kind und Kilo blühte ich auf. Heute habe ich zwar ein massives Übergewicht, aber Gesundheitlich ging es mir noch nie so gut wie heute. Jetzt wo ich für mich entschieden habe, das ich auch dick sein darf, blühe ich noch mal ein Stück mehr auf.
    Was ich damit sagen möchte ist, das jeder in sich selber hineinhorchen sollte, sich fragen sollte mit welchem Gewicht fühle ich mich wohl und nicht mit welchem Gewicht fühlt sich meine Umwelt wohl.
    Für mich persönlich heißt das, dieses Gewicht halten, mehr möchte ich nicht, immer Sommer wird es so oder so wieder weniger werden und im Winter wieder mehr.
    Persönlich bewundere ich deinen Kampf gegen deine Kilos sehr, nicht weil ich unbedingt auch schlank sein möchte, sondern weil du deinen Weg gefunden hast und ihn gehst und es dir dabei gut geht!
    viele liebe Grüße Rubinengel

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    1. "Können eine Abnehm-Königin und eine Plus-Size Prinzessin, können deren blogs miteinander befreundet sein? Darf ich hier noch lesen, obwohl mein Leben so gänzlich anders läuft als deines?"

      Hö?

      KLAR.
      Warum nicht.

      Alle verschiedenen Lebensarten und Lebensdenkweisen gemeinsam machen die Welt aus. Hier gibt es nicht nur schwarz und weiß.

      Hier bitte bunt!

      Jedem seinen Weg. SEINEN.
      Selbst gewählt.

      Grüße!!

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    2. Knuddel dich du Süße, in den letzten Tagen war ich echt verunsichert! Schließlich möchte ich dein Abnehmkampf ja nicht unterwandern ;)

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    3. Ach Quatsch. Mach dir nicht so viel Kopf.

      Ich freue mich für jeden, der seinen Weg findet und glücklich ist. Darauf kommt es im Leben an und das Glück ist völlig individuell... Ganz am Schluss, bevor man die Augen ein letztes Mal schließt und mal eben zurückblickst, sollte man denken dürfen:

      "Ja, war schön. Hat sich absolut gelohnt!"

      Und...
      Da ich nicht kämpfe, kann man auch gar nicht unterwandern.
      ;)

      Zurückgeknuddelt.

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  3. Ich freu mich schon auf Dein Buch :d:

    Die Schlaumeiersituationen kenne ich leider auch (schonmal eine panische Oma am Telefon gehabt, die im Fernsehen gesehen hat, dass ich in Lebensgefahr schwebe, weil ich auf kH verzichte?) ... Augen zu und durch. Ich weiß, dass ich es schaffe. Und grinse innerlich. :D

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    1. Du wirst andere nur überzeugen können, wenn du es schaffst.
      Dann werden viele der Zweifler um dich herum zumindest mal genauer nachdenken.

      Weiter so!

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  4. genau das ist aber mein problem .. das man mir ein schlechtes gewissen macht .. sagt es sei nicht gesund...ich sei fanatisch .. nicht ganz dicht...so reagiert mein umfeld auf alles .. und an welchen fronten im leben muss man denn noch kämpfen? kämpfe ich nicht schon genug?
    woher die kraft nehmen, wenn nicht stehlen ... alles nicht so einfach. vielleicht braucht es bei mir noch zeit. bis die kids grösser und selbständiger sind. bis einfach auch ich endlich mal ich sein kann ..darf .. muss.
    solange das nicht gegeben ist schwimme ich ....in tiefen gewässern. und keiner kann mir da raus helfen. nur ich selbst.
    ....
    ich werde diesen weg gehen ... das weiss ich!!!!!
    danke für deine immer aufbauenden worte und geschichten!
    drück dich fest
    curleyhel

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    1. Du bist verantwortlich für dich.
      Aber du bist nicht allein.
      Vergiss das nie!

      Umarmt.

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  5. Dein Fazit, hammer mal wieder. Nehme es für mich mit, danke dir dafür und gehe ne Runde heulen....endlich....Alles Liebe

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  6. Aua, mein Hirn funktioniert nicht mehr. Hoffentlich kriege ich den Kommentar richtig hin jetzt.

    Danke. Ich habe genickt und gelacht und immer wieder genickt.
    Dabei sind meine Erfahrungen so verschwindend klein gegen deine.
    Aber was nicht ist, kann noch werden.

    Und es gibt da was, von dem ich mehr habe als du.
    Kilos.

    Aber die gebe ich zur Adoption frei jetzt.

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    1. Ja, weg damit.

      Aber.. öh... nicht zu mir.
      Bitte in eine andere Richtung werfen!!

      :)

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  7. Sooooo schön geschrieben!
    Sag mal.... *vorsichtigfrag* sind diese deine Texte schon Schmankerln von deinem Buch? *ganzliebdreinschau*
    Wenn ja, finde ich sie ganz große Klasse!
    Wenn nein, sind sie auch gaaaanz große Klasse! Wie toll wird dann erst das Buch!

    Du schreibst so schön, in manchen Punkten finde ich mich wieder.
    Dankeschön dass ich/wir so nah an deinen Lebenserfahrungen teilnehmen dürfen.

    Lieb grüßt
    Martina

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    1. Och danke.

      Nein, die sind zunächst nur für den Blog geschrieben. Ich bin mir noch nicht ganz klar, was mit ins Buch kommt und was nicht.

      Ich drück dich.

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  8. Liebe Sudda,

    das, was du da schreibst, kann ich so gut nachvollziehen. Mir geht es immer wieder so, gerade die Rebellenhaltung gegenüber den "Andersessern", die LCHF für das Verkehrteste auf der Welt halten und das auch Kund tun müssen...aber es kommt immer wieder in mir der beruhigende Satz hoch "Wartet ihr mal ab, wenn ich hier als Elfe rumhüpfe". Danke Sudda :-x Liebe Grüße vom Janinsche ;)

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  9. Liebe Sudda, da ich mich in letzter Zeit öfter damit beschäftigt habe, würde auch gerne auch mal deine Meinung dazu wissen...:
    http://www.nearsightedowl.com/2013/02/how-to-be-fat-bitch-ecourse-3.html
    (als Beispiel)
    Ich finde grundsätzlich die Idee, sich selbst zu liebe gut aber.. ich weiß nicht..ein bestimmtes Gewicht (egal ob dick oder dünn) so richtig zelebrieren? Ich weiß einfach nicht..würde gerne deine Meinung dazu hören..oder die anderer!
    liebe Grüße!

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    1. Es geht darum das Wort dick bzw. fett nicht mehr negativ zu sehen. Dick oder Fett sein sollte eine Tatsache an sich sein und keine Bewertung. Was meinst du wie die Reaktionen sind wenn du sagst "ich bin dick" oder "ich bin schlank" In den Köpfen geht es rund, schlank sein ist ok ... weil gesund, dick sein ist schlecht... weil krank. Im Fernsehen läuft ja grade wieder die Quälsendung von Adipösen Menschen, frage mich warum gibt es nicht eine solche Sendung für Anorexen? Beide Gruppen haben eine Essstörung. Es ist das Bild der Gesellschaft an dem gerüttelt werden muß.
      Und das ist was diese Fat-Bewegung bewirken möchte, zeigen das man auch dick sein darf in unserer Gesellschaft.
      Sudda hat für sich ganz allein entschieden sie möchte abnehmen, weil sie sich unwohl fühlte, eingeschränkt in ihrer Lebensqualität. Und jeder für sich sollte seine eigene Entscheidung treffen wieviel er wiegen möchte :)
      viele liebe Grüße Rubinengel

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    2. Ich finde, dass jeder das Recht hat, sein Leben so zu gestalten, wie er mag, solange er nicht andere dadurch schädigt!

      Meins wäre es nicht.
      Absolut nicht.
      Aber muss ja auch nicht.

      Ich mag die Welt bunt.

      Ich bezweifle allerdings, dass es jemals gelingen wird, dick/fett nicht als negativ zu sehen. Extreme fallen IMMER auf. In allen Formen.

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  10. Oh was soll ich dazu nur sagen... auch ich bin durch diese Phasen gegeangen und muss es noch.
    Einen Teil meines Umfeldes weis nicht wie ich ich esse, denn ich hab es ihnen nicht gesagt. Die ewige Leiher von wegen das stehst du nie durch usw. Den letzten der so anfing habe ich einfach stehen gelassen. Was soll das denn auch.
    Persönlich müssen noch gut 40,2 kilo runter aber hey 23,2 sind schon runter!
    Ich bin zu frieden das es läuft das ich mir nicht mehr so viele gedanken über das essen machen muss. Nie hätte ich gedacht das essen kaum noch eine Rolle in meinem Leben spielt, also nicht die einer Sucht.
    Und noch besser ich habe es geschafft sie gegen keine Neue einzutauschen.
    I'm on MY way.
    Aber das habe ich eigentlich dir zu verdanken den ohne deinen Blog hätte ich diesen Weg nie gewählt.
    Vielen, vielen Dank!

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    1. Das geht richtig flott bei dir, finde ich.

      Überleg mal...
      MEHR ALS EIN DRITTEL IST WEG!!

      Hammer und ich kann dir nur immer wieder dazu gratulieren.

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  11. Was mich an diesen "Tante Käthes" wirklich nervt (ich krieg' beim Lesen echt Puls), ist, dass sie einem erst immer predigen, man soll abnehmen, aber wenn man dann ausgrechnet ihre Sahnetorte verschmäht (und ihre guten Ratschläge), dann ist es auch nicht recht.

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    1. Ja, 'ne?
      Das kenn ich auch.
      Total paradox.

      Erst recht ein Grund, auf die Käthes dieser Welt null Rücksicht zu nehmen, meinst du nicht?

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  12. Ohhh ja, ich habe auch eine "Tante Käthe" meine Mutter.
    Ich war bei ihr zu Besuch.
    Gleich an der Haustür wurde ich "nett" begrüßt.
    "Wie siehst du denn aus?!?! Hast du noch mehr zugenommen??? Mädchen es wird Zeit, dass du mal was dagegen machst.!" Gefolgt von vielen Hinweisen, Tipps und Ratschläge... die kennt ihr, die brauche ich hier nicht aufzuzählen.
    Dann an der Kaffe und Kuchentafel, ging sie dann mit dem Kuchenteller aufreizend an mir vorbei.
    Die Augen sprachen: Du bekommst nichts.
    Als dann die anderen Gäste gegangen waren und wir allein waren (okay, soviel Anstand hatte sie noch) mit dem Blick auf die halb vollen Kuchentellern, sagte sie dann: Na willst du nicht doch noch ein Stück, es sieht doch keiner.
    Bin ich ihr Mülleimer oder was????
    Heute denke ich: Ich hätte ihr den Kuchen ins Gesicht drücken sollen.

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    1. "Als dann die anderen Gäste gegangen waren und wir allein waren (okay, soviel Anstand hatte sie noch) mit dem Blick auf die halb vollen Kuchentellern, sagte sie dann: Na willst du nicht doch noch ein Stück, es sieht doch keiner."

      An der Stelle hab ich mich gefragt, ob sie dich scheitern sehen will.
      Das klingt nicht nett.

      Ja, vielleicht hättest du ihr die Torte lieber ins Gesicht drücken sollen.
      Aber was hast du tatsächlich damit getan?

      Gedrückt
      Sudda

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  13. Hallo Sudda, hab lang nicht mehr bei Dir gelesen.
    Zu diesem Thema mag ich nur DANKE sagen.
    Mit Deiner Art zu Schreiben fühle ich mich immer wieder verstanden und fast wie Zuhause.

    Liebe Grüße
    Jasmin
    alias jbs <3

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  14. Liebe Sudda,
    Dein Blog ist wirklich eine Quelle der Ermutigung für mich!
    Vielen Dank!

    SportySusan

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    1. Und ich mag dein Tagebuch.
      Du machst im Moment wirklich gute Schritte.

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  15. Liebe Sudda

    Hab vielen herzlichen Dank fuer diesen Post, deine Worte und das Mitteilen deiner Erfahrungen.

    Genau das was du beschreibst, sollte ich mir wohl zu Herzen nehmen und auch mal beruecksichtigen. Denn leider faellt mir das unheimlich schwer, also meinen eigenen Weg zu finden und ihn selbstbewusst zu gehen. Zu oft nehme ich Ruecksicht auf die Menschen in meiner Umgebung, passe mich an und lasse micb viel zu haeufig verunsichern. Ich aerger mich darueber selbst immerzu und nehme mir staendig vor, es in Zukunft besser machen zu wollen, aber Verhaltensmuster, die sich eingebrannt haben, lassen sich leider Gottes nur sehr schwer ueber Board werfen. Aber das weisst du sicher :-)

    Und zu guter Letzt moechte ich noch meinen Hut vor dir ziehen, vor dir und deiner Abnahme. Ich bewundere dich unheimlich und vor allem deine selbstbewusste Art.

    Liebe Gruesse
    Shani

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    1. Es ist wirklich nicht leicht, aber du musst dir darüber klar werden, dass du in erster Linie für dich lebst, nicht für andere.

      Ich wünsch dir Power!
      Kopf hoch und Augen auf.

      Nach vorne ist die Richtung.

      Liebe Grüße!

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  16. Hi Annika, ist ja was schiefgelaufen mit den Kommentaren. Da Du mich gebeten hast meinen Kommentar noch einmal aufzuschreiben. Ich hoffe, ich bekomme das noch mal so hin:

    Diese Klugschei*ßer sind mir bekannt. Es ist erstaunlich, wieviele Menschen sich mit dem Thema Ernährung, Schlanksein, dünner werden oder wieder werden beschäftigen und die meisten wissen alles besser.
    Da wird über Grenzen hinweg gegangen und verletzt. Es ist ein Graus.

    Eine Person, die ich sehr lieb habe und schon seit ich denken kann an meiner Seite ist, hat in den letzten Jahren massiv an Gewicht zugenommen. Ich werde den Teufel tun und ihr sagen, was bei mir geholfen hat oder andere Äußerungen machen. Wenn ich in ihre Augen schaue, dann kann ich das Unglück und die Trauer sehen. Darüber dick zu sein und es nicht zu schaffen das übermäßige Essen zu lassen. Dahinter kann ich etwas anderes sehen.
    Es tut mir weh sie so zu sehen. Nicht das sie dick ist, sondern ihren Schmerz und ihr Unglücklichsein.
    Ich kann nur da sein, wenn sie eines Tages bereit ist sich dem zustellen, was da in ihr nagt und sie in diesen Schutz und in dieses Eßverhalten flüchten läßt.

    Das ist mein Part in unserer Beziehung. Auszuhalten, das es so ist wie es ist.
    Ich befürchte, dass ich ihr ohnehin schon weh tue, weil ich die einzige Person in der Gruppe von Menschen bin, die in den letzten fünf Jahren immer schlanker wird. Relativ gesehen.

    Motivation kommt immer nur aus einem Menschen selbst. Ist da kein tiefer Impuls etwas zu verändern - im Essen oder im Leben - dann ist der "Erfolg" nur von kurzer Dauer oder stellt sich gar nicht ein.

    LG Oona

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    1. "Ich kann nur da sein, wenn sie eines Tages bereit ist sich dem zustellen, was da in ihr nagt und sie in diesen Schutz und in dieses Eßverhalten flüchten läßt."

      Das ist für mich etwas ganz Wesentliches in einer Freundschaft. Und dann wird sie es auch dringend brauchen.

      Danke, dass du so lieb warst, den Kommentar noch einmal zu schreiben. Ich finde ihn sehr wertvoll.

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  17. Ich musste gerade so über deine Tortenargumentation schmunzeln - herrlich, wie Du immer wieder so viel Wahres so verschmitzt verpackst in deinen Postings. Ich bin jetzt nach einem guten halben Jahr übrigens in dem Stadium "ich muss es nicht mehr mit jedem ausdiskutieren" angekommen - sehr angenehm. Viele staunen nur, wie fröhlich ich bin, obwohl ich diese ach so grandiosen Kohlenhydrate auslasse. In bin ja seit letzten Sommer in einer Fortbildung und wir sehen uns nur alle ein, zwei Monate und die sind immer noch baff, wenn ich da mit meinem Sahnequark mit Öl, Beeren, Nüssen sitze (was ich auf Reisen als leckeres Frühstück empfinde). Ich sage dann wirklich nur "jaja" und steige nur noch ein, wenn mein Gegenüber dezidiert nachhakt.

    Schöne Reihe, die Du da gerade schreibst my dear ;-)
    K.

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  18. "Im Übrigen ist es für mein eigenes Leben deutlich wichtiger, dass ich mich wohlfühle, als dass Tante Käthe glücklich ist. Wenn sie traurig ist, weil ich ihre liebevoll gebackene Torte verschmähe, ist es ihre Sache. Da kann ich ihr nicht weiterhelfen. Ihr Verhalten empfinde ich eher als respektlos mir gegenüber und reichlich albern."

    Das ist ganz ganz wichtig! Man ist nicht verantwortlich für die Gefühle anderer! Die eigene Verantwortung geht so weit, die eigenen Gefühle und Ansichten zu vertreten und das kann man ja durchaus "nett" tun und nicht angreifend. Wenn das Gegenüber sich aber dennoch angegriffen fühlt, dann ist es seine Baustelle, nicht deine.

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