Freitag, 11. Oktober 2013

Back to basics #2

Ich sag es mal ganz klar:

Ich bin anscheinend nicht in der Lage, die Zügel ganz lose zu lassen und einfach so vor mich hin zu essen.

So gerne ich das würde. Aber dafür war ich vermutlich zu lange in der Spirale des Überessens gefangen. Vielleicht wäre es möglich, wenn ich so diszipliniert wäre, tatsächlich langsam und ruhig zu essen und auf mein Sättigungsgefühl zu hören. Bin ich aber nicht.

Und als in den vergangenen Wochen meine Welt auch noch Kopf stand, war alles vorbei. Ich habe zwar natürlich weiterhin LCHF gegessen, aber viel zu viel. Und kein Stück mehr auf "Hunger" oder "Unhunger" gehört. Und zu viel LCHF ist automatisch mehr Kohlenhydrate und Protein - die Rezepte waren die gleichen, von daher erhöhen sich diese Mengen proportional mit.

Nicht gut.

Und ja, auch mit LCHF kann man zunehmen.
Da kann man mir nicht irgendwelche anderen Theorien vorsetzen.
Wäre natürlich tiptop, wenn es anders wäre, aber...

Wenn ich mehr esse, als mein Körper benötigt, nehme ich zu. 

Man isst mehr.
Man weiß, dass man mehr isst, als man sollte.
Das schlechte Gewissen wächst und gedeiht.

Was tut man?
Genau:
Man geht NICHT auf die Waage.
Sehr clever.

Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß, oder?

Schluss damit.
Ende.

Zeit, den Tatsachen ins Auge zu blicken.

1. Ich bin nicht in der Lage "frei" zu essen.
2. Ich brauche Kontrolle.
3. Ich wiege 80,3 kg und habe damit exakt 4,1 kg seit Juli zugenommen.

Dreck da!

Damit liege ich etwa 10 kg über dem, was früher einmal mein ursprüngliches Ziel war.
Ganz zu schweigen davon, dass ich diese widerliche 8 wieder vorne stehen habe.
Ich glaube, dass ich das fast am Ätzendsten finde!
Argh.

Ich könnte mir das natürlich schönreden (liegt an der Jahreszeit, der Körper lagert für den Winter ein), schließlich kann man sicherlich immer eine gute Ausrede für alles finden, will ich aber nicht. Selbst wenn es so wäre, dass der Körper in dieser Jahreszeit gerne einlagert, da stehe ich gefälligst drüber! Und die allerersten 20 kg habe ich damals zu genau dieser Jahreszeit abgenommen, geht also. Ist eher eine Frage der Disziplin, denke ich. 

So geht das nicht weiter.

Daher... Back to basics.
Reset.
Zurück zu dem, was für mich funktioniert hat!


Mein Plan für die nächsten 10 kg:

1. Kohlenhydratgrenze: 20 g - nicht mehr als 10 g pro Mahlzeit. Die Kohlenhydrate sollten idealerweise aus Gemüse stammen, Milchprodukte außer Hartkäse und Butter sind zu meiden.
Ich bin und bleibe sehr empfindlich, wenn es um die Kohlenhydratmenge geht. Gratulation an alle, bei denen es anders ist. Darüber hinaus tun mir besonders bestimmte Milchprodukte nicht gut, sie lösen Heißhunger aus. Unschön. Ich vermute, dass das der Fall ist, wenn noch einiges an Milchzucker enthalten ist. Außerdem finde ich, dass man, wenn man schon die Kohlenhydrate so stark reduziert, die verbliebenen aus Gemüse beziehen sollte. Alles andere halte ich für ungesund. Von daher scheiden "Nachbauten" von Süßspeisen und Kuchen definitiv aus. Die haben für mich sowieso nichts mit LCHF zu tun.

2. Proteingrenze: 70-100 g (ca. 1-1,5 g pro Kilo NORMALgewicht), gleichmäßig verteilt auf die Mahlzeiten.
Übermäßig viel Protein wird "verzuckert" (Gluconeogenese). Da nützt es auch nichts, wenn ich die Kohlenhydrate noch so sehr einspare. Es gilt allerdings zu beobachten, ob 35-50 g Protein pro Mahlzeit nicht auch schon zu viel sind. Abwarten. 

3. Energiegrenze: 1.500-1.800 kcal
Warum? Weil ich damit gute Erfahrungen gemacht habe. Das ist ein persönlicher Erfahrungswert und von Mensch zu Mensch ein wenig individuell. 

4. Nur Essen, wenn ich wirklich Hunger habe.
Brauche ich nicht weiter ausführen, oder? Ich muss verstärkt darauf achten, dass ich nicht aus Langeweile oder Trost esse. Oder weil irgendwo etwas herumliegt. Echten Hunger erkennt man, wenn man sich mal die Zeit nimmt, darauf zu warten. Er ist unüberspürbar.

5. Rigoroses Notieren bei fddb für mindestens 2 Wochen, dann sehen wir weiter.
Da möchte ich mich nicht auf einen längeren Zeitraum festlegen. Zu hoch gelegte Latten führen bei mir gerne zur Absprungsverweigerung. Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass ich mich ein wenig genauer überwachen muss. Nach so vielen Jahren glaubt man, dass man immer richtig liegt. Kontrolle kann dabei zu unschönen Aha-Erlebnissen führen. *narf* 

6. 4 x Sport pro Woche als Minimum, Rest ist Bonus - und Sport ist, wenn man hinterher duschen muss - sonst nicht!
Tut mir einfach gut. Und Teil der Bewegung wird auch sein, dass ich mir öfter wieder die Laufschuhe an die Füße binde.

7. 2-3 l am Tag trinken.
Und damit meine ich NICHT Kaffee und Wein. *rolleyes*

8. Wiegetag ist und bleibt Mittwoch.
Ich brauche die Kontrolle einfach. Es ist schon interessant, wie gut man die Waage übersehen kann, wenn man von der Spur abkommt. Ich musste sie fast suchen. Tse.

9. Keine Ausnahme
Dieses Wort ist aus meinem Wortschatz gestrichen. Gleiches gilt für die Ausdrücke "ab Morgen" oder "nur heute noch". 

So sieht es aus, meine Lieben.
Auf geht es.

Hat jemand Lust sich anzuschließen?
Ihr dürft natürlich euren eigenen Weg gehen, wobei mich schon interessieren würde, WAS für euch funktioniert.

Gemeinsam ist es nicht so einsam.

<3



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