Donnerstag, 9. Januar 2014

Fleischcontent


Neulich ist doch der Mann schlagartig gealtert und dort, wo er sein Tagwerk verrichtet, ist es üblich, eine Geburtstagsrunde zu geben. Des Mannes Plan: Frikadellenbrötchen!

Da wir stets sehr liebevoll miteinander umgehen und jeder seine Kompetenzen kennt und gerne für das Gemeinwohl einbringt, entschieden wir uns für eine entsprechende Arbeitsteilung:

ER Brötchen
ICH Frikadellen

Fair, oder?
;)

Da ich heute gleichzeitig meine Messer wieder beim Messerschleifer abholen wollte, führte mich mein Weg huxflux wieder an dem neuen Metzger vorbei. Nachdem die dicke Rippe und auch die Bratwürste eine echte Geschmackssensation gewesen waren, wollte ich dort gerne das Hack kaufen.

Problem: Frikadellen für 24 Leute
Frage: Wie viel kostet dafür wohl das Hackfleisch vom Tier, das nicht eingesperrt groß wird?

Ich befürchtete Schlimmstes, denn ich hatte mir 3 Kilo gemischtes Hack und 0,5 Kilo Rinderhack ausgerechnet (es gibt eben auch Moslems und ja, da nehme ich Rücksicht drauf).

Aber fragen kostet bekanntlich erst einmal nichts.

Und?
Was kostet das pro Kilo?
Nein, Oona, nicht 300 Euro. ;)
(Kleiner Insider - Oona hatte da so einen Traum..)

Gemischtes Hack: 6,00 €
Rinderhack: 6,50 € 

Fragen?
Was kostet das eingeschweißte, begaste Hackfleisch beim Discounter pro Kilo? 4,50 €?

Da find ich den Preisunterschied doch mehr als okay! Und selbst wenn man wirklich auf das Geld schauen muss, lohnt es sich dennoch, denn das Fleisch behält auch in der Pfanne sein Volumen. Jaha... das Fleisch schrumpelt NICHT um ein Drittel ein!

Ansonsten: Qualität vor Quantität.
Etwas weniger tut es auch. Finde ich.

Ich muss wohl zugeben, dass ich vor lauter Überraschung vergessen habe zu fragen, ob das ein Wochenangebot war oder Standard. Aber das finde ich nächste Woche heraus. Glasklar! Ich sag euch dann Bescheid.

Und weil ich schon dabei war, kaufte ich Fleischwurstaufschnitt (für die Kinder), echten Larda (so weißer Speck - Hammer) und zwei Mettwürstchen zum kalt knabbern (übrigens extrem lecker, eins habe ich bereits eliminiert).

Jedenfalls... weil ich von drei Leuten gefragt wurde, hier die Adresse:

Metzgerei Nussbaum
Hauptstr. 81
50126 Bergheim
    (in der Fußgängerzone)


Das ist Werbung, die ich gerne mache, einfach so. Weil ich begeistert bin.


P.s.: Neben den Draußen-Schweinen gibt es freilaufendes Rind aus der Eifel. Ach, und Wild. Auch aus der Eifel.


P.s. 2: Ich bin dann mal in der Küche. Frikadellendauerproduktion. Wenn ich die Frikadellen angebraten habe, kann ich die doch im Backofen garziehen lassen, oder?




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Maß halten



Eine der schwierigsten Übungen, findet ihr nicht?
Manchmal beschleicht mich der Eindruck, dass es unendlich vielen Menschen schwer fällt, das rechte Maß zu finden. Sowohl in die eine als auch in die andere Richtung.

Gerade jetzt im Januar fällt es mir auf.

PENG! 
JANUAR!

ALARMAALARMA, SYSTEMÄNDERUNG!
180°-Wende. 
Jetzt.


Die Sportkurse schwellen über, die Medien überschlagen sich mit Diätsendungen, - reportagen, - tipps. Aber auch die Menschen untereinander sind ganz wild vor Sport- und Ernährungsplänen. Leider sind die nicht selten völlig.. überzogen?... extrem?


Mir fiel es im Sportkurs auf. Eine Neue, die sich fast den Körper auseinanderriss, um mit den anderen mitzuhalten. Ich biete häufig für eine Übung verschiedene "Härtestufen" an, sie wählte stets den härtesten Weg. Mein Hinweis vorher, dass sie sich einleben und langsam machen soll, weil die anderen seit Jahren regelmäßig mit mir trainieren, verhallte unregistriert. Auch meine Hinweise "an alle" zwischendrin, dass man auf sich selbst hören soll und ruhig zwischendrin mal "ablegen" waren egal.

Man kann nicht von der Couch kommen und dann in Serie unendlich viele Crunches in 10 verschiedenen Versionen durchhalten. NEIN! Aber das war ihr egal. Und sie war wirklich fix und fertig. Aber... keine Gnade. Sie riss sich hoch. Ab dem Punkt schadet man sich nun definitiv.

Ich arbeitete mich unauffällig durch die anderen Teilnehmer (lobte hier, errinnerte da, korrigierte in manchen Fällen, legte mich dazu und zeigte vor), scheinbar ruhig, aber innerlich eilig, um an sie heranzukommen. Irgendwann habe ich mich einfach neben SIE gelegt und mit ihr gearbeitet. Und als ich so neben ihr lag, wir uns kurz unterhielten und gemeinsam arbeiteten, merkte ich, wie endlich Ruhe über sie kam.

Ich wählte nämlich eine sehr ruhige und etwas einfachere Gangart. Und sie passte sich mir an. Wenn selbst ich die Übung SO mache, wird sie gern angenommen.    

Ja, fordern.
Aber nicht ÜBERfordern.

Es soll Spaß machen.
Es soll aushaltbar sein.
Es soll individuell passend sein.


Denn nur dann wird man dauerhaft weitermachen und kann sich schrittweise an Verbesserungen freuen.

Ähnlich ist es mit dem Essen.
Diäten, bei denen es viel zu wenig zu essen gibt, nur um den schnellen Erfolg zu sehen, wird man nicht lange aushalten. Und der Rückschlag bringt die verlorenen Kilos rappzapp wieder mit.

Been there, got that!

Natürlich verstehe ich, wenn man möglichst schnell abnehmen möchte. Viele verlorene Kilos sollen ein Nachweis für Erfolg sein. Aber ist das Erfolg? Lernt man etwas dabei? Wie geht es DANACH weiter?

Gerade bei Menschen, bei denen mehr hinter dem Übergewicht steckt, als nur zu viel essen und zu wenig bewegen, kann weniger essen und sich mehr bewegen nicht die alleinige Lösung sein. Das Übergewicht hat man sich nicht binnen zwei Wochen an den Körper gegessen, also kann es auch nicht in zwei Wochen wieder weg sein. So ist das.

Was den meisten fehlt, ist Respekt vor sich selbst. Man kasteit sich, bestraft sich, lässt sich leiden. Aufhören!

Denn wisst ihr, was beim Abnehmen am allerlängsten dauert? Was wirklich schwierig ist? Schwieriger noch als anders essen? Oder mehr bewegen? Was mir lange Zeit zu kauen gegeben hat?

DAS NACHRUTSCHEN DER SEELE

Sie muss eine Chance bekommen, sich an den neuen Zustand zu gewöhnen. Die ist nämlich ein wenig blind, weil sie häufig viele Jahre total vernachlässigt wurde. Und jetzt kommt man daher, baut ihr ganzes Zuhause um, verändert alles, stellt nicht nur die Möbel um, sondern versetzt sogar ganze WÄNDE! Ist doch klar, dass sie sich zunächst ständig verläuft und überall anstößt, sich unwohl fühlt, oder? Stellt euch das mal bildlich vor.

Aber damit nicht genug. Es wird täglich weiter umgeräumt. Und nicht nur ein bisschen. Wie soll man sich da Zuhause fühlen?

Und was macht die clevere Seele, sobald wir den Spaß und den Biss verloren haben? Genau. Sie räumt wieder alles zurück an Ort und Stelle. So wie es war. Denn das kennt sie.

Nehmt die Seele an die Hand, denn gemeinsames Umbauen und neu gestalten kann viel Spaß machen. Gebt ihr ein Mitbestimmungsrecht. Dann fühlt man sich gemeinsam schneller daheim.


Ach ja, das ist sich schon was mit den Januaren.
Ich sags euch.







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