Donnerstag, 12. Juni 2014

Wochenende - oder wenn das Gehirn auf Standby schaltet


Ich weiß ja nicht, wie es euch so geht. Aber ich zerbreche mir gerade den Kopf, wie ich ein für mich in letzter Zeit typisches Phänomen geschmeidig abändern kann.

Folgende Problemsituation:

Montag Morgen, der Wecker rasselt, die Woche und der Alltag haben mich wieder. Ich springe nicht nur aus dem Bett, sondern auch in den Wochenstart, bester Laune und voll der guten Vorsätze... Nur das für mich perfekte Essen kreuzt meine Lippen, das auch noch in der korrekten Dosierung. Ich mache meine Sportkurse, so dass (gerade bei diesem Wetter in den handelsüblichen Turnhallen) der Schweiß tropft und habe mich Dienstag sogar tatsächlich zum strammen Gehen (landläufig mittlerweile als Walken bekannt) aufraffen können. Insgesamt fühlt sich mein Körper rundum wohlig bewegt an.

Auch jetzt liegen meine Sportsachen und meine windschnittigen, neuen Schuhe sowie ein hoffnungsfroh dreinblickender Hund quasi schon im Flur bereit und alles wartet nur darauf, dass ich diesen Post beende und endlich loslege.

Dabei fühle ich mich grandios, motiviert, glücklich, stolz und zufrieden. Und als ob das der Konsequenz noch nicht genug wäre, trinke ich auch noch ausreichend Wasser und Tee. Da guckt ihr, was? Trinken ist nämlich meine Achillesferse. Leider bin ich bereits mit meiner Kaffeeration mehr als glücklich, wenn ich nicht achtgebe.

Für Schlotti... zu essen gab es übrigens bis hierher:
Toll, oder?

Nur Morgen ist es wieder soweit:

Wochenende!

Ab exakt 18 Uhr schaltet mein Gehirn auf Standby und ich finde mich abends bei einer zu großzügigen Portion Essen und gemütlichem Wein als Wochenausklang wieder. Schließlich ist eine Woche vorbei und der Mann und ich haben endlich Zeit für einander. Und ab dem Moment bleiben Körper und ich im "Sleep-Modus" bis Montag Morgen wieder der Wecker rasselt. Man kann fast froh sein, dass ich mich zumindest einmal am Tag in relativ normale Klamotten werfe.

Nein, ich esse auch am Wochenende LCHF. Aber ich esse eindeutig zu viel LCHF. Und trockener, eiskalter Weißwein ist zwar nicht verboten, gehört jedoch dummerweise in die Kategorie "In Maßen - nicht in Massen" und sollte, so lange man abnehmen möchte, besser weiträumig umgangen werden, weil man davon schon mal auf jeden Fall Wasser einlagert wie ein Kamel vor einem mehrwöchigen Ritt durch die Wüste.

Ob ich das Wochenendrumgehänge mag und mich wohlfühle? Mich dabei entspanne? Klares NEIN! Aber es hat mittlerweile ein wenig etwas von einem amtlichen Ritual. Mein ganzer Körper summt zwar drei Tage "Probiers mal mit Gemütlichkeit" in Endlosschleife, aber tatsächlich bin ich gleichzeitig eigentlich müde und schlapp.


Sieht - zur Verdeutlichung des Missstandes - ungefähr so aus:




Und exakt umgekehrt zu meiner Motivationskurve verhält sich natürlich mein Gewicht! In der Woche geht es bestens bergab, um dann am Wochenende wieder anzuziehen. Am Ende der Wiegewoche stand ich also dieses Mal mit einem höchst unbefriedigendem "Plus-Minus-Null" da. Das ärgert mich!

Gut, clevere Menschen werfen an dieser Stelle ein, dass ich doch froh sein kann, dass ich damit zumindest das Gewicht halten kann, aber das ist doch nicht mein Ziel.

Warum habe ich mich an Wochenenden nicht im Griff? Warum kann ich nicht einfach so weitermachen wie in der Woche? Und warum mache ich das, wenn ich mich doch in der Woche so wohl mit mir fühle?

Seit gestern Abend lasse ich nun die Rädchen in meinem Gehirn rattern und klackern. Ich will das so nicht. Der Freitag naht und ich will eine Veränderung bereits für das kommende Wochenende. Aber wie kann ich mich und meine Gewohnheiten überlisten?

Jemand eine gute Idee?







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