Dienstag, 9. April 2013

DIY Achtsamkeit

Gestern also erster "Achtsamkeitstag".

Ich fasse kurz zusammen:
Ich lerne noch!

Als erste Aufgabe hatte ich gestern bestimmt, dass ich einen netten, kleinen Spaziergang machen würde. Ab in die Klamotten, Hund an die Leine und ab durch die Mitte...

Die Straße entlang Richtung Feld.

"Pfoah, sieht das hier trostlos aus. Noch nicht viele Blümchen im Garten. Scheiß Wetter!"

Soifz.
Eigentlich hatte ich ja ein wenig Hunger.
Doof, ich hätte vorher etwas essen sollen.

Ommmmm...

Links rum in die Allee.
Kalt schlug mir der feuchte Wind um die Ohren.

"Pfoah, unangenehm! Man reiche mir mein Sofa!"

Ich zog den Reissverschluss bis zum Anschlag zu und fragte mich zum trillionsten Mal in meinem Leben, wie man Wandern toll finden kann. Kennt ihr das, wenn einem jeder Schritt auf den Keks geht?

Naja, egal, der Hund hatte jedenfalls reichlich Spaß und blieb bei allem, was auch nur irgendwie hundetechnisch lecker riecht, stehen. Circa alle 5 m. Das kann ganz schön aggressiv machen, wenn man eigentlich vorwärts möchte. Ich geh nämlich nie einfach so. Ich habe einen Start und ein Ziel festgelegt und dann möchte ich auch gefälligst am Start starten und am Ziel ziel... öh... ankommen.

Ich bin entspannt. Atme die frische Luft. Besinne mich aufs Hier und Jetzt.
Ommmm...

"Pfoah, komm jetzt, Hund. Du ne-her-vst!"

Es wallte unschön in mir.

Irgendwann erreichte ich - mit zig Hundestops - den Feldweg. 
Feldweg?
Wo?

Stattdessen eine Bahn, die für Schlammcatchen durchaus olympiareif war.
Hm.

Ich versuchte kleine Inseln im Matsch auszumachen. Inselhopping!

Schmatzend versank ich mit den Schuhen im Schlamm. Hund fand das auch nicht schön und änderte umgehend das Spazierverhalten von "Ich halt überall an" in den "Turbovorwärts"-Modus. Gut, half mir aus dem Sumpf, zwang mich aber dazu, extrem auf mein Gleichgewicht zu achten, auf dass ich nicht kopfüber im Dreck landen würde...

Schmatz, schmatz, glitsch, schmatz...

"Pfoah, ich bin entspannt. Ommmm... verdammt.... ommmm!"

Inmitten der Schlammbahn war mir auf einmal klar, dass ich das nicht wollte. Nicht heute. Nicht jetzt. Und vor allem nicht heute jetzt hier!

So wird das nix mit Entspannung. Nicht für mich.
Also drehte ich um und schmatzte heim.

Der Hund hatte getan, was ein guter Hund tun muss und war relativ zufrieden. War mir aber in dem Moment auch egal.

Immerhin atmete ich auf dem Weg durch die Allee zurück einige Male tief ein und aus - das musste reichen.

Entspannung für Anfänger.
Ich lerne noch!


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Kommentare:

  1. Na das waren jetzt aber auch widrige Umstände für so einen Entspannungsspaziergang.

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  2. * ommmm....verdammt*

    rofl..... make my day honey...

    Ich glaub wir üben dat ma...

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  3. Na sagen wir mal, das wir die Generalprobe. Die muss ja in dir Grütze gehen, damit die Premiere was wird.

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  4. Auch aus dem Rheinland kommend weiss ich von meiner Mutter:

    Ersten kommt dat anders zweitens als man denkt :-))

    Aber Deine Einträge sind wirklich lesenswert und erleichtern MIR meinen Tag :-)



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  5. Hey Butterblümchen,

    Das klingt doch nach Riesenspaß... *lach* ... aber nachher wieder im Haus war's doch bestimmt dann ganz schön, oder?

    Ob ich das kenne, wenn mir jeder Schritt auf den Keks geht? Machst Du Witze??

    Ich drück Dich mal ganz lieb & sende allerbeste Grüße!
    die Qualle

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  6. Die Realität wie es leibt und lebt.

    Alles Gute,
    ganga

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  7. ohoh .. wat bist du nörgelig.. entspannung war das dann wohl eher nicht hase....

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  8. Hihi, das kenn ich. Man hat den festen Vorsatz, sich selber was Gutes zu tun, sprich zu entspannen und hinterher ist man unentspannter als vorher....mein Hund bleibt übrigens auch bevorzugt stehen, wenn ich weiter will....scheint Hundegenetisch zu sein....;-)

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  9. Hihi das kenn ich auch. Je mehr ich versuche, was Positives zu denken, je mehr negatives fällt mir ein. Man versucht seine Gedanken zu kontrollieren und dann kommt gar nichts mehr bei raus. Bei einer Imaginationsübung sollte ich mir einen sicheren schönen Ort vorstellen, ging null. Alle sicheren Orte wurden plötlich von Katastrophen verunsichert und von schlechten Empfindungen heimgesucht. Besser klappt es dann schon mit Dankbarkeit.. also sich abends zu überlegen, was schön war.

    Aber viel Erfolg weiterhin :). Oooooooohm.

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