Mittwoch, 18. Juni 2014

Stimmlos


So wenig Leute am Montag wegen des WM-Spiels da waren, so viele waren es gestern!
28 Mädelz und ein Kleiner füllten die Halle ordentlich.

Der Kleine ist zwei und gehört zu Babe, die sonst nicht hätte kommen können. Und er ist SO süß und lieb, zum Klauen! Das klingt für manche vielleicht befremdlich, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Kleinen nie ein Problem sind. Sie machen entweder mit oder spielen ganz lieb an der Seite. Sollte das Kind nicht mehr wollen, muss die Mama eben mit Kind gehen, so ist es abgesprochen, aber das ist noch nie vorgekommen. Natürlich ist "das Kind mitbringen" etwas für den Notfall und ist bislang erst sechsmal in drei Jahren der Fall gewesen. Die anderen Frauen stören sich ebenso wenig daran, die meisten sind selbst Mütter und wissen, wie es sein kann.

Jedenfalls sind 28 Mädelz plus 1 Trainerin in einer herkömmlichen Schulturnhalle wirklich hart an der Grenze. Dadurch, dass die Akkustik meistens auch nicht prosper ist, wird es sehr schnell sehr laut und sehr unruhig. Gestern lag jedenfalls "etwas in der Luft", denn man braucht sicherlich nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, dass Menschen, die sich mittlerweile lange kennen und sich vielleicht seit 1-2 Wochen nicht gesehen haben, sich eine Menge zu erzählen haben.

Vielleicht spielt das Rheinländische sogar eine zusätzliche Rolle, ich behaupte mal, dass wir ein paar Zusatz-PS im Schnütchen haben. Ich habe Verständnis dafür, wenn es einen gewissen Geräuschpegel nicht überschreitet. Gestern jedoch stieg der nach und nach an und es wurde richtig hummelig und unruhig. Selbst merkt man das wohl eher nicht, man redet mit der Nachbarin halt lauter, weil es drumherum lauter wird und so steigert sich das Ganze quasi von selbst. Und je mehr Menschen da sind, desto lauter wird es. Jedenfalls hat das nichts mit einer Absicht, stören zu wollen, zu tun. Überhaupt nicht. Das weiß ich, braucht auch nicht angezweifelt zu werden.

Probates Mittel in solchen Situationen bislang: Eine schöne, intensive, lange Abfolge von Crunches aller Art, dann ist normalerweise schnell Ruhe. Gestern jedoch nur vorübergehend.

Als ich selbst immer lauter wurde, um überhaupt noch dagegen anzukommen, habe ich irgendwann ein bisschen geschimpft, weil es mir richtig auf die Stimme und auch auf die Konzentration und an die Nerven ging. Das habe ich noch nie getan und das fühlte sich auch gar nicht schön an. Tatsächlich verfolgt mich das seitdem, also dass ich geschimpft habe, denn ich mag die doch alle so gerne und ich bin kein Schimpfer. Meine Weichei-Seele verträgt das nicht gut. :(

Ich denke, darüber müssen wir nächste Woche mal in Ruhe reden. Es sind ja auch Teilnehmer da, denen das vielleicht ebenso wie mir ergeht, die auch etwas mehr Ruhe brauchen. Ich möchte einen gemeinsamen Nenner finden, mit dem wir alle gut leben können. Ich möchte nämlich auch nicht mit Lautsprecher und Headset arbeiten. Das finde ich sehr störend und damit übertöne ich ja lediglich die anderen und brauche weniger Stimmeinsatz.

Schwierig.
Wirklich schwierig.
Ich musste mir das nur mal eben von der Seele schreiben.



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Kommentare:

  1. Ich finde es in Ordnung. Schließlich ist es sehr unhöflich zu reden, wenn eine andere Person spricht (hier die Trainerin) und zweitens ist es störend. Egal, wo. Eine muss und will sich konzentrieren und will nicht das Gesabbel der Frauen neben sich hören. Dann gehören sie in ein Cafe.

    UND ich persönlich finde, dass Kinder da auch nicht hingehören. Würde eine ihr Kind mit zum Yoga bringen, dann würde ich gehen. Wozu gibt es Familien, FreundInnen und nette Nachbarn?
    Also mach Dir bitte nicht so den Kopf, liebe Sudda.
    Dein Kurs, Deine Regeln.
    Grüße
    Phönix

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    1. Ja, ich denke, dass einige wirklich mehr Ruhe möchten und auch allein da sind. Wir werden drüber reden. Das lässt sich lösen, zumal das zum ersten Mal so war. Aber ich merke es tatsächlich heute an der Stimme.

      Das mit den abundanKinderndabei mag ich gern. Aber das empfindet auch jeder anders. Wir hatten aber auch darüber im Vorfeld miteinander gesprochen, das ist okay.

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    2. Wenn es abgesprochen ist, dann ist ja alles paletti. Obwohl ich glaube, dass heute eh keine mehr den Mut hätte etwas gegen Kinder zu sagen.
      Wenn ich im Bioladen an der Kasse stehe und das Kind der älteren Dame vor ihr immer schön den Einkaufswagen ans Bein fährt. Die Dame schaut schon geknickt. Weil sie es nicht sagen mag, da sage ich es. Die Antwort der Mutter ist schnippsch an mich gerichtet: "Sie mögen wohl keine Kinder."
      DOCH. Aber das Verhalten von Kindern, wenn sie anderen Menschen weh tun - ob nun bewußt oder unbewußt - DAS mag ich nicht.
      Phönix

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    3. Hallo Phönix!
      Wie gut dass du dich hier gerade anbietest auf das Kind zu schauen. Nächste woche hätte ich nämlich auch wieder jemanden nötig. :D Nicht dass sich wieder jemand von einem still in der Ecke spielenden Kind stören lässt. ;-)
      Und übrigens.... das kind hat am wenigsten zur Geräusch Kulisse beigetragen. Und sich lustigerweise nur an Mama vergriffen. Ich glaube niemand der Kursteilnehmer ist durch die Anwesenheit des Kindes gestört worden... eher durch das Geschnatter der Erwachsenen.
      Lg Babe

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  2. Ja, das kennne ich leider auch.

    Bei meinem Body&Shape Kurs sind es in einer kleinen aber sehr hohen Halle (sehr schlechte Akkustik) bei 15-18 Leuten auch immer 3 Schnatterer. Meistens hilft Gas geben ja tatsächlich, aber die speziellen Damen machen die Übung dann nur halb, um mehr zu schnattern. Musik aufdrehen finde ich eine Unart, wie man sie oft in Fitnessstudios hat, so, dass man echt Ohrenstöpsel braucht. Da mach ich nicht mit.

    Ich hab die Damen dann mal nach der Stunde unauffällig bei Seite genommen und in freundlichen "Ich" Botschaften vermittelt, dass ICH die Akkustik in der Halle so schlimm finde, dass MEINE Stimme immer total leidet, wenn es laut wird, dass ICH die Musik extra nicht so doll aufdrehe, weil wir ja keine Ohrenschäden wollen.... das hat gewirkt. Ich glaube, es hatte sie einfach noch nie jemand drauf angesprochen.

    Wenn jetzt der Schnatteralarm losgeht, sag ich immer frei nach meinem Vater (der den Spruch wiederum von Peter Mülelr hat, glaube ich): Nit kallen, kloppen!

    Kathi

    P.S. Es geht natürlich nicht darum, die 90 Minuten stumm runterzureißen, ich mag einfach nur nicht der Vorturner beim Kaffeekränzchen sein.

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    1. Nur 3?
      Gestern waren es gefühlt 30%.
      *soifz*

      Ja, du hast recht. Sehr.

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  3. Ich finde, das ist ähnlich wie bei der Situation Schulklasse-Lehrer: Dem, der vorne steht, gebührt Respekt und das mindeste ist, leise zu sein, bzw am besten auch noch zuzuhören ;-)
    Vielleicht- Hoffentlich denken sich die Leute in deinem Kurs nun auch was dabei, wenn du schonmal schimpfst, was du nie tust, und sind das nächste mal leiser :D

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  4. Ich finde du darfst da laut werden.
    Ich bewundere nur dei Schnatterer. Wenn bei uns trainiert wird braucht jeder seine Puste zum atmen. Reden ist da nicht mehr :D

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  5. Das kenne ich auch noch aus meinen letzten Tanzjahren, als Teilnehmerin an einemVHS-Kurs mit den "Nö....icher Hausfrauen". Der Kurs fing meistens 10 Minuten später an wegen dem Geschnatter, ständig verpassten die Damen ihren Einsatz wegen dem Geschnatter, dann bekamen sie die Schritt-Technik nicht mit wegen dem Geschnatter - und dann ging die Schnatterei erst richtig los.
    "Wie jetzt, kapier ich nicht, zeig noch mal, geht doch gar nicht, wie denn jetzt, links rum, eben war das aber anders "...........................boaah, das nervt einfach nur, wenn man selber die Stunde ernsthaft trainieren möchte.
    Ich hätte mir gewünscht, das unsere Trainerin mal ein Machtwort gesprochen hätte - meistens habe ich nämlich irgendwann einen "Brüll" losgelassen, damit Ruhe im Karton ist.
    Mach Dir keinen Kopp, manchmal muss man als Trainer auch mal Tacheles sprechen - bei den rheinischen Frohnaturen vielleicht auch eher als bei anderen.
    Aber die Rheinländer an und für sich können das auch besser vertragen - die nehmen einem ein ehrliches Wort so schnell nicht krumm.
    LG
    Djiella

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  6. ...ha, was glaubst du erst, wie toll es in einer Orchesterprobe ist, wenn jeder schattert und nebenbei noch mal schnell den schwierigen Lauf übt. Das kann eine Dimension annehmen...puh.
    Allerdings setzt sich mein Mann da als Dirigent dann auch durch und kann echt unangenehm werden ;o)). Da ist aber auch keiner beleidigt, denn eigentlich weiß man ja, er hat Recht.
    Also ich würde da in der nächsten Stunde auf jeden Fall energisch drauf hinweisen...ich hoffe, es sehen dann auch alle auf der sachlichen Ebene ;o))!
    Liebe Grüße
    Beate

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  7. Du brauchst dringend eine Trillerpfeife, dann gibste da mal ordentlich Bescheid.

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