Freitag, 8. März 2013

Undank

Unsere Hundedame wird alt, das merke ich in den letzten Wochen verstärkt. Sie verändert sich sehr.

Als gelungene Mischung aus fast allem, hatte sie sich am Anfang auf ihre Terriergene konzentriert. Wilde Hummel. Diesen Hund gab es nicht gehend, sie rannte fast nur und hopste. Sie ware eine echte Herausforderung als Junghund. Zerkaute CDs, Fernbedienungen, zerlegte binnen 10 min mein Auto von innen (Abdeckung von den Rücklampenkabeln weg und Kabel DURCH), etc. pp.

Egal.

Mit der Zeit kam die Ruhe und die Entspannung. Sie freut sich tierisch über Besuch anderer Menschen und ist auch mit kleinen Kindern höchst geduldig und liebevoll. Das Haus hat sie dennoch immer gut bewacht und ich glaube, wenn irgendwer auf die Idee käme, uns ernsthaft etwas zu tun, würde sie sofort angreifen.

Zunächst fiel mir in den letzten Wochen auf, dass sie nicht mehr so gut hören kann. Sie bekommt nicht mehr alles mit. Und jetzt hat sie auch kein großes Interesse mehr, wenn Besuch kommt! Sie bleibt lieber in ihrem Körbchen. Extrem ungewöhnlich.

Körperlich ist sie ansonsten topfit. Sie rennt samstags und sonntags immer noch mit dem Mann spazieren. Jeweils 18 km - also der Mann - der Hund bestimmt 30, weil sie ja hin und her wuselt. DAS ist es nicht. Aber sonst... Es ist nicht so richtig greifbar, aber sie baut ab.

Gestern Abend saß ich in meinem Sessel und Piwi lag neben mir. Wie immer.

Ich dachte über all das nach, was wir zusammen erlebt haben und war traurig darüber, dass wohl irgendwann tatsächlich der Tag kommen wird, an dem sie nicht mehr sein wird. Und ich habe Angst vor diesem Tag, ich kann mir das nicht vorstellen. Ich will mir das nicht vorstellen.

Emotional angenagt sah ich auf das große, schwarze Knäuel herab, was tiefenentspannt da lag. Und ich rutschte vom Sessel und kuschelte mich an sie dran. Nahm sie in den Arm und redete auf sie ein. Wollte ganz nah bei ihr sein. Ich war ein wenig ergriffen. Es fehlten eigentlich nur noch schluchzende Geigen.

Der Hund...

































... sprang auf, rannte schnell ins Körbchen und sah mich von dort aus vorwurfsvoll an!

Hä?

Auf emotionalen Mist hatte sie anscheinend null Bock.


Undank ist der Welten Lohn.
Ich schwör.
Tse.





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Kommentare:

  1. Keine Zeit den Text jetzt zu lesen.
    Ist das eine hübsche Hündin!
    Knuddel. Und dieser Blick.

    Grüße
    Oona

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  2. Danke für die schöne Geschichte!

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  3. sie hatte betimmt gerade von jungen hunden geträumt oder gedöst und da störst du sie mit deinen emotionen....:-)
    M.

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  4. Sudda, ich würde mir an Deiner Stelle mehr Gedanken machen, wenn der Mann so reagiert.

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  5. @ waschküche: ich schrei mich grad weg...

    @ Sudda: ist das ok, wenn ich den Hund für gestern verstehen konnte? Lol...nicht das ich hätte weglaufen wollen....


    Aber du hast leider Recht. Irgendwas ist anders. Aber vielleicht ist sie ja auch nur frühjahrsmüde.

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  6. Sie wollte dir sicher zu verstehen geben "hey! ich geb den Löffel nicht so schnell ab, nur weil ich jetzt ein wenig ruhiger geworden bin. KEINE SORGE!!!!!"

    Lieb grüßt
    Martina

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  7. Von wegen empathisches Tier, so ein Hund, pff....

    Genießt die Zeit. Ronja ist zwar erst 1,5 aber ich mag auch gar nicht daran denken, was wäre, wenn sie nicht mehr durch die Gegend wuselt und Socken verschleppt.

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  8. Och, so isses doch besser....

    Nun stell dir vor, der Hund soifzt und schaut dich mit treuen, melancholischen Augen an.... dann wären dir bestimmt die Augen nass geworden.

    Guter Hund!

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  9. Ich kann deine Gefuehle verstehen,... Solche Gedanken zerreißen einen schier.

    Vielleicht hast du ja auch nur auf eine empfindliche Stelle gedrueckt.

    Ich wünsche euch beiden auch weiterhin schöne Momente.

    Liebe Grueße


    Julia

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  10. Veränderungen. Sie gehören zum Leben dazu, aber sie sind manchmal oder eher öfter nur schwer zu akzeptieren oder auszuhalten.
    Aber eine Hündin, die frist und säuft, das schuppern voll Freude macht, die 30 Kilometer fast jedes Wochenende durch die Natur tobt und nicht auf sentimentale Frauchen steht, da ist die Süße allerhöchstens im Herbst ihren Hundelebens.
    Grüße
    Oona


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  11. Ja, was so ein waschechter Terrier(mix) ist, der steht nicht auf Gefühlsduselei, ts!
    Ich hab hier sogar 2 Hunde, die jetzt erste deutliche Alterserscheinungen zeigen (beide haben trübe Linsen und sind auch ruhiger geworden), das war auch ein kleiner Schock für mich, als der Tierarzt das diagnostizierte. Aber mit 10 und 9 Jahren gehts eben langsam los und die können ja dennoch viele Jahre gesund bei mir leben.
    Und (d)einen Terrier haut so schnell nix um :)

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  12. Kann ich total nachvollziehen. Wir haben zwei schwarze Miezen, der Kater bringt es nun auch schon auf reichlich 10 Jahre. Ist bei Katzen jetzt noch nicht soooooo alt, aber doch schon alt. Ich guck ihn auch manchmal an und denke mir: Ohne den geht's gar nicht. Das flüster ich ihm (der Mieze auch, aber die ist noch ein junger Hüpfer) auch gerne mal ins Ohr;)

    Leider können wir wohnungsbedingt keinen Hund haben. Mein/unser letzter lebte bei meinen Eltern und ist immerhin 12 Jahre geworden. Für die Rasse nicht schlecht. Trotzdem war es sehr schlimm, als er eingeschläfert werden musste. Ich war froh, nicht dabei gewesen zu sein. Die Viecher sind Teil der Familie, ist nunmal so.

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  13. Hallo Sudda,ich lese ja wirklich viel bei Dir und habe bis Heute noch nie einen Kommentar abgegeben,obwohl ich oft was zu sagen hätte.
    Aber jetzt muss ich einfach mal schreiben,weil,auch ich habe so einen alten Kautz bei mir rumliegen,der seit Wochen immer weniger hört,nicht mehr so gut sieht,aber noch alles riechen kann,z.B. wenn der junge Hund Futter bekommt und er nicht,weil er seines schon aufgegessen hat und das auch noch will.Da muss ich wirklich aufpassen,dass er nicht immer dicker wird,weil er sich ja nicht mehr soooo viel bewegt:(
    Na,eigentlich wollte ich sagen,dass es nicht einfach ist,einen treuen Gefährten zu verlieren,hoffe,dass sich das Tier nicht quälen muss und ganz einfach irgendwann aus Altersschwäche einschläft.Alma

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