Freitag, 15. August 2014

Ich bin fremdgegangen

Tsja, da guckt ihr, was?
Aber dazu komme ich erst gleich.

Zunächst einmal möchte ich mich ganz dolle bei euch für die tollen Kommentare bedanken, das war wirklich "Ego-Krauling" vom Feinsten. Fotos von sich selbst einzustellen ist nämlich immer speziell aufregend. Jedenfalls für mich, da ich mich dann doch etwas anders sehe als andere. Und auch, weil ich mir selbst meine Fotos vom Stein ein wenig anders vorgestellt hatte. Aber nach einem 5. Steinbild folgt ja ein 6. Steinbild. Oder mit Frau Yu (klickedicklick!) zu sprechen: "So lange die dicke Frau singt, ist die Oper noch lange nicht zu Ende!" Oder so ähnlich. 

Ihr seid die Besten, aber das wisst ihr ja. Ich bin stolz darauf, euch an meiner Seite zu haben. ♥

Wo war ich.
Ach so, ja. Fremdgehen.

Auch in diesem Jahr rauschte der Women's Run heran. Im Gegensatz dazu bin aber ich so gar nicht über die Laufbahn gerauscht, ich faule Socke. Warum? Das fängt damit an, dass ich in den letzten Monaten extrem viel um die Ohren hatte, geht über die Tatsache, dass ich durch die Kurse eh die halbe Woche in Sportklamotten verbringe, bis hin zu dem Fakt, dass ich manchmal einfach nur stritzenfaul bin. Ist so. Mich hat zwar mal jemand tatsächlich "sportsüchtig" genannt (heeee.... ein schöneres und falscheres Kompliment kann man mir kaum machen), aber in Wirklichkeit ist auch mir der Sessel im Wohnzimmer mit dem Laptop auf der Lehne häufig näher als die Laufschuhe im Flur (aber das ist eben ein Hybridnegativantrieb aus Lauffaulheit und Arbeit). 

Fest stand vor dem Urlaub jedenfalls, dass ich im Vorfeld so gut wie gar nicht ausdauertechnisch in Bewegung war. Das erste Mal machte sich der Gedanke breit, dass ich den Women's Run ja ebenso gut GEHEN könnte - walken halt. Den Stress muss ich mir nicht  geben. Oder um es mit einer guten Freundin zu sagen: "Der Women's Run ist jedes Jahr total super, wenn nur die scheiß Lauferei nicht wäre!" Gehen kann ich 5 km immer, die Frage ist nur: Wie schnell? 

Sicherheitshalber beschloss ich, im Urlaub TÄGLICH zu gehen. Jawohl. Und diesen Vorsatz setzte ich an Tag 1 sofort mal um. 

Da es aber so heiß war und man nur am frühen Morgen gehen konnte, ließ ich an Tag 2 meine sportlichen Ambitionen sausen und da ich in Verdrängen von guten Vorsätzen auch in diesem Jahr die Goldmedaille UND den Olympiasieg errungen hatte, war ab dem Moment das Thema "Walken" aus dem Gehirn verschwunden. 

Gleiches Phänomen übrigens mit allen gymnastischen Ertüchtigungen... Jedes Jahr nehme ich mir vor, während der Sommerferien weiter zu trainieren, um mein Können und meine Muskulatur während der kurslosen Zeit zu bewahren. Jedes Jahr sterbe ich jedoch stattdessen am Ende der ersten Kurswoche fast an Muskelkater.. 

Dämlich, ich weiß. Aber das gehört bei mir anscheinend dazu. Ich wink dann schon mal meinen Mädelz freundlich zu: Ihr braucht gar nicht auf einen soften Einstieg zu hoffen, ich hab neue Übungen - Plankingplankingplanking - und leide gerne für euch. ;o)  

Gut, Urlaub ist vielleicht auch mal Urlaub. Und wenn man Woche für Woche fünf feste Sporttermine hat, wo man - weil Trainer - einfach da sein MUSS, dann gehört auch Sporturlaub dazu. Finde ich. Oder anders: Damit rede ich mir das schön.

Bereits Samstag nach der Rückkehr aus dem Urlaub ist traditionell Women's Run. Aber damit ist es nicht getan, denn bereits donnerstags kommt Nicole aus Schweden zu uns und bleibt bis Samstag, dieses Mal kam auch Sola am Freitag und wir hatten eine richtig gute Zeit zusammen. Laufen war auch da nicht in meinem System, ich hatte schließlich Besuch. (Ihr seht schon, um Ausreden bin ich nicht verlegen).

SummasummarumrubbeldieKatz.... 

Ich beschloss, vor Ort von 5 km Laufen auf Walken umzumelden. So. Schließlich wusste ich, dass ich nicht allein sein würde. Außer mir sollten noch vier (tatsächlich waren wir sogar fünf) aus unserem LCHF-aber-auch-ohne.kannst-du-gerne-mit-von-der-Partie-sein-Treffen (es sind immer welche dabei, die eben nicht LCHF essen) Walken. Das Ummelden kostete mich eine halbe Stunde anstehen, aber egal.

Als wir uns dann im Startbereich aufstellten, fühlte es sich schon ein wenig merkwürdig an. Die Walker/Geher gehen natürlich zuletzt, getrennt von den Läufern, sonst ist man denen ja nun auch im Weg. Ich durfte zum ersten Mal quasi von der Seite erleben, wie es aussieht, wenn 4-5 Startblöcke Läufer nach und nach starten, bevor auch wir auf die Piste durften. Walken war ganz anders als laufen. Deutlich weniger nervös und hektisch. 

Ich ging mit J♥. und Schlotti (klickedicklick) und ein paar anderen zügig los. Es machte mir richtig Spaß. Dann entdeckte ich von hinten im Pulk Dorffrau 1. Dorffrau 1 gehört zu einer Gruppe Frauen aus meinem Dorf, die ich vor Jahren auch mit dem Women's Run infiziert hatte. Im Gegensatz zu mir sieht man sie mindestens wöchentlich ihre Runden ziehen. Die Tochter von Dorffrau 1 war mit meiner Tochter in einer Grundschulklasse. Und daher kam man natürlich ins Gespräch. 

Blablabla... was macht deine so?... blablabla.. ach ja, super. Sag bloß... blablabla

Dorffrau 2 schloss zu uns auf. Deren Sohn war wiederum in einer Klasse mit dem Sohn.

Blablabla... was macht deiner so?... blablabla.. ach ja, super. Sag bloß... blablabla... hast du schon gehört?... blablabla... neeee, echt? ... blablabla

Herrlich! Über die ganze Schnatterei hatte ich allerdings MEINE Mitläufer verloren. Mist. Also gab ich weiter Gummi, redete mit den Dorffrauen (ich glaub, das waren mindestens 5), überholte mit ihnen übrigens auch die ein oder andere Läuferin und fühlte mich sauwohl. Schwuppdiwupp waren wir im Ziel. Ich war nicht angestrengt, kein bisschen fix und fertig. Lediglich zwei Sachen haben mich dabei ein wenig genervt:

  • Die Frauen mit den Stöcken, die nicht mit ihren Stöcken umgehen können. Davon gab es einige. Die setzten sie nicht richtig ein, sondern hielten sie einfach durch die Gegend, so dass man bei Überholvorgängen tierisch aufpassen musste. Ja, ich gehe OHNE.
  • Die Zuschauer an der Seite wussten natürlich nicht, dass wir Walker waren. Für die waren wir "gescheiterte Läufer". Und daher versuchten nicht wenige uns mit "Hopphopp, das kannst DU auch. LAUF!" aufzumuntern. Eeeehhhhh....
  • Die Walker, die 1 km vor Ende anfingen zu laufen, um eine gute Zeit zu haben, und rund 200 m vor dem Ziel abbremsten, damit keiner sehen konnte, dass sie ein Stück gelaufen und nicht gegangen waren! Doppel-eeeeeeehhhhh... Das ist Beschiss. 

Auch als Walker erhältst du deine Urkunde. Meine hat mich stolz gemacht, auch wenn der Mann behauptete, dass nur er für mein gutes Abschneiden verantwortlich war, weil er mich immer zum Wandern schleift. Jaja. 

Untrainiert, mit viel Erzählen zwischendrin sah mein Ergebnis wie folgt aus, schön genau lesen (wenn ich das richtig aufgeschnappt habe, waren 1000 Walker am Start, aber ich weiß, nicht jede hatte einen Zeitmessungschip):




Hier ist ein Filmchen dazu, kann man nur bis Morgen Abend sehen. Aber sollte man, dann bekommt man ein wenig Gefühl für die Atmosphäre:


Ich sag dazu: DA GEHT NOCH WAS! Nächstes Jahr bin ich schneller. In diesem Sinne gehe ich JETZT zu Fuß zur Arbeit und zurück (insgesamt rund 8 km). TROTZ REGEN!

Als nächstes erzähle ich euch, was mir am folgenden Morgen im Hotel passiert ist. Das war lustig! Hatte ich noch nie. ♥







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Kommentare:

  1. Gratulation. Das ist doch eine tolle Zeit. Ich komme mir ja schon bei 55 min für 5 km schnell wie der Blitz vor (bin aber auch ein paar Tage älter). Walken ist meiner Meinung nach eine gesündere Laufart, ich habe beim Joggen meinen Knien den Rest gegeben und habe seit 13 Jahren Arthrose. Aber Dank LCHF schleppe ich ja jetzt 10 kg weniger mit mir rum. - Nebenbei: die Sudda Erdbeer-Frischkäse-Torte steht als Geburtstagstorte für meinen erwachsenen Hausgenossen im Kühlschrank. Seit Mitternacht fehlen schon 3 Stücke - sehr feines Rezept.

    Liebe Grüße aus dem Hohen Norden von Marie-Johanna

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  2. Es ist zu früh. Ich brauchte gerade eine Ewigkeit diesen Wortwitz zu verstehen. Ohm Mann oh mann....

    Was ich mich nach der Beschreibung frage: Ist das nicht, wenigstens in der Idee und Grundsatz, sowas wie ein... Wettrennen? Sprich: Selbst wenn man in der Walk-Klasse läuft sollte doch sowas wie Pseudo-Konkurrenz sein und kein Geschnattere? Ich verstehe es nicht. (Ich verstehe auch nicht warum man sich den zusätzlichen Ballast von Stöcken antut, um sie dann nicht zu nutzen)

    Aber ich bin ein Mann und das ist vielleicht zu Recht ein Women's Run :D

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  3. Du treulose Tomate ;-) ! Dabei wollten wir doch dieses Jahr die 30 Minuten knacken!
    Aber du hast völlig recht - es soll ja nicht in Stress ausarten!

    Wie es aber aussieht, willst du auch nächstes Jahr nicht laufen, sondern am Walking-Ergebnis feilen.
    Dann muss ich mich doch an Nicole und Sola orientieren ... ;-)

    Umärmelung,
    die Andi

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  4. Was ich Dir seit 4 Wochen sagen will: Du bist ein Virus oder Bazillus oder irgendwas ähnlich ansteckendes. Ich lese ja nun schon ein paar Jahre (doch schon?) bei Dir mit. Es brauchte nur noch den letzten Kick meiner neuen Schwiegertochter und schon laufe ich seit 4 Wochen, mindestens 2x wöchentlich und jaaaaaa.......manchmal ist es noch walken und hecheln...wobei, die Luft mir nicht fehlt, nur irgendwie sind meine Sehnen zu kurz geworden. Aber, ich bin guter Dinge und habe mir, dank Deiner Schreiberei und Anspornerei ein Ziel fürs nächste Jahr gesetzt. Einmal an einem Lauf teilnehmen. Wo, wie und was steht nicht fest...kommt auf meine Ausdauer an, aber: Du hast Schuld! Danke!

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  5. Ich weiß, was am nächsten Morgen im Hotel passiert ist. Und ich schwöre hoch und heilig - das habe ich noch nie gemacht. :o)

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