Sonntag, 6. Oktober 2013

Back to basics #1

Als wir dieses Haus kauften, gab es nur Grundstück. Garten möchte ich das, was vorhanden war, nicht nennen. Bisschen Gras, bisschen Nadelgehölz, peng Ende.

Das war 1999 und die folgenden zwei Jahre verbrachte ich damit, die Scholle auf links zu drehen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich legte Beete an, pflanzte unzählige Stauden und Sträucher, geschenkt und gekauft, schnucklige Buchsbaumhecken säumten teilweise die bepflanzten Flächen und ich zog selbst Bohnen, Mangold, alle Kräuter, die mir in die Finger kamen, Tomaten, Gurken, Zucchini, Paprika, Feld- und andere Salate, Kohl, etc. pp.

Mein Mann half mit und so zogen auch die Äpfel, Felsenbirne, Schlehen, Himbeeren, Brombeeren, Kirschen, Erdbeeren, Kiwi, Zwetschgen, Stachelbeeren, Walderdbeeren, Heidelbeeren, Johannisbeeren, Preiselbeeren, etc in den Garten ein. Der Mann entwickelte eine Liebe zu alten Rosensorten und Lilien. Dazwischen legten wir immer wieder mal hier und da einen Sitzplatz an. Mal überrankt, mal nicht. Wir können den ganzen Tag im Garten der Sonne hinterher ziehen oder eben dem Schatten, was wir gerade möchten. Eine grüne Hölle quasi.

Das war damals - als ich noch viel Zeit und Nerv dafür hatte. Dann begann ich arbeiten zu gehen und noch einige Jahre später entdeckte ich mich selbst. Blieb also keine Zeit mehr für meinen Garten und der tat, was ein guter, naturnaher Garten tun muss... Verwildern! Aber hallo.

Sicherlich, ab und an opferte ich mich doch und erledigte die notwendigsten Dinge, aber schön ist wirklich etwas anderes.

Das lange Wochenende habe ich im Garten verbracht. Mal abgesehen davon, dass dem Einsatz alle langen Fingernägel zum Opfer fielen und einer meiner Zeigefinger wegen der Wegreisserei des Unkrauts angeschwollen ist... es macht richtig Spaß. Wenn man den ganzen Tag im Garten rumrobbt bis alles weh tut und dann gegen Sonnenuntergang einen Blick hinter sich wirft und sieht, was man geschafft hat... unbezahlbar!

Mit Block und Stift habe ich Zeichnungen erstellt, wie ich mir den Garten zukünftig vorstelle und eine Todo-Liste erstellt, die einem ob ihrer Länge und Ausführlichkeit die Tränen in die Augen treibt. Aber egal. Ich will das jetzt.

Und während ich so grub und zubbelte und fluchte und mich gleichzeitig freute, kam mir der Gedanke, dass man den Garten ganz anders und intensiver nutzen müsse. Man rennt rum und sucht Bio und dabei lungert es einfach so im Garten herum. Oder könnte im Garten herumlungern, wenn man geschickt plant und pflanzt.

Die Hersteller von Lebensmitteln können mir eine Menge erzählen, in meinem Garten weiß ich, was dran ist und für irgendetwas muss es doch gut sein, dass man nun wirklich auf plattestem Land lebt.

So langsam entwickelte sich mein Beschluss, dass ich "Back to basics" möchte. Noch mehr als bisher. Ich will meinen Garten maximal nutzen und das Gemüse und Obst anbauen, das hier Sinn macht. Im nächsten Schritt werde ich versuchen, mein Geld eben nicht mehr in die großen Supermarktketten zu tragen.

Ehrlich gesagt ist es doch sowieso jetzt schon so, dass wenn ich mir die Reklamezettel und einen dicken Edding schnappe und all das durchstreiche, was ich sowieso nicht kaufe, am Ende nur eine Handvoll Produkte übrig bleibt, eben Obst, Gemüse und maximal Fleisch und Fisch. Das wiederum kann ich wirklich woanders kaufen. Gut, und Klopapier, Shampoo, Spüli, Zewa, blabla...

Das muss auch anders gehen oder fast ohne. Und das möchte ich ausprobieren.

Noch gehe ich davon aus, dass die Umsetzung teurer wird als wenn ich die Produkte im Supermarkt oder Discounter kaufe. Aber andererseits habe ich mit großem Keller und ausgewachsenen Lagerregalen und Tiefkühltruhe sehr gute Möglichkeiten mit Hintergedanken einzukaufen.

Darüber hinaus finde ich, dass meine Familie und ich auf recht großem Fuß leben. Wir essen definitiv zu viel (dazu später in Back to Basics #2) mehr und ich kaufe bislang wild und wahllos das ein, was mir in die Finger fällt und worauf ich gerade Lust habe - und ich wette, dass da auch viel Geld flöten geht. Lieber weniger und dafür ausgesuchte Qualität - noch besser als bisher.

Wir werden sehen, ob mein neuer Einkaufsplan "Adios Supermarkt" wirklich umsetzen lässt und es so viel teurer ist. Jemand hier, der das schon mal ausprobiert hat? Oder mit irgendwelchen Erfahrungsberichten aufwarten kann? Und ich werde wohl noch mehr als bisher auf das zurückgreifen müssen, was saisonal angeboten wird. Wird einem das eventuell langweilig? Was kann man mit dem, was angeboten wird oder gerade zur Verfügung steht, abwechslungsreich und interessant kochen? Vor allem so, dass man von der Familie immer noch gemocht wird?

Ab sofort mache ich mich auf die Suche nach anderen Einkaufsmöglichkeiten und werde berichten. Es gilt einen gefühlten (nicht ganz sicher wie viel) vierstelligen, monatlichen Betrag für die Supermärkte aufs Minimum zu reduzieren... Das wird spannend. Ich werde Vergleichsberechnungen anstellen.

Aus diesem Grunde verschwinde ich jetzt auch wieder in meiner grünen Hölle. Unsere beiden Apfelbäume tragen so viele Früchte... Ich hab nämlich nachgelesen, dass man Apfelmus sehr gut völlig ohne Zucker machen kann und da die anderen in dieser Familie nicht unbedingt LCHFler sind, werde ich, nicht zuletzt inspiriert von Frau Glasgeflüster (klick! Vom perfekten Dinner der letzten Woche), jetzt Apfelmus machen. Und noch einen dicken Korb vol Früchte für den lokalen Kindergarten pflücken, falls die Äpfel möchten.

Ansonsten... Ida? Willste Äpfel? *lach*

Ich mach euch nachher noch ein Foto.

Später stelle ich vielleicht noch Apfelfotos ein und mache euch den Mund wässrig. :D

Als nächster Post folgt, wie es mit meiner persönlichen Ernährung weitergeht. Auch da sind größere Einschnitte definitiv geplant.




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