Dienstag, 16. Juli 2013

Fünfe gerade im Urlaub

Für die meisten von uns steht wohl die Urlaubszeit vor der Tür.

FREIO!

Und an vielen, vielen Stellen lese ich jetzt:

* Im Urlaub gönne ich mir etwas, da schau ich nicht auf die Kalorien
* wir haben All-inclusive gebucht und ich will was haben für mein Geld
* Urlaub ist Abnehmpausenzeit
* da (Urlaubsziel) gibt es so leckeres XY, das kann ich hier nicht kaufen
* im Urlaub werde ich mich mehr bewegen, da kann ich auch mal was naschen
* wenn alle um mich herum naschen, will ich nicht blöd daneben sitzen
* danach mache ich mit voller Kraft weiter
* Urlaub ist nicht das ganze Jahr
.
.
.

Darüber mache ich mir so meine Gedanken.

Urlaub also.
Pause vom Alltag.
Das ist es auf jeden Fall.

Aber warum wird das häufig so sehr mit Essen verknüpft?

Ganz oft, wenn man Menschen nach ihrem Urlaub befragt, hört man Antworten wie:
"Es war herrlich. Tolles Hotel, super Essen. Das BUFFET! Da gab es alles! Die xyische Küche ist wirklich phantastisch."

???

***************************************************

Exkurs:

Genauso wie es häufig einen bestimmten Bewertungspunkt für Restaurants gibt, nämlich die Portionsmenge! Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist recht wichtig, hat es den Anschein...

"Da bekommt man wenigstens vernünftigte Portionen."

oder aber

"Da hängt das Schnitzel o-ri-gi-nal bis über den Tellerrand und SO ein Berg Pommes dazu."

Dass ich XL-Restaurants richtig pervers finde, brauche ich hoffentlich nicht zu sagen. 

***************************************************

Zurück zum Thema:

Warum spielt das Essen im Urlaub eine so große Rolle?

Weil man nicht selbst kochen braucht?
Weil man überhaupt mal Zeit hat, zu "genießen"?

Sagt es mir.
Ich bin mir nicht so einig.

Jetzt sind wir allerdings im Abnehmmodus.
Wir wollen doch schlank werden!

Seit Wochen, Monaten, Jahre kämpfen wir mehr oder minder daran, leiden unter unserem Übergewicht, sind kritisch mit uns selbst, vergießen das ein oder andere Tränchen, hassen oftmals unseren Anblick im Spiegel, wollen eventuell am liebsten nicht vor die Tür...

... fliegen/fahren weg und *schwupps* schnackt das Hirn nach hinten wir wollen "genießen" und uns etwas "gönnen".

Hm.

Wir hasten durch den Alltag, jeder in seinem Takt, mit seinem Stress und durch sein Leben. Und wenn wir Zeit haben, freuen wir uns auf Essen?
 
Ich möchte mich da übrigens nicht ausschließen. Ich fahre - wie üblich - nach Schweden und auch dort gibt es reichlich Lebensmittel, auf die ich mich freue. Das Fischangebot, die schwedische Sahne, gut, durchaus LCHF, aber warum so viele Gedanken ans Essen verdaddelt?

Vermutlich bin ich darüber überhaupt an das Thema gekommen. Still vor mich hinfreuend, kam ich auf einmal zu mir und habe mir selbst einen Vogel gezeigt.

Sind das nicht brandgefährliche (Denk-)Ansätze für eine trockene Esssüchtige?

"Ach was, die kleine Pause. Das ist doch nur eine Ausnahme. Ein Ausflug vom Alltag. Danach mache ich einfach weiter wie bisher."

Nein, das will ich nicht.

Ich habe beschlossen, dass ich stattdessen eine zweite Kosmetiktasche und die große Sporttasche mitnehme. Mich um mich selbst kümmern, mich körperlich verwöhnen durch Sport und Cremeeinheiten. Das ist Luxus!

Klar, ich werde mein Essen auch genießen. Aber ich werde nicht mehr essen. Ich nutze die Vielfalt und Andersartigkeit der dortigen Lebensmittel und tausche sie gegen meine "Standardware" aus. Das ist für mich Genuss.

Ich werde lesen.
Ich werde schreiben.
Ich werde schlafen.
Ich werde sonnen.

Ich werde bewusst mich und meine Umgebung erleben.

Außerdem habe ich etwas, wofür sich zu kämpfen lohnt!
Etwas für mich äußerst Erhaltenswertes.
Aber dazu Morgen mehr.

:D






Teilen