Samstag, 18. Mai 2013

Toleranz fängt auf dem Teller an

Sehr viele Neu-LCHFler machen sich ernsthafte Gedanken darüber, wie sie ihre neue Ernährungsweise ihrer Umwelt gegenüber verteidigen sollen. Einige erfahren tatsächlich harschen Gegenwind, wenn sie sich wagen, darüber zu sprechen.

Kenn ich - passiert mir auch manchmal. Aber höchst selten. Gerne zündet das Gegenüber eine mehrstufige Rakete ab. Isso.

Sagen wir mal, ich bin aus Versehen irgendwo, wo man mich und meine "merkwürdige Ernährungsweise" noch nicht kennt. Aus welchen Gründen auch immer streifen wir das Thema. Und sofort - aber wirklich sofort - sieht man das Interesse in den Augen des anderen aufblitzen. "Ha, ERNÄHRUNG, dazu kann ich auch was sagen. Moooooomennntttt...", denken sie vermutlich.

Es gibt eben einfach Themen, da fühlt sich jeder berufen, seine Meinung zu vertreten. Ernährung ist dummerweise eins davon.

1. Raketenstufe:

"Was? Keine Nudeln, keinen Reis, kein Getreide, kein Mehl, kein Zucker, keine Kartoffeln? DAS könnte ich nie."

Und dann kommt immer, aber wirklich immer:

"Was isst du denn dann zum Frühstück?"
"Ich frühstücke nicht."
"Och, das ist aber ungesund."
"Ich habe noch nie gefrühstückt. Ich habe morgens keinen Hunger. Das hat nichts mit LCHF zu tun."
"Ohne meine Nudeln und mein Brot könnte ich nicht leben."
"Brauchst du ja auch nicht. ICH ernähre mich so."

Kurze Schweigepause.


2. Raketenstufe:

"Aber das ist doch total ungesund. Das ganze Fett."

"Aber jeder weiß, dass man fettarm essen, Kalorien akribisch zählen und sich vor allem viel bewegen muss. Das ist doch wissenschaftlich erwiesen."

"Das kann nicht funktionieren!"

Und schon sieht man sich gezwungen zu diskutieren. Worauf ich aber nur manchmal Nerv habe.
Seit ich tatsächlich mit dieser Art und Weise abgenommen habe, ist das selten der Fall. Ich bin schließlich der lebende Beweis dafür, dass es - zumindest bei mir und vielen anderen - funktioniert.

Und final bricht das Gegenüber dann gerne die gesamte Unterhaltung ab, indem die letzte Stufe gezündet wird.


3. Raketenstufe:

"Du wirst schon noch sehen, was du davon hast."

Ach so.
Okay.
Stimmt.
Wäre ich doch besser dick geblieben.
Verdammt!

Was ist denn jetzt eigentlich so unfassbar "Abrakadabra" an LCHF? Ich esse lediglich natürliche Lebensmittel, mit dem Fettgehalt, der im Originalzustand darin enthalten ist. Außerdem streiche ich Getreide, Reis, Kartoffeln, Zucker, Stärke, Zusatzstoffe, etc....

Gemüse esse ich reichlich oder kann ich reichlich essen. Hier kann man sich die möglichen Mengen mal ansehen:
Meine Gemüseliste

Warum wird an LCHF so viel herumdiskutiert? Oder ist das bei jeder Ernährungsweise so? Okay, gut, ich denke Veganer kriegen noch deutlich mehr zu hören. 

Ich mag es nicht, wenn andere einem ihre Meinung aufzwingen wollen. Übrigens mag ich es genauso wenig, wenn manche LCHFler radikal sind. Und anderen, die sich so nicht ernähren möchten, das Gefühl geben, sie seien blöd und dämlich.

Ich hoffe nicht, dass ich so "rüberkomme". Das ist nicht mein Ansinnen und Ziel. Das möchte ich nicht. Kann ich auch gar nicht.

ICH kann nur für MICH sagen, dass LCHF für MICH die richtige Ernährung ist. Weil ICH damit MEINEN Heisshunger endlich in den Griff bekommen habe. Weil ICH damit prima und entspannt MEINE Kilos verlieren konnte. Und ICH MICH seitdem in MEINER Haut sehr wohl fühle.

Toleranz, das wünsche ich mir.
Kein DIE DA und WIR HIER.

In diesem Sinne gehe ich jetzt in die Küche und bereite Rosmarinkartoffeln für meine Gäste vor. 






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