Mittwoch, 18. Juni 2014

Entspannter Besuch


Morgen erwarte ich ganz besonderen Besuch aus der LCHF-Welt in meiner bescheidenen Hütte. Das Schöne daran: Sie ist ein total unkomplizierter Mensch! Ist das nicht toll? Da muss man sich vorbereitungstechnisch kein Bein ausreissen, sondern kann sich einfach nur vor sich hin freuen und erwartungsfroh am Fenster lauern, bis sie endlich kommt, auch wenn sie bei mir übernachtet. Ich liebe Menschen, die so unkompliziert sind, wie ich, denke ich, während ich...

* ellenlange Einkaufslisten erstelle

* mal schnell über die Wohnzimmerfenster putze (Ich hasse es, die Fenster zu putzen. Genau wie bügeln und einkaufen!)

* noch ein wenig Unkraut aus dem Beet im Sichtbereich puhle (das erinnert mich an eine, die vor einem Besuch sogar extra neuen Rindenmulch verteilte... ICH BIN NICHT ALLEIN!)

* mir überlege, was sie wohl gerne isst

Ich finde es schade, wenn man vorher unglaublich viel Energie in Aufräum- und Sanierungsarbeiten stecken muss. Man soll doch einfach so sein, wie man ist, sagt mein Mann immer. Darüber denke ich nach, während ich..

* dann doch mal bei ihr nachfrage, was sie gerne frühstückt (argh, ich hab vergessen, Joghurt zu kaufen, aber ich muss ja eh nochmal los)

* meine Papierchen im Büro wegsortiere oder dezent zusammenschiebe (dazu hab ich keine Lust)

* das Bad oben gründlich abschrubbe

* den Geschirrschrank auswische 

* stundenlang staubsauge

Der Mann sagt auch immer, dass es doch sinnvoller ist, HINTERHER zu putzen. Hm. So ein kluger Mann, das macht man doch sowieso, oder? Und ich...

* frage mich, wieso schon wieder Staub auf den Möbeln ist, obwohl ich erst vorgestern Staub gewischt habe 

* krame schon mal die Bettwäsche für sie hervor

* plane ein klitzekleines Unterhaltungsprogramm (hab ich noch Feuerwerkskörper? Scherz...)

* sortiere den Zeitungskorb aus (dass ich aber auch alles verwahren muss...)

* checke den Wetterbericht (mistmistmist!)

Jedenfalls freue ich mich auf ein absolut unkompliziertes Wochenende. Das wird toll.

Kann mich mal jemand abschalten?
Ich bin doch wirklich dezent bekloppt, aber ich will es halt so schön für sie machen, wie möglich. 
Dennoch glaube ich nicht, dass ich damit allein dastehe. ;)






P.s. Die Autorin dieses Posts verwendete hier das Stilmittel der Übertreibung. Das mach ich natürlich nicht alles. Bestimmt nicht. Also vielleicht. Oder so.




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Stimmlos


So wenig Leute am Montag wegen des WM-Spiels da waren, so viele waren es gestern!
28 Mädelz und ein Kleiner füllten die Halle ordentlich.

Der Kleine ist zwei und gehört zu Babe, die sonst nicht hätte kommen können. Und er ist SO süß und lieb, zum Klauen! Das klingt für manche vielleicht befremdlich, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Kleinen nie ein Problem sind. Sie machen entweder mit oder spielen ganz lieb an der Seite. Sollte das Kind nicht mehr wollen, muss die Mama eben mit Kind gehen, so ist es abgesprochen, aber das ist noch nie vorgekommen. Natürlich ist "das Kind mitbringen" etwas für den Notfall und ist bislang erst sechsmal in drei Jahren der Fall gewesen. Die anderen Frauen stören sich ebenso wenig daran, die meisten sind selbst Mütter und wissen, wie es sein kann.

Jedenfalls sind 28 Mädelz plus 1 Trainerin in einer herkömmlichen Schulturnhalle wirklich hart an der Grenze. Dadurch, dass die Akkustik meistens auch nicht prosper ist, wird es sehr schnell sehr laut und sehr unruhig. Gestern lag jedenfalls "etwas in der Luft", denn man braucht sicherlich nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, dass Menschen, die sich mittlerweile lange kennen und sich vielleicht seit 1-2 Wochen nicht gesehen haben, sich eine Menge zu erzählen haben.

Vielleicht spielt das Rheinländische sogar eine zusätzliche Rolle, ich behaupte mal, dass wir ein paar Zusatz-PS im Schnütchen haben. Ich habe Verständnis dafür, wenn es einen gewissen Geräuschpegel nicht überschreitet. Gestern jedoch stieg der nach und nach an und es wurde richtig hummelig und unruhig. Selbst merkt man das wohl eher nicht, man redet mit der Nachbarin halt lauter, weil es drumherum lauter wird und so steigert sich das Ganze quasi von selbst. Und je mehr Menschen da sind, desto lauter wird es. Jedenfalls hat das nichts mit einer Absicht, stören zu wollen, zu tun. Überhaupt nicht. Das weiß ich, braucht auch nicht angezweifelt zu werden.

Probates Mittel in solchen Situationen bislang: Eine schöne, intensive, lange Abfolge von Crunches aller Art, dann ist normalerweise schnell Ruhe. Gestern jedoch nur vorübergehend.

Als ich selbst immer lauter wurde, um überhaupt noch dagegen anzukommen, habe ich irgendwann ein bisschen geschimpft, weil es mir richtig auf die Stimme und auch auf die Konzentration und an die Nerven ging. Das habe ich noch nie getan und das fühlte sich auch gar nicht schön an. Tatsächlich verfolgt mich das seitdem, also dass ich geschimpft habe, denn ich mag die doch alle so gerne und ich bin kein Schimpfer. Meine Weichei-Seele verträgt das nicht gut. :(

Ich denke, darüber müssen wir nächste Woche mal in Ruhe reden. Es sind ja auch Teilnehmer da, denen das vielleicht ebenso wie mir ergeht, die auch etwas mehr Ruhe brauchen. Ich möchte einen gemeinsamen Nenner finden, mit dem wir alle gut leben können. Ich möchte nämlich auch nicht mit Lautsprecher und Headset arbeiten. Das finde ich sehr störend und damit übertöne ich ja lediglich die anderen und brauche weniger Stimmeinsatz.

Schwierig.
Wirklich schwierig.
Ich musste mir das nur mal eben von der Seele schreiben.



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