Samstag, 2. Februar 2013

NachderFeier-Kater

Manchmal...

Wenn ich irgendwo eingeladen bin und das Essen so gut wie gar nicht meins ist..

Wenn nach dem Essen eine Menge Süßkram auf den Tisch gebracht wird und sich alle - außer ich - darauf werfen...

Wenn außer dem Süßkram Chips dazu gestellt werden...

Wenn alle Bier trinken und ich Wasser...

Wenn ich währenddessen total stolz bin, dass ich DAS nicht brauche und will...


Dann komm ich doch heim und meine Seele will ETWAS.
Obwohl ich nicht hungrig bin.

Ich füttere sie mit Käse.
Sie gibt Ruhe.

Und doch weiß ich, dass ein gewisser Rest meiner Essstörung noch in mir schlummert, manchmal leicht erwacht und mich müde, aber wachsam, Lid hochgezogen, durch ein Auge beobachtet.

Ich habe Respekt.
Weiß, dass es niemals weg sein wird.

Für heute lässt sich sagen:

ICH WAR STÄRKER!





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Kommentare:

  1. Nach einem Tag wie heute (und gestern mit schwerem Freßanfall) ziehe ich noch tiefer meinen Hut vor Dir. Zumal heute ein sehr aufregender Tag für Dich war.
    Es ist gut zu wissen, dass die Sucht da ist und lauert. Sicher nicht in einer falschen Sicherheit wiegen nur weil sie länger nicht aktiv war.

    Wenn sie soweit wie bei Dir im tiefsten Hintergrund liegt, dann ist das ein Zustand nach harter jahrelanger Arbeit. Und bei Dir noch einer Ernährungsform, welche die Zuckersucht nicht bedient.
    DieEßsucht ist ein Bereich in meinem Leben, der mit mir durch den Alltag läuft. Gerade heute bewunderte ich eine Freundin, die es schaffte nicht zu essen bei allen Verlockungen auf dem Tisch.
    Frisch gestärkt kam sie von einem genialen Wochenend-Workshop aus HH zum Thema Eßstörung.
    Ganz sicher werde ich das im Sommer oder Herbst besuchen. Allein was sie mir darüber berichtet hat, dass hat mich weiter gebracht. Nicht, dass mir das alles neu wäre, aber es gab Aspekte die ich noch nicht kannte.

    Ich hoffe, dass wenn ich in ein paar Monaten einen wesentlichen Bereich in meinem Leben ... ja fast schon radikal... verändere, dass eine Ursache der Fressattaken sich verkleinert oder auflöst. Und sich keine neue auftut.
    Damit das Fressen und Leiden ein Ende hat gehe ich diesen neuen Weg, obwohl es an meiner Existenzgrundlage rüttelt.
    Von einer Eßsucht kann eine sich meiner Meinung nach nur lösen, wenn sie bereit ist sich die "Leichen" im Keller anzuschauen und sich ständig zu hinterfragen.
    Bis die Eßsucht zurückgedrängt und berühigt im Hintergrund exestiert, aber keine Bedrohnung mehr ist.
    Phönix aus B.

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  2. Süße ich bin Stolz auf dich ;O) momentan habe ich das Gefühl keiner versteht warum ich am Abnehmen bin, alle sagen Iss doch mehr oder "Du bist schon Satt"? verstehen aber gar nicht das mein Magen nur noch 1/3 soviel aufnimmt wie früher als ich noch im Futter stand, denn er Schrumpft ja mit der Zeit ;O)
    Aber manchmal manchmal ja da muss ich mal über die Streng schlagen, dann heißt es Das kannst du alles essen uns Abnehmen? Nee kann ich nicht aber egal ;O) Wenn dich also die Schoki -Chips- Was auch immer Lust Packt, geniess deinen Ausrutscher und am Nächsten Tag ist alles wieder Gut.
    Lieben Gruß
    Ramona

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    1. "Wenn dich also die Schoki -Chips- Was auch immer Lust Packt, geniess deinen Ausrutscher und am Nächsten Tag ist alles wieder Gut."

      Sorry: Ramona, da hast du etwas nicht gelesen oder was noch nicht verstanden: NICHTS wäre am nächsten Tag wieder gut. Genau diese Denke schmeisst so viele immer wieder aus der Bahn. Würdest du den Tipp einem Alkoholiker oder einem Drogenabhängigen geben? Man stirbt daran nicht, das ist wahr, aber für die Zuckersucht und den Kopf wäre nichts wieder gut.

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    2. Süße, du rockst. Und packst es immer wieder in die richtigen Worte.

      Hab dich lieb.

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    3. Sorry dat Bea aber man kann nun Zucker nicht mit Alkohol oder Drogen vergleichen,un das macht mich auch ein Wenig Böse, denn ich habe Alkoholsucht live erlebt, mein Vater wahr Alkoholiker.
      Man Stirbt an Alkohol und Drogen aber nicht an Zucker und man Stirbt auch nicht daran wenn man Einmal einen Ausrutscher hat.
      Das hat mit Selbstbeherrschung zu tun, und es gibt mit Sicherheit Menschen die nicht genug davon besitzen. Aber Sudda traue ich durchaus zu das sie davon mehr als Genug hat und sie wird nicht an einem Stück Schokolade oder ein paar Chips Sterben.

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    4. Ich hoffe, dass ich mich nicht so mißverständlich ausgedrückt habe, wie du es interpretierst, Ramona.
      Natürlich kann man Zucker nicht mit Drogen oder Alkohol vergleichen, die Folgen sind ja bei weitem nicht so leicht ersichtlich wie dort.
      Aber die Sucht ist gleich. Ob Nikotin, Tabletten, oder eben die beiden oben genannten, oder halt Zucker: wird man einmal rückfällig, beginnt man wieder neu mit dem Entzug. Die Sucht bekommt wieder Oberwasser und man braucht um ein Vielfaches mehr Energie und Willen, um wieder davon weg zu kommen, als wenn man von vorneherein darauf verzichtet, weil man die Gefahr kennt.
      Ich behaupte nicht, dass jeder, der mal Jieper auf Süßes hat, zuckersüchtig ist.
      Aber jeder, der es für sich erkannt hat, wird immer wieder damit konfrontiert, das die Leute sagen, ach, einmal ist doch keinmal. Das täte man nicht mit anderen Suchtformen. Und das ärgert mich.
      Sudda erklärt oben gerade mal wieder eindrucksvoll, wie riesig diese Gefahr bleibt.
      Dass sie sich dessen bewusst ist und diese Gefahr meiden muss.
      Und du sagst: ach was, genieß den Rückfall doch und dann ist alles wieder gut.
      Stell ich meine Frage halt anders: kämst du auf die Idee, einem ehemaligen Raucher eine Zigarette anzubieten?

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    5. Also da muß ich Bea recht geben. Klar ist es nicht dieses Extrem wie Drogen oder Alkohol, aber trotzdem ist für manche Menschen Zucker oder allgemein Essen eine Sucht

      Ich weiß wovon ich rede, ich bin genau wie Sudda in dieser Sucht. Hab leider damals eine Rückfall gehabt und war wieder langsam aber sicher drin. Es ist wie beim Alk oder Drogen,man ist zwar vielleicht trocken, aber nie davor geschützt wieder Rückfällig zu werden. Da ist ein "Stück Zucker" schnell wieder der Anfang. Eine Zigarette, ein Glas Alk oder oder....

      Man stirbt nicht gleich, aber gerade sauch diese Sucht kann einen krank machen oder sterben lassen. Genug Krankheiten beweisen es in der heutigen Zeit.

      Danke auch noch an Sudda. Es macht einen mal wieder klar, es ist nie vorbei, wenn man einmal in so einer Sucht steckt.
      Ich steh ja wieder am Anfang und weiß genau wie schnell es gehen kann. Die alten Muster haben einen schnell wieder. Man muß trotzdem täglich die Augen offen haben.

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  3. Ich hab heute auf einer Feier Hotdogs ohne Brötchen gegessen. Den Ketchup hab ich gelten lassen - und ich bin froh, dass ich Freunde habe, die einfach Pappteller und Besteck hinstellen und nicht komisch gucken, wenn ich mir einen Teller voll mit Würstchen, Gurken und Gedöhns mache. Und dass es Restaurants gibt, die einem Grillgemüse anstatt Reis und Pommes anbieten.

    Ich bin sehr sehr froh das ich Deinen Blog entdeckt habe - ich will das nämlich auch erreichen, und ich hoffe, ich bleibe dabei.
    Und ich drück Dir die Daumen für die 50, das ist ja eine grandiose Zahl <3

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  4. Super, dass du stärker warst! :) solange du dir immer dessen bewusst bist, ist es doch eine Art Schutz. :)
    Alles Liebe
    Julia

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  5. Aber du schaffst es immer wieder!!!!!
    Bei mir hat es gerade gestern auch so eine Situation gegeben und ich habe es auch geschafft, gemein ist dass nur, dass ich heute 800 g mehr von der blödsten aller Waagene gezeigt bekommen habe.....
    Naja, das geht auch wieder weg!
    Liebe Grüsse
    Bernadette

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  6. Es ist großartig wie Du Dich im Griff hast und auch den größten Versuchungen strotzt. Eine wahre Meisterleistung zu warten bis Du zu Hause bist und dann Käse futterst.
    Ich denke auch, dass eine Essstörung, wenn man eine hat/hatte uns immer begleiten wird, das ganze Leben lang. Solange man sich dessen bewußt ist, so wie Du es bist, hat man einfach viel bessere Chancen gut durch's Leben zu kommen. Frei nach dem Motto, Gefahrt erkannt, Gefahr gebannt.

    Mir geht es auch sehr viel besser seitdem ich mich aktiv an meiner Essstörung gearbeitet habe, obwohl mich das etliche Kilos gekostet hat. Seele und Körper müssen schließlich zusammen arbeiten.

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  7. Ich finde nicht, dass man Essgestört ist, nur weil man Japp auf bestimmte Lebensmittel - Süßes, Chips, Nudeln hat.
    Den Gedanken finde ich bedenklich und gefährlich.
    Es ist doch normal.

    Lieben Gruß Tini

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    1. Hm... mit allem Respekt Ti Gize:
      Einen solchen Kommentar in diesen Blog zu schreiben finde ich bedenklich. Meinem Empfinden nach hast Du den tieferen Grund und die Aussagen dieses Blogs /von Sudda nicht verstanden.
      Vielleicht wäre genaueres Lesen eine Möglichkeit?

      Phönix aus B.

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  8. Sudda, das hast Du auch wenn Du keine Eßstörung hast - ein Rest wird immer bleiben. Hey, aber schöner ist doch das Gefühl nicht zugelangt zu haben, als mal eben kurzzeitig Chips zu genießen, das Gefühl das dann aufkeimt ... ;)

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  9. Ich gratuliere dir! DAS! nenne ich mal Selbstdisziplin. Respekt. Kenne das Gefühl nur zu gut und hoffe, dass die wenigstens die Mitfeiernden mit ihrem missionarischen Eifer ('komm probier doch mal', 'ich hab mir solche Mühe gemacht', 'du kannst es dir leisten') nicht noch zusätzlich ins Schlingern gebracht haben.

    Liebe Grüße und einen fantastisch schönen Sonntag!
    N.

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  10. Respekt!!! Auf Bier und Chips kann ich tatsächlich auch sehr gut verzichten, bei sehr guter Schokolade eher nicht - und hin und wieder genieße ich das auch ganz bewusst. Das ist aber selten.

    Wir hatten gestern einen Fondue-Abend. Ich habe deine Bernaise beigetragen und alle alle alle fanden's saulecker. Schnalz! Danke noch mal dafür!!! Ich rühre die mittlerweile aus dem Kopf zusammen. Kann ich allen hier nur empfehlen! Schönen Sonntag K.

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  11. Da hast du meinen vollsten Respekt. Mit Freunden unterwegs zu sein und NEIN zu sagen find ich immer noch das schwerste. "Wie, willst du nix?" "Warum denn nicht?" "Machst du jetzt auch dieses Schlank im Schlaf?" Ahhhhhhhhhhh bla bla bla ... ich hasse es, mich dann rechtfertigen zu müssen. Also ess ich auch mal ne Pommes. Wie heute.. -.-
    Gruß
    Hanna

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