Samstag, 16. November 2013

Andere sind anders...



.. darum bezeichnet man sie so!

Weil ich gerade für das Buch an einem passenden Text herumknödele und es mir immer wieder auffällt, möchte ich dazu heute ein paar Zeilen verlieren. Mir brennt es schon länger auf den Nägeln.

Ernährung ist eins der Themen bei denen sich die Gemüter extrem aufreiben können. Manchmal muss ich heftig schlucken, wenn ich lese, welche Ausmaße Grundsatzdiskussionen annehmen können, und bin immer wieder froh, dass ich von solchen Anfeindungen bislang weitestgehend unbehelligt blieb. Manche Kommentare haben mir an verschiedenen Stellen des Orbits echt den Atem geraubt, weil sie so extrem waren. Das finde ich granatenscheiße, da fällt mir auch leider kaum anderes Wort zu ein.

Man gewinnt den Eindruck als spalte sich die Ernährungswelt in „Lager“ auf und "bekämpfe" sich gegenseitig – manchmal finden diese „Kämpfe“ sogar innerhalb der eigenen "Lager" statt. Sehr unangenehm, nicht selten sogar hochnotpeinlich.

Genauso unangenehm finde ich aber auch Posts, in denen jemand seine Erkenntnisse als absolute Wahrheit darstellt und im weiteren Verlauf der Kommentare andere Meinungen einfach "niederbürstet". Schwarz und weiß, Ende. Aber was ist mit den ganzen Grauschattierungen oder sogar hier und da mal ein wenig rot, blau, gelb und grün?

Jeder mündige Mensch hat das Recht, sich bewusst für eine Ernährung zu entscheiden. So lange es sich dabei nicht um eine extreme Hungerdiät oder ähnlich Gesundheitsschädliches handelt, beglückwünsche ich jeden (Übergewichtigen) von Herzen, der den Weg findet, mit dem er sich wohlfühlt, gesund leistungsstark ist (und dauerhaft abnimmt).

Es ist nicht an mir für einen anderen Menschen zu entscheiden. Wie gesagt: Andere Menschen sind anders, deshalb nennt man sie so.

Natürlich gebe ich gerne nach bestem Wissen und Gewissen einen Rat, wenn ich darum gebeten werde oder den Eindruck habe, dass es gewünscht ist oder in den Zusammenhang passt, aber ich wäre nie so vermessen zu glauben, dass ich den Stein der Weisen, den Gral der Grale, das Nonplusultra für alle mit meiner Ernährung gefunden habe.

Ich bin ich.
Du bist du.
Sie ist sie.
Und er natürlich er.

Was auch immer mir gut tut, muss noch lange nicht Deins sein. Wir Menschen sind zum Glück so individuell, bunt wie das Leben - ist doch herrlich wie phantasievoll sich die Entwicklungsgeschichte zeigt, oder?

Ich gönne jedem seinen Erfolg. Dazu weiß ich noch zu genau, wie es DORT war. Damals. Und wie gut es tut, HIER zu sein. Heute.

Unterm Strich ist es dein Leben und das einzige, was wirklich zählt, wenn man irgendwann das letzte Mal die Augen schließt, ist zu denken: „Ja, war toll!“

Daher würde ich gerne ein kleines Zeichen setzen. Ich möchte auch mal Erfolgsgeschichten (natürlich mit Link) aus einem anderen Ernährungsbereich veröffentlichen, bislang war hier - soweit ich mich erinnere - alles LCHF.

Wer mag von sich erzählen? Ich würde mich sehr freuen. Melde dich!


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Kommentare:

  1. Liebe Sudda,

    du sprichst mir aus dem Herzen! Ernährungsdogmatiker sind auch mir ein Gräuel. Ich merke diese Art der - ja, ich denke, es passt - "Diskriminierung, wenn ich eine Frage in einem Forum stelle und man sich zu fein ist, darauf zu antworten. Wenn ich dann allerdings sehe, über was für Sachen die die Freaks unterhalten, wird mir ganz anders und mir ist klar, dass ich kleine LCHF-Anfängerin im Prinzip doch alleine bin.
    Jeder muss seinen Weg und seine Leute finden, die ihn begleiten und niemand darf sich anmaßen, sich und seine Gangart als die einzig Richtige anzusehen.

    LG, Haike (und natürlich ein schönes WE)

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  2. Leben und leben lassen. Ich bin keine LCHFlerin, finde es aber spannend in andere Gärten zu luschern, könnte ja was dabei sein, was mir auch schmeckt oder meinen Horizont generell erweitert! Dogmatiker sind mir überall zuwider, weil in ihrer Ausrichtung zu einseitig/festgefahren/intolerant. Ich sage einfach:"Laß es Dir schmecken!" ;)

    LG Doris

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  3. Da proste ich dir grad mal mit meinem Milchkaffee zu!
    Wahre Worte!
    Grüßle,
    Inka

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  4. Danke für diesen Post, Sudda!!

    Ich habe schon oft ungläubig auf den Bildschirm gestarrt, wenn ich gelesen habe, wie sich Leute beim Streit über Ernährungsformen an die Gurgel gehen.

    Das geschieht zwar "nur" verbal und digital, aber auch das ist schon schlimm genug.
    Es verunsichert Leser, die endlich glauben, einen Weg für sich gefunden zu haben.
    Wie soll man seinen eigenen Weg finden, wenn einem jeder seine Meinung aufzwängen will?
    Wie soll man auf sein neu entdecktes "Programm" vertrauen, wenn selbst die (selbsternannten?) Kenner dieser Ernährungsform sich bis zum Gehtnichtmehr an Details aufreiben und darüber streiten?

    Das ist innerhalb von LCHF so, wo manchmal Leute um minikleine Nuancen endlose Diskussionen führen, die zu nichts führen, außer zu verhärteten Fronten. :-/
    Das ist aber auch zwischen verschiedenen Ernährungsweisen so. Da wird gerne auf anderen Ernährungsweisen rumgetrampelt. In alle Richtungen.

    Ich kann doch nicht beurteilen, was das Richtige für Jedermann ist, nur weil mir meine Ernährung liegt und gefällt. Ich kann doch nicht von oben herab sagen "Ja, iss Du mal dies und das, wirst schon sehen, was Du davon hast." Das ist entwürdigend und es schwingt immer ein "Ich bin ja so viel besser als Du" darin mit.

    Wenn jemand es schafft abzunehmen, freue ich mich mit und respektiere den Weg, den er gegangen ist. Schließlich hat es funktioniert!

    Außerdem finde ich es furchtbar, das Leute so schnell als dumm und unfähig abgestempelt werden, weil sie noch suchen, weil sie etwas anderes machen und weil sie noch experimentieren oder Fragen stellen.
    Und es führt dazu, dass einige sich gar nicht mehr wagen, etwas zum Thema zu sagen, weil sie mit einem "Shitstorm" rechnen müssen.

    Es muss doch jeder die Ernährung finden, die ihm liegt und sich nicht der Meinung von XY fügen.

    Es gibt in der Ernährung meiner Meinung nach nicht "die EINE Wahrheit".

    Leben und leben lassen - essen und essen lassen.
    Meine Meinung dazu.

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  5. Liebe Sudda,
    wie immer finde ich deinen Post genial.
    In diesem Falle wünsche ich mir von Herzen, dass es auch von den "richtigen" Leuten gelesen wird und dass es in deren Hirn einziehen kann.

    Ich sage:

    Von Herzen DANKE!

    Übrigens die Kommentare sind genauso gut.
    Auch Danke an die Kommentatoren!

    Liebe Grüße
    Minze

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  6. Hi,
    ich finde die Einschränkung "gesund" am wohl wichtigsten.

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  7. Hallo liebe sudda, ich denke es werden nicht wirklich viele highcarbler deiner Blog lesen. Ich selbst hatte jetzt nie die wirklichen Gewichtsprobleme, obwohl ich mit highcarb natürlich immer schlanker und fitter war, außer natürlich während meiner Bodybuildingzeit, doch da gab es in der Vorbereitung weder Fett noch KH und da hatte ich auch immer Heißhunger.

    Nun gut, ich denke in deinem Fall "Schuster bleibe bei deinen Leisten". Du müssest es wirklich selbst ausprobiert haben, um wirklich etwas dazu sagen zu können. Weißt du ich habe vor ein paar Wochen ein ganzes Buch in die Tonne getreten, weil ich nicht voll dahinter stehen konnte, was den Bereich Ernährung angeht.

    Jetzt sieht das schon anders aus, denn noch nie ist jemand von Obst und Gemüse krank geworden, was nicht heißt, dass man da nicht auch vieles falsch machen kann. Ich schreibe gerade einen kleines Buch "gesund durch den Winter" und Ernährung ist da nur eine von fünf Säulen. Ich war das letzte Mal erkältet, als ich mit meiner jetzt 19 jährigen Tochter schwanger war. Und die meiste Zeit von diesen Jahren war ich überwiegend roh und pflanzlich unterwegs. Ich möchte die Jahre lowcarb nicht missen, denn das ist für mich höchstes Erfahrungsgut unbezahlbar. Das sind eigene Erfahrungen immer.

    Mit lowcarb kann man wirklich gut abnehmen und nebenbei auch einiges gesundheitlich in Ordung bringen, doch...? Du musst immer dabei bleiben, einmal zuviel KH und der Rückfall ist vorprogrammiert. Das ist bei HC halt nicht der Fall. Ich bin ein Mensch, der es einfach mag, keine Kalorien zählen, essen bis ich wirklich satt bin und mich mit mir und meinem Körper gut fühlen. Bei HC denkst du einfach nicht mehr über die Figur, das Gewicht nach - du fühlst dich gut und liebst deinen Körper und er verbessert sich Tag für Tag. Ich hatte das ja schon einmal für 7 Jahre und ich merke es kommt wieder :-) Für dich ist lfhc deine Welt und so bleibt uns nur der Sport, wo wir uns treffen können, denn der ist für beide Richtungen wichtig. Bei mir ist es nur so, bei lowcarb musste ich mich aufraufen, jetzt kann ich es überhaupt nicht erwarten, mich endlich bewegen zu dürfen. Zum Abschluß hier http://goluckyj.blogspot.se/ der Blog und ein Video http://www.youtube.com/watch?v=bvebDl0RxqU von einer Schwedin, die von einer fettreichen zu einer kohlenhydrat/früchtereichen Ernährung gewechselt ist. Und hier ein Video von einigen 80/10/10 Leuten: http://www.youtube.com/watch?v=ucHEVNX2c9o&feature=share&list=TL9eAvF3NvsnMBt1qvYVoQ3Rz4LCuYgnq1 Ich hoffe ich konnte dir damit ein bisschen weiterhelfen. Und glaube mir low carb und high carb zusammenzubringen ist wie Sonne und Mond zu verheiraten ;-) Vielleicht hilft dir auch mein heutiger Blogeintrag, denn ich jetzt gleich schreiben werde auch etwas weiter. (Ja, ich weiß, es ist 04.00 Uhr am Morgen, doch ich bin ja auch um 21.00 Uhr schlafen gegangen. Liebe Grüße Petra

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