Mittwoch, 7. August 2013

Oben ohne

Hat etwas länger gedauert, ich musste erst einmal wieder richtig ankommen und die alltäglichen Diversitäten in den Griff bekommen. Eigentlich hat Urlaub doch einiges an "Nachspielzeit", findet ihr nicht?

Gestern Abend dann "Freiwilligentreff" von der Dienstagssportgruppe. Pfoah, hab ich geschwitzt. Tat aber himmlisch gut, sich zu bewegen und anzustrengen, festzustellen, dass noch alles da ist und funktioniert, wie es funktionieren soll.

Das mit der Ode habe ich mir übrigens noch einmal überlegt. Dichten ist nicht so mein Ding.
;o)

Dennoch...

Als ich dieses Jahr wie selbstverständlich mit freien Armen da saß, wurde mir richtig bewusst, wie wichtig dieser Eingriff für mich war. Denn als ich darüber nachdachte, wie lange meine Oberarme nicht mehr das Licht der Öffentlichkeit gesehen hatten, war mir ganz feierlich zu Mute.


Ja, ich weiß, dass es sicherlich viele Menschen gibt, denen die Oberarme total egal sind. Mir aber nicht. Schöne Oberarme finde ich persönlich hochästhetisch. Jetzt zumindest völlig normale Oberarme zu haben, fühlt sich genial an. Wirklich.

Ich fand meine Oberarme unerträglich als ich dick war.
Ich fand sie aber ebenso unerträglich als ich abgenommen hatte und von meinen Oberarmen nur noch "Pelle" übrig war. Unfassbar viel Pelle.

Denn als ich dick war, war es für mich normal, mich zu verhüllen und einfach komplett wegzuvertuschen. Aber wenn du abgenommen hast, bist du stolz auf dich selbst. Du hast so lange daran gearbeitet und willst endlich, endlich auch Kleidung tragen, die das zeigt. Nicht mehr die ca. knielangen Gebilde, die alles umwallen.

Und dann... Pelle satt.

Wie dem auch sei. Meine Oberarme und ich sind beieinander angekommen. Ich habe ärmellos getragen und es war einfach normal. Ich bin froh, dass ich mich dazu entschlossen habe und würde mich jederzeit wieder dafür entscheiden. Glasklar. Das ist wieder ein Stückchen Freiheit und Normalität für mich. Auch wenn das nicht jeder nachvollziehen kann.

Als ich nämlich auf der Düne hockte und der Wind mir durch die Haare sauste, fiel mir ein, dass meine Oberarme ca. 17 Jahre mehr oder minder weggesperrt waren. 17 Jahre! Und wenn ich sie ganz selten mal raus ließ, fühlte ich mich nicht wohl. Ich habe meine Arme (außer am Strand und nur auf dem Weg vom Handtuch ins Meer) immer versteckt. Sobald ich nämlich wieder auf dem Handtuch saß, zog ich mir ein T-Shirt über. Natürlich nur um keinen Sonnenbrand zu bekommen - ist klar.

Naja. Vorbei ist vorbei. Zum Glück.

Aber es gibt eine Situation, in der ich die Arme nach wie vor einpacke.
Langärmelig.
Egal, wie warm es ist.

Und zwar beim Sport!

Denn die Narben fühlen sich nach wie vor ein wenig "doof" an (wie Narben sich eben so anfühlen können), das Gefühl ist zwar weitestgehend wieder da, aber eben nicht ganz. Außerdem darf man nicht vergessen, dass die Narben von der Achselhöhle auf der Innenseite der Oberarme bis fast zum Ellenbogen reichen. Sie haben sich natürlich auch unter der normalen Hautspannung breiter gezogen, aber das hatte man mir vorher schon prophezeit. Rechts mehr als links - ich bin Rechtshänder und nehme an, dass das damit zu tun hat. Dafür sind sie schon deutlich verblasst.

Jedenfalls ist es ein unangenehmes Gefühl, wenn die Narben bei heftigerer und länger andauernder Bewegung an der Kleidung reiben. Daher... verpackt.

Aber damit kann ich leben.
Problemlos.




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Kommentare:

  1. Ich hab auch selten bis gar nie so schöne Narben gesehen bzw fast nicht gesehen wie bei Dir!

    Von daher: trag sie mit Stolz, Schnegge! Hugg

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  2. Interessanterweise, vermutlich liegt es am Sommer, habe ich in letzter Zeit auch sehr viel darüber nachgedacht. Befinde ich mich ja praktisch in deinem Vorher-Zustand..
    Ich darf doch Samstag bestimmt nochmal glubschen und tatschen oder? ;)

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  3. Oberarme sind eben Teil des Körpers. Gerade in den warmen Jahrszeiten kommen sie ans Tageslicht. Sie sind sichtbar. Wie belastend es ist sich Sommer für Sommer bei Hitze verhüllen zu müssen, daran kann ich mich noch gut erinnern.
    Dieses ständige Kreisen im Kopp um das eigene Aussehen. Die Blicke von anderen. Wahrscheinlich ist das mit einer der hängengebliebenen Gründe, warum ich den Sommer nicht mag.

    Ich kann verstehen, dass Du nach all der Arbeit - auf allen Ebenen - und mit damals über 40 Kilo weniger dich entschlossen hast, die (wie Du es nennst) Pelle operativ verschwinden zu lassen. Das kostet trotz der inneren Qual sicherlich sehr viel Mut und Kraft. Zudem Du ja den oberen Bereich gleich in "einem Abwasch" gemacht hast :O)

    Grüße an Dich !
    Oona

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  4. Ach ja. Ich wette, dass Du mit dem Post-Titel noch wesentlich mehr Klicks auf Deiner Seite bekommst als ohnehin schon...

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  5. was meinst du mit eingepackt?

    in diesen engen Anzug *fällt grad der Name nicht ein

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    1. Nein, einfach nur etwas drüber. Langarmshirts oder zumindest T-Shirts, die die Narben abdecken.

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    2. Den Kompressionsbolero habe ich zerstört, sobald ich ihn nicht mehr brauchte. Mistdingen!

      :D

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