Dienstag, 14. Oktober 2014

Höga Kusten - irgendwo fängt alles an


Is' ja schon juut, Frau Schmitt. Eine alte Frau ist kein D-Zug und schließlich musste ich erst einmal in Ruhe ein wenig anstreichen und ein Stück Hecke verpflanzen. Ja. Hm. Und vor allem eins: Wieder im Hier und Jetzt ankommen. Aber jetzt bin ich bereit einen umfangreichen Bericht mit Fotos in mehreren Teilen auf euch herabprasseln zu lassen. Schnallt euch an.

Wie war nun die Reise Deutschland - Schweden (Höga Kusten, Jokkmokk, Stockholm) - Deutschland?

In einem Wort?
GENIAL.

In mehreren Worten?
Geht los:

Wer bereits etwas länger hier liest, weiß, dass ich tendenziell hysterisch veranlagt bin, wenn es um das Fliegen geht. Vor der Reise war allerdings so viel Action geboten, dass ich gar nicht dazu kam, mich aufzuregen. Völlig verwundert über meine innere Ruhe, fuhr ich mit dem Mann zum Flughafen, wartete brav auf das Boarding, stieg entspannt ins Flugzeug... und flog einfach.

Hö?
Hatte ich etwa meine Flugangst rappzapp überwunden?
Einfach so?
Aber ich sollte noch eines Besseren belehrt werden...
Wo ein Hinflug, da sehr, sehr häufig auch ein Rückflug!
Aber da sind wir ja noch lange nicht.

Nach der Ankunft auf dem Flughafen Arlanda (Stockholm, Schweden) holten wir zackzack den Leihwagen. Hm. Weißer Kombi. Weiße Autos sind nicht meins - selbst in der Beziehung stehe ich auf schwarz. Aber nu ja, daran sollte es nicht scheitern.

Die restliche Etappe des Tages bestand darin, der E4 in nördlicher Richtung zu folgen, wir hatten noch rund 460 km bis Docksta vor uns. Wir wollten uns schließlich bei der Gelegenheit die Region "Höga Kusten" gründlich geben. Und doch, ein Tag gespickt mit Flug und Fahrt schlaucht recht gründlich.

Der Mann hatte im Vorfeld viel Zeit darauf verwendet, um eine Schnuckipucki-Übernachtungsmöglichkeit für uns zu finden, und ich habe gebucht (denn ich kann besser Schwedisch - wobei man dort auch mit Deutsch und Englisch problemlos durchkommt). Und daher führte unser Weg striktamente zur Bed & Breakfast-Übernachtung in "Villa Orrbacken" (klickediklick für Facebooker) in Docksta (klickediklick!).

Es ist häufig eine Sache, wenn man sich aufgrund von Bildern im Internet für etwas entscheidet, und anschließend mit der Realität konfrontiert wird. Das war bei uns auch der Fall, allerdings wurden wir höchst positiv überrascht. Villa Orrbacken ist definitiv ein Platz, an dem man sich wie Zuhause fühlen kann.

Wir waren in dieser Nacht die einzigen Gäste, auch die Wirtsleute wohnen nicht vor Ort und so hatten wir das ganze Haus für uns allein. Neben einem sehr sauberen und gemütlichen Zimmer mit Bad...




... gab es eine voll eingerichtete, große Küche (inklusive Kaffee, allerlei Gewürzen und den diversesten Teesorten) zur freien Verfügung...



... sowie ein wunderschönes Wohnzimmer (und ein Fernsehzimmer).



Wunderschön und mit auffällig viel Liebe zum Detail eingerichtet - original skandinavischer Stil. Wir haben uns sofort wohl gefühlt und in dem Bett habe ich tief und fest geschlafen. Herrlich!

Wir hatten für den nächsten Morgen darum gebeten, das Frühstück um 8 Uhr zu bekommen und als wir pünktlich nach unten kamen, bin ich fast umgefallen. Heee, da kann sich manches Hotel vor Scham vergraben gehen. Unfassbar!



Jetzt lernten wir auch die beiden Inhaber der Villa etwas näher kennen: Karin und Hans. Eigentlich war unser Plan, schnell zu frühstücken und dann zügig aufzubrechen, weil wir ja nicht nur noch in der Region wandern gehen wollten, sondern auch weitere 600 km bis Jokkmokk vor uns hatten, aber die beiden waren derartig nett und beim gemeinsamen Frühstück entwickelte sich so ein nettes Gespräch, dass wir deutlich später los kamen.

Villa Orrbacken?
Jederzeit gerne wieder.
Und ich sende ganz liebe Grüße an Karin und Hans.

Na? Schon angestrengte Augen?
Tse. Geht aber noch weiter, schließlich gibt es viel unterzubringen...

Von Docksta aus war es ein Katzensprung zum Südeingang des Nationalparks Skuleskogen (klickediklick). Wir hatten "okayes" Wetter - leicht nebelig - und die Landschaft war wirklich sehenswert. Wir verbrachten drei höchst augenfütternde Stunden dort.

Falls ihr mal in der Gegend seid... HIN DA!




Jemand hat mir mal erzählt, dass man früher (bis 16. Jahrhundert) Alte und Kranke dort "entsorgt" hätte, indem man sie die Klippen hinab warf. Was man auf diesem Bild nicht so richtig sieht: Diese Kluft da ist riesig. Der Stein unten in der Mitte war ca. meine Höhe und ich bin nun nicht unbedingt winzig. 

Ehrlich?
Das fände ich (abgesehen vom Gruselfaktor) dann doch reichlich dämlich. Das muss eine unglaubliche Anstrengung gewesen sein, die Alten und Kranken dort hoch zu bekommen. Der Aufstieg hatte es nämlich in sich!

Da wäre es doch viel geschmeidiger gewesen, schnell die Kehle durchzuschneiden oder ein wenig Gift unter die Grütze zu heben. Oder nicht? 

Von daher... glaub ich das jetzt einfach mal nicht. Ich will das nicht. So.

Das hier fand ich wunderschön! Dahinten glänzt das Meer und man begann automatisch, sich zu fragen, ob nicht doch Trolle unter Steinen leben könnten.. Zu sicher darf man sich nie sein. Sollen ja unangenehme Wesen sein. 




Das war der Anfang unserer Reise ins Unbekannte. Bis dahin noch alles recht normal, aber das sollte sich schon bald ändern.

Bitte schalten Sie wieder ein, wenn es eventuell (weiß noch nicht so richtig, ob ich euch das alles antue) um Themen geht, wie beispielsweise:

* Kurz vor Haparanda links ab erledigt
* Fjälli-Pirelli & die Straßen ins Nirgendwo
* Kann Stille in den Ohren weh tun?
* Lappland - ein kulinarisches Paradies für LCHFler
* Wie viel Zivilisation braucht der Mensch wirklich?
* Der Mann & der Elch
* Meine allererste Bergbesteigung - einmal Jarre und zurück
* Menschen am Polarkreis
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* Lachen und Weinen im Fjällräven-Fabrikoutlet
* Coca Cola life (mit Stevia) - Pfui Bah!
* Stockholm - was für eine Stadt!








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