Mittwoch, 10. September 2014

Die Waage - Was ich zum Abnehmen brauche #1


Aaaaaccchhhttttunnnggg... kann länger werden. Am besten holt ihr euch eine Tasse Kaffee und macht es euch gemütlich. :)


Rund um das Thema "Waage" gibt es ungezählte Meinungen. Im Forum lese ich immer wieder gerne, wie andere damit umgehen, spannendes Thema. Einerseits ist Kontrolle bei mir nötig, andererseits... ewigunddreiTage lang?

Tatsache ist DERZEIT (quasi meine Lebensabschnittswaageneinstellung - was für ein Wort!):

Ich brauche die Kontrolle. Wenn ich merke, dass ich mich nicht mehr wiege bzw. tausend unglaublich wichtige Gründe finde, warum ich es "wirklichwirklich JETZT nicht schaffe" (weil ich mich dann ja ausziehen müsste und es im Bad so schrecklich kalt ist, weil ich vorher sicherheitshalber schnell etwas gegessen habe, weil ich es eilig habe, weil ich irgendwelche körperlichen Befindlichkeiten verspüre, weilweilweil...), ist etwas im Busch! Eigentlich weiß ich dann wohl schon längst, dass ich ein wenig vom Weg ab bin, gerne zu viel esse und es einfach nicht wahrhaben will. Ein bisschen so, als schaut man sich einen Krimi an und hält sich bei den zu spannenden Szenen Ohren und Augen zu (ja, ich bin da ganz sensibel, aber das ist eine andere Geschichte).

Für mich sollte das "Nicht-wiegen-wollen" schon einmal definitiv ein klares, erstes Warnsignal sein! Wenn ich nur brav auf mich hören würde... Tse. Frei nach dem Motto: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. 

Rückblickend kam die Wende in die derzeitige Zunahme tatsächlich ab dem Moment, in dem ich einen großen Bogen um die Ische machte. Aha!

Stelle ich mich hingegen auf die Waage, fühle ich mich für den Tag "eingenordet", weiß wo ich dran bin und kann darauf reagieren. Ja, natürlich gibt es tausend gute Gründe, warum das Gewicht zwischendrin nach oben ausschlägt, dessen bin ich mir voll bewusst. Ihr euch auch? Nein? Dann kommen hier meine, aus dem persönlichen Erfahrungsschatz gesammelten Gründe. Ich habe extra für euch kleine Überschriften drüber gesetzt. Falls ihr das Problem schon kennt, einfach demonstrativ nicken und zum nächsten Absatz hopsen.


* Für Mädchen: Zyklus!

Ich finde es uneingeschränkt herrlich, eine Frau zu sein. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass so einige von uns (mich eingeschlossen) einfach mit der Tatsache leben müssen, dass wir, teilweise ab dem Eisprung, Wasser einlagern wie ein Kamel in der Oase, am Vortag eines mehrwöchigen Ritts durch die Wüste. Ist so, geht wieder vorbei. Atmen!


* Weil meine Abnehmpartnerin derzeit das Problem hat: Suppe!

Ich weiß nicht, ob es am Salzgehalt liegt oder whatever... ich nehme von Suppe zu -  und sie anscheinend auch. Dass ich nach dem Genuss von Suppe Wasser einlagere, spüre ich klar und deutlich in Händen, Füßen und Gesicht. Ihr sagt, das kann nicht viel sein? Haha, bis zu 2 kg sind bei mir drin. Danke, Leben, du bist so gut zu mir!

Gleiches gilt übrigens für Alkohol. *räusper*


* Lebensmittel, die man nicht verträgt - wenn wir schon mal dabei sind!

Jepp... bei mir alle Kohlsorten, obwohl ich die so gerne esse. Auch nicht fair. Wenn ihr eisern bei eurem Plan seid und euch nichts "vorzuwerfen" (blödes Wort) habt, alle anderen Punkte dieser Liste gerade nicht zutreffen, dann solltet ihr darüber nachdenken.


* Infekte aller Art - ob mit oder ohne Antibiotika o.ä. behandelt

Davon nehme ich zu. Peng. Und da ist es wurschtegal, ob das Magen-Darm ist oder etwas anderes, auch wenn man rein logisch denkt, dass es anders sein müsste. Antibiotika hat leider darüber hinaus eine hartnäckige "Nachspielzeit". Das dauert Wochen bis alles wieder in geregelten Bahnen läuft.



* Muskelkater oder nach viel Sport

Nein, es handelt sich dabei nicht um in Windeseile über Nacht aufgebaute Muskelmasse. Das geht wohl eher nicht so schnell. Ich habe gelesen, dass a) eine Frau bei ordentlichem Krafttraining maximal 2-3 kg Muskelmasse IM JAHR zulegen kann (damit war das Argument für mich geknickt) und b) bei Muskelkater zu Reparaturarbeiten Wasser eingeschleust wird, um irgendwas abzutransportieren. Falls sich jemand damit gut auskennt, bitte kommentieren, ich übernehme gut nachvollziehbare Fakten höchst gerne.

Dennoch ist Sport und der Aufbau von Muskelmasse (auch wenn es weniger sein sollte) natürlich toll. Muskeln verbrauchen Energie, das tut das Fettdepot weniger. Das schleppt man eher umsonst mit sich rum. Darüber hinaus tut Sport der Seele unfassbar gut.

Für mich sind die Beobachtungen am eigenen Leib dafür ausschlaggebend. Mache ich sehr viel Sport und die Muskelmieze quält mich, kann ich erstaunliche Gewichtszunahmen verzeichnen. Muskelkater weg - Gewicht weg. Ja, das ist total gemein, schließlich hat man sich in dem Fall besonders viel Mühe mit dem eigenen Körper gegeben, daher üben wir auch an dieser Stelle das tiefste Atmen der Gelassenheit bis runter in die Rippenbögen oder belegen zusätzlich einen Kurs in "Autogenes Training".



* Simsalabim sind wir bei: Stress

Stress ist eine blöde Abnehmbremse. Und das nicht nur, weil einige (wie ich) dazu tendieren, Stress aufzuessen. Bei Stress schütten wir u.a. Cortisol aus. Cortisol an sich ist durchaus lebensnotwendig, aber aber... Dazu gibt es reichlich im Internet zu lesen, das hier z.B. (klickedicklick) ist ganz gut erklärt.

Ein Arzt sagte mir, dass Ausdauersport die Möglichkeit ist, um Cortisol abzubauen und es eher kontraproduktiv sei, sich rein auf ruhige Entspannungstechniken zu konzentrieren. Also raus an die frische Luft und zwar zackig.


* Wenn man schneller isst als man laufen kann...

Ihr macht viel Sport? Tobt euch aus? Da kann man sich doch mal ein reelles Extra gönnen.... NICHT! Es sei denn man macht unglaublich doll viel Sport.

Wollt ihr etwas Trauriges lesen? Wenn ich EINE STUNDE intensiv laufen gehe, sind das gerade mal ca. 400 verfeuerte Kalorien. BÄM!

Was ist das "wert", was man bei einer Stunde Sport verfeuert? Eine halbe Tafel Schokolade? Ein kleiner Hamburger? Ein Schnittchen Brot mit Aufschnitt und Butter? Ein dickes Würstchen mit Senf? Glaube an die Kalorientheorie hin oder her, ich würde mir das jedenfalls sparen.


* Ungleiche Wiegevoraussetzungen anderer Art

Um halbwegs vergleichbare Ergebnisse zu erzielen, sollte man:

- stets die gleiche Waage benutzen
- die wiederum stets am gleichen Platz stehen haben
- bereits auf der Toilette gewesen sein (ganz wichtig: was noch drinnen ist, wiegt mit)
- am besten nackig sein oder vergleichbar schwere Kleidung tragen

Logisch, oder?

Gerade die Geschichte mit der Toilette ist besonders wichtig. Wenn man keine Verdauung hatte oder am Vorabend spät gegessen hat, kann das ordentlich zu Mehrgewicht beitragen.


* Nicht zuletzt: Das System klemmt

Habt ihr wirklich die richtige Ernährung für euch gefunden und befolgt ihr sie auch? Keine Ausnahmen? Diese Grätsche zwischen Theorie und Praxis macht es einem nicht einfach. In dem Fall rate ich zu einigen Wochen konsequenten Notierens aller Lebensmittel, die das Gaumenzäpfchen umspülen, inklusive Getränke. Wie viel, wann, warum, in welcher Zusammensetzung... das kann durchaus fies die Augen öffnen.

Es gilt das persönlich rechte Maß zu finden. Und ein ZU WENIG ist ebenso zu vermeiden wie ein ZU VIEL. Diejenigen, die schon länger abnehmen und schon so einige Kilos beiseite gebracht haben, sollten überlegen, ob sie auch daran gedacht haben, evtl. mit dem schwindenden Gewicht auch die Energiezufuhr zu verringern. Je weniger ich wiege, desto weniger brauche ich - was mir dann doch recht logisch erscheint. Es sei denn, ich bin parallel von der Couchkartoffel zur Sportgranate mutiert (was ich allerdings schon mehr als einmal miterlebt habe).

Geduld ist wichtig, denn nach drei Tagen (und auch nicht nach drei Wochen) sind echte Wunder nicht zu erwarten. Abnehmen ist konsequentes Arbeiten mit sich selbst, körperlich (was Essen und Sport angeht) und seelisch (was Essen und Leben angeht).

So viel zu den Gründen, warum die Waage schon am frühen Morgen blöd sein kann. Hm... habe ich etwas vergessen? Wenn man frisch anfängt abzunehmen und das Abnehmergebnis nicht überzeugt, kann es auch noch an weiteren Punkten liegen, wie z.B. einer beeindruckenden Dauerdiätvergangenheit. 


Dann sind da noch die eher langfristigen Gründe...



* Diverse Medikamente

Neben Antibiotika gibt es reichlich Medikamente, die einem das Leben ebenfalls schwer machen können. Beipackzettel lesen und/oder im Internet blättern... Wenn es sich um Medikamente handelt, die man dauerhaft nehmen muss, würde ich mit dem Arzt reden, ob es nicht eine ebenso gute Alternative gibt.


* Wechseljahre, Schilddrüse und weitere veränderte Hormonlagen - auch für die Jungs!

Wir werden dummerweise nicht jünger (merke ich jeden Morgen, wenn ich in den Spiegel sehe), da schlagen (ja, auch bei den Jungs - glaubt nur ja nicht, dass ihr davon verschont seid.) die Wechseljahre früher oder später zu. Aber es gibt auch andere veränderte Hormonlagen, die einem das Abnehmen erschweren KÖNNEN (nicht müssen). Wenn ihr euch wirklich sicher seid, dass alle anderen Punkte auszuschließen sind, dass ihr richtig esst, dann wäre es vielleicht eine gute Idee, einen richtig tollen Facharzt (das mit dem "richtig toll" ist an dieser Stelle allerdings nicht so einfach) zwecks Ursachenforschung aufzusuchen.


Wenn irgendeiner der Punkte aus der Liste zutreffen und ihr euch trotzdem wiegt, solltet ihr eine gewisse Gelassenheit an den Tag legen und die Zahl auf der Waage maximal im Hinterkopf registrieren.

Mir hilft es, wenn ich mir die Gründe dafür durch den Kopf gehen lasse und *1hin2imSinn* überschlage, wie viel diese Befindlichkeiten wohl in Gewicht sind. Dazu braucht es etwas Erfahrung und Milde im Umgang mit sich selbst. Definitiv. Denn, um es mit Oona zu sagen: Irgendwas ist (eigentlich) immer.




Wie oft sollte man denn nun auf die Waage steigen?

Was "man" machen sollte, weiß ich nicht. Ich habe mich dafür entschieden, täglich am Morgen nach der Toilette nackig auf die Waage zu steigen. Aus der Liste oben sieht man zwar schon, dass es ganz viele Gründe gibt, warum das Ergebnis nicht zur höchsten Zufriedenheit ausfallen KÖNNTE, aber wenn ich regelmäßig auf die Waage steige, sehe ich zumindest über die Woche die "Tendenz". Registriere, ob das Gewicht eher steigt oder fällt.

Das ist für mich wichtig, denn mein (für mich) offizieller Wiegetag, also der Tag an dem ich das Gewicht für mich notiere, ist nur einmal in der Woche. Mir ist es aber schon mehr als einmal passiert, dass ich unter der Woche hübsch beobachten konnte, wie das Gewicht langsam (aber sicher) fiel, um dann am Wiegetag schwuppdiwupp beim gleichen Ergebnis der VORwoche zu hängen. Wenn ich mich jetzt nur einmal pro Woche wiegen würde, die ganze Woche brav und eisern war und dann erfahren würde, dass sie Nullkommagarnichts auf der Waage getan hat, würde es zumindest gewisse, definitiv ausdrückliche Nagespuren an meinem Durchhaltewillen und meiner Motivation hinterlassen.

Das tägliche Wiegen macht mir hingegen nichts aus. Es hält mich bei der Stange bzw. in meinen Vorgaben und verhindert meine Tendenz zum Selbstbetrug.

Für mich daher täglich.

Aber das ist natürlich keine allgemeine Empfehlung. Vielen geht es besser, wenn sie sich seltener oder gar nicht wiegen und nur messen oder auf ihre Kleidung achten. Manche benötigen vielleicht eine Pause von der Kontrolle. Aber das könnt ihr mir bestimmt am besten sagen.

Ob ich das immer und ewig brauchen werde?

*singt* Que sera, sera, whatever will be, will be, the future's not ours to see, que sera, sera, what will be, will be... *hörtbesseraufzusingen*

Weiß ich nicht. Darüber mache ich mir Gedanken, wenn ich irgendwann einmal da angekommen bin, wo ich hin möchte.




P.S.: Sollte ich mich zukünftig noch im Abnehmbereich befinden und auf einmal etwas völlig Gegensätzliches über das Wiegen verlautbaren: PN oder Mail oder oder Anruf oder Tritt in den Hintern umgehend zu mir. Danke!   :)

P.S. 2: Ich lasse diesen Post mal an die frische Luft, werde aber bestimmt noch ergänzen. Ich habe das ganz deutliche Gefühl, dass ich so einiges vergessen habe. *rolleyes*



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