Montag, 19. August 2013

Holunder

Mal ne Frage für die Profis da draußen.

Im Moment platzt mein Garten erntetechnisch so langsam aus allen Nähten. Ich finde es immer wieder sehr spannend, was die Natur so hergibt, wenn man sie nur lässt. Tomaten, Gurken, diverse Kräuter, Beeren sind auch noch welche da, die Äpfel machen sich auf den Weg, Weintrauben, Zwetschgen und Birnen auch, etc.

Leider mag ich persönlich Obst nicht. Weil es süß ist, das ist nicht unbedingt meins. Mit Obst kann man mir ungefähr so viel Freude bereiten, wie den meisten kleinen Kindern mit einer Extraladung Rosenkohl. Ich halte mich lieber an das Gemüse und die Kräuter. Aber das ist reine Geschmackssache.

Wenn ich in die KH-Tabelle schaue, die ich verwende, wenn ich mal eben etwas wissen will, dann liegen zumindest Beeren oftmals nicht höher in den Werten als so manche Gemüsesorte, die ich ab und an gerne esse. Zuckermelone (das ist Honigmelone, oder?) hat laut dieser Liste genau so viele KHs wie gelbe Paprika, Erdbeeren liegen noch unter roter Paprika. Von daher... wenn man es gern isst und es in den persönlichen KH-Rahmen passt, warum nicht?

Meine Familie freut sich darauf - ganz besonders der Mann - und ich habe zumindest viel Spaß daran, etwas daraus zu machen, wobei der größte Teil frisch vom Baum oder Strauch verzehrt wird.

Und da isser nun, der Holunder.
Der trägt dieses Jahr unglaublich viele Beeren.
Was mache ich damit?
Gut, ich kann sie für die Vögel einfach hängen lassen.
Aber kann man nicht auch etwas anderes Spannendes damit machen?
Roh kann man den doch nicht essen, oder?


Holunder hat einiges an Vitaminen und Mineralstoffen und kann für die Gesundheit eingesetzt werden. Aber wie sollte ich ihn dafür konservieren? Geht das überhaupt, ohne dass die Inhaltsstoffe zerstört werden? Muss da Zucker dran, um ihn haltbar zu machen? Oder kann man das einfrieren?

Der Grund, warum ich überhaupt einen Holunder besitze, ist übrigens, weil ich ihn spannend und schön finde.

Holunder schützt nämlich vor Trollen, Hexen und Krankheiten!

Jaha!

Kann man gut brauchen - davon gibt es reichlich im Alltag. Seh ich immer wieder. Darf ich mich immer wieder mit rumschlagen. Tse.

Er schützt das Haus der Sage nach außerdem vor Blitzschlag und man muss ihn auf Knien um Verzeihung bitten, bevor man ihn fällt.

Wisst ihr Bescheid.




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EDIT:

Bitte den Kommentar von Robert lesen, falls ihr euch für Holunder interessiert... Ich denke, ich lasse ihn dann doch lieber zur Deko und gegen Blitzschlag, Trolle und Hexen im Garten stehen. Für mich hat er keinen Wert, wenn ich ihn totkochen muss, damit der überhaupt genießbar ist.




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Kommentare:

  1. Vorsicht!

    Holunderbeeren sind giftig und Inhaltstoffe fast ausnahmslos aller Sorten verwandeln sich im unerhitzten Zustand genossen in Cyanide. Daher Holunderbeeren IMMER kochen und nie roh oder nur "schonend erhitzt" konsumieren. Dass beim Kochen freilich die Vitamine und Enzyme hopps gehen, ist klar.

    Generell: Besser nicht in größeren Mengen konsumieren, da nicht klar ist, ob das Gift komplett eliminiert oder nur reduziert wird und kleinen Kindern würde ich nicht mal Holunderbeerenmarmelade geben.

    Siehe dazu: http://en.wikipedia.org/wiki/Sambucus#Toxicity

    LG Robert

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    1. Hmmm... Wenn man die aber so erhitzen muss, dass eh alles an guten Inhaltsstoffen hopps geht, dann lass ich sie doch lieber als Deko und Blitzableiter im Garten. Mir gefällt der Baum ja auch so sehr gut. Denn als totgekochtes Gelee ist er ja nicht sonderlich nützlich.

      Danke für die Info, Robert.

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  2. Der Holunder ist meine absolute Lieblingspflanze, aber ich steh mehr auf die Blüten. Denn in meinem Garten kommt der Holunder gar nicht dazu so viele Beeren zu bilden, weil ich ihm vorher schon die meisten Blüten mopse. Wenn sich dann doch mal ein paar Beeren entwickeln, dann friere ich sie gern ein und geb mal nen Löffel zum "Pancaketeig". Bei der kleinen Menge sind auch die Giftstoffe nicht mehr wirklich von Wert. Und wenn ich sie mitbacke, verlieren sie durch die Hitze an Wirkkraft.
    Die Blüten trockene ich, für die schlechte Jahreszeit als Teezusatz, oder pur bei Fieber.
    Ich setzte "Blütenwasser" an, welches ich einfriere um immer leckeren Mineralwasserzusatz zu haben. Einfach in Eiswürfelbehälter einfrieren und wenn einem mal wieder das "normale" Wasser zu Halse raushängt, einfach ein bis zwei Würfel mit ins Wasserglas.
    Als ich noch Gelee´s gegessen hab, war es ein super leckeres Ding - Holunderblütengelee. Oder ein paar Blüten abgezupft mit ins Sektglas. Oder in Bierteig gebackene Holunderblüten. Ein Gedicht *lach*

    Viele Liebe Grüße


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  3. Hi Sudda,
    man kann prima Essig draus machen, also aus den Blüten... falls das auch was für Dich ist...

    500 ml Weinessig mit 150 ml Weißwein und 5 Pfefferkörnern und 1 Eßl. Honig aufkochen (obs auch ohne geht weiß ich nicht)
    10 Holunderblüten-Dotzen (also nicht nur 10 kleine einzelne) von den Stielen befreien und am besten in ein großes Einmachglas geben. Und die Flüssigkeit drüber. Dann 3 Wochen bei Raumtemperatur stehen lassen. Wenn Du das dann in Flaschen umfüllst, würde ich die Flüssigkeit erst noch sieben oder sogar durch nen Kaffeefilter jagen.

    Falls Du selber Hugo ohne Zucker machen willst, kannst Du die Blüten (200 g) auch mit einer Flasche Weißwein und Zitronenscheiben, Nelken und nem halben Liter Sprudel ansetzen, 5 Tage stehen lassen, sieben und dann mit Limetten,Sekt oder Weißwein, Eiswürfeln und Minze trinken.

    Liebe Grüße !!!
    Steffi

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  4. Dazu aus "Das magische Kochbuch" meiner Lieblingsautorin Lu*isa Fr*ancia.

    "Holunder - macht weise und weckt das alte Archiv im Stammhirn/ im Rückenmark. Hollerbeeren gelten als das Blut der Göttin. Mit Hollunderblüten nehmen wir das Lachen der Göttin in den Körper auf..."

    Um einen Holunderbusch abzuholzen brauchste schon die Kraft der BabaYaga... uhii...
    Das jetzt nur mal so am Rande. Gut, aber auch zu wissen, dass unsachgemäße Handhabung der Holunderbeere zu Vergiftungen führen kann.

    Wegen Vitamin C muss eine nicht zu den "A*mis"gehen. Beerentechnisch. Wie wäre es mit dem sauren Sanddorn? In Ostfriesland z.B. heißbegehrt und viel verwendet. Meines Wissens nach hat die Beere sehr !!!!! viel VitaminC.

    Grüßilie
    Oona

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  5. Also ich habe mir ja jetzt den Gelier-Xucker besorgt und aus Waldbeeren Konfitüre gemacht (lecker) - vielleicht kannst du das ja auch mit dem Holunder machen? Von einer Konfitüre isst man ja nicht sooooo viel auf einmal.

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  6. Wir haben bis in den Frühling vom ganz hervorragenden Holunderwein aus dem vorletzten Jahr gezehrt. Nun ist er leider leer....
    Dazu haben wir die Holunderbeeren dampfentsaftet und mit Bordeauxhefe angesetzt.
    Kann ich nur empfehlen, wenn man ab und an ein Gläschen mag ;-)

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  7. Eine Mischung aus ordentlich gekochtem Holundersaft und Apfelessig ergibt einen (zumindest optischen) Ersatz für Balsamicoessig, er ist lecker im Salat ohne gleich so klebrig-zuckrig rüber zu kommen - einfach eine fruchtige Note und mildere Säure als Essig alleine.

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  8. Vögel und Kleinsäuger freuen sich und fressen sich einen Speckmantel für den Winter an. Wenns nachts unterm Hollerbusch schmatzt, ist es der Igel, der sich die Beeren gierig einverleibt. Unser Holunder dient ausschließlich zu diesem Zweck.

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  9. Alles gut einkochen dann durchsieben, und mit Wasser wieder auffüllen wenn nötig, das wird dann in heiss ausgespülte Flaschen abgefüllt und im Herbst und Winter ein Glas täglich getrunken, nicht lecker aber super Vit C.....oder was dem Mann geben, dann wird er bestimmt wieder netter...;) lieben Gruss von Kerstin

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  10. .... der Wein schmeckt tatsächlich lecker, kleiner Tipp etwas Ingwer und Honig dazu beim Kochen hmmmm....

    Holunderblüten-Sirup ist ja ein Klassiker.

    Ein kalter Auszug oder "Tee" aus Holunderblättern hilft gegen Schädlinge im Garten, die mögen den Geruch nicht.
    Den Auszug über die Pflanzen gießen.
    Auch für Jauche eigenen sich die Blätter recht gut.

    Viele Grüße von Renate

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  11. Kaum eine Beere, die so vielseitig ist - ich mag sie nicht mehr missen. Ob als Beimischung in ein gekühltes Glas mit frischem Wasser (zuvor im Entsafter zu leckerem Saft verarbeitet), oder als Marmelade (mit einem Hauch Zimt, Nelke und etwas Pfeffer), auch als Medizin eingenommen, ist Holunder ein wahrer Jungbrunnen. Er hilft gegen Fieber und ist ein wahres Vitamin-C Wunder. Holunderessig, Likör, ja sogar als Zugabe zu einem guten Stück Rind ist er ein leckerer Zungenschmeichler. Die Blüten schmecken unsagbar gut, wenn man diese zuvor in einen süssen Teig taucht und anschliessend frittiert. Übrigens wirkt Holunder nur bei bösen Hexen und Zauberern - meine kleine Hexe und ich (Zauberer) würden ihn sonst nicht so mögen....

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  12. Du kannst auch Likörchen aus dem Holunder machen und Verschencken ;O) würd mich dafür auch ganz selbstlos als Beschenke anbieten ;O)
    Lieben Gruß
    Ramona

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  13. Ich kenne in erster Linie auch nur die Holunderblüten-Jünger. Lässt sich viel einfacher zu Sirup/Marmelade verarbeiten und der Unterhaltungswert ist um Längen höher, wenn meine Ma durch die Büsche hopst, um die Blüten zu sammeln.

    Ansonsten würde ich auch sagen: genieß den schönen Anblick ;o)

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  14. Ich dampfentsafte. Heiß in stabile Flaschen abgefüllt, sollte der Saft so über den Winter halten. Allerdings gebe ich immer auch zu diesem Zeitpunkt reife Trauben aus dem Garten mit in den Entsafter = mehr Zucker. Gebe aber keinen extra zu, das bleibt eine herbe Angelegenheit, die später nach Bedarf nachgesüßt werden kann. Schmeckt gut als Tee mit heißem Wasser (oder in Schwarztee, den ich nicht mag), und allein die Farbe ist göttlich! Ich denk da gleich an bunte Kuchen...
    Falls Du irgendwann mal einem kreativen Wahn erliegst: zwar ziemlich scheußliche, aber haltbare Stoffarbe. Als Haarfarbe habe ich es noch nicht ausgetestet, lila steht mir einfach nicht.

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  15. Hi Sudda,

    vielleicht kennst du ja jemanden in Hamburg, der dir das Rezept für die überaus leckere "Fliederbeerensuppe mit Grießklößchen" verrät? Musst sie ja nicht selbst essen, aber deine Familie freut sich sicher...

    Gruß
    Claudi

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