Sonntag, 1. Juni 2014

Ischen-Einschleimtag

So, jetzt aber... Lange Wochenenden sind ganz schön anstrengend, findet ihr nicht? Da passt so viel rein, erstaunlich.

Die Wanderung habe ich überlebt, war dieses Mal nicht so schlimm, der Weg an sich war traumhaft, allerdings hat dieser Mann mich mal wieder angeschummelt, was die Route und die Berge und die Hänge und die Ab- und Aufstiege betrifft. Aber davon berichte ich euch noch in Ruhe. Nur so viel: Mutti musste sich an Drahtseilen entlanghangeln. Argh.

Kommen wir zunächst mal zu etwas Wesentlicherem...
Ich hab versucht, mich bei der ollen Ische gründlich einzuschleimen. Sie rundum zu verwöhnen, auf dass ihr Display mir gnädig gewogen sei. Dazu sammelte ich mir zunächst das nötige Equipment zusammen:

  • Ein weiches Poliertuch
  • So ein Staubpuffiwuffi, wie heißen die noch in richtig?
  • Wattestäbchen
  • ein flaches Kissen, damit sie bei der Prozedur gemütlich ruhen und sich entspannen konnte
  • Sid*lin Glasreiniger
  • Im Hintergrund ließ ich leise klassische Musik laufen, wer weiß, ob das nicht auch zum Wohlgefühl beitragen würde. 



Hm. Vielleicht muss ich noch einmal ausschweifen. Für alle Neuen hier:

Ische ist der Name meiner Waage. Wir haben ein kompliziertes Verhältnis miteinander. Manchmal ist sie sehr großzügig, noch häufiger bockt sie jedoch nach Leibeskräften. Und sie kann es gar nicht leiden, wenn ich sie mit dem dicken Zeh "andotze", um sie einzuschalten. Sich auf diese Weise ein gutes Wiegeergebnis zu erschleichen, ist von vorne herein zum Scheitern verurteilt! Auch, wenn man zunächst so tut, als würde man nur an ihr vorbeigehen wollen, quasi antäuscht und dann plötzlich auf sie drauf springt.

Ja, lacht nur!  Ich bin mir nach all den Jahren recht sicher, dass sie unter starken Stimmungsschwankungen sowie mindestens Dauer-PMS und vielleicht ein wenig Wechseljahrsbeschwerden leidet. Charakterlich ist und bleibt sie Diva.

Ich hab schon mal versucht, mir eine neue Ische zu kaufen. Nützt nichts. Denn die Seele einer Ische ist nicht an ihr "Gehäuse" gebunden. Also zieht sie einfach um, wenn ein neues Exemplar angeschafft wird. Eine Art Hausbesetzung - oder eben "Gehäusebesetzung".Ich kann jedenfalls tun, was ich will, ich werde sie nicht los!

Exkurs-Ende!

Die Musik dudelte leise und unaufdringlich, während ich Ische langsam auf ihrem Kissen auf dem guten Esszimmertisch abstellte, das nur zu besonderen Gelegenheiten genutzt wird (weil in der Küche noch ein Tisch steht und ich zu faul bin, das Essen regelmäßig dorthin zu schleppen). Ich meinte ein wohliges Schnurren zu hören. Aber ich bin mir nicht sicher.

Mit dem Staubpuschiwuschi staubte ich sie zunächst liebevoll ab, bevor ich die Wattestäbchen zur Hand nahm und sie achtsam bis in die letzte Rille säuberte. Abschließend polierte ich sie leicht massierend, bis sie glänzte als habe ich sie neu erstanden.

Zufrieden begutachtete ich mein Werk, bevor ich sie langsam und behutsam wieder nach oben ins Bad trug und sie akribischst auf IHREN Platz stellte. Oh ja, sie hat IHREN Platz. Schon auf leichte Verschiebungen reagiert sie mit Anzeigeschwankungen von bis zu einem halben Kilo. Das korrekte Platzieren der Ische ist Millimeterarbeit, lasst euch das gesagt sein. Falls ihr mir nicht glaubt, nehmt eure Ische und wiegt euch mal an unterschiedlichen Stellen der Wohnung / des Hauses. Am Wenigsten wiege ich übrigens im Vorratskeller, aber mal im Ernst: Wer hat schon Lust, nackig im Vorratskeller zu stehen... Hm. Besonders sinnlos übrigens, die Waage mit in Urlaub zu nehmen, denke ich. Das kann von den Ergebnissen her nicht gut gehen!

Ich entblätterte mich und stieg auf die Ische - nicht ohne mir vorher die Füße gründlich gewaschen zu haben, denn das wäre sonst eine unglaubliche Beleidigung!

Und?

Was?

NIX!

Das ganze Tamtam brachte mir gerade mal ein Minus von 300 g. Läppsch (wie der Rheinländer zu sagen pflegt). So glänze ich mit einem Minus von einem halben Kilo in zwei Wochen. Pah! Dabei war ich so tapfer!!! *

Aber Minus ist Minus, meine Lieben. Und wenn das so weitergeht, mit einem durchschnittlichen Kilo im Monat, bin ich auch Weihnachten fertig. Yeah! Aber ich will mal nicht undankbar sein.

Also Oona, lass die Waage schön im Keller oder im Schrank. Da steht sie gut. Und eine Abnahme erkennt man genauso gut am Umfang oder wie weit oder eng die Klamotten sitzen. Ich jedenfalls. Erinnert ihr euch noch hier dran? (Klickediklick).





























* Gut, jedenfalls IN der Woche. Wochenenden sind doof. Da schnackt mein Hirn nach hinten und ich lasse die Zügel dezent aus den Händen gleiten. Alle Vorsätze, harsch am Ball zu bleiben, lösen sich in zu viel gutem Essen und im Weinglas auf. Durchschnittlich 2.500 kcal sind für mich eben zu viel. Aber das verrate ich euch nicht. Nönö. Ihr sollt schön glauben, dass die Ische Schuld ist. :)




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