Donnerstag, 2. Januar 2014

BitFreak und die Schokolade


BitFreak, der Gute, hinterließ mir folgenden Kommentar:

Wenn du gerade so gut dabei bist Dinge zu beantworten, würde mich interessieren: Wie kann man es schaffen nur bei richtigen, echten, körperlichen (du weißt was ich meine) Hunger zu essen? Ich glaube inzwischen es Unterscheiden zu können: Aber zwischendurch kommt einfach der Punkt "Schokolade! Jetzt! Sofort! Die ganze Packung!" Nicht nur zu Hause, auch auf der Arbeit und so weiter...


Ich les ihn sehr gerne (klickediklick!), unter anderem weil wir Frauen unter den Abnehmbloggern eindeutig Mehrheit sind und ich mich immer wieder freue, wenn sich Männer untermischen.

Und ich hab selten so gelacht, wie als er von seiner BLACK MAMBA erzählt hat. Dem Fahrrad. Bei dem Namen BLACK MAMBA hatte ich direkt die Assoziation von einem sportysporty schwarzen Rennrad mit Hightechschnickschnack vom Feinsten. Was weiß ich... Carbon oder so was. 

Aber... BLACK MAMBA ist ein Damenrad. :) 
Ich finds grandios. Aber vielleicht steh ich da mit meinem Humor auch allein da. 

Naja, wo wollte ich eigentlich hin? Ich versaus mich so gerne.

Ach ja, BitFreak und die Schokolade.

Die begleitet ihn wie ein roter Faden durch den gesamten Blog. Hm. Die Schokolade...

Vielleicht bist du süchtig. Das wäre dann ein bisschen wie bei Rauchern, aber nicht ganz. Denn Raucher können theoretisch einfach sagen: "Rauch ich eben nicht mehr!" Zigaretten weg, eine Weile vielleicht kräftig leiden, aber wenn man es schafft, ist Ruhe.

Der Unterschied ist nämlich, dass Nikotin in normalen Nahrungsmitteln oder Getränken eher nicht so vorkommt. Zucker (wie er eben in Schokolade recht kräftig enthalten ist) hingegen steckt in so vielem. Nicht nur im Süßen, sondern auch in den Nudeln, dem Reis, dem Brot, sogar in BACON kann er sich verstecken. Jaha. Und den Zucker hab ich bei dir durchaus im Verdacht (fast logisch bei meiner persönlichen Erfahrung, man neigt dazu, auf andere zu transportieren).  

Selbst wenn du es nun schaffst, dem offensichtlichen Suchtmittel erster Wahl (in deinem Fall Schokolade) zu widerstehen, gibst du dir - wenn meine Theorie stimmt - den Suchtstoff über ANDERE Quellen. Wie soll man da davon loskommen?

Gut, ist nicht bei jedem so. Weit gefehlt. Ich bin definitiv nicht der Meinung, dass jeder, der Schokolade isst, süchtig ist. Auf gar keinen Fall. Aber in deinem Fall würde darüber nachdenken.

Oder es hat einen emotionalen Grund? Oder ist es blutzuckergesteuert? Vielleicht kannst du dem mit Fragen wie diesen auf den Grund gehen:

1. Warum ausgerechnet Schokolade? 

Mal abgesehen davon, dass man sie überall kaufen kann und vor allem praktisch ist, weil sie sich superduper heimlich essen lässt. Sie bröselt eher weniger, passt in Büroschubladen und Jackentaschen und knurpst nicht so fies beim Kauen. Außerdem ist sie sehr kompakt und dröhnt mit nur wenigen Bissen recht viel Zucker und Kalorien rein.


2. In welchen Situationen brauchst du Schokolade? Wann passiert das, was du beschrieben hast? 


3. Wie fühlst du dich, bevor du die Schokolade isst? Wie fühlst du dich, während du sie isst? Wie fühlst du dich danach?



Es gibt bei mir drei Sorten von Hunger. Emotionalen, blutzuckerspiegelgesteuerten und echten.

Vielleicht ist das bei dir auch so.
Bei welcher Art Hunger dich die Schokolade überfällt, dass ist der Knackpunkt, den du herausfinden musst. Das kannst nur du. Und dann kannst du das Muster verändern.



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Rückschläge

Auf den Post "Eigenverantwortung" habe ich viele tolle Kommentare  bekommen. Ich liebe es, denn es trägt immer weiter. Ein Post ist eine Art "Grundgerüst", die Kommentare machen es rund.

In einem Kommentar fand ich diesen Satz, mit dem ich nahtlos weitermachen möchte:

Manchmal brauchts aber auch die Rückschläge, um mehr über sich und sein Verhalten zu lernen und das zu verstehen. 

Danke an die.waschküche (klickediklick!), die immer wieder für ganz besonders wertvolle Gedankenberge bei mir sorgt.

Wenn man, wie ich damals, den berühmten Klick erlebt, den magischen Punkt, an dem man nicht nur spürt, sondern wirklich WEISS, dass es etwas passieren WIRD (nicht nur theoretisch passieren müsste), legt man los, wie eine Dampfmaschine. Ziel anvisiert, da geht es lang und ab dafür.

Leidensdruck entlädt sich. Der ist ungeheuerlich stark und richtig kanalisiert bringt einen nichts mehr vom Weg ab. Ausnahme? Was ist das? Ich bin doch nicht verrückt und schieß mich aus der Bahn. Ich doch nicht.

Aber wie das mit dem Druck so ist... an der Austrittsstelle ist er enorm, aber je weiter man von dieser Austrittsstelle wegkommt, desto schwächer wird er, bis er kaum noch zu spüren ist.

Und dann steht man da, unbekannter Ort. Da war ich noch nicht. Druckbefreit versucht man sich neu in seinem Leben zu orientieren.

DAS IST SCHWIERIG!

Echt. Zielorientiertes Abnehmen mit Druck ist dagegen ein nettes Spielchen.

Eine Freundin, die gemeinsam mit mir abgenommen hat, hatte eines Tages ihr Ziel erreicht. Einfach so. Und da saß sie nun vor mir, natürlich sehr glücklich, wurde auf einmal ganz leise, grübelte, sah mich an und sagte:

"Und was mach ich jetzt? Ich hab kein Ziel mehr."

Sie war verunsichert.

Ich, noch lecker mitten auf dem Weg und inmitten meiner Euphorie, sah sie innerlich kopfschüttelnd an und sagte:

"Was wohl? Leb doch einfach!"

Nein. Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Das merke ich gerade. Mir hat jetzt ein gutes Jahr das Ziel gefehlt. Ich hab so vieles erreicht, so vieles erlebt, und doch... Ab und an hab ich versucht, mich aufzuraffen und diesen verdexten letzten 10 Kilos den Kampf anzusagen. Habe versucht, mich selbst zu pushen, den Biss wiederzufinden, aber ihr wisst selbst, wie das gelaufen ist: Es waren eher Blindgänger als echte Granaten. Und sobald der Knall der Blindgänger verebbt war, habe ich mich wieder zurückgelehnt und mein neues Leben weitergelebt. Auch auf dem Blog trat "Entspannung" ein, mir fehlte das Grundgefühl für tiefergehende Gedanken, ich war zu beschäftigt mit vor-mich-hin-leben. Haben die, die schon länger hier lesen glasklar sicher gemerkt.

Jetzt komm ich auf den Kommentar von der Waschküche zurück. Siehe oben.

Ja, ich brauchte einen Rückschlag, auch wenn der auf der Waage kaum bemerkbar ist. Aber ich spüre, dass sich gewisse Muster zurück in mein Leben schleichen, auf ganz leisen Sohlen.

Ein Beispiel:
Ihr wisst, dass ich gerne guten Wein trinke.
Trinke ich aber guten Wein, verspüre ich im Anschluss daran den Wunsch zu essen.

Früher bin ich in einer solchen Situation einfach ins Bett gegangen.
Dann fing ich an, ein Stück Käse zu essen, weil darf man ja als LCHFler.
Einige Wochen später kam regelmäßig ein zweites Stück Käse dazu, auf Knäcke.
Wie ich noch eine Weile später herausfand, passt auf das Knäcke mit dem Käse super Mayo und Ardenner Schinken.  Und Gürkchen.

Versteht ihr?
Es weitete sich aus. Und das, obwohl ich eigentlich gar keinen Hunger hatte.
Und nein, ich habe auch keinen emotionalen Druck.
Nur Lust.
Weil es lecker ist.

Fehlt nur noch, dass ich unterbewusst öfter Wein trinke, um mehr essen zu können...

Das ist mir dieser Tage klar geworden. Ich bin noch nicht da raus, egal, was ich gedacht habe.

Ich hab gesagt, dass das sich auf der Waage nicht bemerkbar macht. Eigentlich ist das ein bisschen gelogen. Ich weiß es nämlich nicht. Ich geh gar nicht erst drauf. Verlasse mich auf meine Hosen, die noch bestens passen.

Warum mach ich das?
Tsja, zweiter Rückschlag!
Die Augen vor Dingen verschließen, die ich, sollten sie vorhanden sein, gar nicht wissen will.

Ich muss dringend was tun.
Ab sofort.

2014 soll mein Jahr werden, auf allen Ebenen. Und eben auch auf dieser.
Ich geh mal denken.




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