Dienstag, 30. September 2014

Eine echte Herausforderung


Wie ich bereits berichtet habe, geht es bald in den Urlaub nach Lappland. Mitten rein in den "Dutt", die Wildnis.

Ich wusste wohl, dass es sich bei unserer Unterkunft um das einfach ausgestattete Wochenendhaus meiner Tante und meines Onkels handelt. Satzfetzen wie "keine öffentliche Straße" und "Strom über Generator" waren zwar durchaus an mein Ohr gedrungen, aber irgendwie bis gestern nicht bis an die letzte Ecke meiner Gehirnwindung gelangt. Die Familie wohnt rund 70-80 km von diesem Haus entfernt, eben nicht gerade um die Ecke... Aber Elch und Bär müssen sich halt auch irgendwo mal in aller Ruhe "Gute Nacht" sagen können. *hust*

Und daher konnte sich folgender ungefährer Dialog zwischen meinem Onkel und mir entwickeln. Er entstand aus der Situation, dass ich mir zwar denken konnte, dass es mit Internet dort oben nicht weit her sein könnte, ich aber dennoch Lust hatte, mein Laptop dann vielleicht doch mitzunehmen. Macht der Gewohnheit. Irgendwie erschien es mir recht "abgenabelt", halt ganz ohne. Schließlich bin ich doch neugierig, was ihr in der Zwischenzeit alle so treibt. Also mal schnell nachfragen.

"Du, wie ist denn der Internetempfang am Haus?"

"Na ja, man kann entspannt sagen, dass der Internetempfang dort nicht sonderlich gut ist."

"Hm... Ist er im Haus in Südschweden auch nicht." (bedeutet für mich halt noch gar nichts, ich habe Geduld mit dem Internet!)

Kleine Pause...

"Ihr wisst hoffentlich, dass es keinen Strom im Haus gibt? Das Wasser kommt aus dem See und die Toilette ist draußen..."

Es gibt zwar einen Generator, aber eben nicht für ein solches Stromsystem, das wir hier gewöhnt sind. Rechner habe ich abgehakt. Stattdessen kommen Block (ohne G) und Stift zum Zuge.

Und ja, in DEM Moment kam es im Gehirn an.

Ich bin von klein auf mit Wärme aus den Heizkörpern, Fernseher, Radio und fließendem Wasser aus der Leitung groß geworden. DAS nenne ich mal Kontrastprogramm! Du willst was kochen? Dann mach erst einmal Feuer. Du willst abends Licht? Da sind Kerzen - so stelle ich mir das vor.

Und sofort kreischte es in mir laut:
Yeahaw! Was für eine Herausforderung! Back to basics. Da ist es. 

Fragen über Fragen sausen seither durch mein Gehirn:

* Was MACHT man die ganze Zeit? Klar, ich kann mich mit meinem Mann beschäftigen. Das steht außer Frage. Man kann wandern, Gegend erkunden (Auto ist ja nu auch da). Reden. Und so. Aber 24/7? Geht man sich da nicht auch mal fürchterlich auf den Keks? Kann der Mann sich abends beschäftigen? Also OHNE mich? Es gab da mal so zweidrei Situationen, in denen ich im Urlaub abends lesen wollte und er sich aber beschäftigt wissen wollte. Hm. Wird nur einer von uns aus dem Urlaub zurückkehren?

* Das nächste Geschäft wird auch nicht ums Eck liegen. Und ich vergesse doch so gerne die Hälfte... Hmm.

* Keine Geräusche. Kein Radio, kein Fernsehen. Kein Hintergrundgedudel. Ruhe. Komme ich mit dauerhafter Ruhe klar?

* Habe ich dort nachts Angst?

* Nicht zuletzt: Was sagt meine Psychoblase dazu, wenn sie nachts RAUS muss? DA raus. Was mache ich, wenn ich mich todesmutig aufs Örtchen traue und dann KNACKT es im Wald? Werde ich dann auf der Toilette übernachten? Und ich warne meinen Mann schon jetzt eindringlich davor, mir heimlich hinterher zu schleichen und mich zu erschrecken! Dann ist er Geschichte! Das schwör ich euch aber. Ich bin sehr schreckhaft.

Und so weiter und so fort.

Moah, spannend! 

Wer hat heutzutage dazu noch die Chance? Krass. Ich freue mich tierisch, habe aber eindeutig Respekt vor dem, was ich nicht kenne.

Jetzt mal Hand aufs Herz... Wäre das was für euch?




P.S. 1:
Mich deucht, ich werde hinterher Interessantes zu berichten wissen.

P.S: 2:
Ich habe irgendwo einen Ersatzakku für das Handy und ein Ladekabel fürs Auto. Aber WO, verdammt, WO?




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Montag, 29. September 2014

Ein Wiedersehen der besonderen Art


Wie langjährige Leser wissen, habe ich mich zwischendurch nach dem größten Batzen der Abnahme operieren lassen.

Das ist über zwei Jahre her und einiges, was ich damals noch in den Blog gesetzt hatte, habe ich zwischenzeitlich wieder herausgenommen als die Leser und Klicks sehr zahlreich wurden. Es wurde mir schlicht zu privat für die ganzen detaillierten Fotos. Dennoch stehe ich voll und ganz hinter meiner Entscheidung damals und bin mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Kurz: Ich würde mich jederzeit wieder dafür entscheiden.

Falls jemand Fragen dazu hat - her damit. Gerne per Mail.

Darüber hinaus wird das Thema "plastische Chirurgie" auf jeden Fall - wie bereits in "Entpuppt" angedeutet - seinen Platz im zweiten Buch finden (wobei noch in den Sternen steht, wann das fertig wird), zusammen mit meiner sportlichen Entwicklung und das "Feintuning" im einzelnen und speziellen, an dem ich im Moment mit Nachdruck arbeite. Im ersten Buch war dafür aus meiner Sicht nicht der rechte Platz, da ging es mir darum zu erklären, wie ich meinen Weg aus dem schlimmsten Übergewicht fand. Das Buch hätte seiten- und kostentechnisch vermutlich alle vernünftigen Grenzen gesprengt, HÄTTE ich dieses Thema mitverarbeitet. Nur halb anreißen wollte ich es nicht...

Jedenfalls habe ich mir damals sehr sorgsam MEINEN Operateur gewählt. Die Wahl fiel damals auf Dr. Walgenbach von der Universitätsklinik in Bonn. Bei uns stimmte die Chemie von Anfang an, wie man hier auch noch mal nachlesen kann (klickediklick). Er war übrigens auch bei der Sendereihe "Extrem schwer" dabei.

Mittlerweile sind mehr als zwei Jahre vergangen und heute hatte ich die Gelegenheit, jemanden zur OP zu begleiten. Unangekündigt. Ich war natürlich extrem gespannt, ob Dr. Walgenbach nach der langen Zeit überhaupt noch wissen würde, wer ich bin. Er sieht wohl mehr als dreivier unterschiedliche Personen pro Tag... Davon kann man ausgehen.

Jedenfalls saßen wir in der mit Stoffbahnen "abgezäunten" Kabine und warteten auf die Dinge, die da kommen sollten: Das Anzeichnen und die OP an sich - also auf Dr. Walgenbach!

Er ging zunächst in die Nachbarkabine, in der eine andere Patientin wartete, die vorher dran war. Also quatschten wir weiter über dies und das. Sagte ich eigentlich schon, dass es mich nervös macht, wenn ANDERE operiert werden? Bei mir selbst bin ich relativ cool, bei anderen jetzt so gar nicht. Ich gab mir allerdings die größte Mühe, meine eigene Anspannung nicht durchscheinen zu lassen. War nicht einfach.

Und ja, er hat mich sofort erkannt - schon als er durch den Vorhang schaute, weil er Stimmen gehört hatte. Ein freudestrahlendes "Hallo" zur Begrüßung, dann mussten wir noch einen Moment warten.

Irgendwann kam er dann in ihre Kabine. War das toll, ihn wiederzusehen. Er hat sich kein Stück verändert. Und die Chemie zwischen uns? War aus meiner Sicht immer noch die gleiche. Als wenn gar keine Zeit dazwischen vergangen wäre. Schön.

Er nahm sich ausgiebig Zeit für meine Freundin und erklärte genau, was passieren würde. Sie wurde fotografiert und schön beschriftet, damit alles auch seinen richtigen Weg gehen würde. Ich fühlte mich direkt in der Zeit zurückgebeamt, nur habe ich dieses Mal alles "von außen" miterlebt. Spannend.

Irgendwann wurde sie abgeholt und ich bekam noch kurz die Gelegenheit, mit Dr. Walgenbach zu sprechen. Wir tauschten rubbeldikatz aus, was in den letzten zwei Jahren so alles passiert ist. Und man kann sich vorstellen, dass das im Steno-giga-Kurzfass-System nicht so einfach ist. Aber viel Zeit hatten wir schließlich nicht, er hatte ja nun zu tun.

Wir haben beschlossen, den Kontakt wieder aufleben zu lassen. Und das tollste? Das tollste ist, dass er in Aussicht gestellt hat, bei dem oben erwähnten plastischen Teil des zweiten Buches mitzuhelfen. Was will man mehr? Schließlich ist er der Profi.

Herrlich?
Herrlich.

Noch ist dieser spannende Tag nicht zu Ende. Noch warte ich auf eine SMS von ihr, dass alles gut gelaufen ist und sie wohlbehalten zurück im Zimmer ist. Das kann noch dauern... Die OP ist deutlich umfangreicher als meine damals...

Ich warte also.





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Freitag, 26. September 2014

Über 35 Kilo abgenommen - meine Geschichte






Manche Menschen lösen etwas in mir aus.
Die mag ich sofort, ob sie nun wollen oder nicht.

Sie ist so ein Mensch, die Knitterfee.
Ich mag ihre Art, ich mag ihr Gesicht, ich mag ihren Blog (klickediklick) und hoffe sehr, dass ich sie iiiiiirgendwann wirklich mal persönlich treffen kann.

Jetzt macht sie auch kleine Filmchen, auf Youtub*. Und bei jedem neuen Film sitze ich mit einem breiten Lächeln davor, weil es Spaß macht, sie in Bewegung und mit ihrer Sprache zu erleben.

Diesen Film fand ich besonders toll. Sie erzählt von ihrem Abnehmweg.

Und diejenigen unter euch, die mein Buch gelesen haben, werden sie GANZ SICHER wiedererkennen, oder? ;)

Viel Spaß!

Vielleicht lasst ihr ihr ja einen kleinen Kommentar auf ihrem Blog da. Sie wird sich ganz sicher freuen.






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Dienstag, 23. September 2014

Des Mannes Traum...


... nimmt Gestalt an.

Ja, ihr Lieben. Es ist nicht mehr lange, dann tun der Mann und ich eine Reise, auf die der Mann sich seit Jahren freut: Es geht nach Lappland. Nicht heute, nicht Morgen, aber es rauscht mittlerweile schnell heran.

Der Mann ist richtig happy darüber. Er plant und plant und plant - mit glitzernden Augen.

Er plant:
Wir fliegen zunächst einmal nach Stockholm!

Sie denkt:
Aaaaaahhhhh... FLIEGEN! Wo ist die Tüte, in die ich hyperventilieren kann? Aaaahhhhh... Wieso habe ich das versprochen? Ich wollte doch eigentlich nicht mehr fliegen. Aaaaaahhhh... Muss ich mir das wirklich geben? Mist, ich habe es versprochen und als wir den Flug gebucht haben, war die Reise noch SO weit weg.  

Er plant:
Gut, wenn die Frau so ungerne fliegt, steigen wir in Stockholm aus und fliegen nicht weiter. Stattdessen nehmen wir einen Leihwagen und fahren die restlichen tausend Kilometer bis Jokkmokk damit.

Sie denkt:
Aaaaaahhhh.... 1.000 weitere km mit dem Auto? Ich sitze auch nicht gerade gerne lange Strecken im Auto. Und außerdem gibbet da ja überall Elche und Rentiere, die einfach so auf der Straße stehen. Im nebligen Dunkel, oder so. Ist ja schon süß, dass er das für mich machen möchte, weil ich so ungerne fliege. Aber dennoch: Aaaaaahhhhh...

Er plant:
Damit die 1.000 km für meine den sensiblen Po meiner Frau nicht allzu anstrengend werden, übernachten wir unterwegs in der Region "Höga kusten". Da wurden übrigens auch die Landschaftsaufnahmen zu Ronja Räubertochter gedreht. Bilder findet ihr hier (klickedicklick). Da können wir zur Abwechslung ein wenig wandern und uns die Beine vertreten. Ich habe auch eine nette Pension mit herrlich frischem Zimmer im Neu-England-Stil gefunden. Darüber wird sie sich bestimmt freuen.

Sie denkt:
Das fängt ja schon gut an... Fliegen, 500 km Auto fahren, wandern. Der moderne Triathlon? Gnah.

Er plant:
Am nächsten Tag wandern wir vormittags noch ein bisschen, setzen uns dann ins Auto und fahren die restlichen Kilometer bis zum Haus ihres Onkels und ihrer Tante in der Nähe von Jokkmokk,

Sie denkt:
Bengt ♥! Margareta ♥! 
Yippie!

Er plant:
Später am Abend fahren wir dann zu deren Wochenendhäuschen, das 80 km weiter rein in die Natur liegt. Wo es keine öffentlichen Straßen mehr gibt. Wo der Strom über den Generator kommt. Wo man abends bestimmt den Ofen anmacht. Knisternde Gemütlichkeit und Romantik! Wo man eins mit der Natur wird, denn Drumherum ist sonst nichts - eben nur Natur. 

Sie denkt:
Wo man bestimmt keinen Handy- und Internetempfang hat. Wo das nächste Geschäft nun wirklich nicht um die Ecke liegt. Wo im Umfeld in diesem Jahr 4 oder 5 frische Bärenhöhlen gesichtet wurden... Ich muss noch fragen, ob die Toilette IM Haus ist. Hm. Hab ich eine Taschenlampe?

Er plant:
STATISTISCH ist es dort zu der Jahreszeit tagsüber noch bis zu 10 Grad warm. Indian summer quasi.

Sie denkt:
Praktisch habe ich gestern erfahren, dass es dort schon zum ersten Mal geschneit hat. So viel zum Thema "Statistik". Wo sind meine langen Unterhosen? Immerhin schlafen dann die Bären bestimmt schon! Die Mücken dürften auch hin sein. Und wenn es richtig dolle schneit, darf ich bestimmt mal mit Bengts Schneescooter fahren. Au ja.

Er plant:
Nicht weit vom Haus liegt ein tolles Naturschutzgebiet (klickediklick). Da gibt es sogar Berge! Ich muss mir noch eine Landkarte von dort besorgen, für den Garmin haben ich da keine Karte. Endlich ein Urlaub in der Natur mit unendlichen zu wandernden Kilometern! Hach.

Sie denkt: 
Sischersischer. Manchmal verläuft er sich ja auch schon MIT Garmin. Nachher sitz ich da in der Wildnis. Heeee... Memo an mich: Ich werde auf jeden Fall reichlich Proviant einpacken. 
Außerdem haben wir den Deal, dass ich nicht jeden Tag mitwandere. Margareta wird ihm aber bestimmt viel von der Gegend zeigen - sie ist dort geboren und aufgewachsen. Bengt hingegen hat mir versprochen, dass wir so lange auf dem Sofa liegen und erzählen bis wir Muskelkater bekommen. Und ich pack den Kindle ein. Yes. 
Ich und BERGE... *schnaub*

Er plant:
Vielleicht sehen wir sogar einen Elch.

Sie denkt:
Ob wir wohl einen echten Elch sehen werden? Also eben nicht im nebligen Dunkel mitten auf der Straße? Die sollen ja riesig sein! Und Polarlichter möchte ich bitte auch sehen, wenn ich schon mal da bin. ♥

Er plant:
Das wird DER Urlaub. Ich werde viele tolle Fotos machen. Natürlich werde ich Objektiv A-Z mitnehmen. 

Sie denkt:
Memo an mich: Er sollte das Ladegerät für das Kameraakku unbedingt einpacken!!! Wenn ich mich schon einmal auf so eine abenteuerliche Reise begebe, muss das auch für sämtliche Nachfahren festgehalten werden. Die werden noch weinen, wenn ich alljährlich auf Familienfesten die Fotos auspacke. ;)

Er plant:
Weil wir unseren 20. Hochzeitstag noch nicht gebührend feiern konnten, fahren wir einen Tag früher zurück nach Stockholm. Ich habe da ein tolles Hotel gebucht. Deluxe-Zimmer mit Meerblick. Riesen Spa-Bereich. Mit allem Tamtam. Dann können wir am Folgetag in Ruhe durch Stockholm ziehen. Erst am Abend geht der Flug zurück.

Sie denkt:
Und ich liege abends im Hotel in der Wanne und singe - wie dereinst Julia Roberts - in der Wanne: "You don' t have to be rich, to be my girl... schmatzschmatzschmatzschmatzschmatz... KISS!" 
Memo an mich: Kreditkarte unbedingt einpacken!


Scherz beiseite, meine Lieben!
Wir freuen uns riesig auf diesen Urlaub. 

Tatsächlich handelt es sich sogar um einen Punkt, den ich anschließend von meiner "Ma' ma' ma'"-Liste abhaken kann. Gleichzeitig hat es etwas von zweiten Flitterwochen, zumal wir ohne Kinder fahren, die stattdessen mit dem Hund das Haus hüten werden. Aber die sind ja nun schon fast erwachsen.

Interessanterweise habe ich bislang null Muffensausen vor dem Flug. Und ich finde es total niedlich, wenn der Mann mir seine Planungen unterbreitet. Er hat sich wirklich unendlich viele Gedanken gemacht. ♥♥♥

Wandertechnisch bin ich ebenfalls bestens vorbereitet - schließlich haben wir in den letzten Wochen so einige Kilometer abgerissen. Dadurch, dass es dort oben zu der Jahreszeit nicht so lange hell ist, ist das tägliche Zeitfenster für Wanderungen eh nicht allzu groß. Es sei denn, der Mann kommt noch auf die Idee, Stirnlampen einzupacken. :D

Tatsache ist allerdings, dass wir uns dann eine Weile eher nicht lesen werden, mein Laptop bleibt zuhause. Ich bin sehr gespannt, was wir dort erleben werden, und wette, dass ich mit einem Berg schöner Erlebnisse wiederkomme, von denen ich euch berichten werde.

Wie gesagt... nicht heute, nicht Morgen.
Aber bald!









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Freitag, 19. September 2014

Breaking Ischennews...


Hm... Vielleicht hätte ich doch nicht so schnell vorverurteilen sollen.

Der gute halbe Liter, den ich heute Morgen extra getrunken habe, um der Ische ein Wiegeergebnis der anderen Art abzuringen, ist... hm... also quasi "durch". Auf einmal zeigt sie 600 g weniger an als heute Morgen und damit definitiv ein anderes Ergebnis.

Eigentlich schön blöd, oder?

Was ich aber noch sagen wollte:

Es ist nicht das Gewicht AN SICH, das mich nervt. Oder der Wiegevorgang an sich Was mich nervt ist, wenn in einer so fortschrittlichen Welt eine dämliche Waage nicht in der Lage sein soll, DAS zu wiegen, was auf ihr drauf steht. Rein technisch.

Klar, ich kann ein Maßband nehmen, aber ist das nicht so als würde ich künftig statt elektrischem Licht Kerzen verwenden, weil der Schalter einfach keinen Bock hat? Etwas zu wiegen ist ja nun keine hochkomplizierte Meisterleistung, jedenfalls theoretisch.

Danke für die moralische Unterstützung. 
Das Wochenende kann kommen.
:)




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So nicht, Frolleins!


Also so langsam gehen sie mir aber RICHTIG auf den Keks, die Ischen. Seit einigen Tagen haben sie nämlich dann doch noch einen nagelneuen Trick entwickelt. Der heißt: "Schau'n-ma-mal-wie-lange-ich-brauche-bis-die-lustige-Frau-da-so-richtig-ausflippt". Und sie machen ihren Job gut, ich schwöre.

Zunächst einmal:
Ich habe meinen Wiegetag verlegt. Der Mittwoch erscheint mir rein logisch als ungünstig, weil ich dann die heftigsten Sportkurse der Woche gerade hinter mir habe. Das macht sich gerne negativ auf der Waage bemerkbar, besonders wenn die Anstrengung groß war und man Muskelkater hat. Aber das nur am Rande, ist für diesen Text eigentlich auch schnurzpiepe.

Vor fast einem Monat habe ich das Ruder rumgerissen, nachdem ich eine Zunahme von fast 6 kg zu verzeichnen hatte. Darüber habe ich ja geschrieben. Mir war logisch klar, dass ich dieses Mehrgewicht nicht rappzapp wieder verlieren würde, da ich es mir ja nun nicht mit Kohlenhydraten aufgefuttert habe. Mehr Kohlenhydrate hätten Wasser eingelagert und im Umkehrschluss würde man dann recht schnell die ersten Erfolge auf der Waage feiern können, wenn man sie wieder weglässt. Nö, war ehrenwertes Fett, was ich mir da auf den Alabasterleib gezüchtet habe. Muss ich mit umgehen können. Selbst Schuld!

Die letzten Wochen bin ich ziemlich eisern gewesen. Echt. Ich habe zwar nicht akribisch mein Essen notiert, aber ich habe es gründlich im Kopf überschlagen.

Über 1.800 kcal? Nein!
Über 30 g KHs am Tag? Ebenso nein!
Über die Maßen Protein verspeist? Nope!
Genügend Fett? Ich denke schon.

Jedenfalls ließ es sich zäh an, das mit dem Gewichtsverlust, aber es ließ sich an. Und in den ersten drei Wochen habe ich es immerhin geschafft, 1,5 kg abzunehmen. Yeah!

Respektable Leistung, wie ich finde. 500 g/Woche ist ein guter Schnitt. Und ich merke es an der Kleidung und an meinem Körper. Ich merke es sogar daran, dass ich schon von zwei Personen gefragt wurde, ob ich abgenommen hätte. Ist halt eben auch beim Abnehmen jetzt anscheinend ehrenwertes Fett, was ich verliere. Das ist der Vorteil, wenn es nicht aus "Kohlenhydratwasser" besteht.

Aber jetzt zum neuen Ischentrick.
Nachdem ich euch hier mein Leid über die Ische geklagt habe, habe ich die ALTE Original-Ische (die, mit der ich so viel abgenommen habe) aus den Untiefen meines Kellers gegraben und mit niegelnagelneuen Batterien versehen. Ich habe sie liebevoll mit einem Lappen abgerieben und bis in die letzte Ecke poliert.

Ich stieg drauf und sie zeigt mir immerhin ungefähr das gleiche Gewicht an, wie das andere Miststück. Aber dann...

Seitdem zeigt sie mir immerimmerimmer das gleiche Gewicht an. Jeden Morgen. Auf das Komma genau! Mal im Ernst... das kann doch nicht!

Also griff ich in die Trickkiste:

Trick 1:
Ich trank vor dem Wiegen ca. einen halben Liter Flüssigkeit -> gleiches Gewicht!
(Gut, wäre vielleicht schlauer gewesen, sich auch VOR dem Trinken zu wiegen, aber manchmal... hm)

Trick 2:
Daraufhin beherzigte ich Inkas Trick aus den Kommentaren, die schrieb, ich solle mal zwischendurch ein anderes Gewicht auflegen. Also packte ich einen Wäschekorb mit Büchern - der wog übrigens 18,1 kg. Danach hüpfte Mutti auf die Waage -> gleiches Gewicht.

Jetzt mal im Ernst.
Ich bin ein geduldiger Mensch. Mir machen Wiegeergebnisse nichts, wenn sie mal rauf- und runterschwanken, aber das hier schlägt dem Fass den Boden aus. Das ist auf Dauer nicht gut für meinen Durchhaltewillen.

So, jetzt hatte ich also eine Waage, die wankelmütig war, wie eine Diva. (und die der Mann umgehend entsorgt hat - Mist!)
Nun habe ich eine Waage, die stur ist, wie ein Esel. (Ist die etwa beleidigt, weil sie so lange im Keller wohnen musste?)

Das ist doch eine Verschwörung!

Heute Abend Kriegsrat mit dem Mann. Ich plädiere für eine neue, gute, zuverlässige Ische. Aber wenn ich mir die Bewertungen von diversen Waagen bei Amazon ansehe (vor allem die mit wenigen Sternen), habe ich schon keine Lust mehr dazu.

*gnah*

Man tröste mich!








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Mittwoch, 17. September 2014

Heimlich, still und leise...


... hat sich der 2.000.000ste Klick gestern eingefunden. 
(& im Gegensatz zu mir hat Matze es direkt bemerkt)

Warst DU das? Oder DU? DU?

Egal, ihr wart es sowieso alle zusammen. Jeder einzelne Klick gehört dazu. Das ist so toll. Ihr seid die Besten. Mir ist gerade ein wenig feierlich. Hach.


♥♥♥ Danke! ♥♥♥




P.S.:
Ich glaube, für die 3 Millionen lasse ich mir wieder etwas Ordentliches einfallen. Alle guten Dinge sind schließlich 3, nicht wahr? Oder bei 2,5? Ich denke nach. Hat schon richtig Spaß gemacht bei der 1. Million damals.
:)




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Dienstag, 16. September 2014

Teilzeit-Proll


Ja, bin ich. Da stehe ich zu.
Und zwar insofern, als dass ich manchmal irrsinnig gern irrsinnig laut Musik im Auto höre. Ich hab da so einen Stick mit meiner ganzen Musik drauf, die steck ich in das Radio und dann geht das "ab dafür". Wobei mein Repertoire wirklich von A-Z reicht. Von den aktuellen Stücken bis hin zur klassischen Musik.

Meistens, weil ich mir beim "irrsinnig laut hören" am besten Aufwärmchoreos ausdenken kann. Dazu muss ich den Beat wirklich komplett spüren. Ich gehe dann beim Hören die Übungen im Geiste durch, zähle mit, ob es vom Takt her passt, etc. pp.

Ich achte allerdings darauf, dass ich a) keine Mitfahrer habe und b) leiser mache, wenn ich durch Ortschaften fahre. Denn in dem Moment wäre das mehr als Teilzeit-Proll...

Dennoch denke ich, dass es ein lustiger Anblick ist, wenn mein schwarzer Golf durch die Pampa brettert, ich üblicherweise schwarz angezogen und mit großer, schwarzer Sonnenbrille hinter dem Lenkrad hocke und merkwürdige Nick- oder andere Bewegungen zum Beat mache und das ein oder andere Mal lauthals mitsinge.

Zum Glück gibt es keine Kamera in meinem Auto...
:)

Ich finde es total wichtig, die richtige Musik in den Kursen zu haben (die ich im übrigen auch immer brav offiziell kaufe und bezahle!). Dabei geht es übrigens nicht nur um den Rhythmus oder die Power, auch die Texte, die man den Teilnehmern serviert, sollte man überdenken.

"Stairway to heaven" für den Kurs mit Durchschnittsalter 75+? Mach ich nicht.

Neulich hatte ich das Problem mit "G*asolina". Ein Lied mit reichlich Wumms dahinter, schön zum Aufwärmen der Beine geeignet (Squats etc.). Uralt.

Ich hörte es mir in Ruhe an. Spanisch. Und mir kam es sehr schnell "spanisch" vor, dass der Sänger ständig völlig begeistert von seinem "Gasolina" (eigentlich "Benzin") sang. Dazu tauchte mir zu oft das Wort "Duro!" auf.

Wer mag, kann hier mal nachhören. (klickediklick)

Ich hatte zwar Spanisch in der Schule, aber wer lernt dabei schon Doppeldeutigkeiten? Also suchte ich die Übersetzung... (klickediklick).

Hm. Oha.
Ich sag mal so, ich hab zwei Spanischsprecher im Kurs, die kaum Deutsch beherrschen (kommt durch die lokale Fachhochschule bzw. das Forschungszentrum).

DAS GEHT GAR NICHT!

Ich fahr dann mal.
Wir lesen uns.


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Samstag, 13. September 2014

Misstrauensvotum...


... oder: Sind ihre Tage gezählt?

Vor einiger Zeit berichtete ich euch von meiner sommerlichen Zunahme, die mich ordentlich zerknirscht. Auch der Mann las diesen Post und sagte am Abend zu mir:

"Hör mal, kann das eigentlich an der Ische liegen? Ich habe ebenfalls zwei Kilos mehr als zuvor."

"Sischersischer, Liebling, du hast ebenso wie ich vermutlich ein wenig zu viel des Guten gehabt!", entgegnete ich ihm mit schnaggelnden Augenbrauen und breitem Grinsen.

"Nein!" Er bestand er vehement auf seinem Standpunkt. "Ich habe im Gegenteil in den Ferien top gegessen, mich in den letzten Monaten ordentlich bewegt. Darüber hinaus habe ich gar keine Süßigkeiten gegessen, selbst wenn auf der Arbeit etwas ausgegeben wurde. Und du weißt, dass das häufiger der Fall ist."

Neeeee, ist klar! Ich schnickste seine Idee, dass die Ische an sich einen Fehler haben könnte, schnell beiseite. Ich weiß ja wie das ist mit dem Schönreden. Kann ich selbst total super.

Bis heute Morgen.
Da kam ich ins Grübeln.

Nach dem Aufstehen und der Toilette huschte ich auf die Waage. In BH und Unterbuxe. Wie im Post über das Wiegen beschrieben, registrierte ich die Zahl, die mir die Ische via Display entgegen schalmeite, tiefenentspannt.

(Exkurs: Jaaaaa... ich habe schon etwas abgenommen. Aber dazu mehr am Mittwoch, dem Wiegetag. Jaaaaaa...)

Ich frühstückte - entgegen meiner sonstigen Gewohnheit - gründlich Käse, Schinken, Rohkost und zwei Eier, weil wir für heute eine 23 km lange Wanderung geplant hatten, trank dazu locker drei Tassen Kaffe und ging anschließend duschen. Nach dem Duschen wickelte ich mir einen Handtuchturban um den nassen Kopf und stieg - warum auch immer - erneut auf die Waage (mach ich sonst nicht).

Und was?

Ich wog mit nassen Haaren UND Turban UND Frühstück UND Kaffee laut Ische EXAKT so viel wie am Morgen quasi blanko, mal abgesehen von BH und Unterbuxe eben. Und nein, weder BH noch Unterbuxe bestehen bei mir aus Beton!

So.
Jetzt seid ihr dran.

Kann man diesem Lügenluder von Ische überhaupt noch vertrauen?
Hat der Mann am Ende recht und sie ist eine kleine Sadistin?
Oder einfach nur kaputt?
Sollte ich mir eine neue kaufen?

Und wenn ja, welche Waage ist denn nun wirklich gut? Also genau und fair? Kann auch ruhig etwas kosten. Am liebsten hätte ich ja die typische Arztwaage meiner Kindheit. Die, bei der der Arzt gefühlt stundenlang die kleinen Gewichte auf dem querliegenden Ärmchen hin und her geschoben hat. Aber ich befürchte, die bekommt man heute nicht mehr.

Ich bin ratlos.
Und ein bisschen sauer.
Minimal hoffnungsfroh (für den Fall, dass die Ische wirklich kaputt ist).


Hm.

Schönen Abend euch. Ich aale meinen nach der langen Wanderung jetzt summenden Alabasterkörper gleich gründlich auf dem Sofa. Das könnt ihr mir mal glauben.



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Freitag, 12. September 2014

Total gefreut


Im Anschluss an meine erste Stunde der Pilatesgruppe nach den Ferien, dippste mich mein "Schmuckstück" liebevoll an die Schulter und sagte:

"Weißt du, was ich in den Ferien gemacht habe?"

STOP... Ich muss doch ein wenig ausholen:

Mein "Schmuckstück" ist eine grandiose Teilnehmerin, die *ACHTUNG* jenseits der 80 ist. Ich weiß ehrlich gesagt nicht hundertprozentig, ob sie 82 oder 83 ist, aber ich denke, dass das eigentlich auch total egal ist. Jedenfalls nimmt sie seit einer recht langen Zeit schon an meinem Kurs teil und steckt dabei so manch jüngere Teilnehmerin mit Anlauf in die Tasche. Unglaublich! Das müsstet ihr wirklich mal selbst live sehen. Ich bin riesig stolz auf sie. Und glaubt mir... mein Training ist wirklich nicht ohne!

"Nein. Was denn?", entgegnete ich.

"Ich habe mir dein Buch gekauft und es in einem Schwung von vorne bis hinten durchgelesen. So schön. Und die Mangoldröllchen daraus habe ich auch schon gemacht. Die sind ja vielleicht lecker."

Das war eine echte Überraschung, deswegen wollte ich euch das schnell erzählen. Moah, ich hab gegrinst wie ein Honigkuchenpferd. Und grinse jetzt wieder, während ich diese Zeilen schreibe. (Das mache ich übrigens öfters beim Schreiben, der Mann zieht mich höchst gerne damit auf. Tse. Ist doch schön, wenn ich wirklich Spaß an dem habe, was ich tue, oder?)

Ich freue mich natürlich über jeden tierisch, der mein Buch mag und etwas darin für sich findet (oha, da fällt mir ein, dass ich mal etwas über die vielen tollen Nachrichten schreiben könnte, die ich dazu erhalte), aber dass es in dem Fall eine über 80jährige war, finde ich doch höchst bemerkenswert.
Hach!



P.S.: Morgen geht es wandern. Eeeehhh... das ist das vierte Wochenende in Serie. Wer hätte das gedacht? Das Wetter soll (zumindest in meiner Gegend) schön werden, also macht was draus und geht raus an die frische Luft. Hopphopp!



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Donnerstag, 11. September 2014

Sabberalarm bei Hol(l)adieKochfee


So, jetzt hoffe ich sehr, dass einer der folgenden "Zustände" auf euch zutrifft:

a) Ihr habt gut gegessen, seid satt, glücklich und zufrieden,

b) ihr müsst sowieso noch einkaufen, oder

c) eure Vorräte geben einiges her

Sonst wird es jetzt vielleicht ein wenig anstrengend für euch, denn es gibt einen niegelnagelneuen Kochblog mit LowCarb-Rezepten.

Petra Hola-Schneider ist mir schon lange ein Begriff. Immer wieder stolperte ich über einige ihrer tollen LowCarb-Rezepte bei Facebook, bei deren Lektüre ich mir dachte "Verdammt, stimmt, DAS ist eine super Idee! Das ist garantiert richtig lecker." 

Jetzt ist sie einen ordentlichen Schritt nach vorne gegangen und hat ihre eigene Rezepte-Seite eröffnet, die aus meiner Sicht optisch sehr ansprechend ist. Einige Rezepte sind bereits - prima nachvollziehbar formuliert sowie mit mundwässernden Fotos versehen - eingestellt und ich bin richtig gespannt, womit sie uns ins Zukunft überraschen wird.

Auf eine bereichernde Nachbarschaft, Petra!

Ich habe die Seite natürlich auch in meiner Seiten-Sammlung rechts untergebracht und so bekomme ich immer mit, wenn es etwas Neues gibt.

Hol(l)adieKochfee ist am Start. (klickedicklick und meinerseits "Guten Appetit!")


Noch ein kleiner Screenshot für euch:









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Mittwoch, 10. September 2014

Die Waage - Was ich zum Abnehmen brauche #1


Aaaaaccchhhttttunnnggg... kann länger werden. Am besten holt ihr euch eine Tasse Kaffee und macht es euch gemütlich. :)


Rund um das Thema "Waage" gibt es ungezählte Meinungen. Im Forum lese ich immer wieder gerne, wie andere damit umgehen, spannendes Thema. Einerseits ist Kontrolle bei mir nötig, andererseits... ewigunddreiTage lang?

Tatsache ist DERZEIT (quasi meine Lebensabschnittswaageneinstellung - was für ein Wort!):

Ich brauche die Kontrolle. Wenn ich merke, dass ich mich nicht mehr wiege bzw. tausend unglaublich wichtige Gründe finde, warum ich es "wirklichwirklich JETZT nicht schaffe" (weil ich mich dann ja ausziehen müsste und es im Bad so schrecklich kalt ist, weil ich vorher sicherheitshalber schnell etwas gegessen habe, weil ich es eilig habe, weil ich irgendwelche körperlichen Befindlichkeiten verspüre, weilweilweil...), ist etwas im Busch! Eigentlich weiß ich dann wohl schon längst, dass ich ein wenig vom Weg ab bin, gerne zu viel esse und es einfach nicht wahrhaben will. Ein bisschen so, als schaut man sich einen Krimi an und hält sich bei den zu spannenden Szenen Ohren und Augen zu (ja, ich bin da ganz sensibel, aber das ist eine andere Geschichte).

Für mich sollte das "Nicht-wiegen-wollen" schon einmal definitiv ein klares, erstes Warnsignal sein! Wenn ich nur brav auf mich hören würde... Tse. Frei nach dem Motto: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. 

Rückblickend kam die Wende in die derzeitige Zunahme tatsächlich ab dem Moment, in dem ich einen großen Bogen um die Ische machte. Aha!

Stelle ich mich hingegen auf die Waage, fühle ich mich für den Tag "eingenordet", weiß wo ich dran bin und kann darauf reagieren. Ja, natürlich gibt es tausend gute Gründe, warum das Gewicht zwischendrin nach oben ausschlägt, dessen bin ich mir voll bewusst. Ihr euch auch? Nein? Dann kommen hier meine, aus dem persönlichen Erfahrungsschatz gesammelten Gründe. Ich habe extra für euch kleine Überschriften drüber gesetzt. Falls ihr das Problem schon kennt, einfach demonstrativ nicken und zum nächsten Absatz hopsen.


* Für Mädchen: Zyklus!

Ich finde es uneingeschränkt herrlich, eine Frau zu sein. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass so einige von uns (mich eingeschlossen) einfach mit der Tatsache leben müssen, dass wir, teilweise ab dem Eisprung, Wasser einlagern wie ein Kamel in der Oase, am Vortag eines mehrwöchigen Ritts durch die Wüste. Ist so, geht wieder vorbei. Atmen!


* Weil meine Abnehmpartnerin derzeit das Problem hat: Suppe!

Ich weiß nicht, ob es am Salzgehalt liegt oder whatever... ich nehme von Suppe zu -  und sie anscheinend auch. Dass ich nach dem Genuss von Suppe Wasser einlagere, spüre ich klar und deutlich in Händen, Füßen und Gesicht. Ihr sagt, das kann nicht viel sein? Haha, bis zu 2 kg sind bei mir drin. Danke, Leben, du bist so gut zu mir!

Gleiches gilt übrigens für Alkohol. *räusper*


* Lebensmittel, die man nicht verträgt - wenn wir schon mal dabei sind!

Jepp... bei mir alle Kohlsorten, obwohl ich die so gerne esse. Auch nicht fair. Wenn ihr eisern bei eurem Plan seid und euch nichts "vorzuwerfen" (blödes Wort) habt, alle anderen Punkte dieser Liste gerade nicht zutreffen, dann solltet ihr darüber nachdenken.


* Infekte aller Art - ob mit oder ohne Antibiotika o.ä. behandelt

Davon nehme ich zu. Peng. Und da ist es wurschtegal, ob das Magen-Darm ist oder etwas anderes, auch wenn man rein logisch denkt, dass es anders sein müsste. Antibiotika hat leider darüber hinaus eine hartnäckige "Nachspielzeit". Das dauert Wochen bis alles wieder in geregelten Bahnen läuft.



* Muskelkater oder nach viel Sport

Nein, es handelt sich dabei nicht um in Windeseile über Nacht aufgebaute Muskelmasse. Das geht wohl eher nicht so schnell. Ich habe gelesen, dass a) eine Frau bei ordentlichem Krafttraining maximal 2-3 kg Muskelmasse IM JAHR zulegen kann (damit war das Argument für mich geknickt) und b) bei Muskelkater zu Reparaturarbeiten Wasser eingeschleust wird, um irgendwas abzutransportieren. Falls sich jemand damit gut auskennt, bitte kommentieren, ich übernehme gut nachvollziehbare Fakten höchst gerne.

Dennoch ist Sport und der Aufbau von Muskelmasse (auch wenn es weniger sein sollte) natürlich toll. Muskeln verbrauchen Energie, das tut das Fettdepot weniger. Das schleppt man eher umsonst mit sich rum. Darüber hinaus tut Sport der Seele unfassbar gut.

Für mich sind die Beobachtungen am eigenen Leib dafür ausschlaggebend. Mache ich sehr viel Sport und die Muskelmieze quält mich, kann ich erstaunliche Gewichtszunahmen verzeichnen. Muskelkater weg - Gewicht weg. Ja, das ist total gemein, schließlich hat man sich in dem Fall besonders viel Mühe mit dem eigenen Körper gegeben, daher üben wir auch an dieser Stelle das tiefste Atmen der Gelassenheit bis runter in die Rippenbögen oder belegen zusätzlich einen Kurs in "Autogenes Training".



* Simsalabim sind wir bei: Stress

Stress ist eine blöde Abnehmbremse. Und das nicht nur, weil einige (wie ich) dazu tendieren, Stress aufzuessen. Bei Stress schütten wir u.a. Cortisol aus. Cortisol an sich ist durchaus lebensnotwendig, aber aber... Dazu gibt es reichlich im Internet zu lesen, das hier z.B. (klickedicklick) ist ganz gut erklärt.

Ein Arzt sagte mir, dass Ausdauersport die Möglichkeit ist, um Cortisol abzubauen und es eher kontraproduktiv sei, sich rein auf ruhige Entspannungstechniken zu konzentrieren. Also raus an die frische Luft und zwar zackig.


* Wenn man schneller isst als man laufen kann...

Ihr macht viel Sport? Tobt euch aus? Da kann man sich doch mal ein reelles Extra gönnen.... NICHT! Es sei denn man macht unglaublich doll viel Sport.

Wollt ihr etwas Trauriges lesen? Wenn ich EINE STUNDE intensiv laufen gehe, sind das gerade mal ca. 400 verfeuerte Kalorien. BÄM!

Was ist das "wert", was man bei einer Stunde Sport verfeuert? Eine halbe Tafel Schokolade? Ein kleiner Hamburger? Ein Schnittchen Brot mit Aufschnitt und Butter? Ein dickes Würstchen mit Senf? Glaube an die Kalorientheorie hin oder her, ich würde mir das jedenfalls sparen.


* Ungleiche Wiegevoraussetzungen anderer Art

Um halbwegs vergleichbare Ergebnisse zu erzielen, sollte man:

- stets die gleiche Waage benutzen
- die wiederum stets am gleichen Platz stehen haben
- bereits auf der Toilette gewesen sein (ganz wichtig: was noch drinnen ist, wiegt mit)
- am besten nackig sein oder vergleichbar schwere Kleidung tragen

Logisch, oder?

Gerade die Geschichte mit der Toilette ist besonders wichtig. Wenn man keine Verdauung hatte oder am Vorabend spät gegessen hat, kann das ordentlich zu Mehrgewicht beitragen.


* Nicht zuletzt: Das System klemmt

Habt ihr wirklich die richtige Ernährung für euch gefunden und befolgt ihr sie auch? Keine Ausnahmen? Diese Grätsche zwischen Theorie und Praxis macht es einem nicht einfach. In dem Fall rate ich zu einigen Wochen konsequenten Notierens aller Lebensmittel, die das Gaumenzäpfchen umspülen, inklusive Getränke. Wie viel, wann, warum, in welcher Zusammensetzung... das kann durchaus fies die Augen öffnen.

Es gilt das persönlich rechte Maß zu finden. Und ein ZU WENIG ist ebenso zu vermeiden wie ein ZU VIEL. Diejenigen, die schon länger abnehmen und schon so einige Kilos beiseite gebracht haben, sollten überlegen, ob sie auch daran gedacht haben, evtl. mit dem schwindenden Gewicht auch die Energiezufuhr zu verringern. Je weniger ich wiege, desto weniger brauche ich - was mir dann doch recht logisch erscheint. Es sei denn, ich bin parallel von der Couchkartoffel zur Sportgranate mutiert (was ich allerdings schon mehr als einmal miterlebt habe).

Geduld ist wichtig, denn nach drei Tagen (und auch nicht nach drei Wochen) sind echte Wunder nicht zu erwarten. Abnehmen ist konsequentes Arbeiten mit sich selbst, körperlich (was Essen und Sport angeht) und seelisch (was Essen und Leben angeht).

So viel zu den Gründen, warum die Waage schon am frühen Morgen blöd sein kann. Hm... habe ich etwas vergessen? Wenn man frisch anfängt abzunehmen und das Abnehmergebnis nicht überzeugt, kann es auch noch an weiteren Punkten liegen, wie z.B. einer beeindruckenden Dauerdiätvergangenheit. 


Dann sind da noch die eher langfristigen Gründe...



* Diverse Medikamente

Neben Antibiotika gibt es reichlich Medikamente, die einem das Leben ebenfalls schwer machen können. Beipackzettel lesen und/oder im Internet blättern... Wenn es sich um Medikamente handelt, die man dauerhaft nehmen muss, würde ich mit dem Arzt reden, ob es nicht eine ebenso gute Alternative gibt.


* Wechseljahre, Schilddrüse und weitere veränderte Hormonlagen - auch für die Jungs!

Wir werden dummerweise nicht jünger (merke ich jeden Morgen, wenn ich in den Spiegel sehe), da schlagen (ja, auch bei den Jungs - glaubt nur ja nicht, dass ihr davon verschont seid.) die Wechseljahre früher oder später zu. Aber es gibt auch andere veränderte Hormonlagen, die einem das Abnehmen erschweren KÖNNEN (nicht müssen). Wenn ihr euch wirklich sicher seid, dass alle anderen Punkte auszuschließen sind, dass ihr richtig esst, dann wäre es vielleicht eine gute Idee, einen richtig tollen Facharzt (das mit dem "richtig toll" ist an dieser Stelle allerdings nicht so einfach) zwecks Ursachenforschung aufzusuchen.


Wenn irgendeiner der Punkte aus der Liste zutreffen und ihr euch trotzdem wiegt, solltet ihr eine gewisse Gelassenheit an den Tag legen und die Zahl auf der Waage maximal im Hinterkopf registrieren.

Mir hilft es, wenn ich mir die Gründe dafür durch den Kopf gehen lasse und *1hin2imSinn* überschlage, wie viel diese Befindlichkeiten wohl in Gewicht sind. Dazu braucht es etwas Erfahrung und Milde im Umgang mit sich selbst. Definitiv. Denn, um es mit Oona zu sagen: Irgendwas ist (eigentlich) immer.




Wie oft sollte man denn nun auf die Waage steigen?

Was "man" machen sollte, weiß ich nicht. Ich habe mich dafür entschieden, täglich am Morgen nach der Toilette nackig auf die Waage zu steigen. Aus der Liste oben sieht man zwar schon, dass es ganz viele Gründe gibt, warum das Ergebnis nicht zur höchsten Zufriedenheit ausfallen KÖNNTE, aber wenn ich regelmäßig auf die Waage steige, sehe ich zumindest über die Woche die "Tendenz". Registriere, ob das Gewicht eher steigt oder fällt.

Das ist für mich wichtig, denn mein (für mich) offizieller Wiegetag, also der Tag an dem ich das Gewicht für mich notiere, ist nur einmal in der Woche. Mir ist es aber schon mehr als einmal passiert, dass ich unter der Woche hübsch beobachten konnte, wie das Gewicht langsam (aber sicher) fiel, um dann am Wiegetag schwuppdiwupp beim gleichen Ergebnis der VORwoche zu hängen. Wenn ich mich jetzt nur einmal pro Woche wiegen würde, die ganze Woche brav und eisern war und dann erfahren würde, dass sie Nullkommagarnichts auf der Waage getan hat, würde es zumindest gewisse, definitiv ausdrückliche Nagespuren an meinem Durchhaltewillen und meiner Motivation hinterlassen.

Das tägliche Wiegen macht mir hingegen nichts aus. Es hält mich bei der Stange bzw. in meinen Vorgaben und verhindert meine Tendenz zum Selbstbetrug.

Für mich daher täglich.

Aber das ist natürlich keine allgemeine Empfehlung. Vielen geht es besser, wenn sie sich seltener oder gar nicht wiegen und nur messen oder auf ihre Kleidung achten. Manche benötigen vielleicht eine Pause von der Kontrolle. Aber das könnt ihr mir bestimmt am besten sagen.

Ob ich das immer und ewig brauchen werde?

*singt* Que sera, sera, whatever will be, will be, the future's not ours to see, que sera, sera, what will be, will be... *hörtbesseraufzusingen*

Weiß ich nicht. Darüber mache ich mir Gedanken, wenn ich irgendwann einmal da angekommen bin, wo ich hin möchte.




P.S.: Sollte ich mich zukünftig noch im Abnehmbereich befinden und auf einmal etwas völlig Gegensätzliches über das Wiegen verlautbaren: PN oder Mail oder oder Anruf oder Tritt in den Hintern umgehend zu mir. Danke!   :)

P.S. 2: Ich lasse diesen Post mal an die frische Luft, werde aber bestimmt noch ergänzen. Ich habe das ganz deutliche Gefühl, dass ich so einiges vergessen habe. *rolleyes*



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Montag, 8. September 2014

Hohes Venn, oder: Ist der Schuh erst ruiniert...

... geht es sich ganz ungeniert!




Wie konnte es dazu kommen? Ganz einfach...

Gestern ging es bei "von oben" trockenem Wetter ins Hohe Venn. Gestartet sind wir am Entenpfuhl und von da aus erreichten wir sehr schnell das Moorgebiet.






"Von oben trocken" heißt dort natürlich nicht automatisch "von unten trocken" und daher bin ich auf den ersten 2 km mal so richtig versumpft. Über ausreichend viele Meter fehlten nämlich die Steege...






Daher sahen Schuhe und Socken nach 2,5 km so aus:




Da ich sehr empfindliche Hacken habe und wusste, dass ich mir mit nassen Schuhen und Socken im Handumdrehen Blasen zuziehen würde, blieben mir exakt zwei Möglichkeiten:

a) Wanderung abbrechen und zurück zum Auto gehen

b) Schuhe und Socken ausziehen und barfuß weiter gehen.

Da ich dezent merkwürdig bin, entschied ich mich für b). Eeeehhhh.. wisst ihr eigentlich, was das für ein wundervolles Gefühl ist, bis zu den Knöcheln im original Moddermoor zu stecken? Siehe Foto 1.

Es gab ganz viel tolle Gegend zu sehen und auch kleinere Details...











In den Wäldern fanden wir eine Menge Pilze und die haben wir - mit Ausnahme der Fliegepilze - dann abends auch gegessen..

Ja, ich lebe noch!




Ist das hier eigentlich ein Pfifferling? Der Mann hat mir das nicht geglaubt und daher haben wir den dann doch lieber nicht verspeist.





Mehr Gegend:





Insgesamt eine wundervolle Wanderung über 17 km. Die 14,5 km barfuß haben mir definitiv nicht geschadet. Kein Splitter, keine Probleme. Lediglich minimal Muskelkater in den Füßen. Das Gefühl an den Füßen war dagegen unbeschreiblich schön. Schuhe waren gestern jedenfalls definitiv überbewertet.

Hohes Venn?
Immer wieder gerne.

Und im Sommer auch wieder barfuß.
:)




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Samstag, 6. September 2014

Meine Ziele #1 - zügigstes Fortbewegen


Bevor ich mit meinen neuesten Gehversuchen angebe, muss ich erst eine Bitte an euch loswerden:

Ihr müsst mir helfen. Ich habe ein persönliches Problem mit dem Wort "Walken". Noch schlimmer finde ich "Powerwalken". Warum auch immer. SO geht das nicht. Da muss ein neues her. Möglichst eine völlig Neukreation, nur für mich. Das wäre toll.  
DatBea schlug "bewegeHn" oder "Schritte sammeln" vor, aber das klingt viel zu langsam. Ich brauche etwas, was blitzeschnell klingt. "Laufen" ist für mich "Joggen" Tipps hierher! Dringend. 

Zurück zu meinen Gehversuchen:

Der Women's Run hat mich ordentlich angefixt - seitdem wird gegangen, gewandert, gedingst... Halt vorwärts und möglichst schnell. Und um mich ordentlich zu motivieren, habe ich mir eine kleine, jedoch nicht wirklich bescheidene Zieleliste gebastelt. Sieht so aus:


  1. Meinen eigenen WR-Rekord von 43:01 min auf 5 km spielend wiederholen können. (sowas von erledigt!)
  2. Unter 42 min auf 5 km
  3. Unter 41 min auf 5 km
  4. Unter 40 min auf 5 km
  5. Schneller als die Siegerin der Altersklassen w40 (39:25 min) des WR 2014 sein.
  6. Schneller walken als ich im Schnitt beim WR gelaufen bin (ca. 37 min)
  7. Schneller als die Siegerin der Altersklasse w45 (36:28 min) des WR 2014 sein. Ich wechsele nämlich im nächsten Jahr die Altersklasse, also muss man beide ein wenig im Auge behalten und HOSSA war diese Siegerin schnell. Shit! :)
  8. Den WR 2015 in meiner Altersklasse gewinnen ist natürlich die logische Konsequenz aus den beiden Punkten 5 und 7. 
  9. Meine schnellste Laufzeit beim WR gehend besiegen (ca. 35 min)

Nein, so wahnsinnig, zu glauben, dass ich den Run im nächsten Jahr gewinnen kann, bin ich dann doch nicht. Das waren nämlich 28irgendwas Minuten. Das schaffe ich wohl eher nicht.

Spielregeln:

  1. Ein Ziel gilt dann als erledigt, wenn es zehnmal geschafft wurde. Eine Schwalbe macht schließlich noch keinen Sommer. 
  2. Die Ergebnisse müssen beweisbar sein - also mit meiner Laufuhr dokumentiert. 
  3. Cool bleiben, ich habe noch 11 Monate Zeit, um topfit zu werden. :)
Ich bin gespannt, was ich erreichen kann. Und eine Belohnung pro Ziel muss ich mir natürlich auch noch ausdenken. "Auf Schusters Rappen" ist also für mich die Devise bis zum Sommer. Wer mag mitmachen?


***************************************************** 

So viel zu den Zielen und Bedingungen - wo stehe ich denn derzeit?

Meinen ausgebufften Trainingsplan präsentiere ich euch demnächst, das würde jetzt zu weit führen. Aber ein bisschen angeben möchte ich dann schon. Ich war heute "DINGSEN" und es war 50:50-Tag. Bedeutet, dass ich 2,5 km wirklich zügig unterwegs war und die anderen 2,5 km so schnell oder langsam, dass ich nicht außer Atem kam, also ein wenig lockerer.

1. Hälfte (schnell): 2,5 km in 19:44 min (7,6 km/h im Schnitt)
2. Hälfte (locker): 2,5 km in 20:46 min (7,2 km/h im Schnitt)

Macht zusammen 5 km in 40:30 min.

Vor lauter Freude habe ich aber dann auf den falschen Knopf gedrückt und darum sind da zusätzliche 10 geschlenderte Meter drin, ich Nuss. Egal. Auch 40:37 min sind auf 5 km super. Und der Beweis kommt hier:





Somit habe ich heute Ziel Nr. 3 zum ersten Mal offiziell geschafft und lehne mich nach einer kühlen Dusche total entspannt und breit grinsend zurück.

YEAHAW!

Morgen große "Trainingseinheit" mit meinem Lieblingseinpeitscher. Der Mann und ich wandern im Hohen Venn. Ich bringe Fotos mit, versprochen! 







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Freitag, 5. September 2014

Vom Straucheln


Wenig in meinem Leben ist so wankelmütig wie mein eigenes Körpergefühl. Das ist mir in den letzten Monaten deutlich aufgefallen.

Im Urlaub beispielsweise habe ich mir gar keine Gedanken darüber gemacht. Ich habe die Tage intensiv gelebt und ausgiebig genossen, war nicht nur in kurzen Ärmeln, sondern auch im Kleid unterwegs, habe mich ganz normal gefühlt. Ein völlig normaler Mensch in einem normalen Körper.

Das liegt auch daran, dass die Schweden sehr tolerant sind, die Erfahrung mache ich seit Jahrzehnten. Daher war das Land schon als Übergewichtige für mich mein Traumziel, denn mir ist es bislang nie untergekommen, dass die Menschen dort einen wegen Körperfülle (oder anderer optischer "Mängel") verstohlen ansehen oder herablassende Kommentare irgendwelcher Art machen.

Daher können die Schweden einfach die Schweden sein und beim ersten Sonnenstrahl im Frühsommer kommen die Hotpants raus. Da ist es wurschtegal, ob man 16 oder über 60 ist, ob nun mit Cellulite oder zu vielen Kilos geschlagen ist oder nicht. Ich habe den Eindruck, dass "Leben und leben lassen" dort nicht nur ein Spruch ist.

Da erwische ich eher mich zunächst dabei, dass ich mich staunend umsehe und das ein oder andere Mal sogar denke "Moah, das würde ich aber an ihrer/seiner Stelle nicht machen." Und schäme mich sofort dafür. Tatsächlich bin ich sogar neidisch auf dieses freie Leben. Es dauert regelmäßig ein paar Tage, dann bin ich von der Atmosphäre gefangen und kann loslassen.

Denn trotz dass ich mich körperlich sehr verändert habe, bin ich seelisch manchmal immer noch dick. Das ist schwierig zu erklären, aber ich ertappe mich ab und an dabei, dass ich "gucke, ob andere gucken". Vor allem, wenn viele Fremde anwesend sind. Ich "sortiere" mich automatisch "größentechnisch ein", wenn ich Unbekannte um mich habe. Versteht mich einer? Ich glaube nicht, dass Menschen, die nie ein Gewichtsproblem hatten, genauso empfinden, aber vielleicht ist es entfernt nachvollziehbar.

Das mag einerseits blöd sein, andererseits ist mir dadurch die Fähigkeit erhalten geblieben, umgehend wahrzunehmen, wenn sich ein anderer Mensch körperlich in einer Situation unwohl fühlt. Daher möchte ich mir das gar nicht abgewöhnen.

Leider führte diese befreite Umgebung dazu, dass ich direkt auch mal entspannt bei mir selbst los ließ. Gründlich.

Zurück in heimischen Gefilden, konnte ich mir mein positives Grundgefühl zunächst noch eine Woche erhalten - schlicht indem ich nicht auf die Waage kletterte und ignorierte, dass die ein oder andere Hose etwas enger saß. Lässt sich halt vorübergehend überbrücken. Jetzt war ich an einem anderen Punkt: Mein Körpergefühl war nicht mehr normal, ich habe es nach allen Regeln der Kunst ausgeblendet. Dennoch steht die Ische ja quasi als Mahnmal im Bad und somit automatisch ständig im Sichtfeld. Und irgendwann.. ja, irgendwann tut man "es" einfach.

Es ist schon erstaunlich, was so ein kurzer Zehendips auf die Glasplatte der Waage verändern kann. Bah! Eben noch lediglich auf eine reinigende, entspannende Dusche freuend, fühlte ich mich binnen einiger Sekunden als hätte man mich an den Haaren einmal mit dem Gesicht nach unten über den Boden des Bads geschleift!

Ich landete deutlich unsanft auf dem Boden der Tatsachen. Das Körpergefühl wurde mir ins Gesicht geklatscht und das war ab dem Moment schlicht mies. Das letzte Wiegen war irgendwann Anfang Juni und die Zeitspanne bis Mitte August hatte ischenscheinlich ausgereicht, um ordentlich Gewicht auf die Waage zu packen. Nein, nicht die Gigakatastrophe, aber fast sechs Kilo reichten definitiv aus, um mir gründlich den Tag die Woche mehrere Wochen zu versauen.

Fragt man sich natürlich, wie es dazu kommen konnte. Klar, nachvollziehbar.

Es war einfach zu viel und das für mich falsche Essen im Verhältnis zu viel zu wenig Kontrolle und Konzentration auf den Vorgang der Nahrungsaufnahme an sich. 

Im Detail:
Im Urlaub, und auch schon in der Zeit davor (darüber hab ich geschrieben), gab es zu häufig zusätzlich das ein oder andere Extra, angefangen bei der köstlichen, schwedischen Sahne, göttliche Erdbeeren bis hin zum Glas Wein als Tagesausklang. Darüber hinaus entdeckte ich die Möhrchen für mich.

Ja, lacht nur. Mag sein, dass Möhrchen euch nichts machen, mir schon. Vor allem, wenn ich aus den Augen verliere, dass die Überschreitung der persönlich verträglichen Menge das Gift macht. In Butter geschmorte Möhrchen, davon gerne ein halbes Kilo als Beilage, damit ging es so richtig los. Damit öffneten sich bei mir die Schotten und das Gehirn fuhr das System endgültig runter. Denn die Möhrchen bzw. die darin enthaltene Süße lockte den Heißhunger auf den Plan. Klingt albern, zumal ich es doch mittlerweile besser wissen müsste, ist aber Fakt. Clevere Menschen lassen bei einer solchen Wirkung fortan die Finger davon, mir gelang es nicht. Ich geriet in eine Art betäubten Zustand. Die Essensmengen konnten sich dadurch weiter hochschrauben, während es mir hervorragend gelang, das zu ignorieren.

Nein, ich nenne das nicht ein "Experiment, um zu sehen, ob ich mittlerweile mit Kohlenhydraten besser klar komme". Ich nenne das einen klassischen Rückfall in alte Muster. Punkt, aus, Ende. Nach fünf Jahren! Was mir deutlich zeigt, dass ich eben nicht "geheilt" bin, dass ich eben nicht "loslassen" kann. 

Nun denn, wir waren eigentlich beim Gang auf die Waage. Dem beschiss*nen Gefühl des "Wachwerdens". In Bädern kann es übrigens schlagartig kalt werden, auch im Sommer. Mies.

Man steigt von der Waage, schüttelt sich selbst eine Runde gründlich aus und macht eine elegante Kehrtwende im System? Gute Idee! Theoretisch...

Praktisch brauchte ich eine gute Woche, in der ich mich intensiv selbst bemitleidete und mit meinem grauenvollen Schicksal haderte. Alles unfair und ungerecht, ich habe viel um mich geweint. Dazu der Druck, den ich mir selbst machte: "Du hast ein Buch über das Abnehmen geschrieben, du Versager!" Ich fühlte mich mies und aufgebläht, angeschwollen bis zum Anschlag.

Es wurde Zeit für die "Biege" und zwar für die ganz große. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass ich ein wenig moralische Unterstützung brauchen könnte. Und die tauchte in Form einer Mitstreiterin auf, die hier noch gar nicht in "Erscheinung" getreten ist. Wir wohnen zwar weit auseinander (haben uns dennoch bereits einige Male persönlich getroffen), aber funken in vielen Bereichen (Essen und Sport u.a.) auf einer sehr ähnlichen "Wellenlänge" und zu zweit ist man definitiv stärker. Manchmal ruckelt das System zwar noch, aber es tuckert wie ein altes Moped mit diversen Fehlzündungen vorwärts.

Ich würde jetzt gerne hinausschreien: "Jippieyeah - rappzapp rattern die blöden Kilos davon!", aber so ist es nicht. Das Gewicht macht sich nur in Entenfüßchenschritten vom Acker, ABER es macht sich vom Acker (und ich feiere innerlich jedes Hektogramm) - was die Hauptsache ist.

Hm.
Ich bin auf dem Weg zurück in meine eigene Körpermitte, dorthin, wo ich in mir ruhe. Das ist alles in allem komplizierter als ich dachte. Ich fühle mich mit meiner gewohnten Kontrolle wohler und erachte sie auch definitiv als notwendig.

Nein, ich habe bislang auf dem Blog darüber nichts geschrieben. Zu oft habe ich euphorisch ins Orbit getutet, dass ich den letzten Kilos den Garaus machen möchte und bin dann versandet. Das ist doch total unglaubwürdig, wenn das häufiger passiert. Darum bin ich mir derzeit sehr unsicher, wie ich mit dem Thema umgehen soll. Darüber schreiben oder lieber nicht?

(Andererseits geht es hier um das Abnehmen und ich wollte euch zumindest auf dem neuesten Stand halten. Und nein, das hier fällt mir gerade gar nicht leicht. Ich habe diesen Text jetzt zigmal gelesen und bin mir immer noch unsicher.)

Na ja, vielleicht zieht ja der ein oder andere eine Lehre daraus, hoffe ich jedenfalls. Ich selbst werde mir jedenfalls noch einmal gründlich meine eigenen weisen Blogworte über das Thema "Ausnahmen" und "Leidensdruck" verinnerlichen.

Ich umarme euch.
Sudda



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Mittwoch, 3. September 2014

Gestern so


Neeeeiiiiiin, keine Angst, die Mutti ist nicht mit dem jungen Kerl durchgebrannt.
:)

Der Tag war heute derart vollgepackt mit Terminen, dass ich es erst jetzt geschafft habe, das Filmchen hochzuladen (das dauert aber immer extrem lange...).

Wir haben wohl draußen noch sehr lange vergebens auf Torenia (klickediklick!) gewartet, die ihr Kommen angekündigt hatte. Schließlich hatten wir die Kommentare auf den Post im Vorfeld gelesen (klickediklick! - Ganz unten drunter!). Die Enttäuschung war natürlich enorm. Ob sie wohl aus Versehen irgendwo falsch abgebogen ist?  ;)

Ich hatte ihn bereits in der letzten Woche bei den Mädelzund1Jungz angekündigt. Fehlerchen meinerseits waren wohl so kleine Kommentare im Vorfeld wie "Wartet ab. DER kann was. DAS gibt was. DA könnt ihr was erleben - oha!" Da hat es wohl wenig genützt, dass ich ein lächelndes "Der ist aber totaaaaal lieb. Echt jetzt." hinterher geworfen habe, auch wenn es definitiv so ist (das sei mit Nachdruck gesagt!).

Hm. Memo an  mich: Nicht gut! Nicht tun!

Jedenfalls ist mir diese Erleuchtung irgendwann dann doch gekommen, daher habe ich das Foto von gestern erst relativ spät eingestellt (ich konnte es mir aber gleichzeitig nicht verkneifen...). Ich kann mir vorstellen, dass es für manche abschreckend klingt, wenn man von einem extrem durchtrainierten und unbekannten Mann trainiert werden soll bis man keuchend und puterrot auf der Matte liegt, schweißüberströmt, oder so. Ich hätte wahrscheinlich früher gekniffen. Falsch, ich HÄTTE damals gekniffen.

Aber das ist nicht richtig, denn er ist ein lieber Mensch, wirklich einfühlsam. Und dass er unverschämt gut aussieht, ist eine Mischung zwischen "ist so geboren, gute Veranlagung, Glück gehabt" und "dafür hat er hart trainiert, das war mit Sicherheit viel Arbeit - Veranlagung ist nicht alles."

Wir haben uns etwas früher an der Halle getroffen, damit ich ihm noch ein paar Tipps mit auf den Weg geben konnte. Er war wirklich an den Mädelzund1Jungz interessiert und wollte ihnen eine gute Stunde bieten.

Kleines Interna (aber könnt ihr euch bestimmt eigentlich denken): Auch Trainer sind nervös, wenn sie das allererste Mal vor einer nagelneuen Gruppe stehen. 

Und sie kamen. Allerdings weniger als sonst, aber ich wusste von Elternabenden und von grippalen Infekten. Dennoch... wie gesagt... siehe "Memo an mich" oben. ♥

Anfänglich konnte man einigen die Skepsis in den Augen ablesen. Klar, anderer Mensch "da vorne", andere Gruppenaufstellung, anderer Anfang. Es lag eine gewisse Spannung in der Luft. Eine Teilnehmerin äußerte ihre Unsicherheit und ich habe versucht, sie zu beruhigen. Im Sport gilt immer und überall "Alles kann, nichts muss" - das war einer der ersten Sätze, die ich im Zusammenhang mit meinem Trainerdasein gelernt habe. Ich für meinen Teil wünschte mir, dass die Stunde eine Bereicherung sein sollte, ein Extra-Gimmick wie im Yps-Heft früher oder ein Bonbönchen. Er wiederum wollte sein Ding richtig gut machen - Sport ist seine Passion.

Es ging los. Ich überlege gerade... Waren es 10 oder 15 min? Dann hatte ich den Eindruck, dass die Anspannung nachließ, die Gesichter der Mädelzund1Jungz weicher und die Bewegungen lockerer wurden.

Während der Aufwärmung robbte ich - und ich dachte ich sei unauffällig, so viel dazu - über den Boden auf den Gasttrainer zu. Denkste, mittendrin schmiss er sich aus dem Stand mit einem "Moment, so viel Zeit muss sein!" auf den Boden, um für die Kamera zu posen, und hatte damit den Lacher auf seiner Seite. Ja, ich denke sogar, dass DAS der Moment war, in dem sich die Grundsituation lockerte.




Und HERRJE, hat er die Gruppe gescheucht. :)
Wirklich enorm traurig, dass ich die Rolle des "Kamerakindes" intus hatte.
Voll traurig. *puh*



video


Das sieht aus eurer Sicht locker-flockig aus? Probiert es mal selbst aus! :)

Ich habe viele schöne Fotos und Filmchen gemacht, aber ihr habt sicherlich Verständnis dafür, dass der Rest nur für die Mädelzund1Jungz und unsere "geschlossene" Facebook-Gruppe ist.

Eigentlich war geplant, dass er 60 min. bekommen sollte und ich den entspannenden Abschluss übernehme. Aber er war so "drin", mit blitzenden Augen, dass ich ihn nicht abwürgen konnte und wollte. Daher hat er die kompletten 90 min. in der Hand gehabt. Toll, wirklich richtig toll.

Die Mädelzund1Jungz gingen stark errötet, leicht beinschleifend, aber mit höchst zufriedenden Gesichtern aus der Halle. Jemand fragte: "Kann der nicht noch mal kommen, wenn wir wieder richtig 'drin' sind? Wir hatten doch gerade 7 Wochen Pause." 

Ja, er wird noch einmal kommen.
Geplant ist er quasi als Vorweihnachtsspecial.

Und wie gesagt - wenn auch ihr wollt (und  falls noch Platz in der Halle ist) gerne! Meldet euch per Mail oder sonstwie bei mir.





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Montag, 1. September 2014

LCHF-Tipp: Der Spiralschneider


Jahrelang bin ich immer wieder im Kreis drumherum gelaufen. Einerseits hat er mich extrem gereizt, andererseits war ich mir zu geizig. Schließlich kann man Gemüsenudeln auch mit dem Sparschäler rappzapp zubereiten... dachte ich.

Klar, kann man auch, aber was so ein Spiralschneider aus Rettich, Kohlrabi, Gurke, Zucchini, Möhren und sehr schmalen Spitzpaprika so macht, ist doch ein ganz anderes Erlebnis.

Nein, bislang habe ich keinen "warmen Nudelersatz" daraus gemacht, sondern den Rettich, Kohlrabi, etc. s.o. anschließend mit Vinaigrette angemacht. Aber dennoch ist das 1a-gigalecker unter Bolognesesauce. Oder wie der Mann seit dem ersten "Kontakt" mit meinem Rettich-Kohlrabi-Nudelsalat immer wieder gerne sagt:

"Normale Nudeln sind was für Weicheier!"

Er war's, er war's... nicht ich. :)

Jetzt wollte ich euch doch mal ein tolles Foto von meinen Gemüsenudeln machen, das Ergebnis ist aber leider nicht so der Brüller... Ich wollte rote Spitzpaprika mit reinhobeln, aber die war zu breit und auch schon zu weich, gab also nur kleine, rote Fissel dazwischen.




Eine besondere Marke kann und mag ich nicht empfehlen. Ich hab den von Westmark, sieht aber baugleich aus wie einer von Lurch - ich weiß nicht, welcher am besten ist. Das muss jeder Interessierte selbst herausfinden. Einfach mal "Spiralschneider" googlen, dann werdet ihr garantiert fündig. Bei meinem Modell wird jedenfalls das geschälte Gemüse "eingespannt" und dann von der Seite "verkurbelt". Das Teil hat auch verschiedene Einsätze, so dass man Gemüsenudeln unterschiedlicher Art herstellen kann.

Als Nachteil könnte man nennen, dass in der Mitte eine Art "Stift" aus Resten entsteht. Stört mich aber nicht weiter, ich mag auch Gemüse in Stiftform sehr gerne. Blöd nur bei den Möhren, denn das Beste daran, eben die Mitte, wird nicht zu Gemüsespaghetti verarbeitet.

Meine Frage an alle, die ein solches Gerät besitzen:
Habt ihr schon mal warme Nudeln damit gemacht?
Und wenn ja, wie schmeckt das?

Ich wollte mal eine Versuchsreihe mit ganz knapp blanchierten Kohlrabinudeln starten, als Unterlage für eine extrem geniale Carbonara-Sauce. Blanchieren, weil die dann minimal weicher werden und wahrscheinlich auch ihren typischen Geschmack verlieren. Das schwirrt so in meiner Vorstellung rum. Geht das?



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