Donnerstag, 8. Mai 2014

Lady S. und die Nächstenliebe

Wir haben vor ein paar Tagen auf der Arbeit beschlossen, dass wir Kolleginnen am Freitag gemeinsam essen gehen wollen. In ein Restaurant mit interessanter Spargelkarte. Und so saßen wir bereits heute Vormittag da und überlegten, worauf wir Morgen Appetit haben werden.

Ich weiß ja nicht, wie das bei euch so ist, aber wenn ich eine Weile über Essen spreche oder nachdenke, bekomme ich durchaus einen Bärenhunger. Dann kann ich schon gegen 11 mit knurrendem Magen dasitzen, während ich sonst vor 14 Uhr keinen Hunger verspüre. Psycho, auch an dieser Stelle.

Nach einer Weile wechselte das Thema weg von der Spargelkarte hin zu Lady S. Oopsiepizza, die sie sich gestern zubereitet hatte. Lady S., Blog- und Buchlesern ist sie bereits als "mitLCHFfende" Arbeitskollegin und mein persönlich so gut wie adoptiertes Herzchen ein Begriff, schmückte ihr Pizzaergebnis verbal nach allen Regeln der Kunst aus.

Super!

"Hör auf, jetzt krieg ich tierisch Hunger", protestierte ich.

Spontan riss sie ihre Lunchbox vom Tisch und hielt sie mir hin. "Du kannst mein Stück Pizza haben, dass ich eingepackt habe. Ich kann später noch eins essen. Möchtest du?"

Während ich noch perplex überlegte, was ich nun sagen sollte, weil ich wusste, dass sie eigentlich noch Hunger hatte, schaute sie mich in der nächsten Sekunde schon mit Verzweiflungsblick an, die Lunchbox nach wie vor zu mir ausgestreckt, und stieß quietschig hervor:


"BITTE SAG NEIN!"

Kennt ihr das? Wenn man spontan und aus dem Herzen raus etwas tut oder anbietet, was man quasi im gleichen Moment wieder bereut? Einfach weil die Außenstimme schneller war als das Gehirn und die Vernunft? Man sich direkt ärgert, weil man etwas angeboten hat? Genau solch ein Moment spielte sich in ihr ab, ich schwöre. Allerdings denkt man in der Regel das "BITTE SAG NEIN!". Dass sie es in diesem Moment ausgesprochen hat, hat mich fast vom Stuhl gerissen vor Lachen. Den Blick dabei hättet ihr sehen sollen! Ich hab so gelacht, dass mir die Tränen kamen.

Typisch Lady S., dass sie am liebsten spontan ihr Letztes rausrückt. Aber der eigene Hunger war dann wohl doch etwas stärker. Die Süße...

Ihr Spontanausbruch war ihr ein wenig unangenehm, denn direkt anschließend wollte sie absolut, dass ich das Stück esse, ging jedoch nicht, ich musste immer noch lachen. Aber ich hab die Pizza zumindest probiert, nachdem ich mich wieder beruhigt hatte. Und sie war wirklich extrem lecker.

So, jetzt hab ich keine Zeit mehr. Ich muss in die Küche. Heute Abend gibt es bei uns auch Oopsiepizza. Mit Thunfisch, Oliven, Feta, bisschen Zwiebel und Tomätchen.

Selbst ist die Sudda!




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Robbie war jetzt nicht soooo scharf!


Ich konnte am Vormittag alles erledigen, was ich auf der Todo-Liste hatte.

Brownie kam pünktlich, wir fuhren beizeiten los und in meiner Handtasche ruhten (ich hab mich ca. 20 Mal vergewissert) Eintrittsticket und Geld.

Wir hatten nur ein wenig Stop-and-Go in Düsseldorf, keinen Stau, kamen problemlos beim ISS-Dome an.

Ebenso problemlos fanden wir einen Parkplatz im angrenzenden Parkhaus.

Vor der Halle zwar viele Menschen, aber langweiligerweise keine hysterisch kreischenden Fans, wie man sich das vielleicht vorgestellt hatte.

Problemlos fanden wir Mea und ihre Freundin Anja, die ich beide auf Anhieb sehr, sehr nett fand (ich kannte Mea bis dato nur als Blognachbarin), und wir konnten noch entspannt im Bistro nebendran einen Kaffee trinken. Mea, Anja und Brownie übrigens mit deutlich mehr Konzerterfahrung als ich. War schon spannend zu hören, wo sie überall dabei waren. Mea, die Süße, im versprochenen Teeniemodus mit einem so breiten Dauerflashlächeln im Gesicht und ab und an einem Vorfreudequieker, dass man wirklich grinsen musste.

Der Einlass lief ruhig und wohl organisiert ab. Auch Brownies Freundin Sandra schaffte es pünktlich, uns zu finden.

Es gelang mir spielend, vorher noch mehrfach auf die erstaunlich sauberen Toiletten zu kommen (Psychoblase... Wenn ich nicht soll, muss ich! Ich bin die nervige Person im Kino, die sich andauernd mit einem "Tschullegung, könnse mich ma' durchlassen?" an den Sitzreihen vorbei drückt. Nur falls ihr euch das fragt. Aber selbst Psychoblase gab gestern Ruhe.).

Unsere Sitzplätze waren BOMBASTISCH. Links vor der Bühne, Unterrang, freie Sicht auf Mr Williams und das Bühnenspektakel, fast zum Greifen nah, vor allem wenn er auf unsere Seite kam.




Klingt das nicht alles super, unkompliziert und entspannt?
Jaaaaaaaa....

DAS HÄTTE MIR ZU DENKEN GEBEN SOLLEN. 
DAS WAR NICHT NORMAL.

Die Lichter gingen aus, die Musik explodierte auf der Bühne, der Vorhang fiel, Robbie Williams legte los, ich griff nach der Brille in meiner Handtasche und...

DIE WAR NICHT DA!
ICH HAB DIE VERGESSEN!!!

Aaaaaaarrrrrgggghhhhhhh....


Dazu ist zu erläutern, dass ich leicht kurzsichtig bin. Nichts Schlimmes, gerade mal 0,75 Dioptrien pro Auge. Daher trage ich die Brille auch prinzipiell nur, wenn ich muss, z.B. beim Autofahren. Alles, was etwas weiter weg ist, kann ich natürlich auch sehen, aber es ist eben nicht gerade scharf.

Und so gab Mr Williams ein höchst entertainendes Konzert (jaaaa... er hat auch "Angels" gesungen und "Mr Bojangles" und "Go gentle"), mit tausend Effekten und unfassbar guten TänzerInnen, geniale Musik, Konfettikanonen, alles perfekt tiptop, tolltolltoll...

... aber eben nicht so scharf!

;)

Ich guck mal, ob ich von Brownie noch ein paar Fotos organisieren kann. Ich glaub, sie hat gute gemacht. Ein grandioser Abend, auf jeden Fall. Sehr empfehlenswert!




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