Mittwoch, 31. Juli 2013

Gårdsbutiker in Schweden - Dönardalens delikatesser

Hab ich neulich noch geschrieben, dass ich es merkwürdig finde, wenn Nahrung so eine hohe Wertigkeit im Urlaub hat?

Vergesst es.
Hat es nämlich auch für mich.

Der Mann und ich haben weniger Zeit für einander im Jahr als andere - einfach, weil er weiter weg arbeitet und unter der Woche eben nicht jeden Abend da ist. Daher ist uns unser Urlaub besonders wichtig. Und wenn wir auf irgendetwas im Urlaub nicht achten, dann ist das der Cent an und für sich.

Und so genieße ich es, hier in Ruhe mit den hier in Schweden vor Ort in perfekter Qualität erhältlichen Rohwaren wirklich gutes Essen zu kreiieren. Ja, auch in Deutschland gibt es perfekte Qualität, aber ich habe hier eben andere Produkte zur Verfügung.

Herrlich!

Auch wenn die Küche hier im Ferienhaus nicht ansatzweise denselben Komfort bietet, wie meine in Deutschland (ich bin ein Küchenkind - ich brauche und habe viel Platz und viel Equipment), es macht mir einfach richtig, richtig Spaß. Ist eben alles andere als Alltag.

Langes Labern, kurzer Sinn...

Wir haben heute - umme Ecke - eine neue Gårdsbutik (Hofaden) "entdeckt". Nicht, dass die nicht schon seit immer da war, nö, aber die fiel bislang unter die Katgorie "müssen wir echt mal hin". Heute war es soweit.

Lustigerweise liegt die so richtig "umme Ecke". Fast egal, was wir für den Tag planen, durch Våxtorp müssen wir so gut wie immer. Und immerimmer haben wir das Schild gesehen - nie hingefahren. Wie dumm!

Heute setzte der Mann den ewig gehegten Plan um und so bogen wir in Våxtorp ab und fuhren zu  "Dönardalens Delikatesser" (klick! Also vielleicht, denn viel schöner finde ich deren Auftritt bei Facebook - klick HIER auf jeden Fall! Denn da sieht man auch Fotos! Besonders genial finde ich das mit den Schafen im Schnee, aber da müsst ihr auf der FB-Seite scrollenscrollenscrollen!! Also scrollt - das ist krass!).

Wie auch immer - wir waren heute da. Und haben Diverses gekauft.

Heute Abend daher Lammfleisch (OHNE Zusatzstoffe und von Tieren, die wirklich ein nettes Leben hatten - selbst wenn sie es dann für uns aushauchen mussten.). Ich sag es euch... DAS ist Genuss. DAS ist lecker. Dazu grüne Bohnen mit Speck und Rosmarin, erst blanchiert und dann in Butter/Olivenöl gegart.

Luxuslecker!

Ich könnte ja stundenlang darüber schreiben - tu ich aber nicht. Denn wir haben auch luftgetrocknete Salami dort gekauft, ohne Zusatzstoffe und so weiter,  und der Mann fängt an, feine Scheibchen davon zu schneiden und zu essen und ohne mich - das geht so nicht..

Tschö!

:D

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Montag, 29. Juli 2013

Fuchsjagd

Als ich gestern ganz früh am Morgen im noch kühlen Wetter durch den lauschigen Wald laufen war, kreuzte ein Fuchs gähnend meinen Weg. Als er mich - zur Motivation für nächste Woche angetan in rosa Shirt - donnernd heranrollen sah, öffneten sich seine Augen megaweit und...

.... so schnell habe ich noch nie ein Tier flüchten sehen.

Wow.
Hat der sich erschreckt!

Menno, so ein merkwürdiger Anblick bin ich jetzt ja wohl auch nicht.
Blödes Viech.
Der stellt sich aber auch an.


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Samstag, 27. Juli 2013

Während ihr euch vor Hitze fast auflöst...

... haben wir hier angenehmstes Wetter.

Blauer Himmel, nur manchmal tummelt sich ein dickes Wölkchen vorbei, aushaltbare 26°C, kühlendes Meerwasser, leichte körperkraulende Brise.

Nichts mit schwül oder unerträglich.

Und vor allem...

*angebmodusan*

HEUTE HATTEN WIR ECHTEN REGEN!
Einen ganzen halben Tag.

Lölölöööööö...

*angebmodusoff*

Zanken beiseite... ich würde gerne mit euch teilen und hoffe, dass ihr es irgendwie schafft, die Hitze zu überleben. Wäre nämlich schade, wenn ihr euch auflöst.

Also ab in den Schatten, Füße in ein kaltes Fussbad, Ventilator an und vielleicht ein wenig Kühlgel auf die Waden. Ich brauch euch noch.

Aber ich bin tatsächlich gerade richtig froh, dass ich nicht bei euch bin.


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Koffer packen

Jedes Jahr, wenn es vor dem Urlaub an das Kofferpacken geht, sage ich mir vorher:

"Du packst nur das Nötigste ein!"

Sobald ich aber den Koffer aufgeschlagen habe und die ersten Kleidungsstücke greife, setzt mein Gehirn aus und wenn ich schließlich den Koffer schließe und zu mir komme, ist der rappelvoll.

So auch in diesem Jahr:

2 Jeans, Kleid, vier Sporthosen, zwei 3/4-Hosen, noch ne lange Hose, T-Shirts über T-Shirts (für Sport und normal), Tops über Tops (ich hab da so eine minimale Leidenschaft), drei Blusen, drei Pullover, zwei Jacken (man weiß ja nie, wie das Wetter wird), vier paar Schuhe, etc. pp

Der Mann, der den Koffer durch die Gegend stemmen musste, hob die Augenbraue. Ich glaub sein Zeug passt theoretisch in einen Rucksack. Als Wanderer ist er Profi im Minimalisieren. Ist so.

Während ich die Kosmetiktasche, die nicht mehr in den Koffer passte, hinterher schleppte, fauchte ich:

"Ich brauch das, ich bin Frau. Darum KANNST du das gar nicht verstehen!"

Nach einer Woche Urlaub die Erkenntnis:
Nein, ich brauche das nicht.
Ich ziehe ständig die gleichen Kleidungsstücke an.
Logo, wir haben hier ja auch eine Waschmaschine.*


Darum beschließe ich für das nächste Jahr:

"Du packst nur das Nötigste ein!"

:D


















* Nein, ich war nicht Spaßshoppen. Ich will doch sparen und habe alles. Ich kaufe nur, was absolut notwendig ist. Absolut notwendig! 4 Langarmshirts, 2 Spaghettiträgertops, 1 Wanderhose, 3 Sport-T-Shirts - das brauch ich dringend für den Sport!


Wie die Bluse und die zwei Pullis in die Tüte gekommen sind, weiß ich nicht. Echt nicht.

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Dienstag, 23. Juli 2013

Wenn die Welt sich langsamer dreht...

Ist das herrlich?
Ja, es ist herrlich!

Wenn der Alltag ausgeblendet ist, hat der Tag unglaublich viele Stunden. Viel mehr als sonst. So fühlt sich das an. Trotz dass ich theoretisch richtig ausschlafen könnte, bin ich gegen 7 Uhr wach. Richtig wach. Und genieße die Morgenstunden, bevor es ordentlich heiß wird.

Mit einer guten Tasse schwedischen Kaffee in der Hand, tapere ich barfuß um das Haus. Das Gras ist ein wenig piekiger, gut, ist ja auch eigentlich ein Waldgrundstück. Jedenfalls mal gewesen.

Heute sogar mit Handykamera, da habe ich wenigstens ein Übertragungskabel dabei und kann euch ein wenig teilhaben lassen.





Ich finde persönlich, dass die Satellitenschüssel das harmonische Bild ein wenig stört, aber immerhin haben wir dadurch deutsches Fernsehen. Es gibt nichts Besseres als gruselige Wallander-Filme in der "Wildnis" (wobei es so wild nun auch nicht ist - aber wilder als Zuhause in jedem Fall).

Und seht euch den Himmel an! Strahlend blau am frühen Morgen. Es wird ein toller Tag, so viel ist klar. Gestern hatten wir 30 Grad, aber es war dennoch angenehm, weil immer ein Windchen geht und es am Abend gut abkühlt.

Sagte ich schon einmal, dass ich Akazien wunderschön finde?
Und wie groß die über die Jahre geworden sind.




Morsis Blaubeeren hatten den Winter nicht gut überstanden, sind abgefroren.

Aber sieh mal, Morsi, es gibt Hoffnung! Da wachsen neue Triebe. Nächstes Jahr also doch wieder original "svenska blåbär" im Garten.

Schön.




Sogar ein Stück "Frau Gräde" ist dabei.
Guck mal, Frau Gräde!






Das ist mein allerliebstes Notizbuch, handgeklöppelt von Frau Gräde. Die Notizbücher innen kann man spielend austauschen und dann wieder vollkrickeln, was ich irrsinnig gern tu. Ich brauche immer Stift und Papier in der Nähe. Mir fällt nämlich andauernd etwas ein und wenn ich es nicht sofort notiere, ist es bedauernswerterweise genauso schnell wieder aus dem Hirn raus, wie es mich "angeflogen" hat.

Daher - Notizbuch immer am Start - übrigens sogar am Strand! Apropos Strand.

Weil das Wetter so phantastisch ist, haben wir viel Strandzeit.
Genial!

Ich denke, da mache ich euch auch mal Fotos.

Ein Gruß an Sohn und Hund, die Zuhause blieben:
Ihr verpasst echt etwas!



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Sonntag, 21. Juli 2013

Testtest



*gnihihi*

Jedes Jahr wieder ein sehr spannender Moment... Besiege ich die Tücken der Technik oder besiegen sie mich?

Ich bin stärker!

Hier alles gut.
Wir sind gut vor Ort angekommen.
Liebe Grüße.

Morgen melde ich mich in aller Ruhe.
Passt solange gut auf den Blog auf.


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Donnerstag, 18. Juli 2013

Essen mit LCHF nach Stechuhr?

Lady M hat eine Frage an mich gestellt, an der ich mir ein wenig die Zähne ausbeiße. Da ich hier aber viele smarte Leser habe, dachte ich, dass wir vielleicht gemeinsam auf eine Lösung kommen. Vermutlich betrifft es auch diejenigen, die Vollzeit mit festen Pausenzeiten arbeiten, aber eben nicht die Möglichkeit haben, zwischendurch etwas zu essen.

Grundlage:

Wie die meisten sicherlich wissen, ist es meiner Meinung nach beim Abnehmen wichtig, dass man aufhört nach der Uhr zu essen. Wir sind fast alle damit groß geworden, dass man am Morgen frühstückt, mittags Mittag isst und am Abend eben Abendessen. In Deutschland liegt üblicherweise die "größte Mahlzeit" am Mittag. Und bei den meisten haben sich für diese 3 Mahlzeiten von Kindesbeinen sogar recht starre Uhrzeiten eingeschliffen.

Ich finde aber, man sollte stattdessen auf den eigenen Hunger hören und achten. Zum einen, weil vielen Übergewichtigen das Gefühl, wie sich echter Hunger anfühlt, verloren gegangen ist. Das weiß ich aus eigener Erfahrung nur zu gut. Zum anderen, weil ich es für unnatürlich halte, etwas zu essen, wenn man keinen Hunger hat. Hat man verlernt, was echter Hunger ist, läuft man meiner Meinung nach darüber hinaus eher Gefahr, etwas zwischendurch zu naschen, unter anderem weil man gewisse Körpersignale fehldeutet.

Dabei kann man echten Hunger kaum fehldeuten. Probier es aus und warte ab, bis er kommt. Das "Experiment" haben im Forum schon einige gemacht und erstaunlicherweise scheint der Hunger deutlich seltener vorbei zu schauen, als man sich das so vorstellt.

Und nur wenn ich weiß, wie sich echter Hunger anfühlt, kann ich auch lernen, wann ich genug gegessen habe, um ausreichend gesättigt zu sein. Oder?

Diese Erfahrung ist meiner Meinung nach wesentlich, wenn man die Ernährung sinnvoll umstellen will. Klar, es gibt genügend Diätpläne, die vorgeben, wann man was essen soll, manche sogar noch verbunden mit einigen Zwischenmahlzeiten, aber macht das Sinn? Wo ist da der Lerneffekt? Die Steigerung dazu ist doch nur noch, dass ich mir die fertige Diätmahlzeit liefern lasse, was es auch bereits gibt. Was kommt als nächstes? Fütterservice? Intravenös?

Erfolgreiches Abnehmen hat etwas mit Arbeit zu tun. Das geht nicht von selbst. Man muss sich bewegen, nicht nur körperlich, sondern auch im Gehirn: Nachdenken, hinterfragen und sich auf Veränderungen einlassen.

Ich schweife ab.

Jedenfalls...

Was macht man jetzt aber bei Schichtdienst? Oder generell, wenn man Vollzeit arbeitet und feste Pausenzeiten hat?

Gute Frage!

Und ich weiß es nicht.

Ich habe bislang 5 Std. am Tag gearbeitet. Bis 13 Uhr.

Mein Hunger hat seinen Wecker auf 14.00 bis 15.00 Uhr stehen. Da sind der Hunger und ich ein Dreamteam, nicht wahr?

Und selbst wenn ich am Vormittag Hunger hätte, könnte ich bei uns im Büro jederzeit essen. Auch klasse, kann aber eben vielleicht nicht jeder. Gibt es das eigentlich wirklich, dass man auf der Arbeit neben der Pausenzeit überhaupt nicht essen kann? So mal schnell? Ich kann mir das gar nicht vorstellen, ehrlich gesagt. Wobei "so mal schnell essen" natürlich auch nicht so toll ist.

Was also tun? Trotzdem in den Pausen essen, auch wenn man zu dem Zeitpunkt keinen Hunger hat, weil man es natürlich nicht schafft, den GANZEN Arbeitstag nichts zu essen?

Oder kann man vielleicht Hunger schrittweise umerziehen und verschieben?

Ich denke, ich würde mir, wenn ich neben der Pausenzeiten gar nicht essen dürfte, einen Sahne- oder Butterkaffee im Thermobecher einpacken. Denn trinken wird man zwischendurch ja wohl noch dürfen, oder?



Sagt was.
Helft Lady M.

Ich habe keine Ahnung.
Erleuchtet mich direkt mit.

:)






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Mittwoch, 17. Juli 2013

Und ärgern und ärgern und...

Mooaaaahhhhh...

Wie hinterhältig, unfair, gemein, unverschämt, blöd.
Ich ärgere mich richtig!

Eigentlich wollte ich heute angeben wie keine Zweite.
So richtig.

Denn...

Am Montag bereits sprach die Waage:

75,6 kg

*kreischkreischkreisch*

Endlich die unfassbare Zahl geknackt!

50,3 kg weg!

Ich hatte Schnappatmung und musste mich original erst einmal hinsetzen.

Aber aus der Reihe "Gier frisst Hirn" habe ich leise diabolisch in mich hinein gekichert und "berechnet", dass ich dann doch bis Mittwoch bestimmt noch mehr Sicherheitsabstand zur 50 gewonnen haben dürfte.

Nur... wie war das mit dem Denken und den Pferden und dem größeren Kopf?
Genau.
Man soll das Denken den Pferden überlassen, die haben den größeren Kopf.

Heute Morgen - wieder kichernd vor Vorfreude auf die Waage geklettert:

76,2 kg


Neinneinnein!
Doppel-triple-Nein!

Und natürlich habe ich gefühlte 100 Mal nachgewogen. Aber das hat auch nichts geändert.
Menno.

*bebendeUnterlippe*

Dennoch 1,1 kg weniger für die vergangenen 2 Wochen. Ich kann mehr als zufrieden sein.

Pöh.
Ganz eigentlich ist die 50 auch nur eine von vielen Zahlen.


Bis später.
Ich geh mal eben in die Tischplatte beißen!



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Dienstag, 16. Juli 2013

Fünfe gerade im Urlaub

Für die meisten von uns steht wohl die Urlaubszeit vor der Tür.

FREIO!

Und an vielen, vielen Stellen lese ich jetzt:

* Im Urlaub gönne ich mir etwas, da schau ich nicht auf die Kalorien
* wir haben All-inclusive gebucht und ich will was haben für mein Geld
* Urlaub ist Abnehmpausenzeit
* da (Urlaubsziel) gibt es so leckeres XY, das kann ich hier nicht kaufen
* im Urlaub werde ich mich mehr bewegen, da kann ich auch mal was naschen
* wenn alle um mich herum naschen, will ich nicht blöd daneben sitzen
* danach mache ich mit voller Kraft weiter
* Urlaub ist nicht das ganze Jahr
.
.
.

Darüber mache ich mir so meine Gedanken.

Urlaub also.
Pause vom Alltag.
Das ist es auf jeden Fall.

Aber warum wird das häufig so sehr mit Essen verknüpft?

Ganz oft, wenn man Menschen nach ihrem Urlaub befragt, hört man Antworten wie:
"Es war herrlich. Tolles Hotel, super Essen. Das BUFFET! Da gab es alles! Die xyische Küche ist wirklich phantastisch."

???

***************************************************

Exkurs:

Genauso wie es häufig einen bestimmten Bewertungspunkt für Restaurants gibt, nämlich die Portionsmenge! Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist recht wichtig, hat es den Anschein...

"Da bekommt man wenigstens vernünftigte Portionen."

oder aber

"Da hängt das Schnitzel o-ri-gi-nal bis über den Tellerrand und SO ein Berg Pommes dazu."

Dass ich XL-Restaurants richtig pervers finde, brauche ich hoffentlich nicht zu sagen. 

***************************************************

Zurück zum Thema:

Warum spielt das Essen im Urlaub eine so große Rolle?

Weil man nicht selbst kochen braucht?
Weil man überhaupt mal Zeit hat, zu "genießen"?

Sagt es mir.
Ich bin mir nicht so einig.

Jetzt sind wir allerdings im Abnehmmodus.
Wir wollen doch schlank werden!

Seit Wochen, Monaten, Jahre kämpfen wir mehr oder minder daran, leiden unter unserem Übergewicht, sind kritisch mit uns selbst, vergießen das ein oder andere Tränchen, hassen oftmals unseren Anblick im Spiegel, wollen eventuell am liebsten nicht vor die Tür...

... fliegen/fahren weg und *schwupps* schnackt das Hirn nach hinten wir wollen "genießen" und uns etwas "gönnen".

Hm.

Wir hasten durch den Alltag, jeder in seinem Takt, mit seinem Stress und durch sein Leben. Und wenn wir Zeit haben, freuen wir uns auf Essen?
 
Ich möchte mich da übrigens nicht ausschließen. Ich fahre - wie üblich - nach Schweden und auch dort gibt es reichlich Lebensmittel, auf die ich mich freue. Das Fischangebot, die schwedische Sahne, gut, durchaus LCHF, aber warum so viele Gedanken ans Essen verdaddelt?

Vermutlich bin ich darüber überhaupt an das Thema gekommen. Still vor mich hinfreuend, kam ich auf einmal zu mir und habe mir selbst einen Vogel gezeigt.

Sind das nicht brandgefährliche (Denk-)Ansätze für eine trockene Esssüchtige?

"Ach was, die kleine Pause. Das ist doch nur eine Ausnahme. Ein Ausflug vom Alltag. Danach mache ich einfach weiter wie bisher."

Nein, das will ich nicht.

Ich habe beschlossen, dass ich stattdessen eine zweite Kosmetiktasche und die große Sporttasche mitnehme. Mich um mich selbst kümmern, mich körperlich verwöhnen durch Sport und Cremeeinheiten. Das ist Luxus!

Klar, ich werde mein Essen auch genießen. Aber ich werde nicht mehr essen. Ich nutze die Vielfalt und Andersartigkeit der dortigen Lebensmittel und tausche sie gegen meine "Standardware" aus. Das ist für mich Genuss.

Ich werde lesen.
Ich werde schreiben.
Ich werde schlafen.
Ich werde sonnen.

Ich werde bewusst mich und meine Umgebung erleben.

Außerdem habe ich etwas, wofür sich zu kämpfen lohnt!
Etwas für mich äußerst Erhaltenswertes.
Aber dazu Morgen mehr.

:D






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Montag, 15. Juli 2013

My next husband will be normal

Romantik ist doch eine feine Sache, oder?
Finde ich jedenfalls.
Wärmt das Herz und hat durch alle Zeiten seine Tradition.

Wie viele Dichter und Denker haben nicht ihre Herzergüsse schriftlich niedergelegt, vereinzelte Verzweifelte beendeten sogar ihr schnöd und leer erscheinendes Leben, weil die Angebetete sie nicht erhören mochte oder konnte.

Raleigh, der für Queen Öllisöböth der 1. seinen Mantel über eine Pfütze ausbreitete, auf dass sie ihre Füßchen nicht verschmutzen möge (klick!).

Oder als Leo dereinst für seine Kate sein Leben auf der Titanic im eisigsten aller Eiswasser aushauchte (man unterlege diesen Text gedanklich mit "My heart will go on" von Celine Dion).

In den 70ern dann die putzeligen "Liebe ist"-Bildchen von kleinen Männlein und Weiblein, mit liebevollen Worten zum Umgang miteinander dekoriert (klick!).

Und ich wette, dass sogar der ein oder andere Steinzeitmann seiner Liebsten voller Stolz seiner Liebsten ein persönlich erlegtes Mammut am Bein als Geschenk zur Höhle schleifte, ob das sie ihm Gehör und Herz schenken möge.

Wo sind sie hin, die D'Artagnans der Jetztzeit?

Suddahausen, 15.07.2013, morgens gegen viertel vor sechs. Der Mann muss früh los und ich trinke meinen ersten Kaffee, als mein Held die Szene entert.

Ich hebe darob meinen Blick, sehe ihn an, den Mann, zu dem ich vor einer gefühlten Ewigkeit einst mein JA hinhauchte, auf immer, seinen liebevollen Morgengruß erwartend.

Er:
"Sag mal, hab ich morgens eigentlich auch so Augenringe wie du?"

Äh?
Hä?

My next husband will be normal!
Ich hab da aber auch ein Exemplar... Tse.
No further comment.



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Sonntag, 14. Juli 2013

Sisyphos und ich



Meine schwedische Urgroßmutter hat gerne gesagt, dass Träume, die man ausspricht, nicht wahr werden und durch das Reden darüber abgelegt werden können. Und um ganz sicher zu gehen, beherzige ich ihren Rat.

Die letzte Nacht habe ich schlecht geschlafen. Im Traum hatte ich die Aufgabe aus kleinen Kieselsteinen einen symmetrischen Haufen anzuhäufeln, der exakt 1 m hoch sein sollte. Und so schob ich wieder und wieder Kieselsteine zusammen und wieder und wieder rutschten sie lawinenartig ab. Die Aufgabe zu bewältigen war kein Muss, aber ich wollte sie unbedingt bewältigen. Freiwillig. So wie man manchmal ein Rätsel oder Sudoku hat und die Lösung haben will.

Zwischendrin wurde ich original wach und überlegte, wie ich diese Aufgabe bewältigen könnte, hatte eine "zündende Idee" und versuchte bewusst wieder in genau den gleichen Traum zurückzukehren, um weiter zu schichten.

So ging das gefühlte Stunden.
Ob es mir schlussendlich geglückt ist, diesen Haufen akkurat zusammenzuschieben, weiß ich übrigens nicht!

Solche und ähnliche Träume habe ich immer wieder mal. Schon seit ich denken kann!! Oder bewusst träumen. Das ist jetzt nichts Neues.

Manchmal ist es auch eine unglaubliche Matheaufgabe. Ich weiß das Ergebnis und soll lediglich den Rechenweg dahin richtig rausknobeln. Und ich rechne und rechne und rechne. Werde wach, überlege, kehre in den Traum zurück und rechne weiter.

Als ich klein war, war es gerne beim Einschlafen die berühmte letzte Treppenstufe, die man verpasst und daraufhin feste zusammenzuckt. Oder einen Bach konzentriert von Stein zu Stein entlanghopsen und irgendwann war ein Stein nicht fest und man rutschte weg.

Richtig nervig die Phase in der Pubertät, als ich tatsächlich tagsüber unglaublich viel Backgammon gespielt habe. Die Suche nach den idealen Zügen ging bis in die Träume. Ich würfelte und schob Steine.

Merkwürdig.

Habt ihr auch manchmal so nervige Träume?

Ob das bedeutet, dass ich zu perfektionistisch an Sachen rangehe? Alles zu sehr 1.000%ig machen möchte? Oder befürchte ich, eine Aufgabe nicht lösen zu können?

Keine Ahnung.





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Samstag, 13. Juli 2013

Blockiert

Woran merkt man, dass heute bei uns im Dorf "Tag der Archäologie" (klick!) ist?

Die Autos stapeln sich in der Straße!

Besser nicht den eigenen Parkplatz aufgeben, sonst ist der weg.

Man kann froh sein, wenn die Garagenzufahrt nicht zugeparkt wird.
Menschenhorden ziehen schnatternd unsere sonst so beschaulich leere und stilleralsstille Straße entlang.

Richtig heftig!

Ich war zwar auch schon in den vergangenen Jahren auf diesem "Event", fand den aber nicht soooo prickelnd. Daher staune ich anhand der Kennzeichen ordentlich darüber, wie weit manche fahren, um dabei sein zu können.

Hm.

Mir fällt jedenfalls zu dem Tag etwas Besseres ein. Allerdings dann eben zu Fuß.

:D

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Freitag, 12. Juli 2013

Vorfreude ist die schönste Freude?

Hach, ist doch ein bisschen so, oder?

Da es nicht mehr sooooo lange hin ist, teile ich meine Vorfreude ein wenig mit euch in den nächsten Tagen. Immer ein bisschen. Ich will euch schließlich nicht langweilen, so wie man früher fast bei den endlosen Diavorführunen fast wahnsinnig wurde, oder habt ihr das nie erlebt?

Soll euch nicht passieren, ansonsten... wegdrücken! Ich brauch das jetzt mal. Seelenfutter deluxe.








Diese ersten beiden Bilder sind in Hovs hallar (klick!). Muss man echt mal gesehen haben. Herrlich!







Am Strand von Ängelholm.
Issattnischschön?





Jeden Montagabend leise aus der Ferne bis ans Haus zu hören:

AUTOBINGO!

Es werden über ein Megafon Zahlen verlesen und wer Bingo hat, hupt. So einfach geht das.
:D

Weil wir es immer nur gehört, aber nie gesehen haben, hat der Mann sich angepirscht.






Laholm (klick!). "Gemeindehauptstädtchen" zu der das Häuschen (klick!) gehört.





 Der dazugehörige Strand in Laholm. Guckt euch mal die Wolken an. Sind die nicht anders als bei uns? Jedenfalls bei uns im Rheinland, meine ich.


So, und abschließend ein kleines Quiz für die wirklich langjährigen Leser und die LCHF.de/forum-Mitschreiber mit offenen Augen.

Was ist hier auf diesem Bild zu sehen, was meinen Blog und mich viele Jahre begleitet hat?






Das ist im Minihafen von Kattvik zu finden!

Das war die Schwedendosis für heute.
Muss reichen, sonst packe ich sofort die Koffer.

*soifz*




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Der "Lack" ist ab

Ich besitze ein beachtliches Arsenal an Pfannen.
In der Regel aus Eisen oder Gusseisen. Schwer wie sonstwas. Gerillt, eckig, rund, groß, klein, hoher Rand, niedriger Rand, innen geriffelt, glatt...

Aber ich besitze immer auch eine, die beschichtet ist. Schon allein wegen der Omeletts und Spiegeleier, die ich reichlich esse. Und früher war es so, dass ich die nach einem Jahr über den Jordan schicken konnte, weil die Beschichtung kaputt ging. Ich glaube nicht, dass man Teflonbeschichtung mitessen sollte, daher wurden sie konsequent entsorgt.

Nein, ich kann das mit dem Omelett irgendwie nicht in den anderen Pfannen. Das klebt an oder ich brauche viel zu viel Fett, verbrenne mir daran beim Wenden die Finger, usw usw. Mag sein, dass manche/r denkt, dass ich zu blöd dazu bin. Egal, dann bin ich eben zu blöd dazu.

Dann trat die Hasenpfanne in mein Leben.
Die Hasenpfanne heißt Hasenpfanne, weil ich sie von Beas Mann geschenkt bekommen habe und der nennt sich (oder wird genannt): Hase. :D

Der Name hat sich bei mir jedenfalls etabliert, auch wenn viele dann nicht verstehen, was ich meine.

Die Hasenpfanne hat jetzt locker 2 oder 3 Jahre mehrfach wöchentlich ihren Dienst geleistet, aber auch hier sind die besten Zeiten jetzt leider vorbei. Menno. Ich bin richtig traurig darüber. So ein gutes Stück finde ich bestimmt so schnell nicht wieder.

Könnt ihr eine beschichtete Pfannenart/-marke warm empfehlen? Es sollte aber wirklich gute Qualität sein, denn mit mir müssen die echt durch ein hartes Leben.






So simpel übrigens eigentlich die Botschaft dieses Posts, so kompliziert die Findung der Überschrift!

Überschriften wie:

War schön mit dir
Wir müssen uns leider trennen
Ich such mir was Neues
Machs gut
Es ist vorbei
Du warst ein treuer Freund
Und tschüß

fielen raus, weil ich glaube, dass der Mann gerne freitags liest, was ihm blüht, wenn er heim kommt. Und wir wollen ja nicht, dass er einen Infarkt erleidet.

:D



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Donnerstag, 11. Juli 2013

Dachbodenfundstücke

Bei meinen Aufräumarbeiten habe ich gestern zum ersten Mal den Speicher "tangiert". Speicher sind so Orte, an dem die dollsten Dinge lauern, Sachen, die man schon längst verdrängt hat, im Guten wie im Schlechten.

Gut war, dass ich einen Blazer wiederfand, den ich jetzt wirklich gut brauchen kann. Und mal wieder habe ich mich gefreut, dass ich mich eher konservativ kleide, wenn es um festlichere Kleidung geht. Sieht nämlich immer noch toll aus.

Irgendwann stieß ich auf einen ganz alten Karton mit Handtaschen. Davon habe ich recht viele, wobei ich da tatsächlich großzügig das Ausmisten begann. Die ein oder andere würde ich heute nicht mehr verwenden und dann kann sie auch wirklich weg.

Handtaschen.
DAS Kaufobjekt für mich als dicke Frau.

Wenn sonst nichts mehr an den Körper passt, Handtaschen passen immer, oder?

Schuhe und Schmuck und viele andere Accessoires passen zwar auch, aber mir hatten es Handtaschen besonders angetan. "Warum eigentlich", überlegte ich, während ich die Taschen aus dem Karton krempelte.

Vermutlich, weil sie praktisch sind. Oder?

Ich öffnete eine Tasche nach der anderen, um zu sehen, ob und was sich darin befindet. Schätze?

Interessanterweise fanden sich hier und da einige Lippenstifte. Interessant deswegen, weil ich maximal zweimal im Jahr überhaupt Lippenstift verwende. Trotzdem kaufe ich immer wieder welche. Lohnt sich gar nicht! Ich bin untalentiert im Bereich Lippenstift und Schminke generell. Ich bin die erste, die auf den Lippen kaut, wenn etwas drauf ist und ebenso die erste, die sich herzhaft und unbedarft die Augen reibt, wenn sie die Augen geschminkt hat. Schminken ist nicht so meins. Ich fühle mich verkleidet.

Gefreut habe ich mich über die Einkaufschips, die hier und da in den Falten der Taschen zu finden waren. Die sind immer weg, wenn ich sie brauche. Verschwinden in dunkle Kanäle und ich darf mich schon wieder an die Kasse begeben und Kleingeld wechseln, um einen Euro für den Wagen zu haben. Kleingeld fand sich darüber hinaus.

Tempopackungen, Dosispackungen Brillenputztücher... da soll der Mann sich noch mal beschweren, dass ich nie welche dabei habe. Tse. Da waren sie doch.

Einkaufszettel. Auch interessant. Denn eigentlich vergesse ich die ständig auf dem Küchentisch und stehe anschließend ratlos im Supermarkt.

Unten im Karton eine größere Sporttasche. Höchst praktisch. Sporttaschen kann ich immer brauchen, schließlich habe ich diverses Kursequipment, das einzeln verstaut werden will, damit ich sie immer separat greifen kann. Ich zog den Reissverschluss auf, aber was quoll mir da entgegen?

Mir wurde umgehend heiß im Gesicht und mir war sofort klar, dass ich wohl puterrot angelaufen war. Oj, was habe ich mich geschämt!

Bonbon- und Schokopapier, Papiertütchen, die mit Sicherheit einmal belegte Baguettes enthalten haben, andere Lebensmittelverpackungen... ich hatte anscheinend einmal ein Lager für "böse Verpackungen"...

Eine Menge Bilder und Gefühle von früher fluten mein Hirn. Ich erinnere mich. Erinnere mich an Situationen wie diese (klick!). Es ist so unangenehm.

Warum eigentlich heimlich? Hatte ich etwas zu befürchten? Was wäre denn passiert, wenn der Mann mich zum Beispiel dabei erwischt hätte? Dass ich heimlich esse? Nichts Dramatisches. Das weiß ich, denn manchmal hat er mich natürlich erwischt. Das Verstecken geht nicht immer gut. Er war natürlich traurig, dass ich mich so verhielt, aber er hätte niemals bösartig reagiert. Es war die Scham, die mich verstecken ließ. Schließlich war mir klar, dass ich mich nicht normal verhielt. Es ist nicht normal, wenn man bergeweise Nahrungsmittel heimlich isst.

Was wohl nicht in meinen Kopf will, ist, warum ich die Hinterlassenschaften verwahrt habe. Warum habe ich sie nicht einfach über den Müll entsorgt? Wäre doch gar kein Problem gewesen. Wollte ich eigentlich erwischt werden? Dass mir jemand hilft, mich an die Hand nimmt und "da" raus holt?

Ich weiß es nicht, so sehr ich auch nachdenke, ich komme zu keiner Lösung. Ich weiß nicht, ob es irgendjemandem da draußen genauso geht, wie mir damals, aber wenn ja, weißt du, warum?

Ich grabe mit der Hand durch die Sporttasche (wie ironisch, oder?) und die Tränen tropfen heiß auf das Nylon.

*plöck* 

Ich weine um das, was mal war. Ich weine um das, was ich einmal war. Ich weine, weil ich es nicht verstehe. Die Papierchen rascheln zwischen den Fingern. Dabei ist es doch vorbei. Warum Tränen? Warum nicht einfach zurücklehnen und wissend lächeln, dass ich es geschafft habe, den Weg heraus fand. Weil es eben doch um mich geht, egal, wie weit es weg ist. Es geht nicht um einen Fremden.

Nach außen hin war ich stark, nach innen im Stillen verletzlich und kaputt. Gelähmt, bewegungslos, starr, ratlos, frustriert.

Und warum habe ich es nicht einfach sein gelassen? Warum trieb es mich so um? Warum musste ich so schrecklich schlimm viel essen? Warum heimlich? Warum, warum, warum? 

Ich aß, weil es mich erdete und mich tröstete und ganz schnell war ich in der Sucht gefangen und die forderte ihren Tribut, ihr Futter. Seelisch, aber vor allem bald auch körperlich. Ich musste essen. Ich musste einfach. Und weil ich nicht wollte, dass andere meine "Perversitäten" mitbekamen, musste ich es heimlich tun. Weil ich selbst damals nicht begriff, was mich zwang, ich wusste nur, dass mein Verhalten nicht normal ist.

Ich weiß es nicht, aber ich kann mir vorstellen, dass es der Alkoholsucht sehr ähnlich ist. Nur dass die Beschaffung deutlich unauffälliger ist. Essen muss jeder. Also kann man auch einkaufen. Wenn man darüber hinaus Einkäufer für eine vierköpfige Familie ist, muss man besonders viel einkaufen.

Man wird davon nicht betrunken, "nur" dick (als wenn das nicht auffällig genug wäre). Jedenfalls ist Esssucht kein Stück lindriger als Alkoholsucht. Eine Art Tod, Schritt für Schritt. Erst ein Seelentod, dann ein Körpertod auf Raten.

Nein, das ist nicht überzogen. Ich weiß das, ich war gut 15 Jahre gefühlt tot. Und ich wäre es vielleicht heute definitiv, wenn ich nicht meine Bremse und meine Kehrtwende gefunden hätte. Ansonsten wäre ich zumindest noch dicker, noch unbeweglicher, noch unglücklicher. Schon 2009 wollte ich nicht mehr. War kurz davor, die weiße Fahne zu schwenken.

Rückblickend ist vieles aus der Zeit unlogisch. Offiziell war ich Dauerdiäter. Wenn man schon dick ist, muss man der Umwelt ständig signalisieren, dass bald alles wieder gut ist. Dann kann man das Dicksein noch gerade so entschuldigen. Ist ja nur ein vorübergehender Zustand, oder?

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich es jemals auf die Drüsen geschoben habe, dass ich dick blieb. Als Besitzerin einer Schilddrüsenunterfunktion hätte ich ja ein akzeptiertes Medium in der Hand gehabt. Gene? Einige Dicke säumen meine Familie. Ich kann mich nicht mehr erinnern. Echt nicht. Das ist weg. Aber ich frag am Wochenende mal den Mann.

Ich weiß, dass ich jede neue Diät euphorisch kund tat. Jedem davon erzählte. Und ebenso euphorisch erzählte, wenn ich abnahm. Im selben Moment, in dem ich ein- und die Diät abbrach, schwieg ich. Wenn ich merkte, dass andere auf das Thema schwenkten, schwenkte ich geschickt ab. Ich war ständig auf der Hut und achtete auf alle Zwischentöne einer Unterhaltung. Schließlich wollte ich nicht darüber reden. Und ich wusste für jeden ein Thema, zu dem sich wechseln ließ, damit das Thema schnell vergessen war.

Später, als ich schon nicht mehr konnte, sowohl körperlich als auch seelisch, wurde ich aggressiv, sobald sich jemand wagte, das Thema anzuschneiden. Ich stand mit dem Rücken gegen die Wand - konnte nur noch angreifen. "Ich gefalle mir, so wie ich bin" oder "Das geht dich nichts an, ich will nicht darüber reden!" oder sogar noch stärkerer Gegenschlag "Willst du mich auf meinen Körper reduzieren? Auch dicke Menschen sind tolle Seelen. Dieser ganze Körperwahn ist doch krank. Als wenn schlank sein alles im Leben ist."

*BÄM*

Jaha, du Gegenüber du, sag was!
Beat this.

Taten sie nicht. Natürlich nicht, denn nicht nur ich besitze die Eigenschaft des Fremdschämens. Es ist nicht einfach, andere offen zu kritisieren, oder? Man überlegt sich schon recht lange, ob man z.B. eine Freundin kritisiert. Will nicht verletzen, aber macht sich dennoch Gedanken oder Sorgen. Man überlegt sich eine günstige Strategie, tastet sich ran... aber wenn man dann sofort einen Konterschlag erhält, lässt man es lieber sein. Ist so. Das war meine Rettung!!?!

Gedankenberge, mächtig und groß.

Ich musste essen.
Ich war süchtig.

Jetzt bin ich trocken.
Aber sicher nicht geheilt.
Kann man davon geheilt sein?

Ich habe tiefen Respekt.

Energisch griff ich die Hinterlassenschaften von damals und brachte sie in die Mülltonne. Wo sie  hingehören. Weg. Vorbei.

Ob ich mich jemals wagen werde, den Karton mit meinen Tagebüchern aus der Zeit auszupacken, kann ich euch nicht sagen. Denn die Erinnerung an die dort niedergeschriebenen Zeilen von damals wallte mit den Papierchen in der Hand auch wieder hoch.

Ich weiß eigentlich, was geschrieben steht.

Mensch, eigentlich so weit weg und doch noch aufrufbar. Hätte ich doch mal nicht den doofen Speicher aufgeschlossen.





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Mittwoch, 10. Juli 2013

Luxusmittwoch

Gestern habe ich zwei Hähnchen ergattern können, die freilaufend groß gezogen wurden und artgerecht ernährt wurden. Also gibt es heute Abend lecker Grillhähnchen für mich und die Familie. Mit der Familie Hähnchen zu essen, ist besonders praktisch, denn ich gehöre zu denjenigen, die HähnchenBRUSTfleisch nicht unbedingt gerne mögen. So überlasse ich das großzügig anderen und kann mir die Knabberstücke nehmen. Wobei es eine gewisse Konkurrenz bei den Hähnchenflügeln gibt. Hm.

Ich finde das Brustfleisch zu trocken oder ich bin zu blöd, es richtig zuzubereiten.

Für das Hähnchen habe ich jetzt schon eine Marinade aus Olivenöl, Knoblauch und Gewürzen angesetzt.

Und als Sauce mache ich eine frische Sudda-Guacamole zum Huhn. Sudda-Guacamole, weil ich sie ein wenig nach meinem Geschmack zubereite. Zwei frische Avocado, Saft einer halben Bio-Zitrone, eine Knoblauchzehe, Salz und Pfeffer pürieren und eine miniklein zerfisselte Tomate unterheben, fertig. Guacamole brauchen wir immer reichlich.

Außerdem gibt es noch reichlich frischen grünen Salat mit zusätzlich viel Gurke, dazu Vinaigrette und viel Dill, Borretsch und Pimpinelle. Ich hoffe, dass ich gleich beim Einkaufen ordentlichen Dill finde, denn meiner ist im Garten unauffindbar. Keine Ahnung, wo der wieder hin ist. Ich habe die Schnecken unter Tatverdacht. Der Rest ist aber noch da.

Manche finden, dass die Kombi Salat mit Dill/Guacamole nicht so richtig passt, aber ich finde es sehr lecker - ist eben Geschmacksache.

Manchmal freue ich mich extrem auf mein Essen.
Hach.

Was gibt es heute bei euch?









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Dienstag, 9. Juli 2013

Nicht nur sauber, sondern porentief rein!

Diese Woche habe ich etwas, was ich gefühlt ewig nicht mehr hatte.
Etwas ganz Wertvolles, wie ich jetzt in jeder Faser meiner Seele spüre:

ZEIT!

Herrlich.
Richtig herrlich.

Und was tut man, wenn man endlich mal wieder Zeit hat?

Genau:
Putzen!
Sortieren!
Aufräumen!

Nein, lacht nicht.
Ich habe unglaublich viel Spaß daran zu sehen, was ich schaffe.
Ich brauche genau jetzt die Ordnung zur Entspannung und für das Wohlgefühl.

So fand man mich heute im Wohnzimmer, der Küche, dem Keller, in der Garage, im Garten... Alles was mich stört, wurde "behoben". Vieles weggeworfen.

Es ist zwar doch noch die eine oder andere Ecke zu bearbeiten, aber das ist nicht mehr viel.

Sehr befreiend, das sag ich euch.

Jetzt muss ich aber zum Kurs.
Falsch.. jetzt darf ich zum Kurs.

Und das nicht ohne meine Liste.
Ein Dienstagsmädel hat einen Raum aufgetan, den wir (rein privat) zu Trainingszwecken in den Sommerferien nutzen können. Die 6 Wochen Pause ist so mancher zu lang.

Ob mich das freut?
Und ob mich das freut.

Jedenfalls habe ich eine handliche Liste vorbereitet, damit wir eintragen können, wer wann da ist und wer wann Zeit und Lust hat. Ich bin gespannt.

:)))))





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Montag, 8. Juli 2013

FDDB-Anwenderfrage

Weil ich weiß, dass viele von uns Fddb online als Ernährungstagebuch benutzen, frag ich einfach mal.

Irgendwer sagte mir, dass schwimmen ordentlich Kalorien verbraucht, daher sah ich mich bei Fddb bei den Aktivitäten um, die es da so gibt. Und ja, schwimmen verbraucht unglaublich viele Kalorien, wenn das denn mal stimmt. Aber darum geht es nicht.

Ich nutze fddb heutzutage nur, um Rezepte einzugeben, damit ich sehe, ob es gut zusammengesetzt ist. Aber während der großen Abnehmpase habe ich es durchaus öfters verwendet, aber seitdem hat sich dort im Programm anscheinend einiges getan.

Bei der Gelegenheit habe ich nämlich entdeckt, dass man fast ALLES als Aktivität eintragen könnte. Von der Hausarbeit über normales Spazierengehen bis eben hin zu den Powersportarten. War doch vorher nicht so ausführlich, oder? Muss relativ neu sein.

Jedenfalls würde mich von denen, die Fddb verwenden, interessieren, ob sie wirklich auch so "normale" Bewegungen wie "Bügeln, Durchschnitt" oder "Lebensmittel einkaufen" für sich als Aktivität eintragen?

Ich mache das nicht nur nicht, sondern ich habe auch schon immer in den Grundeinstellungen meine "Tätigkeit" mit "leicht, Beispiel: Schüler, Student, Büroarbeit" eingetragen. Nur dann kann ich aus meiner Sicht überhaupt noch anstrengendere Sportarbeiten gesondert eintragen, denn sonst wären die doch inklusive, oder? Eingetragen habe ich nur, was definitiv von der Anstrengung her aus der Reihe fiel, was eben nicht alltäglich war.

Wenn man alles und jedes, jeden Schritt, jedes Bisschen Hausarbeit dort eintrage, führt das nicht zu unglaublichen Kalorienverbrauchszahlen?
Und führt das nicht dazu, dass ich glaube, dass ich viel mehr essen kann und vielleicht sogar mehr esse? Weil ich doch so viele Kalorien verbrauche? Ist das nicht Augenwischerei? 


Beispiel:
Habe ich mal ein bisschen dran gespielt: Wenn ich eintrage, dass ich morgens die Betten mache, Lebensmittel einkaufe, mit dem Auto zur Arbeit fahre, Zuhause aufräume und Staub wische, sind das schon über 500 kcal. Wenn ich jetzt noch einen Traktor hätte, mit dem ich 30 min fahren könnte, wären es noch einmal 80 kcal mehr.

Wenn man jetzt bedenkt, dass ich eigentlich nur 2.000 kcal für meine Länge und mein Gewicht und mein Alter täglich zur Verfügung habe, sind diese 500 kcal extra mehr als das Zünglein an der Waage, wenn sie auch noch aufesse. Das ist ein Viertel!

Wenn man sich täglich z.B. diese 500 kcal für putzen und Hausarbeit "gönnen" würde, wenn man sie zusätzlich essen würde und glauben, dass man dann dennoch abnimmt, weil man doch immer noch xy Kalorien unter dem persönlichen Verbrauch liegt, dann braucht man sich vielleicht eher nicht wundern, dass man Schwierigkeiten hat, abzunehmen.

Oder sehe ich das falsch?
Wie haltet ihr das?






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Sonntag, 7. Juli 2013

Alter Freund, wo warst du so lang?

ER ist wieder da.

Nach den Jahren des Vermissens, ist es zunächst tatsächlich dem Mann aufgefallen, dass ER wieder da ist. Noch nicht ganz in "alter Frische", aber ansatzweise. Gut, aus DER Perspektive sehe ich mich selten.

Und ich freu mich.
Hab ich ihn doch echt vermisst.
Ohne ihn war doof.
War doch eins meiner Markenzeichen, dass ER mich all die Jahre recht unweiblich begleitet hat.
Nicht "tiefliegend" und "breitflach", sondern mit "kurzem Schritt" (praktisch bei Jeans - bei mir gehen auch Herrenmodelle) und "knackig".

Gut, ich gebe zu, dass ich ihn in den letzten Wochen quasi heraufbeschworen habe. Mit starkem, intensivem körperlichen Einsatz. Von Herzen. Oftmals gefolgt von Schmerzen. Nicht nur für mich, denn geteiltes Leid ist halbes Leid... Die Sportmädels durften mit "da durch".

Shitegal.
Da isser wieder.
Auch wenn es noch einige Wochen dauern wird, bis er wieder in voller Blüte sichtbar ist...

Mein Po.

Jippieyajeh!




P.s.:
Liebe InnenseitenderOberschenkel!

Nehmt euch ein Beispiel!!! Wenn ich euch auch wieder "in Lack" krieg, geb ich einen aus. Ich schwör. Besonders tolle Körperlotion, oder so.


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Samstag, 6. Juli 2013

Schwachstelle

Vorwort:

Danke für eure Kommentare. Die sind immer so beflügelnd.

Und nein, mein alter Badeanzug existiert nicht mehr. Der Mann hat mir letztes Jahr in Schweden ein richtig tolles Teil geschenkt. Sportbadeanzug, kein Schnickischnacki. Natürlich in turboschwarz. Hat aber auch nichts genützt.

:D

*************************************************


Es war so wunderbar schön.
Ich habe mich richtig wohl gefühlt.
Von Anfang an.
Kein bisschen unwohl, keinerlei Figurgedanken.
Nichts.

Allerdings scheint die Belastung beim Schwimmen dann doch DE-ZENT etwas anderes zu sein als Kurse. Wir zogen Bahn um Bahn und nach einer Weile fanden meine Schultern das richtig doof. Anstrengend.

Gut, ich weiß, dass ich starke Arme und im Verhältnis dazu relativ schwache Schultern/Ansatz Oberarme habe, aber doch nicht so extrem. Die Schultern/Ansatz Oberarme fanden die Dauerschwimmerei nicht sonderlich witzig, protestierten dagegen, dass sie ihr entspannt schlappes Leben jetzt an den Nagel hängen mussten.

Und wir zogen weiter Bahn um Bahn.

Man konnte auch tatsächlich recht entspannt schwimmen, es waren wenige "Hindernisse" im Weg. Das finde ich toll.

Am Ende sind wir rund 1,5 Stunden durchgeschwommen und ich fühlte mich super, abgesehen von den müden Schultern. Alles toll. Kein Problem. Pah.

Dachte ich..

... bis wir aus dem Wasser stiegen.

HÖMMA!

Meine Beine waren nicht mehr mir.
Die wollten mir nicht mehr gehorchen.
Die wollten mal schnell zusammenklappen.

Ui.
Dabei habe ich das im Wasser absolut nicht gemerkt.
Kein bisschen.

Ich überlegte einen Moment, woran ich mich im Zweifel festklammern könnte, aber da war nichts griffbereit. Außer mein Dienstagsmädel. Aber die hätte ich definitiv mit umgerissen.


Weia.
Wie unglaublich uncool.
Die Trainerin outet sich als Weichei.
Zum Glück ging das schnell vorüber.

Fazit 1:
Gymnastik, Pilates, Laufen allein reichen nicht.

Fazit 2:
Da muss ich dran arbeiten.

Fazit 3:
Himmel, war das herrlich.
Davon will ich mehr.

Fazit 4:
PROVAXI, MACH DEIN FREITAGSVIDEO NEU!!

(Kennt ihr ihre Freitagsvideos? Ich LIEBE sie! Sonst mal HIER gucken. Sie dokumentiert auf unglaublich charmante Art ihren Weg mit LCHF. Aber bitte von unten nach oben gucken, schaut auf das Datum! Sie hat so tolle Fortschritte gemacht.)

Ich bin nicht ein Viertel so sportlich, wie du glaubst.
Absolut nicht.

Sportlich ist etwas anderes.

Aber das schaffe ich auch noch.
Das wird.

:D

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Echte Herausforderung

*tömtömtömtömtöm*

Hmm.. Das soll die weltbekannte "Musik" aus dem Film "Der weiße Hai" sein. Wenn der weiße Hai sich seinen Opfern nähert. Ihr wisst schon.

Heute passiert etwas Wichtiges.
Eine echte Herausforderung.

Ich geh schwimmen.

Was daran herausfordernd sein soll?

Als "junges Ding" war ich leidenschaftliche Schwimmerin. Bin schwimmend groß geworden. Manche berichten, dass sie beim Laufen ein "runner's high" erleben, das hatte ich nie. Ich hatte dafür eher immer ein "swimmer's flow". Wenn ich schwimme, bin ich weg. Tauche tatsächlich ab. Wenn ich meine Bahnen ziehe, blubbert es meditativ um meinen Kopf.

Ich rede übrigens von schwimmen, nicht von paddeln oder planschen. Nicht wie die berüchtigten Klischee-Seniorinnen, die gerne quasselnd ihre Bahnen ziehen, den Kopf hochkonzentriert über Wasser gehalten, damit die Dauerwelle keinen Schaden nimmt. Von denen man gerne mal hört:

"Ich versteh das nicht. Jetzt geh ich schon immer für den Rücken schwimmen, aber der Nacken wird einfach nicht besser." Überraschung, meine Lieben, wenn man sich so krampfhaft verbogen hält, kann es kaum besser werden!

Leider habe ich das Wasser seit vielen, vielen Jahren gemieden, weil ich mich zunächst für meinen Körper geschämt habe und dann, weil ich vom Schwimmen unglaublich Hunger bekomme. Ich brauch dann, wie Nina mal sagte, gefühlt "ein halbes Schwein auf Toast". Nur eben ohne Toast. Wenn ich ganz scharf nachdenke, bin ich mir ziemlich sicher, dass ich 2001 das letzte Mal richtig schwimmen war. Vor 12 Jahren. Heftig. Und das obwohl ich es so mag. Naja.

Einige meiner Dienstagskursmädels gehen samstags zusammen schwimmen und ich habe irgendwann beschlossen, dass ich mal mitkommen möchte. Immer wieder kam etwas dazwischen, aber...

*Tusch*

... heute ist es soweit.

Ich kann es kaum glauben.

Lustigerweise bin ich nervös wie vor einem Rendezvous. 
Mein Magen saust.


Ich geh dann mal meine Tasche packen. Den Badeanzug habe ich jedenfalls schon gefunden. Denkt an mich. Ich werde berichten, ob ich es noch kann.




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Freitag, 5. Juli 2013

Endspurt

Heute der letzte anstrengendere... nein, falsch... aufwändigere Tag im Büro.
Dann kann quasi der Sommer über mich kommen.
Ein herrliches Gefühl.

Es kann durchgeatmet werden, die letzten Wochen waren doch sehr aufreibend.

Darüber habe ich auch gestern nach dem Seniorensport nachgedacht. Wenn man sich sportlich ins Verhältnis setzt, erlebt man dort eine irrsinnige Entschleunigung und ich spüre, dass ich selbst im Verhältnis dazu auf deutlich erhöhten Lebensumdrehungen fahre.

Ich hatte mir im Vorfeld natürlich sehr viele Gedanken gemacht, was ich mit ihnen sportlich anstellen kann, was zu dieser Gruppe passt. Habe mögliche Übungen aus meinem Repertoire gepickt und auf das Wesentliche reduziert. Langsamer und leichter.

Und doch...

Ich wette sie fanden mich/es anstrengend.

Sie haben meine Bewunderung dafür, dass sie sich trotzdem fröhlich auf mich eingelassen haben. Sie haben getan, was ging, nie verbissen, nie überehrgeizig, um "es" zu schaffen. Entspannt. Mit Spaß.


Ich brauchte wirklich eine Weile, bis ich bei ihnen auch innerlich "angekommen" war.

Zu glauben, dass es total simpel ist, mal eben schnell eine Kursstunde mit Senioren zu geben, ein Kinderspiel, ist jedenfalls ein Irrtum. Es ist und bleibt eine echte Herausforderung, schon weil ich im Körper nicht spüre, was sie spüren. Einfaches Beispiel... Der Gedanke "Och, und dann machen wir schnell ein bisschen auf den Matten weiter" war wohl kurzsichtig. Es ist nicht für jeden so simpel, "mal schnell" auf die Matte zu kommen. Hm.

Von deren innerer Ruhe und Gelassenheit mag ich mir eine große Portion abschneiden.


Es gibt viel zu lernen.
Gehen wir es an.



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Donnerstag, 4. Juli 2013

Wiegetag!

Also das mit dem günstigsten Wochentag zum Wiegen muss ich mir echt noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Anscheinend hat die Waage begriffen, dass der Mittwoch zählt und will mich foppen. Miststück!

Gestern sprach sie höhnisch (ja, höhnisch! Meine kann das.):

77,0 kg

Das sind immerhin unfassbare 300 g weniger als letzte Woche.

Wäre ja auch völlig in Ordnung, wenn ich nicht bereits am letzten Wochenende die 76,6 gesehen hätte. Tse.

Naja, jedenfalls geht es in die richtige Richtung und nächste Woche erwarte ich gespannt eine dauerhafte 76Kommairgendwas. Wehe, wenn nicht. Dann hol ich doch wieder die Altwaage aus dem Keller. Da wog ich ja eh ein Kilo weniger als auf der neuen Waage.

Jetzt muss ich mich mental vorbereiten, weil ich gleich den Seniorenkurs von Herrn Schlau vertreten darf, weil er wieder Marathon auf irgendeinem Berg läuft. Total peinlich, ich habe vergessen, welcher es war...

Bis später!


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Dienstag, 2. Juli 2013

Sport und Abnehmen - meine Sicht der Dinge

Wisst ihr, was an euch wirklich toll ist?
Ihr beteiligt euch ungemein in diesem Blog. Das ist der Knaller, denn ich kann viel von euch lernen. Oder aber feststellen, dass ich mit meinen Gedanken und Problemen nicht alleine dastehe. Und ganz davon abgesehen, bin ich natürlich neugierig und möchte wissen, wie ihr die Dinge so seht. Dafür bin ich euch wirklich dankbar. So auch bei der Sportfrage.

Besonders interessant finde ich, dass wir alle anscheinend der Meinung sind, dass Sport eher der Begleiter zum Abnehmen ist, aber nicht DAS Mittel zum Zweck.

Aber der Reihe nach.
Wie ist es nun bei mir?

Schauen wir mal zurück auf meine Anfänge. Vor LCHF. Ich wog annähernd 126 kg und ich glaube, man braucht nicht viel Phantasie, um zu ahnen, dass da mit Sport nicht mehr viel los war. Ich hatte konstant Schmerzen im Rücken und in den Beinen, selbst nachts wurde ich ständig beim Wenden wach. Aber ich war wöchentlich einmal bei Pilates. Das war dringend nötig, denn sonst wären die Schmerzen mit Sicherheit unerträglich gewesen. So tat ich wenigstens etwas für den Rücken.

Vielleicht war es aber auch ein bisschen etwas wie ein Alibi. "Ich mach doch Sport!" Das konnte keiner leugnen. Und ich war noch nicht mal schlecht, wenn man davon absieht, dass viele Übungen rein technisch nicht funktionierten. Der Versuch, eine Art "Kerze" zu machen, führte zum einen zu Erstickungsanfällen, weil ich mir selbst mit meinem Oberkörper die Luft abdrückte, zum anderen... nun.. ich bekam schlicht und ergreifend den Hintern nicht hoch. Der war zu schwer. Nicht zu vergessen die banale Tatsache, dass ich gar nicht die nötige Muskelkraft dafür besaß.

Ich mied Bewegung. Aus dem Bett, auf den Küchenstuhl, ins Auto, auf den Bürostuhl, ins Auto, auf das Sofa. Miese Mischung aus Schmerzvermeidung und vor allem leider auch Bequemlichkeit.

Ich mied aber vor allem Bewegung, bei der mich andere beobachten konnten. "Guck dir mal die Dicke an!" Das wollte ich nicht. Denn leider neige ich tendenziell dazu, bei Anstrengung puterrot anzulaufen.

Schwimmbad? NIE-MALS.
Fahrrad? Der Anpressdruck brachte meinen Po fast um.

Aber ganz innen drinnen wollte ich so gerne sportlich sein. Mich lockerflockig bewegen können, den Körper "verwenden", nicht nur darin eingesperrt sein. Versteht ihr mich?

Mein Leben änderte sich mit LCHF. Binnen weniger Tage war der ewig quälende Heißhunger weg. Ich war satt. Endlich satt. Und ich spürte ungewohnte Energie. Ich spürte, dass ich MEINE Chance in Händen hielt. Und ich musste sorgsam mit ihr umgehen und sie wohl nutzen.

Leider hatte ich mir im Laufe der Jahre angewöhnt, Gefühle aufzuessen. Gefühle aller Art. Langeweile, Stress, Wut, Freude... Das koppelte ich ständig an Essen. Aber jetzt wollte ich abnehmen, schlank werden oder wenigstens normalgewichtig. Daher musste ich mir eine andere Strategie für meine Gefühle und vor allem auch für diese Energie ausdenken. An anderen Menschen austoben erwies sich schnell als fatal. Man macht sich nicht sonderlich beliebt, wenn man seine Mitmenschen ständig auf A4 zusammenfaltet. Hm.

Auf diese Weise hab ich Bewegung eigentlich nicht eingeplant, sie kam völlig natürlich "über mich". Kennt ihr das, wenn man auf dem Stuhl sitzt und ein Bein will unbedingt "wibbeln"? Weil sich so viel angestaut hat? So ging es mir. Es war kaum auszuhalten. Also zog ich mir die Schuhe an und setzte mich in Bewegung.

Ich ging.
Eigentlich nichts Weltbewegendes.
Ich ging ganz einfach los.

Sportsachen?
Hatte ich natürlich kaum.
Braucht man zum einfach so vor sich hin gehen auch nicht, denke ich.

Außerdem war auf dem Sportbekleidungssektor in Größen jenseits der 50 nicht viel zu finden, was sich in den Kommentaren zu den Sportfragen auch bestätigt findet. Soweit ich mich erinnere, waren die ersten Sportsachen, die mir passten, von Trigema. Das möchte ich an dieser Stelle lobend herausstellen.

Weil ich selbst einmal zu diesen Größen gehörte, wage ich mich zu sagen, dass es wohl nicht so viele Kunden gibt, die jenseits der Größe 50 sind und noch Sport machen möchten. Anscheinend lohnen sich größere Produktionen dafür nicht, sind wir mal ehrlich. Dennoch wäre es vielleicht für einen kleinen, feinen Hersteller durchaus eine passable Herausforderung mit Onlinevertrieb. Sollte ein solcher Hersteller dies hier lesen: Melden. Ich würde mich freuen, wenn ich eine gute Adresse weitergeben könnte! Das meine ich ernst.

Auf jeden Fall schließe ich mich lowcarb-highfuns Meinung an:
"Ordentliche Schuhe sind aber Pflicht." 

Es ist keine gute Idee (und schon gar nicht mit massivem Übergewicht) sich mit schlechtem Schuhwerk körperlich stärker zu belasten. Und ja, bei 126 kg ist schnelles Gehen schon eine körperliche Belastung - es ist eben alles relativ im Leben.

Ich lernte Schritt für Schritt, dass Bewegung mir gut tat, auch wenn ich am Anfang bei Anstrengung durchaus fluchte und ein wenig litt. Ich spürte, dass meine Gefühle, die sonst zur unkontrollierten Nahrungsaufnahme geführt hatten, auf diese Weise problemlos abgebaut werden konnten und Körper und Seele danach entspannt und ruhig waren. Plus dass ich endlich wieder stolz auf mich war. Auf mich stolz sein zu können, das war davor lange echtes Niemandsland in meiner Seele. Bewegung machte Spaß und ich feierte rasch Fortschritte. Das war ein bisschen wie ein Rausch, ein neues Gefühl. Ich konnte mich bewegen!

Im selben Maße, in dem ich abnahm, passte sich meine Bewegung an mich an. Joggen, Trainerschein, eigene Kurse, ihr wisst schon. Ich brauche Sport, weil ich dadurch meine überschüssige Energie abgeben kann und mich hinterher richtig gut und zufrieden fühle. Ich spüre, dass mein Körper gearbeitet hat und liebe es, wie er funktioniert. Ohne Sport wäre es mir schwer gefallen, mein altes "Ich esse Gefühle weg"- Verhaltensmuster zu durchbrechen.

Mein Körper formt sich durch den Sport ordentlich und ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich nicht sehr gerne vor dem Spiegel stehe, um mir die "Ernte meiner Mühen" genau zu betrachten. Außerdem bin ich stolz auf das, was mein ehemals unbeweglich starrer, fluffiger Körper doch so alles kann, was er mit der Zeit wiedererlangt und wieder erlernt hat.

Sport allein reicht jedoch nicht zum Abnehmen, die richtige Ernährung ist wesentlich. Aber... und hier spreche ich natürlich für mich und meine Erfahrung:

Nur anders essen ist auch nicht das Allheilmittel!

Eine Abnahme, die stabil sein soll, konstant und vor allem andauernd, sollte auf einer möglichst wackelfreien Basis stehen. Die richtige Ernährung ist nur ein Standbein und jeder von uns weiß, dass es sich auf einem einzelnen Bein nicht sonderlich stabil steht, vor allem bei emotionalem Gegenwind.

Wenn ich aber Sport als zweites und Seelenarbeit als drittes Standbein dazu nehme, kann mich so schnell nichts erschüttern. Daher glaube ich nicht an Diäten, die keine dauerhafte Ernährungsumstellung bewirken und genaue Essenspläne vorgeben, egal, was den Diätern versprochen wird. Essen im Autopilotmodus? Hm.

Menschen, die auf der Suche nach einer solchen "Wunderdiät" sind, möchten sich vielleicht nicht mit der hinter dem Übergewicht liegenden Ursache beschäftigen, weil diese Arbeit weder einfach noch gemütlich ist. Und meine Erfahrung und der Austausch mit einer wirklich großen Anzahl an Übergewichtigen zeigt mir, dass bei gut 95% deutlich mehr hinter dem Übergewicht steckt, als nur die reine Lust am Essen!

Wenn "zu viel essen" allein nicht das Problem ist, sondern auch andere Gründe das Überessen auslösten, kann reines "weniger essen" nicht die Lösung sein!

Sobald die strengen "Wunderdiät"-Zügel gelockert werden, befindet sich der Diäter auf dem Rückweg zum alten Ist-Zustand. War es darüber hinaus eine Crashdiät, wird er/sie vermutlich sogar noch mehr Gewicht aufpacken, als er vor Beginn der Diät hatte, weil er/sie sich jetzt auch noch den Stoffwechsel verwirrt hat. Es findet eben einfach kein wirkliches Umstellen und Umlernen statt.

Der Körper ist eine tolle Erfindung, also trau dich und lern, ihn zu verwenden. Bei vielen Übergewichtigen ist der Körper nur noch die fluffige Hülle, in der die Seele eingesperrt ist. Fast wie ein Käfig. Körper und Seele haben sich in zwei einzelne Bestandteile aufgesplittet und stehen sich gegenseitig im Weg. Nicht umsonst war es bei mir bei Höchstgewicht so, dass ich mich noch nicht einmal mehr im Spiegel ansehen, mich gar nicht mehr mit meinem Körper befassen wollte.

Sport kann eine wichtige Unterstützung für die richtige Ernährung sein, wieder zu einer Einheit zu werden. Schließlich arbeitet man dabei MIT dem Körper.

Und nein, es muss nicht DAS Aerobic-Video sein, dass mir selbst heute von der Koordination her schwer fällt. Auch nicht übertrieben viele Stunden.

Man muss ein gesundes Maß finden und das ist individuell. Fördern, ein bisschen fordern, aber niemals ÜBERfordern. In Ruhe anfangen und nicht übertreiben. Aus einem Pantoffeltierchen wird so schnell kein Windhund. 

Niemals zwingen, auch wenn man sich ruhig mal am Sport versuchen sollte, denn wenn man es nicht ausprobiert hat, kann man gar nicht wissen, ob man nicht vielleicht doch Spaß daran hat. 

Zieh dir die Schuhe an und geh raus. Jetzt! Warum nicht?

Einfache, zusätzliche Bewegung ist am Anfang für viele stark Übergewichtige genug. Ein bisschen mehr als der gewöhnliche Alltag. Oder aber die Alltagsbewegung erweitern. Eben nicht mehr von der einen Sitzposition in die nächste rutschen, so wie ich es damals tat.

Vielleicht schaust du mal in die Angebote von Sportvereinen oder der VHS rein? Such dir DEINEN Trainer raus. DEINE Gruppe. Geh hin, wo DU dich wohlfühlst. Mach eine Schnupperstunde, du brauchst dich nicht sofort verpflichten.

Das waren meine Gedanken zum Sport.
Danke für's Lesen!
















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Montag, 1. Juli 2013

Überraschung am Abend

Heute Kurs.
Wie meistens montags.

Allerdings hatte mich Pinselchen79 (Kursteilnehmerin und LCHFlerin) schon den halben Tag wahnsinnig gemacht, weil sie eine tolle Überraschung für mich hätte. Aber sie würde es mir erst zum Kurs erzählen.

DAS KANN ICH NICHT LEIDEN!

Nicht, dass ich auch nur im Ansatz neugierig wäre... Nö... Natürlich gar nicht.
*flöt*

Egal, was ich versucht habe, von der geschmeidigen Lockerei mit feinsten Wörtchen, über die Mitleidsschiene bis hin zur Androhung von "Brennnessel", den Arm verdrehen, sie wollte es mir einfach nicht verraten.

"Blöde Muh!"
Das war das letzte, was ich ihr vor dem Kurs per Mail an den Kopf warf.

Ich hatte für mich sowieso zwei Theorien entwickelt. Entweder könnte sie schwanger sein oder sie läuft doch den Women's Run mit, anstatt "nur" zu jubeln. Der erste Kurs war vorbei und ich schoss aus der Tür, um dem wartenden Pinselchen die Brennnesselpackung zu verpassen, die es sich redlich verdient hatte. Da bin ich konsequent. Quiekend versuchte sie, mir zu entkommen und deutete hektisch mit den Fingern, ich möge doch mal um die Ecke schauen. Da sei schließlich die Überraschung.

Und?

Was?

Wer?

MADISON LAYN (klickediklick) stand vor mir.
Aus Berlin!

Ist das nicht unglaublich?

Madison, die ich jetzt schon seit einiger Zeit als Blognachbarin kenne und begleite. Die Madison, die mir im November eine Mail schrieb, in der zu lesen stand, dass sie meine Leistung toll fände, aber dass LCHF nicht ihre Ernährung sein. Madison, die sich das Ganze dann doch zum Glück noch mal anders überlegt hat und dann doch Ende November zu LCHF wechselte.

Und JETZT kommt DER Kracher:

Madison, die seit November 2012 mit LCHF unglaublichunfassbareumwerfende 42 kg abgenommen hat.


In Worten:
ZWEIUNDVIERZIG KILO IN ACHT MONATEN !  

Da seid ihr platt, oder?

Jedenfalls.. wo war ich... Ach so. Sie stand also da und ich war fassungslos. Ich habe mich so gefreut. Sie hat dann natürlich am Kurs teilgenommen und ich konnte mich zunächst gar nicht mehr konzentrieren. Ich hatte alles vergessen, was ich mir vorgenommen hatte.

Bereits seit 2 Monaten haben die beiden die Überraschung ausgeheckt. Madison wollte so gerne mal bei meinem Sportkurs dabei sein. Aber Berlin ist ja nicht um die Ecke rum. Und so kamen sie auf die Idee, dass Madison doch zu Pinselchen kommen könnte. Heimlich. Und sie mich dann überraschen würden.

Tse.

DIE Überraschung ist den beiden wirklich geglückt!

DANKE!
<3





P.s.:
Und jetzt genug der Lobhudeleien. Morgen mach ich euch im Kurs platt! Bis dahin ist mein vorübergehendes Weichspülgefühl wieder verbraucht. Schließlich wollte Madison mal sehen, wie ich wirklich als Trainerin sein kann.

 :D



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Google friends connect

Ich les hier immer wieder in Blogs, dass Google Friends Connect abgeschaltet wird.

Was soll das eigentlich heißen?
Dass ich meine wundervollen Leser nicht mehr mit Bildchen da habe?
Funktioniert dann noch meine eigene, hier gespeicherte Linkliste? Also so, dass sie sich aktualisiert?

Hilfe!
Sagt was.

Ich hab doch keine Ahnung.


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