Mittwoch, 5. März 2014

Inselblick


Auf die Geschichte mit der Insel von gestern, schrieb Kati folgenden Kommentar:

Die Geschichte ist sehr schön. Leider ist es aber mit ankommen auf der Insel nicht getan, sondern man muss sich darüber im Klaren sein, dass man sich, auf der Insel angekommen, nicht zurücklehnen kann und wieder zurück zu alten Gewohnheiten kehren kann.
Einmal auf der Insel heisst, die neue Ernährung (mit kleinen Abwandlungen) ein Leben lang beibehalten. Deshalb wirken auch Sachen wie *Eiweißshakes* und Co nicht, weil sie nicht für lange Zeit gedacht sind.
Auf der Insel bleiben dauerhaft nur ca. 5 % Aller, die losschwimmen. Deshalb sollte man sich die Methode und die Motivation genau überlegen. Jeder der losschwimmt und aufgibt, wird dicker als vorher und dicker, als der der gar nicht erst beginnt.
Das ist das Fiese. Entweder man findet einen Lebensstil, den man auf Dauer leben kann oder man sollte es besser ganz lassen und versuchen sein Gewicht zu halten.

LG

Kati

Den finde ich sehr wichtig! Denn natürlich hat sie recht, denn wenn man während der Abnahme nicht gelernt hat, anders mit Nahrung umzugehen und wieder "normal" isst, wird man sehr schnell wieder die Insel verlassen. So schwierig es war, dorthin zu gelangen, zurück wird man "gebeamt". Manchmal bevor man gemerkt hat, dass etwas nicht richtig läuft.

Aber gibt es keine Chance mehr, wenn man einmal den Rückfahrschein gezogen hat? Sollte man die Finger davon lassen und aufgeben, wenn man es nicht schafft? Und wenn man es lassen sollte und das Gewicht nur halten soll... das geht doch auch nur mit einer Umstellung der Ernährung, sonst nimmt man doch auch weiter zu. Nicht umsonst ist man ja in der Regel in diese Situation gekommen.

Ich geh grübeln und stell euch das zur Diskussion. Wie denkt ihr darüber?

Melde mich später mit meinen Gedanken dazu.
Hab Termin!



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Kommentare:

  1. Das Thema scheint ewiglich zu gehen. Es ist so vielseitig und umfangreich.
    Das eine ist der Umgang mit der Ernährung, so wie der Körper es braucht. Es gibt ja immer noch erschreckend viele Menschen, die immer noch nicht wissen was eine gesunde, aufgewogene und freundliche Ernährung ist. Durch schlechte Ernährung und Bewegungslosigkeit im weitesten Sinne dick zu werden ist eine Möglichkeit. Kommt aber - meiner persönlichen Meinung nach - eher seltener vor.
    Dann gibt es eben die andere, die eine Eßstörung haben. Also so eine wie ich.
    Da ist es schon eine wahnsinnige Herausforderung - wenn schon nicht abzunehmen- dann nicht zuzunehmen. Also Eßstörungen, bei denen eine zunimmt bzw. übergewichtig ist. Magersucht und Bulmie sind ja auch Eßstörungen.
    So lange das zutiefst unbefriedigte (ganz individuelle) Bedürfnis / die Bedürfnisse nicht befriedigt sind, solange Auslöser der Sucht unerkannt immer wieder anfluten und solange eine sich nicht selbst ! mehr liebt als das Untergraben der eigenen Achtung durch (fr)essen, solange wird es ein Kampf bleiben.

    Egal, auf welcher Seite eine vom Wasser steht - an Land oder auf der Insel.

    Phönix

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  2. Der Kopf muss bereit sein, dann geht alles andere einfacher. Und wenn bei jedem Kilo weniger die Arthrose weniger jault, ist das sehr motivierend. Dabei fällt mir ein Spruch ein: "Nichts schmeckt so gut, wie schlank sein sich anfühlt". Ich habe das große Glück, dass mir alle LCHF Zutaten schmecken und sehe den Erfolg jeden Tag auf der Waage. - Marie-Johanna

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  3. Nun ja, bei jedem Versuch, droht das Risiko den Grundumsatz herunterzufahren (insbesondere, bei Hunger-Diäten) und um so schneller und um so mehr zuzunehmen.
    Man bringt seinen Stoffwechsel durcheinander und auch der Seele tut dieses widerholte Scheitern nicht gut.
    Wer nicht bereit ist seine Ernährung, seine Bewegung, seine Gewohnheiten und seine Seele dauerhaft zu ändern, der schadet sich mit jedem Abnehmversuch.
    Die meisten extrem übergewichtigen Menschen haben als leichte Moppel angefangen, denen man eingeredet hat, dass Kleidergröße 40/42 für eine Frau inakzeptabel ist.
    Dann kommen die ersten Diäten, Pülverchen, Sportanfälle und co und nach 20 Jahren ist Kleidergröße 42 ein ferner Traum.
    In dieser Zeit wurden etliche 10,20, 30 Kilo ab- und wieder zugenommen.
    Ich kenne kaum eine stark übergewichtige Person, die nicht die Hälfte ihres Lebens "auf Diät" war.
    Da werde aus 5 oder 10 Kilo zuviel über die Jahre ein stattliches Übergewicht von 30, 50 oder gar 100 Kilo.
    Deshalb sind Diäten (auch wenn sie Ernährungsumstellung genannt werden) so gefährlich.
    Zudem sollte man die seelischen Aspekte von Übergewicht nicht vergessen.
    Einige Menschen denen z.B. der Magen verkleinert wurde, verlieren zwar Gewicht, finden aber keine gesunden Ersatzhandlungen für ihre seelischen Nöte. Da kann es dann z.B. Alkoholismus entstehen.
    Der Mensch ist kein Verbrennungsmotor, dem man einfach die Nahrung reduziert und dann wird er dünn und bleibt es.
    Wäre es so einfach, gäbe es keine dicken Menschen.

    LG

    Kati

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  4. Ich möchte mich Phönix' Gedanken zur Essstörung anschließen.

    Ich kenne die Insel, ich kenne den Weg dahin, die Theorie und die Praxis. Ich fühle mich wohl auf der Insel vom Grundsatz her. Dennoch habe ich Binge-Eating-Anfälle, mal mehr, mal weniger. Und in diesen Momenten verlasse ich die Insel, esse Kohlenhydrate (v.a. in süßer Form) bis mir schlecht wird. Soll ich deshalb nicht mehr auf die Insel zurückdürfen?

    Nicht jede Essstörung ist durch eine Psychotherapie heilbar. Man gewinnt Erkenntnis und das Verständnis warum, woher... Deswegen verschwindet es nicht, weil eine Sucht nur selten durch Erkenntnis verschwindet. Weil der Modus der Kompensation immer noch funktioniert. Es mangelt nicht am Begreifen, sondern am Aushalten von sich selbst.

    Kurzum: wochenlangen Phasen auf der Insel stehen katastrophale Tage gegenüber. Wenn es bei Wochen vs. Tagen bleibt, dann ist es aushaltbar. Wenn die Störung aber Wochen dauert und die Insel nur Tage, wird es zum Problem.

    So was ist lebenslang. Und ich denke, auch im Extrem ist es nicht so sehr selten. Aber ohne die Insel bleibt nichts...

    Tami

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  5. Hm..ich denke, dass man da seinen individuellen Weg finden muss. Es reicht auch nicht nur "anzukommen" körperlich. Der Kopf muss mit.
    Ich habe ja schon mal soweit abgenommen, dass ich 65 Kilo wog. Das ging eine zeitlang gut, aber der Kopf war nicht aufgeräumt. Kopfmäßig für eine dauerhafte Veränderung bin ich eigentlich erst nach meiner Therapie zur Binge-Eating-Störung soweit. Das habe ich auch erkannt.
    LCHF ist ein schöner und guter Weg, der mich satt und zufrieden macht. Außerdem hängen nach meiner heutigen Erkenntnis meine Binge-Eating-Störung und der Verzehr von KHs super eng zusammen.
    Um Moment geht es mir gut und ich kann mir super vorstellen immer nach LCHF zu leben. Mir tut es gut, mir geht es gut. Also warum sollte ich es ändern und mich quälen?! Ich WILL meine alten Gewohnheiten und Fressanfälle nicht zurück haben. Genausowenig wie zwanghaftes Kalorienzählen.

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